Fassade

17. Juni 2010

An meinem auswärtigen Arbeitsplatz im Landgericht Osnabrück gab es heute das, was man gemeinhin „hohen Besuch“ nennt. Justizminister Busemann (CDU) traf um 15 Uhr ein und zwar deshalb:

Presseerklärung: Justizminister weiht neue Fassade des Landgerichts ein
OSNABRÜCK. Auch wenn noch wenige Restarbeiten zu erledigen sind – schon jetzt erstrahlt sie in neuem alten Glanz: Die Fassade des Landgerichts.

Am 17. Juni 2010, 15.00 Uhr, wird Herr Justizminister Bernhard Busemann das Landgericht besuchen, sich einen persönlichen Eindruck verschaffen und die runderneuerte Fassade „einweihen“.

Sie sind herzlich eingeladen, bei der Einweihung dabei zu sein und darüber zu berichten. Herr Busemann und der Präsident des Landgerichts, Antonius Fahnemann, stehen für Ihre Fragen gerne zur Verfügung.

Treffpunkt:
Donnerstag, 17. Juni 2010 um 15.00 Uhr,
Landgericht Osnabrück
Eingangsbereich (Eingang Neumarkt)“

Ich muss sagen, dass ich nicht dabei sein, sondern in Saal 87 arbeiten durfte, als „die Fassade eingeweiht“ wurde. Bei der Arbeit habe ich aber doch über den russischen Feldmarschall Fürst Grigori Potjomkin sinniert. Dass der die sprichwörtlichen potjomkinschen Dörfer errichtet hat, stimmt bekanntlich nicht. Dass aber 2010 ein leibhaftiger Justizminister mit Dienstwagen und Fahrer anreist, um eine Fassade einzuweihen, ist keine Sage sondern peinliche Realität.