Osterfeuer

4. April 2010

Dieses Osterfeuer nahm uns Innenstadtbewohnern heute  regelrecht den Atem. In der „Kleine Poststraße“ hatten übelwollende Zeitgenossen an diesem frühen Ostersonntagmorgen den Augustin-Papiercontainer in Brand gesetzt. Die Feuerwehr rückte aus und löschte. Es stank im weiten Umkreis.

Die „Kleine Poststraße“ ist seit Bau und Eröffnung der Lookentorpassage ein mehr als schwieriges Gelände geworden. Hier im Hinterhof des Kaufkommerzes treffen sich umtriebige Jungbürgerinnen und Jungbürger zu allerlei schräg-unsportlichen Aktivitäten. Es geht nicht selten schrill und laut zu. Und die Nachbarn, die es bisher dort ausgehalten haben, rufen entnervt die Ordnungshüter, wenn es gar nicht mehr geht. Die Polizei erscheint dann auch tatsächlich – und, wie ich von den Nachbarn erfahre, informiert auch die Zur-Rede-Gestellten, wer genau die feiernd-fröhlich-kreischenden Nachwuchs denn einer Ruhe- oder anderen Störung bezichtigt hat. Das wiederum führt nicht selten zu neuer, nicht stets unmittelbarer Verbindungsaufnahme der lebhaften jungen Menschen mit einfach nur noch genervten Anwohnern und deren Pkws. Ja, auch unsere Kraftfahrzeugwerkstätten wollen ihr Auskommen finden.
Vor mehr als zwei Jahren habe ich vergeblich versucht, durch eine Debatte und Beschlüsse im Planungs- und Bauausschuss des Lingener Rates für Abhilfe zu sorgen. Michael Fuest unterstützte mich. Was daraufhin passierte, ist und war eigentlich typisch für die kommunale Politik seit Amtsantritt des jetzigen OB und -mehr noch- seines jetzigen,  in Oldenburg lebenden Stadtbaurats L. . Erst kündigte Letzterer vollmundig große Pläne für die Kleine Poststraße an,  und dann, als Investor Hermann Klaas darüber nachdachte, das Lookentor zur Kleine Poststraße hin zu erweitern, war damit finito. Bezeichnend teilt die Suchmaschine auf der städtischen Internetseite lingen.de mit:

Zu Ihrer Suchabfrage „Kleine Poststraße“ konnte leider kein Eintrag gefunden werden!

Die Anwohner sind längst auf sich allein gestellt – der OB wohnt in Bramsche und sein Stadtbaurat in Oldenburg. Heute morgen war es nicht das erste Mal, dass nächtens Augustins Container in der Kleinen Poststraße brannte – übrigens -wie das Foto zeigt- bedenklich nahe am Gebäude Adelmann („Spiele Max“). Muss der einzige Fortschritt für die Anlieger eigentlich sein, dass diesmal die Feuerwehr die versteckte Zufahrt fand und nicht -wie früher schon mal – zu Fuß im  Laufschritt  beim Brandherd in Lingens Inenstadt-Hinterhof eintraf?

Nachtrag: Ein Foto von Ostermontag 2010 – Kleine Poststraße. Eigentlich hätte man saubermachen… oder?

(Fotos: © roberts blog)