Haltbar

3. November 2010

Dass dieser Blog den Oldenburger L., der immer noch als Lingener Stadtbaurat fungiert, kritisch sieht, ist bekannt. Diese Kritik hat ihren Grund. Ganz aktuell veröffentlichte die Lokalzeitung LT am 15. Oktober 2010 ein Interview mit L. in dem es heißt:

Sie, werter Leser, werte Leserin, merken sich bitte diesen Satz:

„Nach wie vor liegen wir aber im ursprünglich kalkulierten Kostenrahmen.“

Und was soll man davon halten, wenn unsere Tageszeitung heute -03.11.2010- berichtet:

Teilen Sie meine Auffassung, dass Baurat Georg Lisiecki die Öffentlichkeit  belogen hat? Denn entweder liegt man im Kostenrahmen oder die Sanierung ist 750.000 Euro teurer. Ein Mann, der so redet wie L., ist nicht haltbar. Er hat sich endgültig diskreditiert. Dieter Krone, übernehmen Sie!

Bauernhöfe

3. November 2010

Montag Abend wurde im Kommunikationszentrum Surwold das Aktionsbündnis „Bauernhöfe statt Agrarfabriken“ offiziell gegründet. Vor knapp einem Monat hatten der NABU-Regionalverband Emsland/ Grafschaft Bentheim und der BUND-Kreisverband Emsland die Gründung eines lokalen Aktionsbündnisses gegen Massentiermast, vor allem gegen den ausufernden Bau von Hähnchenmastanlagen, angekündigt. Zu den Gründungsmitgliedern gehören neben den Organisatoren auch die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL),  Attac Emsland,  die Anwohnerinitiative Nordhümmling, die BI Hestrup gegen Mastställe, die BI gegen Hähnchenmast im Rheiderland, die Interessengemeinschaft Gesundes Leben e.V., die NABU-Gruppen Altkreis Lingen, Altkreis Meppen und Emsland Nord und die Biologische Schutzgemeinschaft Hunte-Weser-Ems (BSH). Das neue Bündnis heißt mit vollem Namen „Bauernhöfe statt Agrarfabriken Nord-West“ und ist die regionale Gruppe eines großen, bundesweiten Netzwerkes, das sich für eine artgerechte und nachhaltige Nutztierhaltung in bäuerlicher Landwirtschaft einsetzt.

Einzelpersonen oder Organisationen, die Mitglied des Aktionsbündnisses werden möchten, können sich formlos unter Angabe der Kontaktdaten (Adresse, E-Mail) melden beim NABU-Regionalverband Emsland / Grafschaft Bentheim, Haselünner Str. 15, 49716 Meppen, Tel.: 0 59 31- 40 99 630, E-Mail: NABU.EL-NOH@t-online.de oder beim BUND, Maria Feige-Osmers, Tel.: 0 59 31 – 32 49, E-Mail: Marfeigos@gmx.de. Die Mitgliedschaft ist kostenlos, Spenden sind willkommen. Weitere Informationen sind erhältlich unter www.nabu-emsland.de.

(Quellen: Ems-Vechte-Welle, Emsland-Aktuell)

Abschuss

3. November 2010

„Wir hatten lange nichts mehr von Uwe Schünemann. Der niedersächsische Innenminister, neben dem sogar Leute wie Wolfgang Bosbach oder Ronald Pofalla im Direktvergleich noch wie hochkompetente Intellektuelle aussehen. Der hat wieder zugeschlagen. Schünemann fordert Abschuss von Frachtflugzeugen.

Dem ist nichts hinzuzufügen.“  Nur dies.

(„Quelle“: fefes Blog)

Heinrich Riebesehl

3. November 2010

Heinrich Riebesehl, einer der bedeutendsten deutschen Fotografen der Nachkriegszeit, ist im Alter von 72 Jahren gestorben. Dies teilte das Sprengel Museum in Hannover mit, das das Archiv des Fotografen verwaltet. Der 1938 in Lathen im Emsland geborene Heinrich Riebesehl  hat mit seinem fotografischen Werk in den vergangenen 50 Jahren maßgeblich zu einer Erneuerung der Dokumentarfotografie in Deutschland beigetragen. Bekannt wurde er vor allem mit seiner Serie Agrarlandschaften: nüchterne, detailgenaue Schwarzweißfotografien von Getreidesilos, Bauernhöfen oder Rübenfeldern, in denen er den Blick auf die typischen Erscheinungsformen der norddeutschen Landschaft lenkt. Diese »lakonischen Fotografien einer lakonischen Gegend« (Peter Sager) bilden den Auftakt für seine intensive künstlerische Auseinandersetzung mit der norddeutschen Kulturlandschaft, für die der Fotograf mit dem Niedersächsischen Kunstpreis 2000 ausgezeichnet wurde. Spätestens seit den 1970er Jahren prägte Riebesehl die künstlerische Fotografie in Deutschland maßgeblich. Mit seinen Fotografien vor allem norddeutscher Kulturlandschaften schuf er dabei einen neuen «dokumentarischen Stil». Riebesehl starb bereits am Sonntag, 31. Oktober in Hannover.

Der gebürtige Emsländer studierte an der Folkwangschule für Gestaltung in Essen. Während dieser Zeit entstand die Serie «Lokomotiven» (1963-1965) und auch seine berühmt gewordene Fotografie von Joseph Beuys, die den Künstler 1964 bei einem Happening mit erhobenem Arm, blutender Nase und einem Kruzifix in der Hand zeigt. Riebesehl arbeitete zunächst auch als Fotojournalist, unter anderem in Hannover, wo 1969 seine Serie «Menschen im Fahrstuhl» entstand, die ihn auch international bekanntmachte. Mehr oder weniger versteckt hatte Riebesehl dafür seine Kollegen im Aufzug fotografiert.

Anfang der 1970er Jahre waren Riebesehls Bilder noch den Ideen eines «magischen Realismus» verhaftet, doch im Lauf der Jahre ging er dazu über, seine Objekte ohne fototechnische Manipulationen abzubilden und eine nüchterne, möglichst wirklichkeitsgetreue Form der Dokumentarfotografie zu entwickeln. Aus dieser Schaffensphase stammen die berühmt gewordenen Fotoserien «Agrarlandschaften» (1976-1979) und «Bahnlandschaften» (1979-1997).

1972 gründete Riebesehl mit anderen Fotografen in Hannover die «Spectrum Photogalerie», eine der ersten Fotogalerien in Europa, die später in das Sprengel Museum integriert wurde. Riebesehl lehrte auch als Fotografie-Professor in Hannover. Für sein Werk wurde er unter anderem mit dem Kodak-Fotobuchpreis, dem Sprengel Preis für Bildende Kunst und dem Niedersächsischen Kunstpreis ausgezeichnet.

Eine Anfang des Jahrzehnts  erschienene, längst vergriffene Monografie (Einband rechts, © Hatje Cantz Verlag ) gibt einen Überblick über Heinrich Riebesehls vielfältiges fotografisches Werk und sein konsequentes Arbeiten in Serien. 2004/5 widmeten das Sprengel Museum in Hannover und der Kunstverein Lingen dem gebürtigen Emsländer eine Werkschau.

 

Nachtrag: Mehr im Interview in der taz.