Kunstpreis

3. September 2010

19. Lingener Kunstpreis an Birgit Megerle
Eröffnung, Fr 3. September, 19.00 Uhr
Kunst-/Halle IV, Kaiserstraße
Ausstellung vom 4. September bis 14. November 2010

Bereits zum 19. Mail wird in diesem Jahr wird der etablierte und renommierte Lingener Kunstpreis vergeben. Seit 1983 widmet er sich ausschließlich Künstlerinnen und Künstlern, die im Medium Malerei arbeiten, bisherige Preisträgerinnen und Preisträger waren u.a. Jochen Twelker (1990), Karin Kneffel (1994), Antje Majewski (1998), Cornelius Völker (2004), im Jahr 2008 erhielt ihn Julia Oschatz.

Insgesamt zwölf national und international namhafte Galerien wurden um jeweils zwei Vorschläge gebeten. Das Niveau der eingereichten Bewerbungen war erstaunlich hoch. Die Jury, bestehend aus den Mitgliedern des Arbeitskreises Ausstellungen Sigrid Hohoff, Petra Kunzelmann und Richard Lange sowie Melanie Bono (Kuratorin für zeitgenössische Kunst am Westfälischen Landesmuseum in Münster), Dr. Vanessa Joan Müller (Direktorin Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen in Düsseldorf) und Meike Behm ist zu dem Ergebnis gekommen, den Preis an die 1975 in Geisingen geborene Künstlerin Birgit Megerle zu verleihen, die heute in Berlin lebt.

Birgit Megerles figurative und abstrakte Malerei charakterisiert eine künstliche, steife und bühnenhafte Atmosphäre. Beispielsweise wirken die von ihr realistisch dargestellten Frauenfiguren, die mit ihren dynamischen und forschen Posen Zielstrebigkeit und Handlungsbereitschaft signalisieren, unter anderem aufgrund einer diffusen Lichtwirkung gleichzeitig seltsam irreal und entrückt. Modisch gekleidet und doch wie entrückt, aufeinander bezogen und doch in sich gekehrt, klar konturiert und doch wie in einem Grauschleier gefangen, treten sie den Betrachtern wie auf einer Bühne entgegen. Trotz ihrer zeitgenössischen Bezüge vermitteln die Arbeiten das Gefühl, sie seien aus der Zeit gefallen, so dass von ihnen eine geradezu berauschende Wirkung ausgeht. Assoziationen an bühnenhaftes Geschehen werden durch eine Installation der Arbeiten im Raum verstärkt, indem die Bilder nicht nur an die Wand gehängt werden, sondern auf den Boden gelegt oder auf die Erde gestellt, so dass Betrachter unmittelbar zu einer leiblichen Auseinandersetzung mit den Bildern herausgefordert werden. Trotz ihres figurativen Charakters werden keine nachvollziehbaren Erzählungen präsentiert, so dass im Werk Birgit Megerles gesellschaftliche Zwänge und Möglichkeiten verhandelt werden, ohne Lösungen zu vermitteln.

Die Kunsthalle Lingen freut sich sehr, Birgit Megerle ihre erste institutionelle Einzelausstellung auszurichten, die von einem Katalog begleitet wird.

Die Ausstellung und der Katalog werden unterstützt durch den Freundeskreis des Lingener Kunstpreises, die Stadt Lingen (Ems) und den Landkreis Emsland. Der Lingener Kunstpreis wird in diesem Jahr von Herrn Harald Müller von der Erwin Müller Gruppe Lingen gestiftet.

(Text und Foto: © Kunstverein Lingen)

5 Antworten zu “Kunstpreis”

  1. Frank O. said

    Eröffnung Freitag, 3. September 2010 um 19 Uhr

    Pressegespräch am Freitag, 3. September 2010 um 11.30 Uhr

    ———————————————————-
    Über Die Lingener Kunsthalle
    Quelle: Homepage

    – am 12. Oktober 1997 eröffnet.
    – in einem Industriebaue aus dem Anfang des 19. Jahrhunderts
    – auf dem Areal des ehemaligen Reichs- später Bundesbahn-Ausbesserungswerkes.

    – das Areal wird renoviert und is seit 2005 durch eine Unterführung mit dem zentral gelegenen Bahnhof verbunden.

    – Die Hallen beherbergen unter dem Titel „Medien – Wirtschaft – Kunst“ u.a. einen Teil der Fachhochschule Osnabrück, ein Sendestudio , Firmen aus dem IT- und anderen Wirtschaftbereichen und ein Kongresszentrum sowie ein Restaurant

    Öffnungszeiten
    Di, Mi, Fr 10 bis 17 Uhr
    Do 10 bis 20 Uhr
    Sa u. So 11 bis 17 Uhr
    Mo geschlossen
    Kostenloser Eintritt jeden Donnerstag ab 18 Uhr

  2. ulrike said

    Die Frau kann wenigstens malen. Bei manchen Kandidaten in früheren und ganz früheren Zeiten hatte ich das Gefühl,daß das Preisgeld für Unterricht genutzt werden sollte.Ist noch das Märchen von des Kaisers neuen Kleidern bekannt?In einer solchen Situation wähnte sich manch ein Betrachter der Gemälde.

  3. So können Gefühle täuschen, Ulrike. „Die“ konnten alle malen und zwar hervorragend. Nur malten sie nicht immer so, dass sich „das“ sofort jedem Betrachter erschloss. Musste aber auch nicht.
    Kunst kommt nicht von Kundenbefragung. 🙂

  4. ulrike said

    Wie kommen Sie,lieber Herr Koop,dazu mich mit einer Kundenbefragung in Verbindung zu bringen?

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