Kaffeeklatsch

2. September 2010

„Lingen: 1.Schlagabtausch zwischen den OB-Kandidaten ohne Sieger“ titelt die EmsVechteWelle in einem Podcast von heute über die gestrige Podiumsdiskussion „Kaffeeklatsch“ im Lookentor. Sie wurde eine Stunde live übertragen, hier ist ein Mitschnitt. Bitte urteilen Sie selbst.

Eines der interessantesten Zitate finden Sie bei Minute 54:16. Dort nimmt CDU-Kandidat Leinweber Stellung zu Frage, ob im Jugendbereich gespart werden soll. Leinweber wörtlich:

„Es wird kaum wundern, dass ich also sage bei der Jugend natürlich nicht. Is‘ klar. Auch der Stadtrat in der Vergangenheit und auch von meiner Seite aus, habe ich nicht vor im Bereich der Jugendförderung – und da fasse ich ein bisschen weiter als nur den reinen Jugendbereich – das geht also auch vor den ehrenamtlichen Teil heraus die Sportförderung, alles das was da mit eingebaut ist, ist im Endeffekt eine Investition in die Zukunft. Hier werden wir, so denke ich, auf keinen Fall den Rotstift als erstes ansetzen, wenn es sich vermeiden lässt, komplett überhaupt nicht. Ich glaube, dass auch bei einer schlechten Haushaltslage innerhalb der Stadt Lingen durchaus Möglichkeiten sind, den Finanzstatus einmal komplett festzustellen und dann zuzusehen, dass gewisse bestimmte Finanzbereiche neu umstrukturiert werden, um so Mittel frei zu bekommen, da mag auch die Emslandarena zum Beispiel einen Teil dazu sein. Ich persönlich glaube, dass für die Stadt Lingen (Ems), so wie sie aufgestellt ist, im Landkreis Emsland, im weiteren Umland hier, eine entsprechende Einrichtung durchaus seine Daseinsberechtigung hätte. Es muss finanzierbar sein und da gebe ich allen anderen fünf Kandidatenkollegen entsprechend Recht. Ich bin allerdings der Auffassung, dass ich aus den Erkenntnissen die ich derzeit habe, nicht sagen kann ob sie aufgegeben werden sollte, das halte ich für ein sehr schwaches Argument, von vornherein zu sagen, sie kommt weg, sondern ich würde mir erst einmal die Aufgabenstellung der Emslandarena anschauen und dann versuchen, eine entsprechende Maßnahme zu bauen, die es a) ermöglicht, die Drittmittel in der Höhe von ca. 10 Millionen Euro zu sichern, und b)  die Aufgabenstellung entsprechend dann soweit in trockene Tücher zu bringen, als dass wir dann doch entweder über Emsland-Halle oder Arena oder ein drittes Modell die notwendigen Möglichkeiten dann nutzen, um auch die Ausgaben und damit die Aufgaben zu sichern. Die Emslandarena insgesamt ist ein unheimliches pot.. [Zeit-Unterbrechung durch die Moderatorin]. [Aber ich denk mal so, diesen Satz darf ich noch zu Ende führen, das wäre sehr nett.] Ich glaube, dass die Emslandhalle oder die Emslandarena, wenn sie denn so in die Realisierung kommen würde, es durchaus ermöglicht, auch ein gewisses Einnahmepotential für die Stadt Lingen insgesamt zu generieren, und das soll man nicht unterschätzen.“

Also, Kürzung ja, wenn es sich nicht vermeiden lässt? Emslandarena, wie, wo, was? Weiß Leinweber tatsächlich, wovon er spricht? Oder wissen Sie es vielleicht?

Lingen: 1.Schlagabtausch zwischen den OB-Kandidaten ohne Sieger

Kneifen II

2. September 2010

Es war eigentlich zu erwarten, dass der CDU-Kandidat für die OB-Wahl der  Einladung von Sabine Stüting um Podiumsgespräch über die Biogasanlage in Baccum versucht auszuweichen und sie nicht annimmt. Hans-Josef Leinweber  hat geschrieben, dass er ab 17.30 Uhr in Brögbern Fahrrad fahre und die Brögberner auch anschließend nicht enttäuschen wolle.  Auch Herr Leinweber wird also wie Herr Krone heute Abend um 20 Uhr nicht bei Hense sein. Er kneift, das ist wohl auch bei ihm die richtige Bezeichnung. Damit zeigt er nicht nur Schwäche, er erweist dem demokratischen Miteinander einen Bärendienst.

Mitdiskutieren wird Jens Beeck, der sich am Mittwochabend bei der Kaffeerunde im Lookentor als der eigentliche CDU-Kandidat darstellte. Unbedingt mitmachen will inzwischen  Anlagengesellschafter Klaus Köhring, hat er Sabine Stüting geschrieben. Mal sehen, wie sich die Diskussion ab  20 Uhr bei Hense entwickelt und was am Schluss dabei heraus kommt. Mir hat man heute den historischen Rückblick auf die Vorgänge um die Biogasanlage am Baccumer Berg übertragen. Mit twittern -wie heute- wird es also wohl eher nichts.

Umgangsformen

2. September 2010

Zuschauer, die im Fußballstadion pöbeln, riskieren ein Strafgeld. Denn der Verein, der die Strafe aufgebrummt bekommt, kann das Geld von dem Zuschauer zurück verlangen.

Das geht aus einem Urteil des Amtsgerichts Lingen hervor (Aktenzeichen: 4 C 1222/09), auf das die Deutsche Anwaltauskunft in Berlin hinweist. In diesem Fall hatte ein Sportverein sein Stadion für das Fußballspiel von zwei Jugendmannschaften kostenlos zur Verfügung gestellt. Während des Spiels beleidigte der Vater eines Spielers dann Mitglieder der gegnerischen Mannschaft mit derben Worten.

Für diese Beleidigung wurde der Sportverein durch das Verbandssportgericht zu einer Strafe von 400 Euro verurteilt. Der Sportverein forderte die Summe von dem Vater zurück. Das Gericht gab dem Verein recht. Der Sportverein durfte davon ausgehen, dass die Besucher die allgemein gültigen Umgangsformen beachten und die Interessen des Vereins wahren. Nur weil der Vater zuvor von den Jugendlichen angepöbelt worden sei, könne er nicht einfach zurückpöbeln. Ein Notwehrrecht gegenüber verbalen Attacken gebe es nicht.

ps An diesem Samstag ist Tag der offenen Tür im ansonsten reichlich zugeschlossenen Amtsgericht in der Burgstraße 28. Fragen Sie ruhig den Richter der Abteilung 4 C, wenn Sie das Urteil (nicht oder doch) überzeugt.