Fazit

7. September 2010

Die heutige OB-Kandidaten-Diskussion hat nur teilweise das gehalten, was von ihr erwartet worden war. Das lag daran, dass beide Moderatoren Jürgen Blohm (VHS) und Thomas Pertz (LT) ihren Job nicht gemacht haben. Sie haben nicht eingegriffen, wenn die fünf Männer auf dem Podium wieder ihr Gerede begannen. Sie haben sie reden lassen, nicht nachgefragt, nicht unterbrochen, wenn einmal mehr nur Allgemeinplätze zu hören waren. Wie es anders geht, hatten vor Wochenfrist die beiden Emsvechtewelle-Moderatoren

Auch dies hätten sie unterbinden oder jedenfalls offen legen müssen: CDU-Kandidat Leinweber las seine Statements zu einem Großteil vom Blatt ab. Man hatte ihm oder er hatte sich -wohl als Reaktion auf sein Gestammel vor einer Woche im Lookentor- die wesentliche Aussagen aufgeschrieben. Er las vom Zettel ab. Unter den Augen des klugen Ersten Stadtrats Büring, der die Diskussion die ganzen zwei Stunden lang stehend neben dem Podium verfolgte (Foto).

Fünf Tage vor der OB-Wahl sind -aller salbungsvollen Worte und Phrasen zum Trotz- die Unterschiede der Kandidaten längst klar und deutlich. Ich beschreibe sie so:

Die CDU präsentiert mit Hans-Josef Leinweber alles andere als einen guten Mann. Er ist Beamter und das zeigt auch sein wenig souveränes Auftreten. Man kann sich nicht vorstellen, dass er unsere Stadt führt, dass er Ziele aufzeigt und Vorstellungen entwickelt, wie und wohin es gehen soll. Er liest ab. Das sagt alles. Er als OB und Stadtbaurat L. im Amt – keine schöne Vorstellung.

Jens Beeck findet ausnahmslos alles richtig, spricht  von „Entscheidungen“, die „wir“ getroffen haben. Wie ein Fußballer, der seit 19 Jahren nur auf der Tribüne sitzt, aber so tut, als sei er aufm Platz. Er hat in den 19 Jahren nur geredet, gestaltet hat die CDU. An anderer Stelle habe ich schon gelesen, dass er nach seinen Aussagen der wahre CDU-Kandidat sei – allerdings ohne soziale Bezüge, kapitalorieniert und bürgerfern, weil er alles besser zu wissen vorgibt.

Dieter Krone war heute zweifellos stärker als in den letzten Wochen. Er hat auch fast am meisten geredet. Auch seine Positionen sind aber konservativ, was seine rot-grünen Unterstützer verdrängen. Ich fürchte, sie würden bei einer Wahl Krones schnell erschrocken aufwachen. Denn schon eine leidlich organisierte CDU-Ratsmehrheit würde ihn einfangen und einbinden, hat er doch keine soziale oder ökologische Vita aufzuweisen. Deshalb würde er nur einen Winter lang tanzen und sich dann von früheren (ehrenamtlichen) OBs wie Ulla Ramelow oder Hans Klukkert schnell nicht mehr unterscheiden. Ich fürchte, er ist ein großer rot-grüner Irrtum.

Die auch bei der heutigen Diskussion überforderten Jörg Küster und Wilfried Fenslage haben keine Chancen. Küster, den die Muse in den 1990er Jahren küsste und der flotte Musik machte, ist heute so unendlich verkniffen, wie ich mir einen OB nicht vorstellen mag. Und Wilfried Fenslage ist als Versicherungsmakler zweifellos besser aufgehoben.

Keine Frage, dass ich für Sabine Stüting werbe; denn ich bin von ihr überzeugt, nicht nur weil sie -sorry, Jungs!- die höchste Intelligenz aller Bewerber hat. Ungeschminkt ehrlich ist schon ihr Wahlplakatfoto – im Gegensatz zu den photoshop-bearbeiteten Männerbildern.
Vor allem inhaltlich überzeugt sie mit einer nach vorn gerichteten Politik: Sparen in der Verwaltung wegen der Haushaltsmisere hat sie (als erste) gefordert, die Wiederaufforstung in Altenlingen, ihr Einsatz für Frauen und Betreuungsgarantie für Kinder ab 1, etwas das die männliche Konkurrenz nicht ein Mal verbalisiert hat, ihre Bereitschaft, den demografischen Wandel als etwas zu begreifen, das zum Gestalten zwingt (und nicht zu neuen Baugebieten in Baccum oder sonstwo, Dieter Krone!).  Sie präsentiert ein modernes Programm. Heute Abend erhielt ich nach der Diskussion eine cc-E-Mail an Sabine Stüting, die ich an dieser Stelle ausschnittsweise zitiere, weil sie meine Meinung wiedergibt:

Liebe Sabine,
wir möchten Ihnen zu Ihrem Auftritt in Halle IV sehr herzlich gratulieren. Sie waren offen und darum auch glaubwürdig, klar in der Argumentation und der Begründung Ihrer Aussagen und die Aussagen waren vernünftig, d.h. unideologisch, plausibel und überzeugend….

So isses. Sabine Stüting wird Lingen führen, nicht verwalten. Fürs Verwalten hat sie hoch qualifizierte Verwaltungsbeamte. Sie wird sich nicht vereinnahmen lassen.

19 Antworten to “Fazit”

  1. kib said

    Jens Beeck war der mit (weitem) Abstand souveränste Kandidat. Rhetorisch brillant, er lieferte Fakten und spielte seine langjährige Ratszugehörigkeit hervorragend aus.
    Auf mich wirkte er wie ein gut vorbereitetet Jurist in einer Verhandlung, die ihm nicht übermäßig viel abverlangte (entsprechend war seine Körperhaltung – angespannt sieht anders aus).
    Frau Stüting war ebenfalls gut vorbereitet. Für ihren „ersten großen“ Auftritt hat sie sich sehr gut geschlagen und ist ihrer bisherigen Linie treu geblieben.
    Herr Krone lieferte mir persönlich viel zu wenige Inhalte.
    Herr Leinweber mag ja in Dalum sehr angesehen sein (oder auch nicht?). Überzeugt hat er erneut nicht (vielleicht diejenigen, die ihn definitiv nun nicht wählen werden). Trotzdem hatte er heute auch seine „Sternstunde“, die in den passgenauen Steinvorlagen der Herren Fenslage und Küster begründet waren.
    An beide gleich lautend mein Fazit:
    Was Sie heute den ca. 800 Zuhörern geboten haben war eine bodenlose Frechheit. Nachdem H. Küster unverblümt schilderte, auf Bundes- und Kommunalebene gescheitert zu sein, versucht er es nun auf Kommunal Ebene. Sein politisches Programm für die OB-Kandidatur gleicht den „Hippie Statuten einer Aussteigerkommune auf Gomera“: Es gibt Gesetze , auch für Herrn Küster, musste er darauf zum wiederholten Mal hingewiesen werden u.a. heute von H. Leinweber)? Dass dieser Kandidat offensichtlich keine juristische Beratung hat (oder evtl. diesbezüglich beratungsresistent zu sein scheint) ist eine Sache, seine aggressive Attitüde hinsichtlich der Reaktionen (der Lacher) von 800 Zuhörern rückt ihn aber in sehr weiter Ferne zu er „Bürgernähe“, die sich mittlerweile fast alle Kandidaten (bis auf J.B.) auf die Fahne schreiben.
    W.F. und F.J. K. mögen die Begriffe Bürgernähe und Politikverdrossenheit bitte aus ihrem Vokabular streichen. Nach einem langen und anstrengenden Arbeitstag empfand ich deren Beiträge heute als Zumutung (ohne den z. Z. Arbeitssuchenden FJK diskriminieren zu wollen: Für einen gelernten Bankkaufmann, der den Kapitalismus verflucht sicherlich eine „Herausforderung“ )

    • Alan Shore said

      Jens Beeck mag Ahnung haben, aber was er da gestern abgeliefert hat war an Doppelmoral nicht zu überbieten: Er war für die Abholzung des Altenlingener Forstes, er war für die Emslandarena und versuchte sich gestern in langatmigen Statements, bei denen nach ca. 30 Sekunden niemand mehr zuhört, von diesen Projekten zu distanzieren: „Alle anderen sind schuld, ich nicht!“
      Dazu kommen noch ein paar selbstironische Witzchen und schon hat man alle Zuhörer eingelullt. Auch zu den Einsparungen bei den Grünflächen: Wo will er da sparen? Bei den Arbeitern etwa? So was kann man nicht sozial nennen, sondern neoliberal, auch wenn er seine Partei nicht auf die Wahlplakate druckt, er bleibt in der FDP!

      Interessant war übrigens auch, wie Leinweber sich von der CDU distanzierte: Er kandidiert jetzt unterstützt durch die CDU, nicht dafür. Aber auf dem Wahlzettel steht er ganz oben. Das ist an Lächerlichkeit nicht mehr zu überbieten und war eine ganz erbärmliche Argumentation, um Dieter Krone anzugreifen.

    • Jürgen said

      @kib,
      ich teile Ihre Auffassung. Was die Herren Küster und Fenslage von sich gegeben haben, war für uns Zuhörer/innen eine bodenlose Frechheit. Linkes dummes Geschwafel kombiniert mit Nichtwissen und eine grenzenlose Selbstüberschätzung.

    • Küster said

      Dramatisch nur, dass Herr Leinweber die NGO nicht kennt!

  2. Jochen S. said

    Sie schreiben über Krone:

    „Denn schon eine leidlich organisierte CDU-Ratsmehrheit würde ihn einfangen und einbinden, hat er doch keine soziale oder ökologische Vita aufzuweisen.“

    —-

    Abgesehen von der Frage, inwieweit eine vorhandene soziale und ökologische Vita (welche die von ihnen propagierte Kandidatin selbstredend via Beruf und Aktivität in der BI Schepsdorf hat, ist ja klar) gegen eine Vereinnahmung durch die Ratsmehrheit immunisiert, beantworten Sie mir doch bitte einmal die Frage, wie ein(e) OB, welche(r) nicht durch die Ratsmehrheit unterstützt wird, in Lingen etwas bewegen will.

    Nehmen wir mal den worst case (nach Leinweber 😀 ) an:

    „Sabine“, Beeck oder Krone gewinnen. Haben vielleicht sogar gute Ideen und wollen diese nun umsetzen.

    Der Rat stellt ich quer. Und nun?

    Und kommen Sie mir bitte nicht mit Grundsatzquark wie „Demokratie leben“ und „Bürgerwille“ etc.

    Fakt ist, der Rat ist mehrheitlich schwarz. Und gegen den Rat kann kein OB (egal welche Farbe außer schwarz) regieren.

    Auf Ihre (ausnahmsweise mal konkrete) Antwort warte ich gerne. N8

    • Lesen hilft (Grundsatzquark). Noch einmal: Ich sage voraus, dass DK nicht das Standing hat und von der CDU eingebunden werden wird. Nun, wir werden diesen Praxistest nicht machen müssen. 😉

      Dass es geht, zeigt beispielsweise Vechta, wo der dortige (SPD-)Bürgermeister eine moderne Politik macht und die CDU-Ratsmehrheit ihn nicht hindert.

      Die Lingener CDU-Ratsfraktion muss und kann mit guten Argumenten überzeugt werden. Das habe ich vielfach erlebt, allerdings oft erst zwei, drei Jahre später, wenn SPD-Vorschläge, die die Union zunächst abgelehnt hatte, dann als „alte Idee von Heinz Rolfes“ wieder auftauchten. Überzeugen geht auch deshalb, weil die Union intern längst nicht so homogen ist, wie sie im Rat wirkt. Und wenn sie sich guten Vorschlägen verschließt und sich quer stellt, stellt sie sich eben quer. Dann kommt dieses Projekt eben nicht oder erst später.

      Außerdem läuft das allermeiste an Rathauspolitik unterhalb der Ratsebene. Eine mutige Oberbürgermeisterin kann den schwarzen Filz aufbrechen. Jemand, der vor allem nur den Stil der Politik ändern will, kann das im Zweifel nicht so. Vielleicht verschwenden Sie mal darauf einen Gedanken.

      Ach ja: 2011 – in genau einem Jahr – wird ein neuer Stadtrat gewählt. Da wird sich das mit der schwarzen Mehrheit dann auch ändern.

  3. Frank O. said

    mal so am Rande…

    Wahlbüro am Donnerstag bis 19.00 Uhr geöffnet

    Das Wahlbüro im Rathaus der Stadt Lingen ist am Donnerstag, 9. September, bis 19 Uhr geöffnet. So haben alle Bürger der Stadt Lingen auch kurzfristig noch die Möglichkeit an der Briefwahl teilzunehmen und ihren Stimmzettel zur Wahl des Oberbürgermeisters vor Ort auszufüllen.

    Wahlberechtigt sind alle Deutschen und alle Staatsbürger eines anderen Mitgliedstaates der Europäischen Union, die drei Monate vor dem Wahltag ihren Wohnsitz in der Stadt Lingen haben und am Wahltag das 16. Lebensjahr vollendet haben.

    Quelle:www.lingen.de

  4. otto h said

    DAS Ereignis des Jahres. Gestern, Halle 4, proppenvoll, 6 Kandidaten (wie sich schnell herausstellte eigentlich nur 4) und 2 Moderatoren, die eigentlich keine waren. Moderation in eigentlichen Sinne fand wirklich nicht statt. Schnell war klar, neben dem Kandidaten der Linken und dem Versicherungsfritzen gehörten auch diese beiden „Moderatoren“ eigentlich nicht aufs Podium.

    Es war hochinteressant, wie sich die Kandidaten verkauften.

    Als zunächst einmal Überraschung des Abends: Kandidat Leineweber. Er stotterte nicht, ganze Sätze, verständlich vorgetragen. Seine Freunde hatten offenbar auch fleißig die Blogs gelesen, denn das eine oder andere war bei der CDU offensichtlich hängen geblieben. Und nicht zuletzt Leinewebers fast leidenschaftlich vorgetragene Kritik an Küsters Wunsch, den Verwaltungsrat abzuschaffen, verblüffte. Da hatte man sogar den Eindruck, dass er einen kleinen „Suffleur“ im Ohr hatte. Vielleicht ist das ja dem einen oder anderen auch so gegangen?

    Doch dann die Ernüchterung. Als ich mich weiter nach vorne gemogelt hatte, die Lösung des plötzlichen Wandels. Seine Partei hatte ihn mit reichlich Spickzetteln versehen, der Kandidat las seine Botschaften vom Blatt. Peinlich. Also wieder die Bestätigung. Der kann es nicht.

    Ach ja. Mit seiner Attacke auf Küster hatte er nicht einmal Recht. Das geht nämlich doch. Der Rat muss es nur mit 2/3 beschließen. (§69.2 NGO)

    Die zweite Überraschung war dann Kandidat Krone. Der war perfekt vorbereitet, hatte auf jeden „Pott“ einen passenden Deckel. Er argumentierte wirklich gut, vertrat durchgängig vernünftige Standpunkte, Krone wusste dieses Mal wirklich zu überzeugen. Nichts vom Märchenonkel, viel Handfestes. Der war gut. Hut ab.

    Sabine Stüting war zwar gut, aber konnte sich leider gegen die männliche Übermacht nicht durchsetzen. Die Moderatoren taten ein Übriges. Sie ließen sie kaum zu Wort kommen. Das Wenige, was sie tatsächlich sagte, war wie üblich durchdacht und wohl auch wirklich mehrheitsfähig. Auch sie war gut, ist aber leider zu selten durchgedrungen.

    Dann bliebe nur noch der Kandidat Beeck. Rhetorisch wieder hervorragend, selbstbewusst und natürlich wieder langatmig. Kurz kann er nicht, sein eigenes Eingeständnis.

    Wer sich mit der Lokalpolitik regelmäßig beschäftigt, auch öfter mal die Internetseiten der Stadt Lingen durchstöbert, dem fiel allerdings schnell auf, dass Beeck mit unangenehmen Wahrheiten sehr geschickt umzugehen weiß. Irgendwie weiß er alles immer so darzustellen, dass er als Rarsmitglied eigentlich nur für die guten Sachen gestimmt hat, aber bei allen umstrittenen Ratsentscheidungen eigentlich dagegen war. Und wenn es dann wirklich für ihn mal eng wurde, hat er halt mal eben seinen Gegner arrogant abgebügelt. So geht es auch.

    Als langjähriges Ratsmitglied wusste er natürlich mit Detailkenntnissen zu brillieren, die die anderen Kandidaten beim besten Willen nicht haben konnten. Aber er wusste trotzdem nicht wirklich zu überzeugen. Es sei denn, er will seine Wähler davon überzeugen, dass er eigentlich der bessere Heiner Pott ist. An allen von Pott und „seiner“ CDU trotz erheblichen Widerstandes aus der Bevölkerung durchgesetzten Entscheidungen war Beeck (zumindest nach seinen Worten) zwar nie mit seiner Stimme beteiligt (was de facto nicht stimmt), doch am Ende wusste er gestern immer eine ganze Reihe von guten Gründen anzuführen, warum dieses Entscheidungen halt doch gut und richtig waren. Andere würden sich bei solchen argumentativen Kapriolen winden, wie ein Aal. Nicht Beeck. Der quatscht die Leute einfach doof.

    Zusammenfassend kann ich festhalten:

    Fenslage und Küster brauchen nicht weiter kommentiert zu werden. Beides peinliche Totalausfälle.

    Leineweber trotz anfänglichen Überraschungsmomente erneut ein Reinfall. Immerhin kann er jedoch recht flüssig vorlesen.

    Wer die selbstherrliche Politik eines Heiner Pott und der CDU weiterhin erhalten will, der wähle Jens Beeck. Seine Klientelpolitik würde höchstwahrscheinlich noch rücksichtsloser sein als die von Pott. Die CDU würde sich vermutlich über seinen Sieg mehr freuen, als über den von Leineweber.

    Wer in Lingen eine neue Politik will, der wähle am Sonntag Stüting oder Krone. Und nächstes Jahr statt CDU die Wählergemeinschaft Die Bürgernahen. Erst dann und nur dann wird eine wirklich sachorientierte und zukunftsweisende Kommunalpolitik in Lingen wieder möglich sein.

    • Thomas said

      @ otto h
      „Die zweite Überraschung war dann Kandidat Krone. […] Er argumentierte wirklich gut, vertrat durchgängig vernünftige Standpunkte.“

      Wie bitte!?! … Krones Aussagen zur Ausweisung neuer Baugebiete sind doch blanker Unsinn. So unterscheidet er zwischen gewachsenen Ortsteilen (Baccum) und nicht gewachsenen Ortsteilen (Gauerbach). In Baccum z.B. würde er neue Baugebiete befürworten – aber nur für Einheimische, wegen des Zusammenhalts und den Ehrenämtern. Im Gauerbach hingegen nicht, da kein gewachsener Ortsteil.

      Glaubt Herrn Krone ernsthaft, dass es mit der Verfassung vereinbar ist, wenn in Baccum nur Einheimische Bauplätze erwerben dürfen? Herrn Krone fehlen ganz offenkundig juristische Kenntnisse. Meine Note für diesen Patzer – setzen sechs!

      Auch sonst hat mich Herr Krone nicht überzeugt, viel Blabla ohne Inhalt.

      • Alan Shore said

        Wen wollen Sie denn dann?

        Insofern Ihre Antwort Jens Beeck oder Leinweber ist, muss ich an Ihrem Urteilsvermögen zweifeln.

        „Unterschiedliche Meinungen gab es auch in Sachen Altenlingener Forst: Während sich Stüting, Krone und Küster für ein Wiederaufforsten der abgeholzten Flächen aussprachen, meinten Leinweber und Beeck, dass dieses Areal nahe der Raffinerie für Gewerbeansiedlung vorgehalten werden sollte.“ (aus: Lingener Tagespost, 09.09.2010)

        Über Leinwebers offensichtliche Inkompetenz reden wir an dieser Stelle nicht. Aber Herr Beeck moniert lauthals die Fehler, die bei der Ansiedlung der nichtvorhandenen Gewerbeunternehmen geschehen sind („Ich kann nichts dafür!“), bleibt aber bei seiner Haltung, den Altenlingener Forst weiter abzuholzen. Hier sieht man die wahre neoliberale Einstellung dieses FDP-Mitlgliedes: Ökonomische Interessen (insofern sie noch nicht einmal vorhanden sind, weil sich dort kein Unternehmen ansiedeln will!) werden gegen ökologische Vernunft ausgespielt. Sehen wir uns darüber hinaus sein Wahlprogramm an:

        „Auf den 31.12.2010 ist die gesellschaftsrechtliche Verbindung mit der RWE für die Stadtwerke Lingen GmbH befristet. Kommen wir nicht zu einer neuen Vereinbarung, so gehören die Stadtwerke, die derzeit zu 60 % im Eigentum der Stadt Lingen und zu 40 % im Eigentum der RWE stehen, wieder zu 100 % der Stadt. […]
        Aus meiner Sicht spricht viel dafür, das Wissen und das Kapital der RWE auch künftig zu nutzen.“

        Es gilt – mal wieder – die alte FDP-Maxime: Privatisierung ohne Rücksicht auf Verluste. Dass dadurch ein Monopol durch die RWE gefördert und die Möglichkeiten der Lobbyarbeit durch die RWE erhöht werden, fällt dabei völlig unter den Tisch.

        Jens Beeck hat gerade beim Altenlingener Forst eklatante inhaltliche Schwächen offenbart. Seine vorgespielte Kompentenz ist größtenteils eine gute Anwaltsshow (viel reden, nichts sagen). Seine Ideen lassen eindeutige Rückschlüsse darauf ziehen, dass es so weiter geht wie bisher und er nichts weiter als eine Marionette der CDU-Mehrheit sein wird. Er sagt auch ständig, dass alles in Lingen gut ist und richtig gemacht wurde. Warum soll man ihn dann wählen?.

        Vielleicht sollte er ins Theater, er kann gut schauspielern.

      • Jürgen said

        Thomas,
        das ist heute schon üblich. Ich bin im OR-Bramsche.
        Die Bauplätze werden zuerst an die Einheimischen vergeben.
        Sollten dann noch Bauplätze (Zeitraum ca. 2 Jahre)zur Verfügung stehen, werden sie für nicht Bramscher-Bürger freigegeben. In den anderen Ortsteilen wird ähnlich so verfahren.

      • Thomas said

        @ Jürgen
        Es zu tun, heißt nicht es auch zu dürfen. Wo kein Kläger, da kein Richter. Solche Regelungen wurden bereits kassiert.

        Sichtwort Art. 3 GG und europarechtliche Freizügigkeit.

        Eine verfassungsrechtliche Rechtfertigung für die Ungleichbehandlung darin zu sehen, dass Ehrenamt und Nachbarschaft gestärkt werden, wenn Einheimische den Bauplatz bekommen, ist völlig absurd und kann nur einem so unbedarften Erdkundelehrer in den Sinn kommen. UNGENÜGEND – 6!!!

  5. Dierke said

    @ otto h ein wirklich gutes Resümé!
    Mit freundlichen Grüßen
    R. Dierke

  6. ulrike said

    An Otto H: ein langer, aber überhaupt nicht langweiliger Kommentar.

    Ich bin sonst sehr kritisch bei Zuschriften, die über 10 Zeilen hinausgehen. Schließe mich beim Dank R.Dierke an.

  7. kib said

    @ Otto: Herzlichen Dank für Ihren Beitrag!
    Ich werte den Auftritt des J.B. gestern zwar anders, gebe Ihnen aber ansonsten Recht. Herr Krone hat aufgeholt und sicherlich dazu gelernt. Ich persönlich empfand seinen Fokus zu stark auf seine Tätigkeit als Oberstudienrat ausgerichtet (Betonung: persönlich). Mich hat er wieder nicht abschließend überzeugt. Frau Stüting hatte gestern eine kleine „Wettkampfschwäche“. Beiden (Krone & Stüting) sei allerdings bescheinigt, dafür, dass sie erst vor wenigen Wochen die kommunalpolitische Bühne betreten haben: Chapeau!
    Ihr Beitrag, lieber Otto H. war überaus lesenswert (was ich gleich drei Mal tat) und regt zum Nachdenken an. So macht es Spaß sich mit konträren Meinungen auseinanderzusetzen.
    Eine wirkliche Wohltat, nach all den Unterstellungen, Vermutungen, Getratsche und „Druffhauen“, das in den letzten Wochen zu hören & lesen war. Bitte weiter so!

  8. schmut said

    ich will ihn auch loben:
    toll otto!

  9. kib said

    Und ihn als „Beitrag des Tages“ zu ernennen, reicht bei Weitem nicht aus. Ich hab heute über Otto nachgedacht: Er wäre ganz bestimmt geeignet, die Leser der LT sehr sachlich zu motivieren am Sonntag zu Wahl zu gehen. Ich befürchte die Wahlbeteiligung wird schlechter als beim letzten Mal sein (51%). Das fände ich sehr schlimm. Der Andrang in Halle IV war weniger Beweis für das politische Interesse der Wähler, sondern eher der Tatsache geschuldet, dass viele Wähler nicht wissen, wen sie wählen sollen.

    Ich hab selber lange gezweifelt und dann anhand einer Checkliste entschieden. Hilfreich war auch der „Bürgermeister-Check“. http://www.buergermeistertest.de/test.html

    Ich hoffe, dass möglichst viele Bürger am Sonntag den Gang zur Urne antreten. Keine Wahl ist immer die falsche!!!
    Ich würde mich freuen auch nach dem 13.9. von Otto zu hören.

  10. Giesela said

    Ebenfalls ein Lob für Otto h.

    Ich habe mir die Podiumsdiskussion, heute sage ich „leider“ angetan. Unter Moderation verstehe ich etwas anderes.
    Es kann nicht sein,dass die Moderatoren gestellte Fragen sammeln und die Kandidaten/innen keine Gelegenheit bekommen, sie zu beantworten oder aber abgewürgt werden.

    Allein die Sitzordnung, Küster neben Leinweber war schon eine tolle Variante, vor allem erhielt Herr Leinweber immer nach Herrn Küster das Wort. Auch so kann man sich ins rechte Licht rücken!

    Was Ich überhaupt nicht nachvollziehen kann, ist, wenn allen Kandidaten bekannt ist, dass der Haushalt der Stadt Lingen nicht ausgeglichen werden kann, wie dann noch über Projekte, wie Emslandarene, Ulanenstraße und andere Wunschträume diskutiert werden kann.Auch, wenn es bei manchen Maßnahmen Zuschüsse vom Lankreis , Land, Bund gibt, so reden wir insgesamt noch über Steuergelder.

    Die, die das erste Mal im politischen Geschehen sind, wissen es nicht besser aber angeblich so erfahrene
    Herren, wie Beeck und Leinweber müssen wissen, dass der Lingener Haushalt nicht so einfach auszugleichen ist und das bei den Zuschussmaßnahmen die Stadt immer einen Eigenanteil tragen muß, der den städt.Haushalt wieder belastet. Wir werden auch so bald erkennen müssen, dass der Steuerzahler wieder tiefer in die Tasche greifen muß, denn ansonsten wird der Haushalt in den nächsten 10 Jahren nicht ausgeglichen werden können.

    Die Visionen des Herrn Krone mögen zwar wünschenswert sein, sie werden sich jedoch nicht annähernd erfüllen.

    Die erfahrenen Kandidaten aus Politik und Verwaltung dürften auch genau wissen, das im Jahre 2012 die
    Kommunen die Doppik zwingend einführen müssen. Das bedeutet, die Einführung einer doppelten Buchführung mit der Folge, dass die Vermögenswerte der Stadt Lingen bewertet werden und dann auch eine Abschreibung erfolgen muß. D.h., ich muß am Ende der Abschreibungslaufzeit so viel Geld zurückgelegt haben, dass ich mir Ersatz beschaffen kann. ( Beispiel: 1 Straße = 1.000000 €, Laufzeit= 20 Jahre, jährliche Ansparung= 50.000 € ).

    Fazit: Sparen ist angesagt. Unterhaltung, Pflege sowie Erhalt der bestehenden Werte ist wichtig.

    • Carsten Primke said

      Hallo Gisela!

      Genau, über die Doppik hat noch keiner gesprochen. Bewußt oder unbewußt?

      Fest steht, das es 2012 ein böses Erwachen geben kann. Herr Fenslage redet immer davon „Lingen für 2030 fit machen“. Die Frage ist eher, ist Lingen fit für 2012? Ich glaube nicht!

      Sparen ist nicht nur für die nächsten Jahre angesagt, sondern für die nächsten Jahrzehnte.

      Gruß

      C. Primke

      P.S.: Ich weiß, unser Kandidat hat auch nicht über die Doppik gesprochen. Also spart euch die flinken Finger auf den Tasten.

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