Hängepartie

7. Juni 2010

Mittwoch wird bei Nachbarns gewählt. Die niederländischen Wähler wissen selbst nicht, was sie wollen. Bemerkenswert:
Rund die Hälfte aller Wähler wollen -so die Meinungsforscher- diesmal eine andere Partei wählen, als bei den letzten Parlamentswahlen. Die Experten sagen auch zwei große Verlierer voraus. Die CDA von Ministerpräsident Jan-Peter Balkenende wird von 41 Parlamentssitzen heute auf etwas mehr als die Hälfte abstürzen, die Sozialistische Partei (SP) von gegenwärtig heute 25 auf die Hälfte.
Dritter Verlierer, auch wenn sich das zahlenmässig seltsam anhört, dürfte die Partei von des Nationalpopulisten Geert Wilders werden. Sie hat heute 9 Sitze und liegt in den Umfragen zurzeit zwischen 15 bis 18 Sitzen. Zeitweise sagten ihr die Umfragen auch schon 30 Mandate voraus.
Gewinner dürfte die rechtsliberale VVD werden, die nach den Vorhersagen (Grafik rechts) größte Partei im Parlament werden wird. Doch damit ist die Frage nach der künftigen niederländischen Regierung noch offen. Denn eine „schwarz-braun-gelbe“ Regierung -im Kern nach deutschem Vorbild- ist nicht wahrscheinlich; die CDA will nicht, außerdem kommen VVD, CDA und die Wilders-Partei offenbar nicht auf die nötigen 76 von 150 im Parlamentssitzen.
Vielleicht kommt es also in Den Haag zu einer “lila Koalition” zwischen VVD, der sozialdemokratischen PvdA, der linksliberalen D66 und Grün-Links. Aber die Auguren sagen, dass  der VVD dies  als “ein bisschen zu Links” empfinden könnte. Also: Es wird eine Hängepartie im Westen. Mittwochabend wissen wir mehr.

(Grafik: © Meine Güte)