Kopenhagen

24. Januar 2010

Stadtrat Büring hat per Interview bekannt gegeben, dass die Stadt weitere 8 Hektar Wald an der Raffineriestraße abholzen will. Ein Minus an Wald, das zum mit dem vorsätzlichen Waldflächen-Minus  aus dem letzten Februar (Foto lks) zu addieren multiplizieren ist, ohne dass dies „ein Plus“ ergäbe, und für das es keinen einzigen Grund gibt. Wiederholung: Keinen einzigen Grund. Die Sozis im Stadtrat schreiben dazu aktuell auf ihrer Internetseite:

Als unsinnig bezeichnet der Vorsitzende der SPD-Stadtratsfraktion Hajo Wiedorn die jetzt von der Stadt Lingen (Ems) durch den 1. Stadtrat Dr. Ralf Büring angekündigte Rodung der Flächen an der Raffineriestraße. Dafür gibt es nach Ansicht des Sozialdemokraten keinen aktuellen Anlass.

„Wir haben im letzten Jahr viele, auch umstrittene Absichten von OB Pott und seinem Gefolge mitgetragen.“ erklärte Wiedorn gegenüber der Presse. „Für diesen Unsinn haben wir aber keinerlei Verständnis!“
In mehreren Anfragen nach konkreten Ansiedlungsabsichten hatte die Verwaltung, an erster Stelle Baudezernent Lisiecki, immer nur ausweichende oder eher verschleiernde Antworten parat. Und die jüngsten Aussagen von Dr. Büring gegenüber der Presse sagen auch nur, dass Gespräche geführt werden.

Offensichtlich sollen mit der geplanten Rodung Fakten geschaffen werden die nicht oder nur schwer rückgängig gemacht werden können, so wie es schon im letzten Jahr bei der übereilten Baumfällaktion an der Waldstraße praktiziert wurde. „Nach Kenntnis der SPD gibt es keine verbindlichen Ansiedlungsabsichten von Unternehmen an dieser Stelle“ so Wiedorn weiter „oder die Verwaltung hat uns nicht die Wahrheit gesagt. Und an die Verlegung der Raffineriestraße glauben wir nach den Aussagen der BP in den nächsten 5 Jahren auch nicht mehr.“

Sprachlich ausbaufähig aber inhaltlich eindeutig, was Hajo Wiedorn sagt. Ich schließe mich dem Inhalt an.

Geschätzte Leserschaft, hier erleben Sie erneut noch einmal den besonderen eigenen Beitrag der Stadt Lingen (Ems) zum Weltklima (Sie wissen, das Problem aus Kopenhagen mit K, was uns in Lingen mit L ja nicht betrifft, weil hier die CDU die Mehrheit hat) lässt mich die – ich räume ein –  unsachliche Frage aufwerfen, ob die Herrschaften im Rathaus vielleicht besoffen sind, solche Entscheidungen zu treffen und auch noch zu realisieren. Zweite Frage: Warum  eigentlich verkündet der  OB nicht diese umweltfeindliche Entscheidung?

Ps Aktualisiert am heutigen Abend (s. Kommentar von R. Rauscher und mehr und meine Kommentar-Antwort)

5 Antworten to “Kopenhagen”

  1. Thomas said

    Ich warte schon auf die 100 prozentige Zustimmung der Mehrheitsfraktion zum Rodungsbeschluss. Leider lässt sich diese Entscheidung auch nach „reiflicher Überlegung“ nicht mehr mit einer 100 prozentigen Zustimmung zu einer genau anders lautenden Entscheidung rückgängig machen!

  2. Hallo Herr Koop,

    meines Wissens ist nur (!!) die Rodung des im letzten Jahr zum Karneval gefällten Waldes geplant. M.W. ist Rodung der Prozess, durch den die Wurzeln der ehemaligen Bäume herausgerissen werden. M.W. wandelt sich aber durch diesen Prozess das Grundstück juristisch von Wald zu eben garantiert nicht mehr Wald. Evtl könnten wir den Jahrestag der Fällung aber ja entsprechend begehen, den Begriff „Feiern“ fände ich an dieser Stelle absolut deplatziert.

  3. @ R. Rauscher.

    wikipedia klärt auf:
    „Bei der Rodung (von „roden, „reuten“) werden Gehölze, also Bäume und Sträucher, mitsamt ihrer Wurzeln dauerhaft entfernt. Sprachlich verwandt ist das Wort „ausrotten“.“
    Tatsächlich hatte ich die Wir-roden-Ankündigung von Ralf Büring anders (und folglich falsch) verstanden. Aber wir erkennen bei der Gelegenheit das, was Juristen sowieso längst wissen (und weshalb sie Juristen geworden sind): Mathematik ist nicht alles. Denn Minus (abholzen) mal Minus (roden) gibt hier keineswegs Plus.
    Danke, Reinhard Rauscher für den Hinweis. Dafür es gibt bei Gelegenheit einen Capu oder Espresso. Und außerdem hier den Hinweis auf den einmal mehr klugen Blogbeitrag von Sabine Stüting bei den Bürgernahen.

  4. […] Kopenhagen « Roberts Blog […]

  5. […] Februar 2010 Sie haben sicherlich vor einigen Tagen diesen Blogbeitrag gelesen. Darin gibt es diese Passage: “…den besonderen eigenen Beitrag der Stadt […]

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