Leere Stühle

2. November 2010

865 Stunden nach der Lingener OB-Wahl haben heute Abend zwei lokale CDU-Spitzenvertreter die Konsequenzen aus der Wahlniederlage der CDU gezogen und sind zurückgetreten: CDU-Fraktionsvorsitzende Swenna Vennegerts und CDU-Stadtverbandschef Hermann Gebbeken. Die beiden trugen maßgeblichen Anteil an der Auswahl des in der OB-Stichwahl am 26. September unterlegenen CDU-Kandidaten Hans-Josef Leinweber (Geeste). Hermann Gebbeken jedenfalls will nun bei der Neuwahl des Lingener CDU-Vorstandes in vier Wochen nicht mehr antreten, Swenna Vennegerts hat bereits Montagabend „Schluss“ gesagt und dann heute Nachmittag in der Sitzung des Verwaltungsausschusses zwar nicht erklärt aber seltsam demonstrativ einen Meter abgerückt vom Beratungstisch in der zweiten Reihe gesessen. Jetzt wissen die Mitglieder Minderheitsfraktion auch, warum sie so „daneben“ saß…

Die für die erfolglose Personalentscheidung „Leinweber“ verantwortliche Findungskommission der Lingener CDU bestand allerdings aus insgesamt fünf CDU-Politikern: Neben den beiden jetzt Zurückgetretenen zählten dazu die stellvertretenden CDU-Stadtverbandsvorsitzenden  Heinz Tellmann (Laxten-Brockhausen), Petra Lübbers (Holthausen-Biene) und  Landtagsabgeordneter Heinz Rolfes, der auch CDU-Kreisvorsitzender ist. Im Hintergrund soll auch CDU-Landrat Hermann Bröring „Einfluss ausgeübt“ haben. Keiner dieser genannten Vier hat bislang Verantwortung übernommen.

„Wir wollen den Weg für neue Leute und andere Ideen freimachen. Die inhaltliche Diskussion der für die Stadt wichtigen Themen soll wieder im Vordergrund stehen.“ Mit diesen Worten begründete die zurück getretene Swenna Vennegerts  ihren Schritt und in einer Presseerklärung heißt es ehrlicher: „Nach der verlorenen Oberbürgermeisterwahl und der anschließenden intensiven Diskussion in Partei und Fraktion gab es vermehrt Forderungen nach sichtbaren Veränderungen der politischen Arbeit. Dazu gehören u.a. auch andere Köpfe in den Spitzenpositionen.“ Also doch: Keine neue inhaltliche Politik.

Statt dessen neue Köpfe  oder jedenfalls das, was die Lingener CDU dafür hält – wie schon bei der Wahl des neuen Ratsvorsitzenden Werner Hartke (Darme), dessen bloße Kandidatur für das Amt in der CDU-Fraktion dem Vernehmen nach ausreichte, um die 1. Bürgermeisterin Ursula Haar zum Verlassen der CDU-Sitzung zu veranlassen. Eigentlich wollte Ursula Haar Ratsvorsitzende werden und betrachtete wohl allein schon Hartkes Kandidatur als Affront. Man darf jedenfalls gespannt sein, wen es neben den mit den Polithufen trappelnden Reinhold Diekamp und Uwe Hilling sonst noch danach dürstet, sich mit neuem Gesicht an die Spitze der zurzeit orientierungslos wirkenden Ratsmehrheit  zu stellen…

Dann
traf heute um  17:04:51 MEZ sozusagen noch eine weitere Personalie per E-Mail ein. Am 10. November ist der letzte Arbeitstag von Rathaus-Pressesprecherin Gabriele Jahnke bei der Stadt. Sie verlässt nach 16 Jahren die Stadtverwaltung, 7 Jahre als Frauenbeauftragte und 9 Jahre als Pressereferentin und schreibt: „Teil meiner Zeit und Erfahrungen bei der Stadt Lingen war auch die Zusammenarbeit mit Ihnen. Dafür möchte ich mich auf diesem Weg herzlich bedanken und mit den besten Wünschen für die Zukunft verabschieden. Da ich weiterhin in Lingen wohne und lebe und auch diese Große Selbstständige Stadt letztlich nur ein Dorf ist, werden wir uns sicher bei der ein oder anderen Gelegenheit treffen und Zeit für einen kleinen Schnack haben. Darauf freue ich mich – und sage „Tschüss“ bis dahin!“
Soso, Gabi Jahnke, „letztlich nur ein Dorf“ – aber eins mit oberzentralen Teilfunktionen  😉

(Foto: Leere Stühle, © Benjamin Fritz, CC)

Dauert noch

2. November 2010

Lingen dauert noch, obwohl vor Jahresfrist die google-Kameras durch Lingen gefahren sein sollen. Doch sonst startet heute um 10.30 Uhr der Internetkonzern Google  sein seit 2008 vorbereitetes Angebot Street View in Deutschland – zunächst mit einer Testversion. Gezeigt werden öffentliche Plätze aus fünf Städten und zehn Bundesliga-Stadien. Und den Allgäuer Ort Oberstaufen sogar vollständig.

In München sind Königsplatz und Allianz Arenazu sehen. Außerdem werden Plätze aus Stuttgart (Schloss Solitude), Dresden (Theaterplatz), Hamburg (Köhlbrandbrücke) und Berlin (Siegessäule, Kanzleramt) online gestellt. Neben der Münchener Allianz Arena sind  auch die Bundesliga-Stadien in Hamburg (ehem. Volksparkstadion, Millerntorstadion),  Leverkusen, Hannover, Freiburg, Kaiserslautern, Köln, Dortmund und Gelsenkirchen bei Street View zu sehen. Wer sich einloggt, erhält 360-Grad-Ansichten und in den Fußballstadien sogar eine Perspektive vom Rasen auf die Tribüne.

Oberstaufen im Allgäu ist schon komplett zu sehen – auf besonderen Wunsch der Gemeinde. Denn sie hofft, damit mehr Touristen in den Ort zu locken.  Seit 2009 erste Bilder des Ortes bei Street View online gingen, übernachten in der Stadt 25 Prozent mehr Touristen als zuvor.

Knapp eine Viertelmillion Bundesbürger hatten Einspruch dagegen eingelegt, dass ihre Häuser in Google Street View zu sehen sein werden. Wie viele Personen in Lingen protestiert hatten, verrät Google nicht. Rechnet man die 240.000 Bundesbürger auf unsere Größenverhältnisse um, dürften sich ca 150 Lingener gegen die Darstellung ihres Anwesens ausgesprochen haben.

Frisch II

2. November 2010

Das nächste Treffen der BN ist am 3, November um 20 Uhr.
Bitte bei der Gelegenheit vormerken:
Kommunalwahlen am 11. September 2011