Schockstarre

5. Mai 2010

Gestern hat die Lingener Tageszeitung in der gedruckten Ausgabe  über den Asbestfund im Emsauenpark geschrieben. Etwa 15 % des Berichtes stimmt. In dem kurzen Online-Berichtchen stimmen gar nur 5 %. Es klang nämlich so, als habe man zwei, drei Asbestbrocken gefunden. Die Sache ist aber schwerwiegend und gar nicht lustig, vielmehr richtig (!) teuer. Also fragen Sie mal nach. Zum Beispiel so:

  • Wer hat das Asbest gefunden?
  • Wann wurde es gefunden und wo genau?
  • Welche Asbestmengen sind bisher gefunden worden?
  • Steht fest, wie viel Asbest eingegraben worden ist?
  • In welchem Zustand befindet es sich? Sind es Brocken, Flocken, Platten?
  • Welche Flächen genau sind kontaminiert?
  • Was soll jetzt mit diesen Flächen geschehen?
  • Werden Sie dekontaminiert?
  • Auf welche Weise werden die Flächen dekontaminiert?
  • Gibt es dabei ein Risiko für Arbeiter, Anwohner, Käufer?
  • Wie lange dauern die Arbeiten?
  • Was kostet die Dekontamination?
  • Wer zahlt?
  • Erhöht sich dadurch der Kaufpreis der künftigen Grundstücke?
  • Wieviel Kubikmeter zu entsorgenden Asbestabfall gibt es?
  • Was soll mit dem Asbestabfall geschehen?
  • Wie kommt der Abfall auf welche Deponie?
  • Wie teuer ist die Deponierung?
  • Schlafen Sie nächtens noch durch, Herr Büring?

Meine Fragen sind weder vollständig noch ordentlich sortiert. Denn ich kann Ihnen sagen, Lingens Kommunalpolitiker sind in dieser Frage erst seit ein paar Tagen informiert und seither in Schockstarre. Ich eingeschlossen. Die Verwaltungsspitze auch. Der Zeitung entnehme ich, dass immerhin Stadtrat Ralf Büring einen Ausweg sucht. Der ist auch bitter nötig.  Gesprochen wird ansonsten nur hinter vorgehaltener Hand und nicht-öffentlich – is‘ also überhaupt nicht mit „öffentlich kommunizieren„, wie zu lesen ist! Öffentlich beraten wir im Bau- und Planungsausschuss heute die Möblierung des neuen Busbahnhofes. Man muss eben Schwerpunkte setzen…

(Foto: Asbestplatten © GalerieOpWeg, flickr.com)