Schrecken

12. Juli 2010

Eine Kaltfront hat heute im Emsland mit Sturm und Regen viel Schrecken verbreitet und große Schäden verursacht. Am Morgen hatte es Unwetter-Warnungen im Radio gegeben. Mittags zog dann von der Grafschaft Bentheim her ein Unwetter über das Emsland und hinterließ große Zerstörungen. Knapp eine Stunde dauerte das Unwetter in der Region; dann zog es weiter Richtung Ostfriesland und Oldenburger Land. In vielen Ortschaften stürzten Bäume um und flogen Dachziegeln von den Dächern. Die Rettungskräfte waren im stundenlangen Dauereinsatz. Viele Straßen mussten von Bäumen und Ästen befreit werden.

Tragisch: In Nordhorn wurde eine 47-jährige Frau von einem Baum erschlagen. Sie hatte mit ihrem Hund während einer Radtour am Nordhorner Tierpark in einem Haus Schutz gesucht. Plötzlich wurde durch eine starke Sturmböe eine nahe dem Haus stehende Pappel entwurzelt und kippte auf das Gebäude. Von herabstürzenden Ästen wurde die Frau getroffen und getötet. Der ganze Nordhorner Tierpark sei verwüstet, sagte die Sprecherin des Zoos. „Wir sind alle ziemlich fertig hier.“ Große Bäume stürzten in Gehege und auf Wege, das Telefon- und Handynetz brach kurzzeitig vollständig zusammen. Der Nordhorner Tierpark Nordhorn wird in den kommenden Tagen für die Besucher geschlossen bleiben. Da sämtliche Mitarbeiter mit den Aufräumarbeiten beschäftigt sein werden, wird das für den kommenden Samstag (17. Juli 2010) geplante Sommerfest nicht stattfinden.

Der Sturm habe sich über die Grafschaft Bentheim bis ins nördliche Emsland gezogen, sagte ein Polizeisprecher. Es gebe „eine Spur der Verwüstung“.  In Klausheide wurde ein Jugendzeltlager einer katholischen Jugendgruppe aus Gellenbeck vom Sturm völlig zerstört und die Zelte wurden mehrere hundert Meter mitgerissen. Die Teilnehmer des Zeltlagers blieben unverletzt und wurden zunächst in einer Turnhalle untergebracht. Der Bahnverkehr auf der Strecke Münster – Emden war vorsorglich vor Beginn des Unwetters aufgrund der herausgegebenen Unwetterwarnung eingestellt worden. Im Hafen von Leer rissen die Sturmböen einen 157 Meter langen Schiffsneubau los – er krachte in die Werftanlage. ein Portalkran wurde aus den Schienen gerissen. Viele Straßen waren wegen umgestürzter Bäume blockiert, mancherorts fielen auch Strom, Telefon und Internetzugang aus. Von einer Brückenbaustelle an der Autobahn 30 im Bereich Schüttorf (Drievordener Straße) löste sich die Bauverschalung samt Eisenbewehrung, einige Eisenstangen schlugen durch die Frontscheibe eines niederländischen Autos – die beiden Insassen wurden nur leicht verletzt.

Sicherlich wird jetzt erneut darüber diskutiert, inwieweit der Klimawandel mitursächlich für derartige Orkanstürme ist. Dazu gibt es hier mehr Informationen...

(Foto: © Tierpark Nordhorn)