Steffi

27. April 2010

Schon mehrmals habe ich hier in diesem kleinen Blog gelästert, die höchste Form des emsländischen Protestes sei der Leserbrief an die Lokalpresse.  Bloß was macht man, wenn der gar nicht erst veröffentlicht wird, der wohlformulierte  Leserbrief?

Blogleserin Steffi meinte nun zu mir, es sei an der Zeit, einen eigenen Blog zu schaffen für bzw. besser gegen die Zensuraktivitäten und „den-Leserbrief-veröffentlichen-wir-nicht“-Selbstherrlichkeiten der Lokalpresse. Einen Blog, der genau die kleinen Manipulationen und das Unter-den-Tisch-gefallene veröffentlicht.  Vorbild könnte der BildBlog sein. Das klingt spannend und wäre ein weiteres Stück notwendige Gegenöffentlichkeit.

Meine Frage:
Was meinen Sie, sollen wir uns an einen solchen Blog heranmachen? Mich interessieren Ihre Kommentare!

42 Antworten to “Steffi”

  1. Klaus B. said

    Auf jeden Fall. Das ist doch eine echt gute Alternative zur Lingener Tagespost. Da wurden Leserbriefe und Artikel schon oft (aus Platzgründen?) gekürzt oder gar nicht erst veröffentlicht. In einem solchen Blog könnte also ungekürzt und unzensiert berichtet werden. Das kann ich nur befürworten. Gute Idee Steffi! – Machen Sie sich also an die Arbeit Herr Koop.

  2. Chrissi said

    Unbedingt! Eine Stadt bzw. Region, die nur eine Zeitung hat (lassen wir mal EL-Kurier und andere Anzeigenblätter außen vor) muß ja zwangsläufig in der Meinungsbildung einseitig werden.

    Nur, wie wollen Sie es machen? Sie würden Leser auffordern, nicht abgedruckte Leserbriefe an Sie zu senden? Denn das wäre ja Voraussetzung: ein vorausgegangener vergeblicher Versuch, einen Leserbrief zu platzieren. Sonst stimmt die Kategorie ja nicht!

    • Hendrik said

      Man kann ja gleichzeitig an beide Angebote senden, so wäre im direkten Vergleich schnell klar, was veröffentlicht und was gekürzt wird oder was ganz rausfällt.

  3. Studentin said

    Eine super Idee.
    Ich bin von außerhalb und habe nun schon oft Sprüche wie „LT sei ein CDU-Blatt“ etc. zu hören bekommen und mich sehr aufgeregt.
    Vor kurzem habe ich selbst erlebt, wie die LT bei einer Pressemitteilung die Sachen rausstrich, die nicht ihrer Meinung entsprachen.
    Es ist doch traurig, dass sich eine ganze Stadt (mehr oder weniger) bewusst ist, dass die einzig vorhandene Zeitung der Region nicht unabhängig und offen für jegliche Meinungen ist.

    • Humanitas said

      Ich finde die Idee auch super. Bereits bei einem Treffen einer BI kam die Idee auf, einfach eine eigene Zeitung heraus zu bringen und so auch bürgerliches Engagement zu unterstützen. So eine Zeitung wäre natürlich mehr Aufwand mit Druck und Verteilung als ein Blog. Da viele der engagierten Personen auch berufstätig sind, befürworte ich absolut den Blog. Wir müssen uns nur Gedanken machen, wie wir den bekannt machen. Über die Tagespost wird schwierig…. 😉

  4. Hendrik said

    Zitat „Bildblog (Eigenschreibweise BILDblog) ist ein seit 2004 von mehreren Medienjournalisten betriebenes Watchblog, das die Arbeit der Springer-Publikationen Bild, deren Ableger „Bild am Sonntag“ und deren Online-Auftritt Bild.de kritisch begleitet. Im April 2009 erweiterte das Watchblog sein Themenfeld unter dem Namen Bildblog für alle und mit dem Motto Ein Watchblog für deutsche Medien auch auf andere Publikationen.[2]
    Bildblog weist häufig Fehler in der Berichterstattung, ungenügend recherchierte Artikel und Schleichwerbung nach und macht auch auf Verstöße gegen den Pressekodex aufmerksam.“ aus Seite „Bildblog“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 19. Februar 2010, 16:48 UTC. URL: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Bildblog&oldid=70889074 (Abgerufen: 27. April 2010, 09:24 UTC)

    Was ich damit sagen will? Ich denke Herr Koop würde sich gerne an einem solchen Projekt beteiligen, aber etwas was das Vorbild BILDblog ausmacht, ist, dass es sich aus gerade aus mehreren Autoren gebildet wurde.

    Die Frage ist also nicht, ob wir in Lingen (oder im Emsland?) so ein LT/NOZ-Tagebuch oder benötigen, sondern vielmehr, ob sich Menschen finden, die sich einem solchen Medienhaus entgegenstellen wollen. Am eigenen iPad nur zu konsumieren ist sicherlich einfacher, als einmal kritisch zu hinterleuchten.

    Also – wer ist dabei? Aber bitte contenance für die Namensfindung: IG Pressewahn und Watchblog Emsland fallen hoffentlich von alleine raus. Ich schlage „Presseblog Emsland“ vor.

    ps
    Und ich melde mich jetzt bereits schon freiwillig; für eine humoristische Betrachtung der Fotos aktueller emsländischer Schützenkönige samt Gefolge!

    • Chrissi said

      Hallo Hendrik,

      dann leg mal los! Die ersten Berichte über die Schützenfeste stehen schon wieder drin! Ich frage mich immer: Interessieren diese Berichte überhaupt irgendjemanden, außer den Leuten, die sowieso auf den Festen waren? Ich find’s immer unglaublich provinziell, daß diese „News“, wer jetzt wieder Schützenkönig wurde, in der Tageszeitung stehen. Wow! Ein neuer Schützenkönig, toll…

  5. Heino said

    Persönlich kann ich diese Idee nur befürworten und hoffen, dass sie realisiert werden kann.
    Aus der Vergangenheit weiß ich, dass viele Leserbriefe – vor allem aus der CDU bzw. Pott kritischen Richtung – nicht veröffentlicht wurden. Da kann die LT noch so oft behaupten wie sie will, dass jeder Leserbrief veröffentlicht wird. Das Gegenteil ist der Fall.

    Hier nur ein Beispiel aus der jüngeren Vergangenheit:

    Wo ist die Presseerklärung der BI Arenawahn zu den Funden auf dem Laxtener Esch? Zu lesen ist diese Erklärung im Internet bei anderen Gruppen und Gemeinschaften. Lingener Tagespost – Fehlanzeige!

    Wo bleiben die noch nicht veröffentlichten Leserbriefe bezüglich des Altenlingener Forstes?

    Kaum ein CDU kritischer Leserbrief wird ungekürzt abgedruckt. Die leidigen Platzhalter […] kennt jeder zur Genüge. Zudem ist die Kürzung oftmals sinnentstellend und gibt nicht dass wieder, was der Schreiber vermitteln wollte.

    Ich halte daher auch die Veröffentlichung von gekürzten Leserbriefen mit einer Gegenüberstellung des Orignal-Leserbriefes für unverzichtbar. Dann kann sich jeder seine eigene Meinung bilden.

    Die Errichtung einer solchen Informationsplattform ist zu begrüßen. Damit aber diese Plattform nicht zum „Schmuddelblog“ verkommt, müssen sicherlich auch hier gewisse „Spielregeln“ eingehalten werden. Sachlichkeit und Seriosität müssen Vorrang haben vor Beleidigungen, persönlichen Angriffen und Diffamierungen.

    Es sind alle Bürger, Oppositionsparteien, Bürgerinitiativen und Gruppierungen aufgefordert, sich aktiv an dieser neuen Plattform zu beteiligen.

  6. Monia said

    Ich finde die Idee nicht nur gut, sondern absolut notwendig. Dazu sei erst einmal gesagt, dass auch die EL-Kuriere zur Neuen Osnabrücker Zeitung gehören und die verantwortlichen Redakteure der LT, der MT und der Ems-Zeitung gleichzeitg verantwortlich sind für die Inhalte der EL-Kuriere. Dort findet man also die gleiche „Unabhängigkeit“ wie in der Tageszeitung. Abgesehen davon sind Anzeigenblätter sowieso niemals unabhängig, weil – wie der Name schon sagt – ihre Existenz von Anzeigen abhängt, und die gut zahlenden Kunden aus der Wirtschaft (, die damit in weiten Teilen natürlich ebenfalls politisch nicht unabhängig sind)natürlich nur dann weiterhin teure Werbung plazieren, wenn sie vom entsprechenden Blatt wohlwollend behandelt werden.
    Ich fände es aber auch gut, wenn man über das Leserbrief-Elend hinaus hier eine Plattform finden könnte, um auf all die versteckte (aber offensichtliche) Werbung und PR und auf schlampig recherchierte oder gar falsche Artikel in der Tageszeitung aufmerksam machen zu können. Ich werde mich daran sehr gerne beteiligen!

  7. bn_ReinhardRauscher said

    Hallo Herr Koop,
    Die Idee an sich finde ich sehr gut. Allerdings waere es wirklich an der Zeit, die überbordende Schreiberei der Zeitgenossen unter irgendwelchen Pseudonymen einzugrenzen.
    Ein Leserbrief zeichnet sich u.a. dadurch aus, dass er mit voller Namens- und Adressangabe veröffentlicht wird, so soll es denn auch sein !

    Gruss R.Rauscher

    • Eddie said

      @ R. Rauscher
      Hier irrt R. Rauscher!
      Da man in Lingen ja wohl schon wieder so weit ist, dass die Bürger sich nicht trauen, ihre Meinung frei zu sagen oder die Veröffentlichung der eigenen Meinung verhindert oder behindert wird, ist die hier vorgestellte Möglichkeit des Meinungsaustausches äußerst wichtig und wohl auch notwendig.

      Keine Zensur – aber mit der bei @Heino geforderten Sachlichkeit.

      Traurig, wenn Andersdenkende so unter Druck gesetzt werden können, die eigene Meinung zurück zu halten. Wird ein Bürger unangenehm, gibt es keine Aufträge mehr, der/dem Tochter/Sohn wird der Ausbildungsplatz verwehrt, usw. Ist der Filz in Lingen schon so dick?

      Deswegen sollte das Abgeben von Kommentaren mit Pseudonym ausdrücklich begrüßt werden.

      Wer dennoch möchte, kann seinen vollen Namen und Adresse nennen. Hier kommt es sicherlich auch immer auf das jeweilige Thema an.

      Wenn die örtliche Presse eine freie Meinungsäußerung ver- oder behindert, muss man sich eben andere Wege suchen. Dafür ist das Internet bestens geeignet und dort ist die freie Meinungsäußerung schwer aufzuhalten.

      Newsletter etc. und schon geht die Post ab.

  8. Chrissi said

    @R.Rauscher: Auf keinen Fall! Ich selbst habe mit der Zeitung darum „gerungen“, daß in der LT sowie im übergeordneten Mantelteil der NOZ, wo die überregionalen Leserbriefe auf Seite 8 stehen, nur noch der Name, nicht aber die komplette Anschrift steht, was glücklicherweise seit dem 8. Februar 2010 auch endlich so ist. Name – okay, da gebe ich Ihnen Recht. Aber die Anschrift finden Sie in keiner namhaften Tageszeitung, Wochenzeitschrift, Magazin etc. Warum nicht? Ich kann Ihnen aus persönlicher Erfahrung sagen: Ich selbst schrieb vergangenen Sommer einen kritischen Brief, der sogar abgedruckt wurde, woraufhin ich einen miesen anonymen Brief erhielt. Wäre meine komplette Anschrift nicht genannt worden, wäre mir dies erspart geblieben. Und heute sind soviele Verrückte unterwegs, da ist ein anonymer Brief wohl noch harmlos. Die private Anschrift der Redakteure kennen wir schließlich auch nicht. Und das ist auch gut so!

    Fazit: voller Name – ja, komplette Anschrift – nein!

    • Conny Spielmanns said

      Bin da völlig Ihrer Meinung Chrissi. Der Name genügt bei Leserbriefen und Pressemitteilungen. – Kommt auch wohl manchmal auf das Thema an. – Die Einträge in den diversen Blogs unter Pseudonym finde ich nicht so tragisch. Es kommt doch auf die Aussage an. Außerdem habe ich in der Vergangenheit die Erfahrung machen müssen, dass in unserer Stadt Bürger sich nicht trauten, ihren Namen zu nennen. Als wir im Sommer für die BI Arenawahn Unterschriften gesammelt haben, bekamen wir häufig zu hören, dass man unsere Aktion gerne unterstütze, jedoch aus Angst vor Konsequenzen nicht unterschreiben wolle/dürfte, da man z.B. bei der Verwaltung arbeite oder Stadtbediensteter sei. – Oder die Tochter/der Sohn auf eine Ausbildungsstelle hoffe etc. Die heftigste Aussage für mich persönlich war: „Ich darf nicht unterschreiben, ich bin doch Mitglied in der JU“. – Diese Ängste darf es in einer Demokratie nicht geben. Umso wichtiger ist es, eine Möglichkeit zu haben, seine Meinung frei äußern zu dürfen. –

      – Art. 5 [Recht der freien Meinungsäußerung]
      (1) Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten. Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet. Eine Zensur findet nicht statt.

  9. Chrissi said

    Wobei, ich glaube, ich nehme zurück, was ich zuletzt geschrieben habe und gehe noch weiter: Sogar der Name sollte im Internet nicht stehen. Personen, die im Rathaus, Kreishaus oder gar bei der Zeitung arbeiten, mögen vielleicht auch mitdiskutieren. Das könnten sie kaum, wenn sie sich namentlich outen müßten. Was nützt es auch, den Namen zu kennen? Wäre die Meinung anders zu bewerten, ob jemand nun Richard Müller oder Anton Meyer heißt? Interessant wäre doch vielleicht „Frau, 38, wohnhaft in Lingen, meint…“ Das wäre schon eher aussagekräftig, denn diese hat bestimmt eine andere Ausgangssituation als „Mann, 91, wohnhaft in Handrup“, nur mal so ausgedacht.

  10. Chrissi said

    Übrigens: Erinnert sich jemand daran, seit wann in der NOZ und damit in der LT ÜBERHAUPT erst Leserbriefe abgedruckt werden? Das war nämlich eine ganze Zeit lang GAR nicht der Fall, was ich schon ziemlich hart fand! Ich meine, daß dies erst vor wenigen Jahren eingeführt wurde. Oder wieder eingeführt wurde? Weiß es jemand?

  11. Dierke said

    Mir ist vor ca. anderthalb Jahren folgendes passiert: Ich schrieb zu den Kosten des ersten „Emsland Arena“ Projektes ( 19 Mio. Euro )- an der Lindenstraße – einen Leserbrief, ein bißchen ironisch gemäß Richard Wagners „Rheingold“. Herr Perz fand ihn hingegen beleidigend und bot mir – auf Nachfrage nach ca. 10 Tagen – an, ihn nur dann zu veröffentlichen, wenn ich bestimmte ironische Anmerkungen herausnehme. Das habe ich abgelehnt und über das Büro Pott nochmal versucht, Herrn Perz im Hinblick auf „Pressefreiheit“ und „freie Meinungsäußerung“ zur Veröffentlichung zu bewegen. Das gelang natürlich erst recht nicht….
    Andere Städte haben auch nur eine Zeitung und können es ertragen, daß die freie Meinungsäußerung in einem Leserbrief erscheint. Warum es in Lingen nicht geht, verstehe ich überhaupt nicht. Der Begriff „Hofberichterstattung“ macht die LT Redakteure übrigens sehr wütend !!

  12. Thomas said

    Eigentlich eine gute Sache, sie wird aber ohne Moderation und ohne Spielregeln nicht auskommen und somit auch einer gewissen „Zensur“ unterliegen.
    So wie ich gehört habe, gab es da ja auch schon erste Überlegungen. Ich würde das auf jeden Fall unterstützen, auch technisch, wenn Bedarf da ist.

  13. r.rauscher said

    Ich kann die Argumente der Personen, die sich zu meinem Kommentar äußersten, sehr wohl nachvollziehen. Trotzdem sollte man sich fragen, was man eigentlich will. Soll der gewünschte Blog eine Möglichkeit sein, nicht oder nur teilweise (auch das ist auch mir passiert) abgedruckte Leserbriefe in der lokalen Zeitung zu publizieren oder möchte man einfach das niederschreiben, was gerade sozusagen „auf den Magen drückt“ ?
    Je nach Antwort wären es m. E. zwei unterschiedlichen Zielsetzungen mit dann auch unterschiedlichen Spielregeln. Ich bin bis eben von dem Wunsch nach Alternative 1 ausgegangen. Bei Alternative 2 ist natürlich die Angabe von Namen und Adresse höchst suboptimal, da gebe ich den Kommentatoren absolut recht.

    R.Rauscher

  14. Heukampstannener said

    Guten Abend Herr Landadvokat, Herr Professor,

    würde die LT jeden Leserbrief ungekürzt veröffentlichen, müßte die Zeitung ob der Zustände in dieser Stadt per Paketdienst geliefert werden.

    Das Mitteilungsbedürfnis der Bürger steigt (berechtigterweise), aber ich sehe die abonierte Tagespresse nur sehr bedingt als Medium dafür. Ich zumindest habe keine Lust, jede ungeteilte und abgedruckte Meinungsäußerung zu bezahlen – Zeitungsdruck kostet aber nun mal Geld, und zwar meins. Hier im Blog bin ich freiwillig und kann mir aussuchen, was ich lese und bezahle.

    Ich finde, dass in der LT durchaus und durchweg kritische Leserbriefe veröffentlicht werden. Ich kann mich an keinen erinnern, der von lautem Lobesgesang auf die letzte Bürgermeisterdekade geprägt war. Ob aus dem Zusammenhang gerissen gekürzt wurde, kann ich nicht beurteilen; dafür müsste ich mal einen verfassen. Das täte ich allerdings nur anonym, so wie hier.

    Anders verhält es sich mit der Berichterstattung an sich: Sie war mir in der Vergangenheit auch zu personengeprägt – noch nicht einmal zu parteigeprägt. Aber das hört ja jetzt auf (pfff).

    Fakt ist, dass die LT alleine im letzten Jahr 3% an Lesern verloren hat. Woran das liegt, mag jeder selber beurteilen. Aber die Osnabrücker Zeitung ist ein Wirtschaftsbetrieb, vergessen wir das trotz aller Ideologien bitte nicht! Ich kann mir nichts schlimmeres vorstellen, als dass das Dorfbüro hier aus Kostengründen dicht gemacht wird. Dann werdet ihr euch nach Pertz, Müller und Co sehnen! (oder lest verwirrt die Leserbriefe im Gesamtteil aus Georgsmarienhütte, Ibbenbüren oder Melle.

    Lieber Herr Dr. Rauscher, als Informatiker wissen Sie, dass das Internet nichts vergisst. Ich will nicht, dass man noch in zwanzig Jahren unter dem google-Monopol meine Einträge hier finden kann. Es tröstet mich aber, dass der Bloginhaber meinen Namen kennt und meine Einträge damit zulässt; er könnte sie auch löschen.

    Also, wenn Sie Meinungsvielfalt wollen, dann nur auf die freie Art: ohne Namen – ohne Adresse. Dafür mit einem Admin, der rechtswidrige Einträge löschen kann.

    Dem würde ich mit Freude entgegen sehen.

    Herzliche Grüße!

    Ihr Heukampstannener

    • Heukampstannener said

      Ach Mist, da haben wir zeitgleich getippt und ich war zu langsam. Mein Eintrag bezog sich nicht auf den darüber stehenden. Dieser wohl: Ich will Alternative 1 UND 2. Dann kann ich selber entscheiden, ob ich unter den „Spielregeln“ meine kleine Meinung texten will oder nicht.

      Jetzt bin ich mal lieber still…

      Grüße!

    • Chrissi said

      Hallo Heukampstannener,

      „oder lest verwirrt die Leserbriefe im Gesamtteil aus Georgsmarienhütte, Ibbenbüren oder Melle“ – was verwirrt Sie an Leserbriefen aus GMhütte, Ibbenbüren oder Melle, die sich zu Themen, die bundesweiten oder gar weltweiten Bezug haben, äußern? Ich finde diese Leserbriefe ebenfalls sehr interessant, weil mich als Lingenerin durchaus auch interessiert, was über meinen Tellerrand hinaus passiert. Verwirrend finde ich allenfalls, daß sich so selten Emsländer in dieser Rubrik zu Wort melden – schade!

      Ihren ätzenden Tonfall finde ich ebenfalls sehr verwirrend – „Herr Landadvokat, Herr Professor“, was soll das hier an dieser Stelle? Sparen Sie sich das doch!

      • Heukampstannener said

        Guten Abend Chrissi,

        es tut mir Leid, Sie derart verwirrt zu haben: Ich habe gar nicht geschrieben, dass ich über Leserbriefe aus Melle verwirrt bin. Ich kann auch keinen „ätzenden“ Tonfall erkennen und meine Anredeformen suche ich mir bitte selber aus.

        „Herr Landadvokat“ finde ich sehr putzig, habe ich letztens aus dem Mund eines Anwalts aufgeschnappt. Klingt fast nach Landrat. Gegen die Anrede „Herr Professor“ an einen Lehrstuhlinhaber mit Professur ist doch nicht ernsthaft etwas einzuwenden, oder?

        Ich denke darüber nach künftig jeden Satz, der freundlich gemeint ist, mit einem Smiley zu beenden. Wieder runterkommen, Vollmond ist vorbei. (DAS war ätzend! Sorry.)

        Herzlich grüßt

        Ihr Heukampstannener

      • Robert Koop said

        Falls in dieser Diskussion die Ironie nicht ganz erkannt wurde: „Landadvokat“ halte ich allemal für eine zulässige Titulierung meiner Person, wenn sie vom Heukampstannener kommt. Schließlich hab ich mich selbst ihm gegenüber vor einer Woche so vorgestellt. Also: gemachgemach. Das schreib ich kurzerhand auch mal für den „Herrn Professor„. Denn Reinhard Rauscher war bei unserer kleinen Diskussion auch zugegen

        Mit der Blogarbeit bin ich angefangen. Wir basteln schon an einem flotten Layout.

  15. Hendrik said

    Die Idee eines Aufbaus ist doch schon vorgegeben: Ein Kreis von namentlich bekannten Interessierten schreibt bzw. kommentiert die Tagespresse, und wer Lust hat dies zu lesen oder zu kommentieren, beteiligt sich über die bekannte Kommentar-Funktion.
    Hoheit über den Artikel (und die Kommentare) hat der jeweilige – namentlich bekannte – Autor.

    So wie ich die Idee des BILDblogs, und damit auch den Vorstoss von Steffi(?) verstehe, geht es ja nicht darum, ein Konkurrenzprodukt zu entwerfen, sondern lediglich, naja, eine Art „Aufsicht“, welche einschreitet, wenn nicht alle Informationen oder alle Sichtweisen präsentiert werden.

    Aber nun mal wirklich: Finden sich in Lingen denn 4-6 Menschen, die sich, wie Herr Koop schon seit Jahrzehnten, gegen den Wind stellen wollen?

    • Klaus B. said

      Wenn man den Wind wirklich drehen will, – denke ich schon, dass sich da einige Interessenten finden. Ein wenig Arbeitseinsatz gehört nun mal dazu.Konkurrenzprodukte sind wohl nicht gewollt, sondern nur das Bedürfnis, des Bürgers Grundrechte zu erhalten, – denn die werden mit der Beschneidung der Presse- und Meinungsfreiheit verletzt. Bleibt für die Lingener Zeitungsleser die Hoffnung, dass diese unterwürfige, widerliche Obrigkeitshörigkeit bald ein Ende hat.

  16. Jonas said

    Hier kristallisieren sich zwei Optionen heraus:

    1. Ein Leserbrief-Veröffentlichungsportal bei dem es vor allem darum geht verschiedenste Meinungen ungekürzt an den Mann zu bringen. Spannend ist hier die Unterschiede eines eingesandten und des nachher gedruckten Briefes aufzuzeigen, weniger als jeden Brief und jede Meinung zu veröffentlichen. Es geht im weitesten Sinne ja darum die LT für eine zu große Einflussname zu kritisieren als eine Plattform fürs “rumschreien” und provozieren zu sein.

    2. Ein Blog im “Watchblog”-Stil, der sich intensiv mit den Inhalten und der suggestiven Meinung der LT auseinandersetzt. Der angesprochene Bildblog ist hier ein sehr gutes Beispiel. [vgl. außerdem http://www.netzthemen.de/dachtler-watchblogger

    Beide OPtionen haben Vor- und Nachteile. Ein großer Nachteil ist der Zeitaufwand. Dieser ist bei einem Watchblog erheblich größer, man muss nicht nur das behandelte Medium kennen und lesen, sondern auch Fakten, Informationen und Belege sorgfältig zusammentragen und dann gezielt auflisten.

    Die Watchblog-Option ist zudem auch eine sehr gefährliche, denn Abmahnungen und Briefe von Anwälten flattern hier nur allzu schnell ins Haus. (Bspw. aufgrund von zu viel zitiertem Text, ‘falsch’ genutzten Copyright-Bildern, falschen- oder nichtvorhandenen Quellenangaben, usw.)

    Man muss sich hier Gedanken machen. Natürlich kann man auch beide Optionen verknüpfen und genauso ausgewählte Leserbriefe online stellen. Natürlich ungekürzt. Aber alles geht halt auch nicht. Zumindest nicht in Deutschland. Ihr wisst ja: “Das Internet darf kein rechtsfreier Raum sein”.

  17. Studentin said

    Ich bin ebenfalls für eine Verknüpfung von Alternative 1 und 2.
    Das wird am Anfang viel Aufwand sein, aber ich denke, dass es – wenn es gut läuft und es sich genügend herumspricht – eine Art Selbstläufer werden kann. Wichtig ist, dass Lingener erstmal wissen, dass es diese Möglichkeit gibt. Meiner Meinung nach hat das viel Potential.
    Ich bin genervt von diesen ganzen Beispielen bezüglich einseitiger Berichterstattung etc. Ich arbeitete eine zeitlang für die Internetseite wo-ist-eigentlich-lingen.de und da hieß es auch die ganze Zeit: ja nichts Böses oder Kritisches über unseren Exbürgermeister schreiben, schließlich finanziert er uns ja mit.

    Eine unabhängige Alternative wäre schön.

  18. Ich beobachte die Möglichkeiten sich über Land und Leute in Lingen und Umgebung unabhängig zu informieren schon eine ganze Weile.Beide diskutiereten Alternativen eines „BürgerBlogs“ begrüße ich und werde gerne durch aktive zuarbeiten, wenn es soweit kommt.

    In der freiwilligen, vollständigen Anonymität des Schreibenden scheint mir vor dem Hintergrund der „Emsländischen Strukturen“ allerdings der Erfolgsschlüssel zu liegen.

    Wie man leider schon in diesem Threed sieht, scheint aber eine gewisse „Nachlese“ der Beiträge von Nöten, damit der geneigte Leser sich nicht mit Plänkeleien der Schreiber untereinander auseinandersetzten muss. Hierfür schlage ich das gute alte System der direkten Demokratie vor. Wir kennen das von Bewertungplattformen im Internet. Wenn ich z.B. die Möglichkeit hätte würde ich die verletztende Antwort des „Heukamptanneners“ an „Chrissi“ mit einem Löschungswunsch versehen. Je mehr Menschen das machen, desto „blasser“ sollte der Beitrag werden, bis er schließlich als „Weißer Adler auf weißem Grund“ verschwindet. Umgekehrt ließen sich so sogar von den Lesern als gut empfundene Texte hervorheben…

    Technisch sollte das machbar sein.

  19. Chrissi said

    @Heukampstannener: Von mir aus, aber bitte trotzdem eine Erklärung hierzu: „oder lest verwirrt die Leserbriefe im Gesamtteil aus Georgsmarienhütte, Ibbenbüren oder Melle“

    @Mister_Stringer: Danke für die nette Rückendeckung!

    • Hendrik said

      Das war als Untermalung gedacht, dass wir froh sein sollen, dass es in Lingen noch eine Lokalredaktion gibt. Denn ansonsten würden wir statt Leserbriefe über Lingen, nur noch die „Leserbriefe im Gesamtteil [der NOZ] aus Georgsmarienhütte, Ibbenbüren oder Melle” lesen können.

      Richtig verstanden?

      • Heukampstannener said

        Exakt.

        Es tut mir Leid, wenn ich jemanden verwirrt oder gar verletzt habe! Ich sehe das zwar nicht, hasse aber Blog- oder Forenketten, die derart eskalieren und vom Thema wegführen. Wir läsen wohl nicht hier, wenn wir nicht grundsätzlich meinungsähnlich wären. Nochmal: Die Irritationen waren ungewollt!

        Ich glaube daran, dass jeder seine Meinung kund tuen darf, sie erläutern darf und sie rechtfertigen darf. Das aber nicht muss.

        Nette Grüße

        aus Heukampstannen!

  20. Fast alles wurde zu dem Thema schon gesagt, aber noch viel zu milde! Um die LT herum ist es mit der Mehrheitsfraktion total verfilzt. Es ist unwahrscheinlich, was sich da manche erlauben: Seit meinem Engagement für die BI Pro-AltenlingenerForst ist unser Haus durch einen Eierwurf verunstaltet, der Ortsbürgermeister hat uns das versprochene Brennholz nicht mehr geliefert und die Herren Redakteure lassen mich in stundenlanger Arbeit einen Artikel zum Tag des Baumes am 25. April verfassen, den sie ohne irgendeinen Kommentar überhaupt nicht veröffentlichen. Was habe ich da drin wohl geschrieben, was aus Sicht der Filzläuse tabuisiert werden soll? Vielleicht sind es ja die drei Normenkontrollklagen, die BI-Mitglieder gegen die Waldvernichtung angestrengt haben.
    Also vor über hundert Jahren gab es im Städtchen Lingen eine katholische und eine reformierte Zeitung, die sich gegenseitig sehr informativ beharkt haben, und ich hoffe, dass es über einen derartigen Blog bald zu einer bitter notwendigen Verbesserung der Informationsbreite in Lingen kommt. Als Namensidee möchte ich an unsere unzensiertes Bekanntmachungsblatt vom 27. Februar den „Lingener Tagesspott“ erinnern. Über diesen Namen haben sich die Macher der LT erheblich aufgeregt!
    Und wenn denn mal irgendwann die zeitintensive Arbeit für die BI vorbei sein sollte, wäre ich als Aktiver bestimmt gerne dabei.
    Ein gutes Gelingen wünscht Gerhard
    P.S. In der LT habe ich bis heute noch keinen Leserbrief zu dem Ende von Pott in Lingen gesehen!

  21. […] Mai 2010 Eigentlich weise ich nicht auf Kommentare hin. Aber dieser Kommentar hier zum -übrigens meist kommentierten- Beitrag Steffi lässt mich dann doch eine Ausnahme mache: Fast […]

  22. Thomas said

    Es wird Zeit den Worten Taten folgen zu lassen.
    Steffi, du bist am Zug !

    Gruß Thomas

  23. Naja, heute am 2. Mai wurde mein Artikel zum Tag des Baumes genau eine Woche zu spät im EL-Kurier doch noch veröffentlich, aber immerhin nicht gekürzt oder verändert. Die Kirschblüte ist aber jetzt leider vorbei.

    Gruß Gerhard

  24. […] Mai 2010 Steffi hat es bestimmt gewusst! Dieser Artikel der “Meppener Tagespost” steht genau seit einer […]

  25. […] Jochen Berke hat mir eine E-Mail geschrieben, die mich an ein -zurückgestelltes- Projekt erinnert. Den ELLTEH-Blog. Er soll sich mit den Unzulänglichkeiten der örtlichen Presse befassen. Auf meine Zusage hin […]

  26. […] entstehen, die -ähnlich wie der BILDblog- die Fehlleistungen der Lokalpresse darstellt (Guckst Du hier). Der ärgerliche Grund ist der Aufmacher des Blatts, der genauso in allen Unterausgaben der […]

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