Emlichheim

9. November 2010

Das waren noch Zeiten, als vor 60 Jahren die gehobenen Fachkräfte und Ingenieure der boomenden Ölförderung und ihr  Direktor Hahn im Emlichheimer Casino der Wintershall gepflegt speisten. Das Wintershall-Casino gibt es längst nicht mehr. Aber jetzt gibt es Neuigkeiten aus der Niedergrafschaft:

Der Standort an der deutsch-niederländischen Grenze in der Grafschaft Bentheim zählt zu den traditionellen Produktionsstandorten der Wintershall AG in Deutschland. Dort investiert der Konzern nun erneut in seine heimische Ölförderung. Der größte deutsche Erdöl- und Erdgasproduzent teuft jetzt die erste von 16 neuen Bohrungen am Standort Emlichheim ab. In den nächsten fünf Jahren sollen insgesamt zwölf Horizontal- und vier Vertikalbohrungen in die Tiefe gebracht werden. Die Bohrungen werden zudem um 13 Ablenkungsbohrungen aus bestehenden Förderstationen ergänzt. Die Investitionen für all das belaufen sich auf mehr als 60 Millionen Euro. Derzeit fördert die 100-prozentige BASF-Tochter in Emlichheim rund 140.000 Tonnen Erdöl pro Jahr. „Mit den neuen Bohrungen können wir dieses Niveau mindestens bis 2016 halten“, sagt Joachim Pünnel, Leiter der Wintershall-Aktivitäten in Deutschland: „Aber auch weitere Projekte sind in Emlichheim nicht ausgeschlossen.“ Auf Grundlage der heutigen Berechnungen werde Emlichheim seinen Beitrag zur Versorgung Deutschlands mit Erdöl noch mindestens 20 Jahre leisten. Außerdem dürfte davon die Lingener BP-Raffinerie in Holthausen profitieren, die das „Emslandöl“ verarbeitet.

Im Rahmen seiner seltsam betitelten Sendewoche „Unser täglich Öl“ wird auch das ARD-Morgenmagazin am morgigen Mittwoch, 10. November 2010, direkt aus Emlichheim berichten. Weil heutzutage alles aufgemotzt daher kommen muss, ist Emlichheim und umzu dabei gleich „Dallas im Emsland“. Wie auch immer, Moderator Ingo Lamperty wird sich in mehreren Direkt-Schaltungen am Morgen direkt vom Wintershall-Betriebsgelände melden und Wissenswertes über die Ölförderung dort berichten. Das Unternehmen fördert dort immerhin seit 65 Jahren Erdöl – zurzeit 140.000 t pro Jahr. Das ist verglichen mit anderen Förderregionen der Welt eine anspruchsvolle Aufgabe. Denn das Öl in Emlichheim ist besonders zähflüssig und damit schwieriger zu fördern. Wintershall setzt dazu eine besondere Technik ein und macht dem Öl Dampf: Unter hohem Druck wird 300 Grad heißer Wasserdampf in die Lagerstätte gepresst. Das im Gestein festsitzende Erdöl erwärmt sich, wird dünnflüssiger und kann leichter zu Tage gefördert werden.

„Durch den Einsatz des Dampfflutverfahrens konnten wir die Förderung von rund 140.000 Tonnen Erdöl pro Jahr in Emlichheim stabil halten“, erläutert Pünnel. In Emlichheim wird die anspruchsvolle Technik der Dampfflutung seit 1981 kontinuierlich eingesetzt und konsequent weiterentwickelt. Dies ermöglicht die im internationalen Maßstab bemerkenswert lange Zeit der Förderung.  „Mit Hilfe der Dampffluttechnik in Kombination mit dem ebenfalls produktionssteigernden Verfahren der Horizontalbohrtechnik werden wir den Entölungsgrad der Emlichheimer Lagerstätte auf über 40 Prozent steigern“, erklärt Pünnel. Techniken dieser Art gewinnen bei der Förderung von Erdöl und Erdgas mehr und mehr an Bedeutung. Mit ihnen kann die Lebensdauer bestehender, älterer Ölfelder deutlich verlängert werden. Erdöl- und Erdgasfelder in Deutschland sind aufgrund der schwierigen geologischen Rahmenbedingungen nicht leicht zu erschließen.

Die Wintershall Holding GmbH mit Sitz in Kassel ist eine 100-prozentige Tochter der BASF in Ludwigshafen und seit mehr als 75 Jahren in der Suche und Förderung von Erdöl und Erdgas aktiv.

(Quelle: Wintershall, comcenture)

Eine Antwort zu “Emlichheim”

  1. Reinhard Markus said

    Da wollen wir dann mal hoffen, daß hier nicht wie beim Erdgas hochgiftige Zusatzstoffe beigemischt werden.

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