Fachmann

24. Juli 2010

Einstimmig  – ich hatte es vorhergesagt – hat gestern Abend der CDU-Stadtverbandsvorstand  den Geester Hans-Josef Leinweber als Kandidaten der Union für die Oberbürgermeisterwahl vorgeschlagen. Lesen Sie selbst.

Die neue Nachricht: Am 5. August stimmen die Lingener CDU-Mitglieder in einer Mitgliederversammlung über den Kandidaten ab, der nach einer Wahl zum OB von Geeste nach Lingen umziehen will – eine beeindruckende Ankündigung  des „Fachmanns in den Bereichen der Kommunalen Selbstverwaltung, Wirtschaftsförderung, Finanzen und Strukturplanung“.

Diese Charakterisierung belegen meine, bisweilen kritisierten Forschungen in den Tiefen des Internets: Der Gemeinderat Geeste sollte nicht die Zahl der Verwaltungsmitarbeiter sondern die Zahl seiner Ratsvertreter reduzieren und veröffentlicht im Internet nur die Einladungen aber nicht die Ergebnisse der Ratsberatungen („Kommunale Selbstverwaltung“), die Gemeinde Geeste benötigte zweitweise zum Ausgleich ihres defizitären Etats Bedarfszuweisungen des Landes („Finanzen“) und sie will z.B. die „Antragsflut2 bei umweltzerstörenden  Mastställen nur ein bisschen regeln („Wirtschaftsförderung und Strukturplanung“).

Tja, unsere Fachmänner sind auch nicht mehr das, was sie mal waren. Apropos Fachmann:  Ich kann mir nicht vorstellen, dass Stadtrat Dr. Ralf Büring noch lange im Rathaus arbeitet, käme der CDU-Kandidat tatsächlich ins Amt. 😉

22 Antworten zu “Fachmann”

  1. Thorsten Lammers said

    Zugegeben,
    der Name Hans-Josef Leinweber ist nicht mit besonderer Strahlkraft verbunden- kennt man ihn nicht!

    Aber das gewählte Vokabular hier im Blog ist tatsächlich ja auch nicht mehr als Kreisliga.

    Offenbar aus purer Unkenntnis lässt sich hier der Blogger zu völlig unsubstantiierten Darstellungen verleiten.

    Hans-Josef Leinweber hat als Bürgermeister der Gemeinde Geeste hervorragendes geleistet. Unter anderem durch seine Regie wurden große, arbeitsplatzstarke Industriebetriebe angesiedelt, der Haushalt erstmals seit über 15 Jahren in 2008 und 2009 ausgeglichen, die Gemeinde einer komplett neuen Bauleitplanung zur Begrenzung gewerblicher Tiermast unterzogen- um einige der Erfolge zu nennen.
    Mitnichten kann da von „Kreisliga“ gesprochen werden, das war vielmehr ganz großes Kino!
    Nicht umsonst auch war Hans-Josef Leinweber des öfteren bevorzugter Interviewpartner überregionaler Zeitungen bei Themen von hoher kommunaler Bedeutung.

    Achja, unserem geschätzen Bürgermeister auch noch eine verantwortlichkeit für die Bedarfszuweisungen zuzusprechen ist schon obszön und zeigt, mit wie wenig Wissen hier ins Blaue hinein Stimmung gemacht wird!

    Hier passiert gerade das, was schon des öfteren vermeintlich Kundige getan haben, nämlich Herrn Leinweber zu unterschätzen.
    Erschreckend, wie hier Herr Koop seine Geringschätzung für die Anliegen kleinerer Kommunen und die in ihr lebenden Bürger zum Ausdruck bringt. Eines sei er sich bewusst… auch auf dem Land gibt es nicht nur Kleingeister, die maximal Mastställe ein bisschen regeln!

    So viel zum Thema „Fachmann“

  2. Hans Peters said

    Was ich hier lese, ist typisch für CDU-Parteigänger. Sehr oft reagieren sie auf sachliche Kritik mit pauschalen Verunglimpfungen („Geringschätzung für die Anliegen kleinerer Kommunen und die in ihr lebenden Bürger“). Das hat immer den Grund, von eigenen argumentativen Schwächen abzulenken.
    Besonders peinlich, Thorsten Lammers, ist, dass sie als CDU-Ratsherr in Geeste dies nicht einmal zu erkennen geben.
    Wissen Sie was? Behalten Sie doch Ihren Kino-Mann einfach.

    • Dieter Herrmann said

      Als ob es in der Politik auf (die besseren/(aussage-)kräftigeren) Argumente ankommt 😀

      Vielen Dank, Sie haben mir den Tag versüßt!

  3. peter said

    …herr peters, merkste selbst ne?

  4. Denny Crane said

    Die Tatsache, dass dieser Geestener Bürgermeister 11. Wahl der CDU ist, zeigt doch einmal mehr, dass selbst die Union kein großes Vertrauen in diese Person haben kann und nur aus bloßem Machterhalt einen Kandidaten präsentieren musste. Die finanzpolitische Kompetenz ist offensichtlich auch kaum vorhanden, um mit einem lingener Haushalt in der derzeitig ungünstigen Situation umzugehen.
    Er stellt keine Alternative zu anderen Kandidaten dar und es ist Zeit, die CDU für dieses arrogante Verhalten abzustrafen, wenn sie glauben, die lingener Bürger würden jeden Kandidaten wählen, nur weil er von ihnen kommt.

    • Tobias said

      Lieber Denny,

      „11.Wahl“ – man hat anscheinend mit mehreren Personen besprochen, aber woher haben Sie diese Information? Vielleicht hat man sogar 40 Leute gefragt.

      Hier in diesem Blog wird Stimmung gemacht – und zwar einseitig!

      Das was Leinweber in Geeste geleistet hat, davon kann Lingen noch vieles lernen. Jemand der UNBEFANGEN alle Projekte der Stadt Lingen nochmals (bei der finanziellen Lage) prüfen kann, kann von Vorteil sein.
      Jemand der in der aktuellen Lage AHNUNG von Verwaltungsführung hat, kann von Vorteil sein.

      Leinweber hat in Geeste viel geleistet. Herr Koop, fragen Sie doch einfach mal in Geeste. (Stichwort: Schweinemast, Biogasanlage, Demographie, Arbeitsplätze,…)

      Und noch etwas: Leinweber ist Sprecher der Versammlung der hauptamtlichen Bürgermeister des Landkreises Emslandes. Er ist also nicht „nur“ Fachmann, sondern er weiß auch, was Ortsteile bedeuten, was Schulstandortschließungen bedeuten (Demographie)…
      Weiß darüber etwa eine Ärtzin Bescheid? Oder ein Lehrer für Musik?

      Das wird der Wähler entscheiden!

  5. Tobias said

    „Die finanzpolitische Kompetenz ist offensichtlich auch kaum vorhanden“

    Wenn man einen Haushalt saniert, nachdem er 15 Jahre Schulden gemacht hat, ist also keine Kompetenz?
    Wenn jemand bei Projekten viel Geld von außen hereinholen kann, ist das keine Kompetenz?

    • Denny Crane said

      Mein Gott, Sie überschlagen sich ja fast vor lauter Begeisterung, aber Ihre Partei wohl leider nicht: Meinetwegen kann es gerne der 10., der 40. oder auch der 100. gewesen sein, den die CDU gefragt hat, dass spricht aber immer noch nicht dafür, dass sie ihn für den geeignetsten Kandidaten hält.
      Dann sollte man wissen, dass sich bis zum Einsetzen der gewaltigen Wirtschafts- und Finanzkrise sich viele Kommunen über Wachstum und sprudelnde Steuereinnahmen freuen konnten. Aber zeigt sich nicht in einer Krisensituation die wahre Fähigkeit einen Haushalt zu führen? Herr Leinenweber ist seit 2001 Bürgermeister der Einheitsgemeinde Geeste und erst 2008 in der Folge eines allgemeinen wirtschaftlichen Aufschwungs ein ausgeglichener Haushalt? Vorher hatte er auch nur Defizite aufzuweisen und war zeitweilig sogar auf den Finanzausgleich des Landes Nds. angewiesen. Jetzt ist der Aufschwung vorbei. Nicht nur für Geeste, andern auch für Lingen. Die große Einnahmequelle Gewerbesteuer eingebrochen. Wird ein so krisenfester Fachmann wie Herr Leinweber einen weitaus umfangreicheren Haushalt als Geeste auch ausgeglichen halten können ohne Zuweisungen des Landes und ohne Aufschwung? Vielleicht wird ihm seine Tätigkeit als „Sprecher der Versammlung hauptamtlicher Bürgermeister des Landkreises Emsland (ich nehme mal an fast ein emsländischer CDU-Parteitag, wenn es so etwas gäbe) weiterhelfen.

  6. schmut said

    andersrum gesehen, hat die cdu einfach 10 40 100 kandidaten, die ausreichend qualifiziert sind.
    und die andern nunja 😉

  7. Denny Crane said

    Nur leider will von den 10, 40, 100 qualifizierten keiner;-)

  8. Robert Koop said

    @ Denny Crane
    Genau! Es will keiner von den vielen, die gefragt wurden. Zu fragen ist also:

    Warum will keiner von ihnen? Und sozusagen als Zweitfrage: Warum will Leinweber?

  9. Jochen S. said

    Warum will keiner?

    Dafür mag es individuelle Gründe geben (man hat einen besserbezahlten Job, man traut sich das nicht zu, es gibt in der nächsten Zeit nur Probleme, der Dienstwagen ist schei**e etc)

    Bei den Lokal“größen“ fällt mir niemand ein, der das wuppen könnte.

    Für Leinweber spricht, daß er weiß, wie eine Verwaltung arbeitet. Was nicht unwichtig ist, es reicht nicht, Visionen zu haben (dann sollte man laut Helmut Schmidt sowieso zum Arzt), man sollte auch wissen, wie man diese umsetzt. Dieses Wissen bzw. die Erfahrung fehlt mir bei den übrigen Kandidaten (zumal diese gegen eine schwarze Ratsmehrheit agieren müssten).

    Nun kann man sagen, der hat ja nur eine kleine Gemeinde regiert. Aber der Mensch wächst bekanntlich mit seinen Aufgaben 🙂 Und mal ehrlich: wenn man eine derartige Chance bekommt, wer von uns würde da nicht zugreifen? Soviel zur Frage „warum will L.“

    achso, der Buchstabe L ist ja reserviert 😀

    • Thomas said

      Lingen braucht dringend einen WECHSEL!

      Der Geester ist doch wieder so ein typisches Polit-Exemplar was die Bürger nicht mehr sehen möchten. So ist der kommunale Filz jedenfalls nicht aufzulösen. Dann geht’s vom Regen in die Traufe.

  10. Hans Peters said

    Ich verstehe nicht, weshalb hier so viel Mutlosigkeit geäußert wird. Was hat der Herr Leinweber denn außer einem CDU-Parteibuch aufzuweisen? Bisher überhaupt nichts, das ihn für die Aufgabe als Oberbürgermeister in Lingen prädestiniert!

    Dazu reicht es jedenfalls nicht, dass er in Geeste Bürgermeister ist. Lingen ist kein Dorf.

    • Jürgen said

      Das ist die Erfahrungen mit Wahlen in Lingen.

      • Hans Peters said

        Leinweber hat in Lingen noch nicht kandidiert und ist auch längst noch nicht gewählt. Da gibt es also auch keine Erfahrung, Jürgen.
        Eigentlich ist es ganz einfach: Ein Segelbootkapitän kann auch keinen Tanker manövrieren. Die Lingener Schuhe sind für Herrn Leinweber aus Geeste schlicht zu groß. Das merken die Wähler.

  11. Aus der Nachbarschaft said

    Schade nur, dass auch bei der „Opposition“ kein geeigneter Kapitän in Sicht ist, sieht eher nach einer Segelbootregatta rund um um das Lingener Rathaus aus – Große Chance für alle vertan !

  12. Frustierter Lingener said

    Wir haben also die Wahl zwischen Hochkompetenten Leuten:
    1. einem Dorfbürgermeister aus Geeste
    2. einer Ärztin (große politische Erfahrung)
    3. einem Lehrer (Führungskraft)
    4. einem linken Bankkaufmann

    Da fällt es einem schon sehr schwer zur Wahl zu gehen.
    Großer Dank gilt dem EX-OB, der den Bürgern einen Scherbenhaufen hinterlassen hat. Wie sollen die Parteien jemanden fach- und sachkundigen Kandidaten finden.?

    Herr Koop,bitte treten Sie selbst an. Einzig Ihnen traue ich zu, die Stadt aus dieser Lage zu befreien.
    Sie kennen die Verwaltung, sind Jurist und verfügen über langjährige (Jahrzehnte?) politische Erfahrung.

    • Alan Shore said

      @Frustrierter Lingener
      Vielleicht sollten Sie aufhören so sehr nach den Berufen zu gehen, immerhin ist eine Physikerin Kanzlerin, ein halbgarer Jurist Verteidigungsminister und die Mehrheit aller Abgeordneten des NRW-Landtages Lehrer.
      Außerdem: Juristen sind nicht automatisch gute OBs, wie man an dem letzten gesehen hat, gleichwohl würde ich mich auch darüber freuen, wenn Robert Koop kandidieren würde. Bis zum 9. August sind es ja noch ein paar Tage…

  13. schmut said

    herr koop wäre mit abstand der mann, der das meiste knowhow mitbringt!
    aber müsste man sich am ende der amtszeit fehler attestierten lassen, könnte man nicht mehr so schön über alles und jeden als wohlerhaberner urteilen… 😉

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