Hajo

19. September 2010

Heute morgen fand im Ratssitzungssaal eine kleine Feierstunde statt, zu der die Sozialdemokraten eingeladen hatten. Es galt, einen besonderen Mann und sein besonderes Jubiläum zu feiern. Hans-Joachim Wiedorn, der Chef der Sozialdemokraten im Stadtrat, war am 19. September 1985 zum Vorsitzenden der SPD-Fraktion im Lingener Rat gewählt worden. Damals habe ich einige zaudernde und zögernde Mitglieder der 13-köpfigen SPD-Fraktion mit dem Satz gewonnen, es sei „ja nur für nicht einmal zwei Jahre“. 25 Jahre liegt das nun zurück. Seither ist Hajo Wiedorn 10 mal wiedergewählt worden. Meist einstimmig.

Der SPD-Landtagsabgeordnete Gerd Will (Nordhorn) hielt die Laudatio und es folgte eine große Zahl von, bisweilen launigen Grußworten. Dann antwortete „Hajo“ Wiedorn in der ihm eigenen Art in der Feierstunde aus Anlass „25 Jahre Fraktionsvorsitz“. Gegenwärtig denkt der Mann aus dem Ortsteil Biene, der schon als kleiner Junge auf dem Schoß von Reichstagspräsident Paul Löbe saß, mit  dem seine Eltern gut bekannt waren, ob und wie es nach der Kommunalwahl am 11. September 2011 für ihn weitergehen wird. Da ist er sich noch nicht ganz sicher.

Ich habe heute morgen auf einen Wortbeitrag verzichtet, um nicht Gefahr zu laufen, meine Entscheidungen in diesem Sommer in den Mittelpunkt zu rücken, mit der Lingener SPD abzuschließen. Denn Hajo Wiedorn ist kluger politischer Kopf . Mit ihm habe ich immer bestens zusammengearbeitet. Das war blindes Vertrauen und einfach nur gut.

Heute ging es um ihn und seine große Leistung, die er für unsere Stadt erbracht hat. Natürlich auch dank seiner Ehefrau Inge, die ihn dabei unterstützte und das Engagement mittrug. Zwar plapperte auch heute wieder jemand, die Stadt sei so, wie sie ist, das Ergebnis der politischen Konstellation – und meinte damit die CDU. Aber ohne Hajo Wiedorn wäre sie eben deutlich anders, weil -nicht nur wegen der von ihm flankierten Gründung des Lingener Standorts der Fachhochschule- diese Stadt einfach weniger menschlich wäre. Es war Hajo Wiedorn, der hartnäckig und konsequent immer das Gemeinwesen in den Mittelpunkt rückte, wenn andere allzu oft nur schnellen persönlichen Gewinn ziehen wollten. Wie unterstrich einer der Gratulanten:

„Hajo, Du hast Dich um diese Stadt verdient gemacht!“

9 Antworten to “Hajo”

  1. ulrike said

    Hajo Wiedorn sollte nur als Person geehrt und seine Parteizugehörigkeit besser unerwähnt bleiben. Denn das hat mich beim Lesen der LT heute umgehauen, geahnt hatte ich es immer schon:

    a) Schonhoff (SPD) und Kemmer (Grüne) bekennen, dass es besser ist, keine Partei zu wählen, weil diese sich schlechter als Parteiunabhängige um Bürgerinteressen kümmern. Zitat:

    „Deswegen sprechen Schonhoff und Kemmer sich für eine an den Bürgern und nicht an den Parteivorstellungen orientierte Politik aus, die nach ihrer Meinung Dieter Krone als unabhängiger Kandidat am besten verkörpern könne.“

    b) Leinweber (CDU) kündigt erst für den zweiten Wahlgang an, was er für den ersten nicht für notwendig erachtete. Zitat:“Für die nächsten Tage solle es von Seiten des CDU-Kandidaten klare Aussagen und Positionen zu bestimmten stadtpolitischen Themen geben, kündigten die Christdemokraten an. Man wolle dem Bürger verdeutlichen, welche inhaltlichen Unterschiede und Schwerpunkte zwischen Leinweber und Krone (parteilos) lägen. „Ich möchte eindeutige Signale an alle Lingener senden, damit jeder weiß, wofür ich im Gegensatz zu meinem Gegenkandidaten stehe“, unterstrich Leinweber abschließend. “.Ich habe dieses Signal verstanden, als Wähler des ersten Wahldurchganges fühle ich mich nicht ernst genommen, auf volksdeutsch ver……

  2. Franz said

    Mein Glückwunsch an Hajo Wiedorn und einen Dank für seinen Einsatz! Manchmal hätte ich mir ein wenig mehr Distanz zum umarmenden früheren OB gewünscht.

    Dem Urteil von Ulrike stimme ich zu: selten haben Parteien so offenherzig eingestanden nur Partikularinteressen zu vertreten. Schonhoff tritt also für die SPD-Klientel und Kemmer für die Klientel der Grünen ein.Damit haben sie sich als Streiter für das Gemeinwohl als überflüssig erklärt. Es ist folgerichtig, dass sich die Bürger neu sammeln, um für das Gemeinsame und Richtige zu streiten.
    Herr Krone, halten Sie sich bitte von den Altparteien fern. Warum schließen Sie sich den Bürgernahen nicht an? Da sammeln sich kluge berufstätige Menschen, die nicht von sondern für die Politik leben wollen..

  3. Jürgen said

    25 Jahre unter Hajo.
    Das sieht und spürt man. Die SPD spielt in Lingen keine Rolle mehr. Mitgliederversammlungen können im Wohnzimmer abgehalten werden. Börgbern und Baccum haben die Faxen dick, sie bildeten einen eigenen SPD-Ortsverein.
    Ja, Hajo hat schon was geleistet.

    • Jochen S. said

      mein Beitrag von 23:32 Uhr war als Antwort an „Jürgen“ gedacht, jetzt steht sie leider darüber. Ändert aber nichts am Inhalt 😉

    • Sozialdemokrat said

      @Jürgen
      Es stimmt, die SPD hat in den letzten Jahren Federn gelassen. Aber daran trägt Hajo nicht die Alleinschuld. Da haben in der Vergangenheit leider auch noch andere (Ex-) Genossen ihren Teil dazu beigetragen. Aber z.Zt. haben wir eine gute Stimmung untereinander und die neuen Genossen/Innen bringen ein gutes Klima mit. Davon profitieren alle anderen auch. Zu Brögbern und Baccum: im Wahlkampf haben die 3 Ortsvereine sehr gut zusammengearbeitet. Die Störenfriede haben sich alle Gott sei Dank zurückgehalten oder sind z.T. gar nicht aufgetaucht. Das ist gut so; beweist es doch, dass wir sehr gut ohne sie auskommen. Die fehlende Unterstützung aus Richtung Bramsche ließ sich ebenfalls gut verkraften.
      Allein durch diesen OB-Wahlkampf sind die Genossinnen und Genossen, denen es um die Sache und nicht um persönliche Eitelkeiten und Machtspielchen ging, sehr eng zusammengerückt.

      Schade ist nur, dass unbewegliche Genossen durch ihr unsolidarisches Verhalten davon nichts mitkriegen. Es ist auch schwer, diesen Mitgliedern Neues zu vermitteln. Es gibt neue Mitglieder, die mit den alten (persönlichen) Geschichten und den damit verbundenen Querelen nichts zu tun haben und sich auch nicht von den ewigen Nörglern darauf reduzieren lassen.

      Wir schreiben das Jahr 2010. Die ewig Gestrigen werden wir nicht mehr ändern, – aber mit neuen, unverbrauchten Leuten lässt sich eine Menge bewegen. Sieh auch mal auf unsere Jusos.
      Die leisten eine vorbildliche Arbeit und bringen viel Positives rüber.

      Wenn auch du noch nicht ganz zum alten Eisen gehören willst, bewege dich mit. Mit deinen Kommentaren hier im Blog bewegst du leider nichts.

      Denk mal drüber nach!

  4. lingentheo said

    Ihr 3 vor mir habt das Thema verfehlt!

    Es geht diesmal nicht um´s Parteiengezänk sondern um die Würdigung einer verdienten Person für alle Lingener, wie gesagt, über Parteigrenzen hinweg.

    Schämt Euch alle 3!

  5. Jochen S. said

    naja, genauer muß es heißen: 25 Jahre SPD-Fraktion unter „Hajo“. 🙂

    An der Parteispitze (und somit mindestens in der Mithaftung) standen andere. Verflixt, mir fällt der Name nicht ein 😀

  6. […] kann’s gehen. Hajo Wiedorn (Foto re.), noch im letzten September salbungsvoll für 25 Jahre SPD-Fraktionsvorsitz gelobhudelt und einer der wenigen politisch denkenden Lingener Kommunalpolitiker, steht offenbar […]

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.