Stammtisch

21. April 2010

Stammtischpopulisten gibt es nicht nur bei uns sondern auch bei uns nebenan. Das braungebrannte Exemplar dort heißt Geert Wilders. Er will nach den bevor stehenden Parlamentswahlen in den Niederlanden mit der CDU-Schwester CDA und derem amtierenden Ministerüräsidenten Jan Pieter Balkenende eine Regierung bilden – oder die mit ihm. Und über das, was er anschließend (Holland antun) will, schreibt Falk Madeja in seinem Blog. GW will, so berichten diverse niederländische Medien, will bei einer Regierungs-Beteiligung 10.000 neue Polizisten einstellen, die Kosten sollen bei 800 Millionen Euro jährlich liegen. Laut Wikipedia gibt es heute in den Niederlanden bereits 55.000 Polizisten.
Er will außerdem nach US-Vorbild ein Rechtssystem einführen, bei dem eine dritte Verurteilung automatisch eine lebenslange Verurteilung nach sich ziehen soll. In den Gefängnissen soll es spartanischer zugehen, zum Beispiel kein Fernsehen in den Zellen. Er will aber nicht Redeverbot, Schweigepflicht und Fernseh(auftritts)verbot für Politiker, die drei Mal…
Mit diesen Populisten läuft es immer auf dieselbe Weise: Derselbe (Männer-)Typ von Glistrup (DK) über Haider (AUT) und Schill (D) bis jetzt GW (NL). Immer dieselbe Aufregung in den Medien und immer dieselben Wähler, die dies anmacht: meist Männer aus den so genannten „bildungsfernen Schichten“, die den dumpfen Sprüchen irgendetwas Undefinierbares abgewinnen. Und nach einer Wahl stets dasselbe grandiose Scheitern der Populisten in der Alltagspolitik – in einem Maße, dass dagegen Guido Westerwelle ein Musterbeispiel erfolgreicher Politik darstellt. Der  Hamburger Schill scheiterte auch schon vorher, als er seine Richterarbeit so schludrig machte, dass andere die liegen gebliebenen Aktenfälle abarbeiten mussten.

(Foto: © O. Fischer, pixelio.de)

Frittenbude

21. April 2010

Frittenbude
Vorprogramm: PLEMO
Samstag, 24. April 2010, 20 Uhr

Alter Schlachthof, Lingen (Ems)
VVK 11,00 zzgl. Gebühren

Mittendrin IV

21. April 2010

Man reibt sich die Augen. Aber die mediale Aufregung um die Vorwürfe sexuellen Missbrauchs in der katholischen Kirche ebbt ja schon wieder ab. Jetzt geht es vor allem um den etwas vergesslichen Augsburger Bischof Mixa, der –wie in Texas– geprügelt und nicht missbraucht haben soll. Und um die Odenwaldschule oder Kinderheime im Osten.

Die Staatsanwaltschaft in Osnabrück überlegt aber noch, was sie eigentlich mit einem Schreiben  des Erzbistums Hamburg anfangen soll. Ein heute 67-jähriger, seit Bekanntwerden der Vorwürfe im März umgehend pensionierter katholischer Geistlicher soll bis 1976 als Kaplan in St. Marien, Bremen, und  dann in Lingen, St. Josef, seine Schützlinge missbraucht haben. Zwei Frauen – damals noch im Mädchenalter – werfen dies dem ehemalige Kaplan vor; es sei zwischen 1976 und 1983  geschehen.  2002 hatte es schon einmal ähnliche Vorwürfe gegen den Seelsorger gegeben, als ihm zwei Frauen vorwarfen, er habe sich in seiner Lingener Zeit an ihnen vergangen. Damals musste sich „K.K“ zwar in Therapie begeben – durfte jedoch unter der Auflage, nur im Team und nicht allein mit Jugendlichen zu arbeiten, weiterhin als Priester tätig sein – und wurde vom Erzbistum als Fidei-donum-Seelsorger nach Fier (Albanien) versetzt. „Heute würden wir das anders machen“, sagt Bistumssprecher Manfred Nielen, und spricht von einem „innerkirchlichen Lernprozess“. Damals habe man das anders gesehen.

Irgendwie ist jedenfalls die neue Offenheit noch ausbaufähig. Denn nun soll die Staatsanwaltschaft laut Schreiben des Erzbistums Hamburg erst einmal prüfen, ob die Taten verjährt sind. Dabei verwenden die Verantwortlichen des Erzbistums in ihrem Schreiben an die Ermittlungsbehörde dem Vernehmen nach nur die Initialen K.K des Tatverdächtigen wie auch nur die Initialen der Zeuginnen. Sie nennen also weder den Beschuldigten noch die Zeuginnen beim Namen. Da bekommt der Begriff Initialwirkung einen ganz andere Bedeutung. Und vielleicht sollten auch die Ermittler mittels ihres regionalen  Pressesprechers ihre aufklärenden Arbeitsergebnisse hier verwursten :

Katholischer Medienpreis 2010 .
Ausschreibungsende: 26. April 2010.

Die Deutsche Bischofskonferenz vergibt in Zusammenarbeit mit der Gesellschaft Katholischer Publizisten Deutschlands e.V. und dem Katholischen Medienverband den „Katholischen Medienpreis 2010“. Der Preis soll dazu beitragen, Journalisten zu qualitaets- und werteorientiertem Journalismus zu motivieren.

Der Preis ist nicht teilbar und wird mit jeweils 5000,- Euro in den Kategorien Elektronik und Print verliehen. Zur Einreichung zugelassen sind deutschsprachige Beitraege aus den Bereichen Fernsehen, Film, Hoerfunk, Printmedien und Internet (sofern es sich um einen ausschliesslich journalistischen Beitrag handelt), die in einem Medium des deutschen Sprachraums veroeffentlicht wurden.

Weitere Informationen:
http://www.dbk.de/allgemeine-informationen-kmp.html http://www.dbk.de/fileadmin/redaktion/microsites/katholischer_medienpreis/100202-DBK_RZ-Ausschr_MP2010.pdf