Hoet

18. August 2010

Kunstverein Lingen – Kunsthalle IV
Vortrag von Jan Hoet zu Panamarenko
Freitag, 20. August 2010, 19.30 Uhr
Kosten: 7 EUR, Mitglieder und ermäßigt 5 EUR
Jan Hoet ist Championsleague! Der  international renommierte belgische Kunsthistoriker und Ausstellungsmacher wurde in Deutschland 1992  als künstlerischer Leiter der documenta IX in Kassel bekannt. Diese in fünfjährigem Abstand stattfindende Kunstschau ist die bedeutendste Kunstausstellung weltweit. Von 2003 bis 2008 leitete Jan Hoet das MARTa Herford, ein Museum für zeitgenössische Kunst und Design in Herford. 1992 lud Hoet seinen Landsmann Panamarenko zur documenta IX ein, seitdem kennt er ihn und sein künstlerisches Werk sehr gut.

Der 70jährige  Panamarenko ist ein belgischer Künstler. Seine „poetischen Konstruktionen“ sind Installationen von oft monumentalen Ausmaßen und sowohl künstlerische als auch technische Experimente. Es ist die Absicht Ponamarenkos, voll funktionstüchtige Maschinen herzustellen. Bei wikipedia lese ich:

„1968 präsentierte Panamarenko, auf Einladung von Joseph Beuys, sein Flugzeug in der Düsseldorfer Kunstakademie. Im folgenden Jahr waren seine Werke in zahlreichen Galerien in der Bundesrepublik und den USA zu sehen. 1972 lud ihn Harald Szeemann mit dem Aeromodeller zur documenta 5 in Kassel ein und machte ihn damit endgültig einem internationalen Publikum bekannt. Seine Werke wurden 1972 und 1973 in einer Ausstellungsreihe in Luzern, Düsseldorf und Stuttgart präsentiert und 1978 in der Nationalgalerie Berlin ausgestellt. Im Jahr 1977 war er erneut Teilnehmer einer documenta, der documenta 6. 1981 war der Aeromodeller im Centre Pompidou in Paris zu sehen. Einer ersten Retrospektive 1982 in München folgte eine zweite 1998 in der Fondation Cartier in Paris. 1992 stellt Panamarenko auf der documenta IX mit aus.
2005 wurde in Brüssel wiederum eine Retrospektive seiner Arbeiten gezeigt. Im Oktober 2005 erklärte der Künstler anlässlich seines 65. Geburtstages seinen Abschied von der Kunst.“

Also ein Abend der Hochkultur in Lingen. Genießen Sie ihn.

(Foto: Panamarenko – Pepto Bismo © Djumbo, creative commons)

Klug

18. August 2010

Lingen soll beim Sparen keine Schnellschüsse abfeuern. Das hat der Erste Stadtrat Ralf Büring gefordert. Büring sagte in einem Interview mit der ems-vechte-welle, das seltsamerweise erst in fünf Tagen gesendet wird:

„Selbstverständlich müssen alle großen Maßnahmen, die noch nicht begonnen sind, auf den Prüfstand. Ich warne aber auch davor, jetzt auf Grund dieser Situation gleich alles über Bord zu werfen. Man muss da mit Bedacht rangehen, weil ich der festen Überzeugung bin, dass die Stadt sich auch noch weiterentwickeln können muss, denn ein reiner Stillstand ist bekanntlich ein Rückschritt. Also müssen wir uns Optionen offen halten, um auch zukünftig noch uns entwickeln zu können.“

Dazu drei Punkte:

Die Position Bürings halte ich für klug; ich teile seine Aussage, mit Bedacht zu sparen. Allerdings bzw. gerade deshalb frage ich mich, weshalb darüber nicht unverzüglich in den Ratsgremien gesprochen, debattiert und entschieden wird. Dass bis damit znoch Wochen gewartet wird, halte ich für falsch. Drittens interessiert mich aber die Position von Sabine Stüting. Sabine, was sagst Du zum Thema Sparen?

Nachtrag: Sabine Stüting schreibt hier.

(Quelle)

Zensur

18. August 2010

Eigentlich wollte ich zur Loveparade-Katastrophe von Duisburg mit 21 Toten nichts mehr schreiben. Der Eindruck, den Duisburg OB Sauerland (CDU) da hinterlässt, widert mich einfach nur an. Aber heute ist bekannt geworden, dass die Stadt Duisburg bei der 28. Zivilkammer des Landgerichts Köln eine einstweilige Verfügung gegen den Xtranews.de-Blog erwirkt hat.

Dem lokalen Duisburger Blog wird in dem Beschluss verboten, bestimmte, so genannte interne Dokumente weiter im Netz zu veröffentlichen. Es sind wohl die Anlagen zu einem Zwischenbericht der Stadt Duisburg über die Zuständigkeiten der Kommune bei der Loveparade-Planung. Der Bericht war Anfang August dem Innenausschuss des nordrhein-westfälischen Landtags, der Staatsanwaltschaft Duisburg sowie den Ratsmitgliedern zur Verfügung gestellt worden. Jetzt meinte tatsächlich die 28. Kammer des Landgerichts Köln, der laut Geschäftsverteilungsplan Richterin Margarete Reske vorsitzt, mit der Veröffentlichung werde gegen das Urheberrecht verstoßen.

Böse Zungen behaupten, dass es der Stadt Duisburg und ihrem Oberbürgermeister Adolf Sauerland gar nicht um einen angeblichen Urheberrechtsverstoß geht, sondern eher um Zensur und Vertuschung. Dem will ich nicht widersprechen. Der Deutsche Journalisten Verband (DJV) hat die Stadt Duisburg mittlerweile dazu aufgefordert, die “restriktive Informationspolitik” zu beenden! Sogar BILD wettert.

Hier die “Sauerland Files” zum Download und Verbreitung:
Selbstverständlich werden die beanstandeten Dokumente, die zur einstweiligen Verfügung gegen Xtranews.de – der Blog war am Mittwochnachmittag nicht zu erreichen- führten jetzt erst recht von vielen Webseiten verbreitet und sind auch bei Rapidshare sowie bei Dropbox und Uploaded.to sowie den bekanntesten Torrent-Mirrors zu finden, was hoffentlich in Duisburg zu nächtelangen Sondersitzungen und längst notwendigen Rücktritten führen wird.

(Quelle; Foto: Globovisión, creative commons )

update von netzpolitik.org:
Update: Hier sind Backups der Dokumente. Checkt beide Links, es sind unterschieldiche Dokumente drin. Viel Spaß beim Verteilen.
Für den Fall, dass die Stadt Duisburg weiter mit dem Urheberrecht gegen die Veröffentlichung vorgehen will, könnt Ihr auch kreativ werden. Ladet die Dokumente überall hoch, wo es geht. Soviele Einstweilige Verfügungen können die nicht beantragen…

Glück

18. August 2010

„Es gibt Dinge im Leben, die kommen einfach tief aus dem Herzen. So war es bei Heike-Rheine-Torhüterin Catharina dos Santos, als sie ihre Trainer Uwe Kitroschat und Hans-Joachim Jerzinowski in einem persönlichen Gespräch fragte: „Können wir nicht mal ein Spiel in Lingen machen? Ich möchte meinem Vater eine Freude machen.“

Die Coaches erfüllten ihren Herzenswunsch, und so bestreiten die Regionalliga-Fußballerinnen aus Rheine am Donnerstagabend um 19.30 Uhr ihr nächstes Vorbereitungsspiel bei den B-Junioren des ASV Altenlingen auf dem Sportplatz Wallkamp. Jorge dos Santos Carlos ist Fußballfan durch und durch, und besonders glücklich macht ihn, dass seine 17-jährige Tochter mit ihrem großen Talent als Torhüterin schon in jungen Jahren den Durchbruch in der dritthöchsten Spielklasse geschafft hat, aktuell die Nummer eins beim FFC Heike ist. Der 44-Jährige… “

Bitte lesen Sie hier weiter im Artikel der Ibbenbürener Volkszeitung. Es lohnt sich, es geht um Glück.

(Text: © IVZ,  Foto: © IVZ, Rapreger)

Schöne Bilder II

18. August 2010

Merkel kommt nächste Woche, doch in vorauseilender Unterstützung war  BILD schon da (BILD-Ausriss lks) . Und wir erkennen: Alles ist so schön in unserem Lingener Kernkraftwerk. „Schon von Weitem sind sie zu sehen, die riesigen Dampfwolken, die aus dem Kühlturm aufsteigen. Ein Wolkenmacher unterm blauen Himmel.“

Auch ja, so schön ist sie, die Kernenergie, jedenfalls dann, wenn die 33-jährige „Single“ (facebook)  Stephanie Jungholt aus dem Axel Springer Verlag über Atomenergie berichtet. Alles klar, sauber, Strahlenbelastung 0,0 (laut „Dosimeter“). Dann vier Zeilen im Gespräch mit „Hans-Dieter Schmidt (52)…Traumberuf“ und vier weitere Zeilen über „Dagmar Hallfarth (40)…normaler Arbeitsplatz“ und „an der Sicherheit gar keinen Zweifel“.

Da ist der Zeigefinger schnell erhoben: „Vielleicht ist die Hysterie, mit der mancher bei uns über Atomkraft debattiert, auch etwas typisch Deutsches.“

Und das Naive-Artikelchen-Schreiben etwas typisch BILDhaftes. Setzen, Frollein Jungholt, in mehr als 100.000 Jahren wiederkommen und dann ein zweites Artikelchen über das wahre Thema schreiben, nicht über Wolkenmacher sondern über das  Atommüll-Machen, der dann  immer noch bewacht werden muss. Darüber berichtet BILD in dem Merkel-AKW-PR-Beitrag (natürlich) nicht. Auch dies durchaus vorausschauend, denn das Atommüllproblem beschäftigt Frau Merkel ja nicht so. Nach Gorleben reist sie jedenfalls für die von ihr gewünschten schönen Bilder in der nächsten Woche (und auch später) nicht. Genauso wie Stephanie Jungholt.