Sabine VIII

12. August 2010

Sabine Stüting ist am 12. September bei der Wahl zur Oberbürgermeisterin (oder zum Oberbürgermeister) dabei: Am Dienstag hat der Wahlausschuss der Stadt die Gültigkeit ihrer Kandidatur bestätigt und sie auf den Stimmzettel gesetzt. Weil Sabine Stüting für die BürgerNahen antritt, waren 210 Unterschriften von Lingener Bürgern nötig, um am 12.09. als Kandidatin auf den Wahlzetteln zu erscheinen. Die im Rat der Stadt und dem Landtag bereits vertretenen Parteien mussten dies nicht.
„Das erste Zwischenziel auf unserem Weg ins Rathaus haben wir damit locker erreicht: fast doppelt so viele Unterschriften wie nötig haben wir vorgelegt,“ sagt Sabine Stüting. Nicht alle Stimmen waren übrigens gültig, denn auch Bürger aus den Nachbargemeinden wollten sie unterstützen. Gezählt wurden aber nur Stimmen von Wahlberechtigten in Lingen. „Alles in allem ein sehr schönes Signal, das mich in meiner Entscheidung zur Kandidatur bestätigt und anspornt.“ Lächelnd fügt sie hinzu, dass sogar einige Mitglieder anderer Parteien sie mit einer Unterschrift unterstützt haben. „Die Wahl wird also spannend!“

Sabine Stüting dankt allen Bürgerinnen und Bürger, die ihre Kandidatur durch ihre Unterschrift möglich gemacht haben. „Es ist schön zu sehen, wer mich alles unterstützt. Unsere Zusammenarbeit hat Kräfte freigesetzt und Auftrieb gegeben, jetzt kann es weitergehen!“

(Quelle)

Draußen

12. August 2010

Ratsherr Herbert Jäger: „Der kaufmännische Leiter der Hedon-Klinik, Klaus Köhring, teilte mir vor Ort im Namen von Hermann Overhoff mit, dass meine Anwesenheit auf dem Betriebsgelände nicht erwünscht sei.“ So liest man auf der Internetseite über einen der größten Skandale in der Lingener kommunalen Selbstverwaltung. Auf Einladung der Betreiber der hatte am Montag der Planungs- und Bauausschuss (ohne mich, ich war beruflich verhindert)  die Großanlage besichtigt. Der Finanzbeamte und Ratsherr Jäger musste dabei draußen bleiben (Foto; © privat). Der Betreiber erteilte ihm Hausverbot.

Die Großanlage am Baccumer Berg – Sie erinnern sich? – ist die unerlaubt mit deutlich mehr als den maximal gestatteten 500 MW500 kWel errichtete, nur in der Leistung bis auf weiteres gedrosselte, also „privilegierte“ Anlage der “Baccumer-Bio-Kraft GmbH” (BBK). Sie gehört über die Overhoff & Köhring Gesellschaft bürgerlichen Rechts und  die BBK-Beteiligungs-GmbH mehrheitlich Hermann, Paul und Christof Overhoff. An dem Gesellschaftskonstrukt ist auch Klaus Köhring, kaufmännischer Leiter der Hedon-Klinik, maßgeblich beteiligt und die in der Anlage erzeugte Energie wird an den Arbeitgeber Köhrings, die Hedon-Klinik im Mediclin-Konzern verkauft. Schon seit Monaten frage ich mich übrigens, wie gut Gesellschafter Köhring eigentlich die Lieferverträge mit seinem Arbeitgeber  ausgehandelt hat, und erinnere mich bei dem Titel „kaufmännischer Leiter der Hedon-Klinik“ an den über ein Jahr dauernden Streik, mit dem die Dienstleistungsgewerkschaft verdi einen Tarifvertrag auch gegen Köhring erkämpfte (und von dem man im Internet bei den Recherchen fast nichts mehr findet, als ob jemand mit einem Staubsauger sauber gemacht hätte…).

Jetzt also haben der erfahrene Köhring und der forsche Hermann Overhoff ein gewähltes Ratsmitglied ausgesperrt und ihn so an der Ausübung des Mandats gehindert. Das hat es seit 1933 nicht mehr gegeben. Das skandalöse, vordemokratische Verhalten dieser Herren wird übrigens nicht dadurch  besser, dass die übrigen anwesenden Ratsausschussmitglieder ihre Veranstaltung fortsetzten. Sie haben angeblich nichts von dem Ausschluss Jägers mitbekommen bzw. „erst als alles fast zu Ende war“, so Vorsitzender Diekamp in der Mittwochsitzung. Er sagte nichts und bedankte sich noch für die Führung.

Einer hatte vom Hausverbot für das gewählte Ratsmitglied ganz bestimmt und früh erfahren: OB-Kandidat Jens Beeck (FDP). Der kam verspätet zu der Besichtigung und traf draußen Herbert Jäger, der ihm berichtete. Beeck veranlasste anschließend nichts, informierte auch nicht den Vorsitzenden und nahm an der Besichtigung teil, als ob nichts passiert sei. Am Mittwoch entschuldigte sich Beeck dafür.