depub.org

15. September 2010

Seit Jahren tobt ein regelrechter Krieg um die Macht im Internet. Die privaten Verlage wollen wachsen, die öffentlich-rechtlichen sollen schrumpfen. Die Union setzte sich einmal mehr gegenüber der SPD durch, nachdem sie den Bestand des öffentlich-rechtlichen Rundfunks insgesamt zur Diskussion gestellt hatte. Die Verleger, vor allem die Regionalpresse, danken es mit konservativer Berichterstattung

Für ihre Texte oder Videos im Internet müssen ARD, ZDF und ihre öffentlich-rechtlichen Kollegen jetzt aufgrund des 12. Rundfunkstaatsvertrags nämlich ein Verfallsdatum bestimmen: Abhängig vom Thema dürfen die Inhalte meist sieben Tage, ein halbes  Jahr oder 12 Monate im Netz bleiben. Danach wird automatisch „depubliziert“:  Alles geht wieder offline. Auch die Themen, die aktuell brisant sind, wie die Atomkraft. Wie lange dürfen die alten Meiler am Netz bleiben? Wann gelingt der Ausstieg? Schon im Kanzlerduell  vor einem Jahr wurde darüber gestritten. Ein spannender Konflikt, aber eben zu alt für das Onlineangebot von ARD und ZDF. Mehr hier bei ZAPP (schnell gucken, bevor auch dies gelöscht werden muss!).

Das Netz hat jetzt eine erste Antwort. Ab sofort steht unter http://depub.org/tagesschau/ jedenfalls das vor kurzem geleakte Archiv von tagesschau.de als Online-Version zur Verfügung. Enthalten sind rund 200.000 Meldungen aus den letzten 10 Jahren tagesschau.de.

Durch die Veröffentlichung versuchen die Initiatoren die Artikel vor dem Verschwinden aus dem Netz zu bewahren. Weitere Informationen, warum überhaupt die Artikel von tagesschau.de gelöscht werden mussten, finden sich hier und hier.  Jetzt also wird das Depublizierte wieder republiziert. Eine gute, eine  republikanische Reaktion.

Der NDR hat schon angekündigt, mit allen juristischen Mitteln dagegen vorzugehen wegen des Urheberrechts. Ach Gott, ja. Aber wer hinter Depub.org steht, ist jedenfalls unklar. Der Server steht im Ausland; der Domain-Inhaber depub.org ist nicht ohne Weiteres zu identifizieren. Die Aktivisten von Depub.org haben also vorgesorgt – und erschweren die erneuten Löschversuche durch den NDR.

Potenzial

15. September 2010

Michael Rensing (Foto mit Fan) sollte beim FC Bayern München Nachfolger von Oliver Kahn werden und wollte eine Ära prägen. Mittlerweile ist der 26-Jährige allerdings arbeitslos. Die Geschichte eines Absturzes.

Der Unterschied ist gewaltig. Die einen spielen in der Bezirksliga Weser/Ems, die anderen in Bundesliga und Champions League. Und dennoch hat der TuS Lingen ein ganz besonderes Verhältnis zum großen FC Bayern. Innerhalb von zwei Jahren schafften zwei Torhüter der Niedersachsen den Sprung nach München zum deutschen Rekordmeister.

Ähnlich Außergewöhnliches hat wohl kein anderer Amateurklub vorzuweisen. Noch extraordinärer wird die Geschichte allerdings, wenn man sieht, was aus den Keepern nach ihrem Wechsel zum FC Bayern wurde.

Beiden wurde großes Potenzial bescheinigt. Beide schafften den Sprung in die erste Mannschaft der Münchner. Für beide war dort aber kein Vorbeikommen an Stammkeeper Oliver Kahn. Während einer von beiden sein Glück schließlich bei einem anderen Klub versuchte, wartete der andere auf seine Chance als Nummer eins – der einzige Unterschied zwischen beiden. Heute sind Stefan Wessels und Michael Rensing arbeitslos. Beide….

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Nachtrag vom 28.09.2010

(Foto: gap089, creative commons)