Sommermärchen

24. Mai 2010

Gerade gab es bei uns zuhause eine große Frühstücksdiskussion über die Piratenpartei. Der größte Piraten-Protagonist am Tisch trauerte sichtlich, hat aber noch nicht resigniert. Derlei liegt wohl in der Familie 😉

Nun denn: SPIEGEL-online analysiert den Niedergang der Piraten mit beachtlicher Schärfe. Überschrift: Piraten erleiden Schiffbruch. Internet und Datenschutz reichten im letzten Jahr zu einem beachtlichen Aufstieg: 2,0 % bei der Bundestagswahl. Doch jetzt ist die Luft raus. Der Piraten-Bundesparteitag in Bingen (wer macht so etwas schon in Bingen?!) war wohl einigermaßen ernüchternd. Eine Farce – so der Artikel – und die inhaltliche Ausrichtung ist unklar und die Führung ist rein männlich. Die einzige Kandidatin wurde abgestraft, wohl weil sie eine Piratenpartei-Mailingliste nur für Frauen eingerichtet hatte. Es sieht so aus, als sei von einer spannenden Bewegung nur ein lächerlicher Chauvi-Haufen übrig geblieben.

Die Piratenpartei erschien im letzten Sommer, heißt es bei der ZEIT,  nicht als Partei, sondern als eine Bewegung einer Generation. Die Partei derer, die mit dem und im Internet lebten und von denen, die das Land regierten, nicht verstanden wurden. Und die aufgebrochen waren, ihre Welt zu verteidigen.

Dieses Piraten-Sommermärchen 2009 scheint zu Ende und -bezeichnend- auch die wöchentlichen Treffs im Lingener Extrablatt finden zurzeit nicht statt. Im Vertrauen: Zu weiterführenden politischen Gesprächen in Lingen treffe ich mich gegenwärtig gegenüber im Maxim!

(Foto © gedankenstuecke, creative commons)

Handelswege

24. Mai 2010

Bundespräsidenten sind ja gemeinhin politischer Tageskritik eher entzogen. Nun aber hat Amtsinhaber Horst Köhler nach seinem Besuch bei der Bundeswehr in Masar-e-Scharif dem Deutschlandradio gesagt:

Allerdings müsse Deutschland mit seiner Außenhandelsabhängigkeit zur Wahrung seiner Interessen im Zweifel auch zu militärischen Mitteln greifen. Als Beispiel für diese Interessen nannte Köhler ‘freie Handelswege’. Es gelte, Zitat ‘ganze regionale Instabilitäten zu verhindern, die mit Sicherheit dann auf unsere Chancen zurückschlagen’ und sich somit negativ auf Handel und Arbeitsplätze auswirkten.

Wie bitte? Fefe bloggt: „Bundeswehreinsatz für freie Handelswege. Hat er damit somalische Piraten gemeint oder Länder mit zu hohen Zöllen? Damit haben wir uns dann wohl von der bisherigen Praxis verabschiedet, was von Völkerverständigung, Menschenrechten und humanitären Einsätzen zu faseln.“ Auch ich finde es unglaublich, was Horst Köhler da sagt. Bundeswehr zur Sicherung der Handelswege. Jetzt wissen wir auch, wozu die Schaumweinsteuer immer wieder gut ist.

Übrigens hat das Deutschlandradio das Interview nachträglich gekürzt. Aber hier gibt es das volle Interview als mp3 .

(Foto: © Bertelsmann Stiftung creative commons)

König

24. Mai 2010

Hier habe ich ein kleines Der-Kunde-ist-König-Fundstück aus Tanjas Universe Blog.  Keine Ahnung, ob der Brief echt ist oder ob es sich hier bloß um einen (exzellenten) PR-Gag handelt. Ich jedenfalls habe -wie Tanja- sehr gelacht, als ich ihn las.

Der Hintergrund: Nachdem Herr und Frau Ressel pensioniert waren, bestand Frau Ressel auf der Begleitung ihres Mannes bei ihren Einkaufsbummeln im Kaufhaus Karstadt. Allerdings war Herr Ressel wie viele Männer: Er fand Einkaufen langweilig. Ebenso unglücklicherweise war Frau Ressel wie viele Frauen und liebte es, endlos zu stöbern. Dann jedoch bekam sie angehängten Brief aus der Karstadtverwaltung…