Abgestürzt

12. September 2010

Niemand hätte es sich vor einem halben Jahr träumen lassen, dass  die Lingener und Lingenerinnen in diesem September einen neuen Oberbürgermeister wählen. Und wenn jemand vorher prophezeit hätte, es werde nicht der CDU-Kandidat im ersten Wahlgang gewählt, hätten alle abgewinkt. Jetzt ist Hans-Josef Leinweber -wie der städtische Internetauftritt heute-  abgestürzt und es bleibt ihm wohl nur noch Geeste.

Das Undenkbare ist seit heute Realität. Der CDU-Erbhof Lingen ist keiner mehr. Mit einem schwachen CDU-Kandidaten in Zeiten einer bundesweit schwachen CDU ist das Unmögliche plötzlich greifbar nah. Natürlich gilt es erst noch die Stichwahl zu bestehen. Aber das ist möglich.

Also machen wir’s den Bayern nach. Schaffen wir die absolute Mehrheit der Union ab und damit ihren Beziehungsfilz: Das „System CDU Lingen“. Diese klebrige „Wir schenken Dir auch was vom großen Kuchen“ – ein günstiges Grundstück, einen speziellen Auftrag oder viel Geld. Damit kann, muss und wird jetzt Schluss sein. Oder, Jens Beeck?

CDU-Mann Leinweber darf also in Geeste bleiben. Das ist für unsere Stadt eine weitere gute  Nachricht dieses 12. September. Leinweber mag ein honoriger Mann sein, aber man konnte sich ihn nicht vorstellen als neuen Lingener OB 2010 bis 2018.  Sein Wahlkampf war eine Pflichtveranstaltung, keine mitreißende, überzeugende Sache. Deshalb: Dieter Krone kann neuer Lingener Oberbürgermeister werden. Und er soll es auch.

Indes: Die unterlegenen Kandidaten Jens Beeck und Sabine Stüting -mit ihren aus dem Stand geholten  7,2 %-   werden weder einen Blankoscheck ausstellen noch dürfen sie es. Denn es ist genug mit den salbungsvollen Sätzen und hohlen Phrasen des Wahlkampfes, in dem Dieter Krone niemand wehtun wollte: Eine moderne Politik für Lingen ist gefordert. Darauf soll und wird man sich inhaltlich verständigen. Hoffe und fordere  ich.

24 Antworten to “Abgestürzt”

  1. Elefantosque said

    Warst du nicht vor 5 Minuten noch für Stüting?

  2. Thomas said

    Dem muss ich heftig widersprechen.
    Der Preis fuer strategische Fehler (5 Oppositionskandidaten/innen) ist, dass Leinweber OB werden wird.
    Nur mit Jens Beeck wäre das zu verhindern gewesen.

    • Fehler!
      Es ist mit Jens Beeck zu verhindern.

      • Thomas said

        Schön wäre es, aber von Leinweber enttäuschte CDU-Sympathisanten, die ueberwiegend Jens Beeck gewählt haben, kann man nicht automatisch auf Krone umstimmen. So läuft das leider nicht.

      • Thomas Adolf said

        Ich würde nicht unbedingt sagen, dass die Wahlbeteiligung bei einer Stichwahl unter der ersten liegt, denn ich gehöre auch zu den Exemplaren, die am Anfang etwas unentschlossen waren. (Wie wahrscheinlich viele/die meisten Lingener, was auch durchaus dazu geführt haben kann, dass viele zu Hause geblieben sind / wenn man die CDU Wähler rausnimmt, die wegen der Kandidatenwahl der CDU sowiso zu Hause geblieben sind)

        Wo man jetzt das Kreuzchen macht (und mit wem man sich identifiziert) war teilweise etwas schwierig, weil die Kandidaten eindeutige Plus- und Minus-Punkte hatten, wo man abwägen mußte, was für einen wichtig ist.

        Wir haben jetzt zwei Kandidaten zur Auswahl, was die Entscheidung einfacher macht, ich sehe es eigentlich so: Beide Kandidaten können jetzt über die Mobilisierung ihrer Anhänger und von in der ersten Wahl Unentschlossenen noch einiges wettmachen, weil dass Feld jetzt übersichtlich ist sowie die elektoralen Stärken ersichtlich sind (wie viele haben sich bei der Stärke der einzelnen Kandidaten verschätzt, mich eingeschlossen…. :).

  3. @Elefantosque
    Ja, genau! Zwar nicht vor 5 Minuten, aber bis heute 18 Uhr und auch weiterhin. Politik, auch Kommunalpolitik ist aber kein Wunschkonzert. Es geht darum, das zu verwirklichen, was machbar ist. Und das ist Dieter Krone. Oder soll ich auf die Tribüne und mir das Spiel zwischen L und K ansehen?

  4. Thomas said

    Aber, will man OB einer Stadtverwaltung sein, deren Server am Wahltag eine 0-Nummer ist?

  5. Tobias said

    Koop muss die Wahlschlappe für Stüting erst noch verarbeiten.

    Willkommen in der Realität, Robert!

    • Heukampstannener said

      Tobias,

      Wahlschlappe? Realität?? Welche Ergebnissse haben Sie denn gelesen? Ich habe 7,20% gelesen. Von 0 aud 7,2% in einer Stadt, in der die klassischen Lager besetzt sind! Das ist keine Schlappe, das ist ein unheimlicher Erfolg. Und DAS ist die Realität.

      Gewahlschlappt wurde doch wohl ganz woanders.
      Betrachtet man diese Wahl als Generalprobe der BN und als allgemeines Stimungsbarometer für die kommende Kommunalwahl, freue ich mich auf eine frische Politik in Lingen!

      • Tobias said

        Das Ergebnis der CDU ist denke ich kaum schön zu reden. – Nun kommt es auf die Stichwahl an.

        Aber 7% ist doch sehr wenig, angesichts der Erwartungen, die hier so gepriesen wurde (s. Beiträge hier im Blog!)

        Grüße

      • Frank O. said

        Laut Herrn Leinweber liegt das nur an der geringen Wahlbeteiligung und an der Anzahl der Kanidaten.
        Herr Fenslage hat überigens Geschmack an der Politik gefunden und möchte zur nächsten Komunalwahl eine eigene Partei gründen.

    • Alan Shore said

      Also, ich habe 39% für die CDU gelesen. 😉

      Wo war denn heute der Fahnenaufmarsch der JU?

      • Nirgends natürlich. Aber ein JU-Mitglied hat sich mit einem Blumenstrauß bei Sabine Stüting entschuldigt. Das fand ich sehr ok, weil es keineswegs selbstverständlich ist.
        Bei der Gelegenheit: Ein Dankeschön für 8560 Besucher am gestrigen Sonntag.

  6. teobald tiger said

    Der hohe Stimmenanteil für Herrn Beeck ist Ausdruck der nackten Verzweiflung der WählerInnen angesichts des Kandidaten-Angebots. Die Botschaft lautet:
    Man möchte den Wechsel, aber bitte mit Kompetenz. Hier liegt die Chance für ein breites Oppositionsbündnis in den nächsten 14-Tagen.
    Es muss unbedingt zu einem direkten „Duell“ zwischen den beiden verbliebenen Kandidaten kommen.Der realsatirische Unterhaltungswert dürfte die Wahl entscheiden (Schmunzel).

    Ich freue mich drauf,

    Ihr Theobald Tiger

  7. Thomas said

    Ob die CDU noch genug Geld für Kinokarten hat? 😉

  8. Hans Peters said

    Die Frage ist falsch gestellt. Hat sie noch genügend Geld für die FDP? Wenn Jens Beeck die CDU-Karte zieht, ist für mich alles klar.

  9. Jochen S. said

    zur Not gibts Public Viewing, ist günstiger. 😀

    zu Jens B.:

    kommt darauf an, was man ihm bietet (politisch natürlich). Da hat das nichtschwarze Lager leider wenig feines Fressi ím Angebot.

    Das Ganze wird wie immer wortreich begründet, bis nichtmal RK ihn auf irgendwas festnageln kann. Und schon ist die Suppe gelöffelt. Mahlzeit! 🙂

  10. Hans said

    Meine Analyse.

    Wenn die BN 2011 auch 7% holt, wäre das ein Erfolg. Man darf nicht vergessen, wer hinter Krone (SPD/Grüne) & Beeck (FDP) stand. Und damit auch entsprechende Stammwähler und Gelder.

    27% für Krone ist zwar schön -er ist die Nr2- aber es hätten auch gerne 5-10% mehr sein dürfen. Kein wirkliches Zeichen für Stärke, weil eben 2 Parteien hinter ihm standen. Teilt man die 27% auf wird es deutlich, wie wenig Stimmen es sind.

    Bei Beecks 24% sind natürlich die meisten Stimmen der ehemaligen CDU Wähler gelandet. Und die werden jetzt auch teilweise zurückgehen.

    Entscheidend ist, was Beeck jetzt öffentlich sagt/macht.

  11. Steffen said

    Man stelle sich nur vor, was für ein Ergebnis es bei einem Bündnis wie in 2000 gegeben hätte….

    Schade, schade, schade…….

  12. Stefan said

    Hallo,

    heute Morgen lese ich den Kommentar von Heinz Rolfes, CDU-Kreisvorsitzender: „Wir müssen den Wähler jetzt klarmachen, wie wichtig es ist, die erfolgreiche CDU-Politik mit Hans-Josef Leinweber fortzusetzen“.

    Welche erfolgreiche Politik? 7 Bürgerinitiativen, eine neue Wählervereinigung, Wahlbeteiligung unter 50 Prozent und die CDU-Repräsentanten sprechen von erfolgreicher Politik. Sicherlich war nicht, oder ist alles schlecht – aber es ist doch deutlich erkennbar, dass die „erfolgreiche CDU-Politik“ NICHT den Vorstellungen der meisten Lingener Bürgerinnen und Bürger entspricht. 60 Prozent der Wähler haben sich gegen diese erfolgreiche Politik ausgesprochen. Und die fast 55 Prozent der Nichtwähler? Waren diese mit der „erfolgreichen CDU-Politik“ einverstanden?

    Heinz Rolfes hat mit dieser Aussage mal wieder bewiesen, wie die CDU den Kontakt zum Bürger verloren hat und ausschließlich in ihrer heilen „Scheinwelt“ und der bisher immer sicher geglaubten absoluten Mehrheit lebt. Ich hatte gehofft, dass zumindest jetzt die CDU umdenkt und auf den Bürger zugeht.

    Mein Rat: erst einmal den Hochmut und die Arroganz ablegen und Bürgernähe beweisen.

    JETZT muss die Opposition gemeinsam Ihre Chance nutzen, in Lingen den dringend notwendigen Politikwandel durchzusetzen und wieder Bürgernähe zu beweisen.

    Ich widerspreche Heinz Rolfes: SO kann es NICHT weitergehen!

  13. Jörn Laue-Weltring said

    Alle Kandidaten zusammen haben es nicht vermocht mehr als die Hälfte der Bürger/innen in die Wahlkabinen zu locken. Bliebe es auch im zweiten Wahlgang bei dieser Wahlbeteiligung und fiele das Ergebnis auch noch recht knapp aus, so wäre der neue OB nur von einem Viertel der Wähler gewählt, bzw. hätte 3/4 nicht überzeugt. Nur ein Narr kann glauben, dies hätte keine Auswirkungen auf die Zukunft der Stadt.
    Was fehlt? Klare Bekenntnisse, klare Perspektiven, ehrliches Hinweisen auf „notwendige“ Einschnitte und ebenso „notwendige“ Nicht-Kürzungsfelder.
    Und was fehlt noch? Es fehlen die Auftritte, die zeigen: Ich will nicht nur – ich kann es auch!
    Eine Wahlbeteiligung unter 50 % wäre für jeden Sieger dieser Stichwahl ein heftiges Packet. Daher sollten sich auch die „Unterlegenen“ nicht mit „Wahlempfehlungen“ aus dem Wahlkampf zurück ziehen. Diese Stadt braucht einen starken, von vielen gewählten Bürgermeister.

    • lingentheo said

      …rechnen kann er auch nicht. Setzen: 6 – selbst vor 4 Jahren umgerechnet nur rd. 7,5 % der Wahlbererchtigten bei der Samtgemeinde-Bürgermeisterwahl in Freren für die SPD geholt und jetzt mit schlauen Sprüchen kommen.

      Merke: Bei einer Wahlbeteiligung von 45,64 % sind auf Leinweber 39,19 % der Stimmen entfallen. Bei gleichem Wahlverhalten in der Stichwahl stünden effektiv nur 15,64 % (45,64 % von 39,19)der Bevölkerung hinter Leinweber!

  14. Thomas Adolf said

    sehe ich genauso wie Jörn Laue-Weltring, auch dass man dieses Ergebniss als „historisch“ einstufen kann, denn tatsächlich hat sich die Ratsmehrheitsfraktion am Sonntag FAST HALBIERT nach tatsächlichen Stimmen…..

  15. Dieter Herrmann said

    Von lingen.de:

    Dr. Ralf Büring, Erster Stadtrat, sagte: „Wir bedauern die Schwierigkeiten, die es gegeben hat.“ Bis zur Stichwahl am 26. September werde sichergestellt, dass die Internetseite auch einem so großen Ansturm standhält.

    Spekuliert der jetzt auf abgeflautes Interesse, oder wird da jetzt wirklich in Technik (in welcher Form auch immer) investiert?

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