Baccum

6. September 2010

Biogas-Diskussion: Pastor Peters, Jens Beeck Sabine Stüting, v. lks

Biogas-Diskussion: Pastor Peters, Jens Beeck, Sabine Stüting, v. lks

Mit rund 60 Besuchern gut gefüllt war der Saal Hense in Baccum am vergangenen Donnerstag, als sich die OB-Kandidatin Sabine Stüting (Die BürgerNahen) und OB-Kanditat Jens Beeck (FDP) Fragen zu Biogasanlagen im Allgemeinen und derjenigen in Baccum im Besonderen stellten. Die anderen vier OB-Kandidaten waren fern geblieben. Moderator Pastor Gottfried Peters (Nordhorn) sorgte für eine offene Diskussion: Ratsmitglied Robert Koop (BN) begann mit einer sehr sachlichen Darstellung der Entwicklung der Anlage in Baccum. Koop erläuterte, welche Vorhaben am Baccumer Berg nach und nach beantragt und auch wieder zurückgezogen wurden.

In der anschließenden Diskussion waren die Verunsicherung und Verärgerung vieler Baccumer Bürger hinsichtlich der Biogas-Anlage am Baccumer Berg zu spüren: Das fehlende Verkehrskonzept, die Konkurrenzsituation zu Naherholungsgebieten und der Flächenverbrauch standen im Mittelpunkt. Zentrale Frage war, wie diese offenbar erheblich überdimensionierte Anlage von der Stadt überhaupt als privilegierte Anlage genehmigt werden konnte. Privilgiert bedeutet, dass ein Landwirt (nur) die in seinem Betrieb anfallenden organischen Abfälle zur Energieerzeugung nutzen kann – eine Idee, die von beiden Kandidaten für gut befunden wird. Kritisch sahen sowohl Beeck als auch Stüting den Biogas-Betrieb durch Energiepflanzen, vor allem Mais. Anwesende Fachleute aus der Landwirtschaft wiesen auf die wachsende Problematik für das gesamte Umland hin. Beklagt wurden unter anderem steigende Pachtpreise für Ackerflächen, die zum Höfesterben und zu höheren Lebensmittelpreisen führen.

Insbesondere den Unmut über die Entscheidungsfindung der politischen Gremien für die Anlage bekundeten gleich mehrere Teilnehmer. Engagierte Bürger, die sich dagegen aussprachen, habe man gar nicht erst zu Wort kommen lassen. Genau das sei der Punkt, so Beeck und Stüting einvernehmlich, dass sie sich zu einer Oberbürgermeister-Kandidatur entschieden haben.

(Quelle: Pressemitteilung BN)

30 Antworten to “Baccum”

  1. schmut said

    Mittlerweile scheint mir auch nahezu nur noch Mais im Emsland zu wachsen. Hängt das mit den Biogasanlagen zusammen ?
    Nix mehr zu sehen vom schönen Emsland…

  2. Dieter Herrmann said

    Atomkraft wolln se nicht, Bio-Energie wolln se auch auch; aber für irgendetwas müssen se sich schon entscheiden, immer nur dagegen ist keine Lösung sondern ein Rückschritt. OK wenn dann vielleicht genügend Rückschritte gemacht worden sind, braucht man vielleicht gar keine (elektrische) Energie mehr.

    Übrigens ein befreundeter Landwirt aus dem Allgäu darf schon seit über 10 Jahren seinen Weizen EU gefördert verheizen, da es für ihn in der Gesamtkalkulation billiger kommt. OK, vielleicht hat er nach den russischen/ukrainischen Kornausfällen in diesem Jahr mal wieder eine Chance sein Getreide zumindest zum Erzeugerpreis loszuwerden. Und nein, er hat keinen alpentypischen Kleinstbetrieb, sondern schon eine Betriebsgröße à la DDR-LPG.

  3. Eva said

    War denn der GF von der Hedon Klinik jetzt da? Köhring oder so ähnlich? Der hatte doch zugesagt oder?

  4. Robert.Koop said

    Nein, Köhring hat auch gekniffen, obwohl er unbedingt teilnehmen wollte, wie er Sabine Stüting geschrieben hat.

  5. Gutgläubiger said

    Hat es denn auf der Veranstaltung überhaupt neue Erkenntnisse gegeben?

  6. Andersdenkender said

    Ich verfolge diesen „SKANDAL“ aus der Ferne.
    Kann es sein Herr Koop, das sie sich hier auf Kosten anderer profilieren wollen?

    Was spricht gegen die Energiegewinnung durch Biogas?
    Wenn ich als alternative Wind hoere muss ich ja doch mal lachen.
    Wie gut wuerde es Ihnen und Ihren Mitstreitern gefallen, wenn das schoene Muensterland mit Windraedern zugepflastert wuerde.

    Oder geht es hier etwa nach der alten Devise:
    Oh heiliger St. Florian, verschon mein Haus zuendt andere an?

    So einen primitiven Grund wie Z.B Neid auf ein paar pfiffige Geschaeftsleute die es schaffen jetzt aus Scheisse Geld zu machen kann ich ja sicherlich ausschliessen.

    • Stefan said

      @Andersdenkender

      Sie finden es also korrekt, wenn diese BGA 10 x so groß ausgelegt ist wie genehmigt und auch nachweislich mehr KW einspeist als erlaubt? Dass diese BGA dadurch, dass Sie mehr Energie einspeist als genehmigt, ihre Privilegierung verloren hat, ist für Sie unbedeutend? Dann sind Recht und Gesetz für Sie also unwichtig und nicht einzuhalten?

      Ich halte Ihnen jetzt zugute, dass Sie diese Diskussion aus der „Ferne“ beobachten und nicht alle Aspekte kennen.

      Grundsätzlich gebe ich Ihnen Recht: Biogasanlagen sind eine Alternative zur Energiegewinnung, wenn die Landwirte ihre privilegierte Anlage mit ihren eigenen, auf dem Hof anfallenden, organischen Abfällen betreiben. Sobald aber diese Abfälle zugekauft werden müssen, um eine überdimensionierte BGA zu fahren, wird die Belastung für Mensch und Tier hier im Emsland unerträglich. Auf die weiteren negativen Folgen für die hiesigen Landwirtschaft möchte ich gar nicht weiter eingehen, davon müssen und können Sie sich selbst im WWW überzeugen.

      Recht muss Recht bleiben.

      Daran haben sich auch „Investoren“ zu halten.

  7. Hans said

    @Andersdenkender

    Man merkt, dass sie bzgl Biogas keinen Schimmer haben.

  8. Andersdenkender said

    @ Hans,

    danke fuer Ihre fundierte Stellungnahme.

    @Stefan,

    Sie sagen also, dass der Investor im Jahresmittel mehr als die 500KW eingespeist hat. Dies waere in der Tat so nicht akzeptabel.

    Sollte die jedoch nicht der Fall sein und im Mittel der betriebenen Monate die eingespeiste Menge unter 500KW liegen so kommt es darauf an, was in der Genehmigung steht. Ja, Recht muss Recht bleiben.

    Bezieht sich Ihr Kommentar wegen der Größe auf etwas, was in der Genehmigung festgelegt wurde oder auf die übliche Größe, die zur Produktion von 500 KW benötigt wird.
    Es dürfte Ihnen bekannt sein, dass die Nutzungseffiziens und somit die Größe einer solchen Anlage auch davon abhängig ist, ob eine solche Anlage primär mit landwirtschaftlichen Fäkalien oder mit Getreiden betrieben wird.

    • @ StefanAndersdenkender
      Sie sollten umsatteln und in Bußgeldsachen verteidigen:

      „Wissen Sie, hohes Gericht, mein Mandant ist zwar mit 90 km/h auf der Rheiner Straße geblitzt worden. Aber im Jahresmittel hat er die 50 km/h innerhalb der geschlossenen Ortschaft Lingen eingehalten, und -hohes Gericht- ich sage Ihnen noch etwas: Auch im Mittel des Monats mit den 90 km/h lag er nur bei 51 km/h. Also, stellen Sie das Bußgeldverfahren doch einfach ein. Is ja nicht so schlimm.“

      Sie sind mir vielleicht ein Relativierer!!

      • Andersdenkender said

        Herr Koop,

        allein diese Aussage macht es doch wieder offensichtlich was Sie hier bezwecken wollen.
        Im Zweifel einfach mal draufhauen ohne genau zu ergruenden wer, was, wann gesagt hat.
        Die von Ihnen ins laecherliche gezogene Frage/Stellungsnahme kam nicht von Stefan sondern von mir.
        Lt. meiner Internetrecherche sind sie wohl Anwalt.
        Hoffentlich vertreten Sie Ihre Mandanten sorgfaeltiger.

        • Ich schlage vor, dass Sie ganz nett bleiben und das Pöbeln einstellen. In diesem kleinen Blog gibt es sonst die gelbe Karte und, wenn das immer noch nicht hilft, im Zweifel auch den Julius-Turm. Julius war bzw. ist ein junger Mann, der auch so herum posaunte wie Sie und nicht verstanden hat, was Diskussionskultur ist. Dann war er plötzlich draußen. Ihr Beitrag ist jedenfalls nur unsachlich und oberflächlich. Also noch einmal für Sie:

          Der Betrieb der Baccumer Biogas-Anlage ist nur zulässig, wenn die Leistung 500 kw nicht übersteigt. Punkt. Es geht nicht um Durchschnitts- oder Tages-/Monats-/Jahres-Mittelwerte. Es geht um die Obergrenze: 500 kw. Wie im Straßenverkehr innerhalb geschlossener Ortschaften: 50 km/h sind die Obergrenze, da wird nichts tage-, monats- oder jahreweise gemittelt und so relativiert. Ich empfehle Ihnen dringend, gesetzlich und nicht anders zu denken.

      • Stefan said

        Hallo Robert,

        dennoch hat „Andersdenkender“ in einem Punkt recht: Die von dir angesprochene Aussage kam nicht von mir, sondern von „Andersdenkender“!
        Wäre schön gewesen, wenn du dies trotzdem klargestellt hättest. Kleine Fehler kann man immer machen – zugeben aber auch! Ich möchte keine „Schelte“ zu Unrecht kassieren!

        War vermutlich zuviel OB-Wahl-Stress. Oder?

        Gruß

        Stefan

  9. Hans said

    Gut dann fundiere ich mal für Sie.

    Der Hof, an dem die besagte Anlage in Baccum steht, liegt offensichtlich nicht in einem Gewerbegebiet. Darum muss eine Anlage, die man dort -also am Hof- betreiben möchte, erstens „privilegiert“ sein und zweitens darf sie maximal 500KW erzeugen.

    Nun lief die Anlage seit einigen Monaten und im Laufe der Zeit stellte sich heraus, dass die 500KW regelmäßig überschritten worden sind. Dies wurde durch Stadtbaurat Lisiecki bestätigt. Scheinbar war es sehr einfach, die Sperre für eine Drosselung zu lösen.

    Der Betreiber, immerhin hat er ca 2 Mio EUR investiert, hat natürlich ein Interesse daran, dass die Anlage auf Maximalertrag läuft, sprich die 500KW. Und nun kommen die Probleme:

    Dies ist bei dieser Pilotanlage, die zu 90% mit Mist & Gülle (und 10% Mais) betrieben werden soll, scheinbar nicht ohne weiteres möglich. Denn Gülle, so habe ich gelernt, ist nicht gleich Gülle. Sie kann bis zu 90% aus Wasser bestehen, was zur Folge hat, dass der Kilowattertrag massiv schwankt. Also hat der Betreiber folgende Optionen -immer vor dem Hintergrund, dass er 500KW erreichen will/muss (2 Mio € Investition)- :

    a) er kippt deutlich mehr Gülle in die Anlage.
    b) er stellt auf Mais um, weil das -zigfach effizienter ist.

    Folgen:
    a) mehr Gülle, mehr Gestank, größere Anlage (daher auch der Anbau/Umbau), mehr Verkehr
    b) Lebensmittel und zusätzliche Pachtflächen werden vom Betreiber benötigt, um die Anlage zu betreiben. Das wiederum bedeutet, dass die Pachtflächen für „Tierbauern“ unerschwinglich werden.

    So oder so ist es ein Dilemma. Erlaubt man dem Betreiber, mehr Gülle einzufahren, wird dies zu einer Belastung für die Anwohner. Gewährt man ihm, mehr Mais zu nutzen, wäre dies eine Verschwendung an Lebensmitteln und eine Verteuerung der Pachtflächen.

    Gibt man hingegen den Bewohnern in vollem Umfang recht, hat der Betreiber 2 Mio Eur „in den Sand gesetzt“.

    Eine sehr verzwickte Lage.

  10. Andersdenkender said

    @ Hans

    Danke fuer die Erklarungen.
    Habe verstanden.

  11. Hans said

    @Heukampstannener
    @Andersdenkender

    gerne. Ich habe meine Infos von der Podiumsdiskussion Beeck/Stüting und gehe davon aus, dass dort keine Märchen erzählt worden sind.

    Fakt ist aber -und dies wurde auch deutlich-, dass sich die Stadt Lingen keine Fachmänner und Fachkompetenzen eingeholt/-kauft hat.

    Die jetzige Situation wäre nämlich absehbar gewesen, war der Tenor.

  12. Hans said

    @Andersdenkender

    Verstehe nicht, was Sie sagen wollen?

  13. Andersdenkender said

    Herr Koop,
    es ist doch einfach interessant zu sehen, wie duennfellig die Leute sind, die selber am liebsten nicht mit dem Florett sondern mit der Axt kaempfen.
    Die Diffamierung 3. ist Ihnen ein Spass, wenn Ihnen selbst Fehler nachgewiesen werden, wird „gepoebelt“.
    Sie brauchen mir keine Karte welcher Farbe auch immer geben oder gar einen Julius Turm, ich habe meine Meinung kund getan und ziehe mich zurueck.

    @Hans
    Ich meinte tatsaechlich, dass ich Ihre Ausfuehrungen verstanden habe und sich jetzt einiges fuer mich geklaert hat.
    Danke fuer die gute und ausfuerliche Erklaerung.

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