Fluchtwege

17. September 2010

„Offiziell gibt es keine Maststall-Krise im Landkreis Emsland, und auch kein Genehmigungsmoratorium. Folgerichtig kann das Treffen, das Landrat Hermann Bröring (CDU) mit den zuständigen Abteilungsleitern der Kreisverwaltung anberaumt hat, auch nicht Krisentreffen heißen. „Es gibt kein Krisentreffen“, sagt der Kreissprecher.

Gut, nennen wir’s also Statusgespräch, auch wenn das eher nach unbeholfener PR einer Regionalverwaltung klingt, die abwiegelt – vielleicht, weil eine Maststall-Krise leicht nach Krise des Emslandes klingt: Nirgends in Deutschland ist die Konzentration an Geflügelmastplätzen ähnlich hoch, fast 33 Millionen sind genehmigt, rund 250 Millionen Stück Schlachtvieh produzieren sie pro Jahr. Eine gewaltige Lobby – da scheut man…“

Weiter auf der Internetseite der taz-Nord (Hier der taz-Kommentar: „Es kommt drauf an, wie mans macht“)

Informativ ist für mich vor allem das „Fluchthilfethema“ in der taz-Veröffentlichung: „Bauliche Anlagen müssen so angeordnet sein“, heißt es nämlich in der Niedersächsischen Bauordnung, „dass bei einem Brand die Rettung von Menschen und Tieren sowie wirksame Löscharbeiten möglich sind“. Das gilt immer, denn zu § 20 NBauO gibt es  „keine Ausnahmetatbestände, die auf Mastställe anwendbar wären“, erläuterte gegenüber der taz der Berliner Verwaltungsrechtler Peter Kremer.

Fluchtmöglichkeiten für die Tiere fehlen aber in allen(!)  genehmigten Massentierställen – im Emsland allgemein und in Lingen mit seiner eigenen Baubehörde im Besonderen. Im Landkreis des Hermann Bröring war das bisher niemandem aufgefallen, in Lingen genauso wenig. In unserer Stadt ist dafür Stadtbaurat L. zuständig, und dem Oldenburger fällt bekanntlich ohnehin nichts auf. Sonst hätte er bemerkt, dass wahrscheinlich alle Baugenehmigungen der letzten Jahre für Mastställe dem § 20 NBauO widersprechen und damit rechtswidrig sind.

6 Antworten to “Fluchtwege”

  1. Alan Shore said

    Da möchte man zum Vegetarier werden…

    • … ist die sowieso gute Alternative!!!
      Sehr wichtig ist es natürlich, den (MÖGLICHST
      BESCHEIDEN ZU HALTENDEN) Bedarf an Fleisch und tierischen Produkten allgemein beim Biobauern oder Naturkostladen z.B.KORNBLUME,Schlachterstrasse
      (fürchterlicher Straßenname)zu erwerben.
      Je weniger Billigfleisch-und andere tierische Produkte aus dem Kühlregal im Supermarkt gekauft werden, desto mehr steuern wir der Überproduktion
      entgegen. Klasse statt Masse!!!

      • Frank O. said

        …nur ist es leider nicht für jeden bezahlbar.
        Daher mein Vorschlag an die BürgerNahen:
        Schrebergarten-Projekte für Alg II Empfänger und arme Rentner.
        Zurück zur Natur!

  2. ulrike said

    Wow,tatsächlich rechtswidrig.Das wäre eine Sache.Dann legen Sie mal los,Herr Koop.Nur nebenbei,Politiker müssen für den Schaden,Stuß,Nonsens etc den sie anrichten, nicht haften.

  3. Ich glaube, es ist -Hermann, hin oder her, eher (und mal wieder) ein Problem der Exekutive – also des öffentlichen Dienstes. Sie wissen ja: Oft geschlossen und von dienen ist schon längst nicht mehr die Rede. 😉

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