Geht nicht

17. Januar 2010

Inzwischen ist jedem klar, dass vor allem die Bauverwaltung der Stadt das Projekt Emslandarena erschwert und behindert. Sie gibt jedenfalls ein -zurückhaltend formuliert- sehr unglückliches Bild ab. 你不知道你在说什么。 – würde ein Chinese sagen. Jüngstes Beispiel war ein seltsamer Vortrag von Amtsleiter Peter Krämer in einer Planungsausschusssitzung am Mittwoch letzter Woche. Conny Spielmanns von der BI Arenawahn sagte mir nach der Sitzung: „Was war das denn heute für eine Veranstaltung? Was steckt wirklich dahinter?“
Und mein eloquenter Ratskollege Jens Beeck (FDP) meinte in der Diskussion, er habe nun das Privileg, die Krämersche Darstellung zum dritten Mal zu hören. Hätte er sie nicht drei Mal gehört, hätte er angenommen, die Verwaltung wolle keine Emslandarena. Ich hatte das Beecksche Privileg nicht und für mich hörte es sich denn auch wie ein Abgesang auf ein Großprojekt an.

Die BI Arenawahn hat die Pressemiteiilung der CDU zwar veröffentlicht, sieht auch neue Probleme, hat sich aber selbst noch nicht festgelegt. O-Ton:

„Der Plan, der heute auch in der Sitzung des Planungs- und Bauausschusses erörtert wurde,  weicht allerdings von den bisherigen Vorschlägen der Wenzel-Consulting und der Bürgerinitiative entscheidend ab. Trennt er doch die Emslandarena von den Emslandhallen und setzt das neue Gebäude auf die andere Seite der Darmer Hafenstraße.

Wir werden uns sicher damit eingehend beschäftigen.“

Ich lege mich hier mal fest:
So wie es die CDU jetzt lauthals verkündet, geht es nicht.  Sie will eine auf 4000 Zuschauer (3200 Sitzplätze) geschrumpfte Arena in den Grüngürtel zwischen Lindenstraße und Kirmesplatz die Halle platzieren.

Immer noch für 25 Mio plus Mehrwertsteuer. Dass das nicht geht, zeigt schon dies: Um das Projekt zu bauen, soll ein Parkhaus zwischen den alten Emslandhallen und dem Betriebsgelände von BvL gebaut werden (600 Parkplätze). Das kostet – ich schätze mal- 10 Mio Euro. Notwendig sei dies alles, weil … Außerdem soll der parallel zur Lindenstraße verlaufende Strootbach umgelegt oder verrohrt werden; dafür dürfte ein Planfeststellungsverfahren nötig sein, das lange dauert.

Gleichzeitig höre ich so seltsame Argumente wie, dass man „nicht die Tiefgarage unter dem Lookentor nutzen kann, weil eine Baulast für das Lookentor darauf liegt“ und dass Arenabesuchern „mehr als fünf Minuten Fußweg in Abendgarderobe nicht zumutbar“ seien. Handball und Popkonzerte in Abendgarderobe. Das sind Argumente! Experten sollen gar berechnet haben, dass auf der Lindenstraße nach Veranstaltungsende abends nur „215 Autos in Richtung Kreisverkehr abfließen“ dürfen, andernfalls werde alles zu laut. Für mich sind das technokratische Bedenkenträgereien, die man schnell beiseite legen muss.

Die neue Arena gehört direkt an die jetzige Emslandhallen, wie dies die ersten Untersuchungen von Wenzel Consulting vorschlugen. Der Kirmesplatz einschließlich Grün drumherum muss so bleiben, wie er vor einigen Jahren erstellt worden ist. Eine Bebauungsplanänderung für den Bereich des südlichen Pumpenkolks von einem reinen Wohngebiet hin zu einem allgemeinen Wohngebiet hat für die Anwohner keine nennenswerte Mehrbelastung und spart viel Geld. Den Häusern auf der dem Kirmesplatz gegenüberliegenden Kanalseite werden Lärmschutzfenster verpasst, den geplanten  Wohngebieten um den Alten Hafen effektiver Lärmschutz an der Lindenstraße. Parkplätze stehen längst ausreichend zur Verfügung: Berufsakademie, Lookentor, Campus FH (Eisenbahnhallen), Emslandstadion. Schließlich muss mit Bernhard van Lengerich gesprochen werden. Wie kann man seine Zukunftspläne und die Emslandarena miteinander kombinieren? OB Heiner Pott und sein Erster Stadtrat Ralf Büring waren ja vor Jahresfrist schon zwei Mal im Wohnzimmer des Kaufmanns. Aller guten Dinge sind bekanntlich drei (Tipp: Kuchen mitnehmen, es kann auch länger dauern).

Es bleibt dann aber immer noch die -wichtigste- Frage, ob Lingen sich das Arena-Projekt leisten kann. Lingens Jusos haben dazu mutig eine eigene Meinung. Sie sind sozusagen der einsame Rufer in der Wüste. Umso wichtiger ist es, genau hinzusehen, wie teuer das Projekt wird und welche Folgekosten entstehen. Die Zahlen müssen präzise auf den Tisch. Erst dann darf und kann grünes Licht gegeben werden.

Was die Bedenkenträgerei der Bauverwaltung angeht, empfehle ich inzwischen dies: Landrat Hermann Bröring, der nach seiner Pensionierung im kommenden Jahr bestimmt Zeit und Lust hat, würde das Projekt in -sagen wir mal- geschätzt drei Monaten planerisch realisieren. Also verpflichtet ihn dafür und lasst den bildlosen Baurat Lisiecki in Oldenburg derweil seine Vorlesungen halten. 😉

(Foto: Dirk Schröder, pixelio.de)

14 Antworten zu “Geht nicht”

  1. Ernst said

    Frage mich immer noch, warum 25Mio? Andere Arenen kosten weitaus weniger (siehe Bonn). Außerdem ist es sicherlich möglich die Pläne einer etablierten Arena „zu kaufen“ und das „gleiche“ Modell in LIN zu bauen; die äußere Optik kann ja variieren.

    Man kann es einfach nicht verstehen!!

  2. Heukampstannener said

    Guten Tag zusammen!

    Ich frage mich, ob ich ein Problem mit den Augen und mit dem Verstand habe und bitte diesem Blog (mittlerweile ja fast ein Forum) um Aufklärung:

    Ich habe mir eben den „Kirmesplatz“ nochmal im Netz aus der Luft angesehen. Wo soll denn da so eine Halle nebst Parkhaus hinpassen? Wird das alles unterirdisch? Wenn man Bunker und BvL abreißen würde, könnte es passen, aber beides ist ja quasi denkmalgeschützt. Obwohl, OB: „Einzelinteressen…“

    Ich lese immer was über 600 Autos. Für mich machen 4.000 Besucher 2.000 Autos. Wenn eines davon meines wäre, würde ich es auch ohne Abendgarderobe nicht unter die „Mooal“ fahren. Die anderen 1.999 würden sich vermutlich auch erstmal in den Stau vor dem neuen Super-Parkhaus einreihen. Damit ist das südliche Stadtgebiet verkehrstechnisch erstmal lahm gelegt.

    Ist eigentlich jemand hier mal abends mit dem Auto durch Münster gefahren, wenn in der Halle Münsterland was richtig Gutes los war? Ist jedem Schepsdorfer klar, dass er an solchen Tagen von der Innenstadt aus zwei Stunden bis nach Hause brauchen wird? Der gesamte Verkehr südlich von „Jute“ wird kollabieren, egal ob mit Auto, Taxi oder Bus. Mit dem Fahrad würd´s gehen. Mache ich im Sommer auch gerne…

    Die Darmer Hafenstraße muss als Lösung herhalten. Die paar Darmer und Emsbürener haben sie eh schon genutzt, Anlieger hin oder her. Sie böte aus meiner Sicht nur eine Lösung: Zufahrt zur Superhalle seitens der Lindenstraße komplett sperren und ausschließlich über die Darmer Hafenstraße erlauben. Dann haben wir den Stau auf der Schüttorfer Straße und könnten von da aus prima einen Wasserbus als „Park&Swim“ anbieten. Brilliant, oder?

    Die Kaiserstraße ist mittlerweile fast unpassierbar, die südliche Rheiner Straße nur noch im Schritttempo befahrbar, Bernd-Rosemeyer-Straße und Umgebung ebenfalls. Vor jedem Kreisverkehr herrscht Dauerstau, rund ums Finanzamt und Kino ist alles zugeparkt. Chaos perfekt – fast. Fehlt noch die Lindenstraße – und die ist demnächst dann auch zu. (Sollte die Halle nicht reichen, kann man sie ja noch ein bißchen verschmalern und Bäume rein pflanzen.

    Nä! Da gucke ich mir Wetten-dass aus Lingen lieber im Fernsehen an* – oder gehe zur Stadtwette auf den Marktplatz, hoffentlich ist dann die Tiefgarage auf.

    Frage mich, wie ihr darüber denkt, nachdem der Wahnsinnsstandort ja nun vom schwarzen Tisch ist.

    Freundlichst!

    Der Heukampstannener
    *Tue ich nicht, denn nur durch unsere Stadt wird die Hunziker auch nicht besser…

    ps Ach ja, noch vergessen:
    Ich schätze, der Eling baut´s. Mit 8.000 Plätzen und eigener Autobahnausfahrt. Lohne-Arena oder so.
    Wetten, dass?

  3. @Heukampstannener:
    Die Halle soll nach den neuen Plänen westlich der bisherigen Zufahrt entstehen, wo der Strootbach fließt, und das Parkhaus -ein gestalterisches Leckerli, denn es wird wohl so aussehen wie das versteckte Parkhaus hinter dem Rathaus- soll östlich der heutigen Zufahrt auf der jetzigen Freifläche vor den Emslandhallen entstehen, etwa bis zur ESV-Halle.
    Von 4000 Besuchern sollen 75 % mit dem Auto kommen, Pkw, Busse und Taxis. Benötigt werden ca 1000 Parkplätze; gerechnet wird mit 2,5 Insassen pro Kfz. Man kann dabei -das ist meine Position- nicht ernsthaft für jedes innerstädtisches Projekt isoliert betrachtete P-Plätze bauen: 400 für das Lookentor, 400 für den Campus, 200 für die Berufsakademie und 1000 für das Emslandstadion, 250 hinterm Rathaus usw. Es sind heute schon schlicht genügend Parkplätze vorhanden. Die Aufregung ist also fehl am Parkplatze.
    Die Darmer Hafenstraße wird viel Veranstaltungsverkehr aufnehmen. Das ist sicher.
    ps „Der Eling“ baut’s nicht. Ich habe schon große Zweifel, ob die Stadt Lingen die Arena bezahlen kann. Wietmarschen kann es sicher nicht.

  4. Thomas said

    Glaube auch nicht, dass es der Eling macht … obschon er ja beste Kontakte zum „Baukrämer“ hat und sicherlich einen Freundschafts- oder sagen wir Nachbarschaftshilfepreis bekommen würde – man kennt sich doch, gell!?!. 😉

    Übrigens, wenn man der Webseite der Stadt glauben darf wird die Emslandarena immer noch in Laxten errichtet.

  5. Conny Spielmanns said

    Hallo Robert,
    nur zum besseren Verständnis für deine Blog-Leser.
    – Die Variante 2 im HL-Gutachten kommt ohne BvL-
    Beteiligung i.S. Parkplätze aus.
    – Das von „uns“ eingezeichnete Parkhaus ist a) kleiner (günstiger)
    b) besser platziert

    – Außerdem bieten die geplanten kleinen Lärmwände in Richtung
    Kolkstraße eine Lärmreduzierung des jetzigen Zustandes. Das
    sollten die Anwohner wissen. Es wird also leiser.

    – alles einsehbar auf unserer Homepage. Da sind die wichtigsten Seiten des Gutachten
    eingestellt. Auf Wunsch schicken wir die komplette Ausfertigung mit der im Dezember
    angefertigten Verfeinerung auch als E-Mail zu.

    Das haben die Verwaltung und die Fraktionsvorstände ebenfalls erhalten.
    Man muss nur reinschauen (wollen).

    Herr Gumz von HL (und nicht nur er), empfahl der Verwaltung auf jeden
    Fall, die Projektsteuerung aus einer Hand.

    Es ist nicht nachvollziehbar, warum das schon wieder nicht gemacht wird. Warum fordert das eigentlich niemand von den Räten/Gremien ernsthaft ein? – Wieso sehen die nicht, dass hier die Kosten, (absichtlich (?), schlimmer wäre nur noch Unvermögen) nach oben getrieben werden?

    Verkehrskonzept, – wieder nicht fertig (hatten wir schon an der Frerener Straße). –

    Diese Planungen entwickeln sich so langsam zu einer traurigen Farce.

    Der arme Herr Krämer erweckt so langsam aufrichtiges Mitleid, – ist er es doch immer alleine, der diese Eigenarten der Öffentlichkeit vortragen muss.

    http://www.emslandarena.info oder http://www.bi-emslandarena.de oder
    http://www.bi-arenawahn.de

  6. Christopfer H. said

    wieso 25Mio? Das würde ich wirklich gerne mal wissen

    Oldenburg: 9Mio – http://de.wikipedia.org/wiki/EWE-Arena
    Bonn: 17Mio – http://de.wikipedia.org/wiki/Telekom_Dome
    Wetzlar: 16Mio – http://www.rittal-arena.de/service/faq.php#a0202

    Alles Hallen in der Größenordnung von LIN. WARUM(?) zahlt Lingen soviel mehr?

    Und die Porsche Arena kostete 28Mio (also nur 3Mio mehr). Sie bietet 6000(!) feste Plätze.

    WARUM?

    Scheinbar stört sich niemand an dieser Summe? Für knapp 10Mio weniger bekommt man eine solide Arena.

    Es könnte so einfach sein, aber Lingen versteht es wieder nicht.

    Also, Herr Koop, wissen Sie warum?

  7. Christopfer H. said

    Ergänzung:

    Göppingen: 17Mio – http://bit.ly/4VDQDJ

    und Surftipp die Architekten der Porsche Arena: ww.asp-stuttgart.de

  8. Hendrik said

    Der Emsländer nutzt doch keine Parkhäuser, nicht so lange sich das vermeiden lässt! Selbst gegenüber Parkplätzen ist man doch skeptisch. Dann lieber ein Parkchaos in der Innenstadt oder den angrenzenden Wohngebieten. Als Beispiel dient uns doch der Bereich um die Wilhelmshöhe. Eine Veranstaltung im Theater, im Kino oder auf der Höhe selbst und dort ist alles zugeparkt. Trotz Parkplätzen rund um die Kreisverkehr an den Stadtwerken.

    Hingegen die Tiefgarage am Alten Pferdemarkt habe ich noch nie völlig ausgebucht erlebt. Ich vermute, viele Lingener wissen noch nicht einmal, dass hier mehr als ein Parkdeck zur Verfügung steht.

    Davon abgesehen, sind die Lingener Parkhäuser leider auch oft schlecht konzipiert und damit nur schlecht nutzbar. Im Parkhügel steigt man auf einer Schräge aus und ein, das Parkhaus am Rathaus ist sehr, sehr eng und unübersichtlich und das neue, die Sicht an der Ampel einschränkende, Parkhaus(ungetüm) von Medicus-Wesken-Center, hat so kleine Parkplätze (wahrscheinlich minimale Mindestgröße?) und vor allem kleine Aufzüge, dass Bauherr und Architekten dieses Ärzte(!!)-Hauses einfach nur im Boden versinken sollten. Ein strukturierter Vorplatz zum Absetzen und Abholen existiert ebenfalls nicht, dafür aber ein Haupt(Neben?)eingang, den man nicht nutzen kann, da das Halten am K.-A.-Ring verkehrstechnisch unmöglich ist.

    Da fragt man sich natürlich aber auch, was war zu erst da? Die abschreckenden Parkhäuser, oder der Parkplatz bzw. haus skeptische Emsländer?
     

  9. Hendrik said

    http://www.stadtwerke-lingen.de/popup_parken.html
    Parkhaus Gesundheitszentrum:
    Behindertengerechter Zugang? nein.

    Ich fasse es nicht…! In einem Ärztehaus.

  10. Thomas said

    Der Veranstaltungsverkehr ist umso besser in den Griff zu bekommen je weniger Parkplätze direkt auf dem Gelände sind. Der Plan der Stadtwerke zeigt deutlich, dass genügend Parkplätze vorhanden sind.
    Bekommen wir zudem noch ein entsprechendes Parkleitsystem entspannt das die Lage an der geplanten Arena ungemein. Das Parkhaus macht erst Sinn, wenn es auch ausserhalb des Veranstaltungsbetriebes gebraucht wird, sonst sind 10.000 euro pro Parkplatz zu teuer. In den Ohren klingt mir noch die Bemerkung in der PBA-Sitzung, dass ja an einen Shuttle-Verkehr nicht funktionieren würde, weil ja auch der ÖPNV in Lingen nicht funktioniere. Im Umkehrschluss :
    Da wir nicht in der Lage sind einen ÖPNV so zu organisieren, dass er genutzt wird, gehen wir davon aus, dass wir es an der Lindenstraße auch nicht hinbekommen. Wer sich die Planung für die Frerener Straße mal angesehen hat, kann das nur bestätigen.

  11. Christopfer H. said

    Wohin ist mein Beitrag? Es ist nur noch der „Ergänzungen da“

    • wordpress.com hatte Ihren Beitrag (übrigens auch den von Conny Spielmanns) von meiner Freigabe abhängig gemacht. Nach welchen Kriterien dies erfolgt, hat sich mir noch nicht erschlossen. Jedenfalls habe ich dies gerade erst gesehen. Sorry, mein Fehler! RK

  12. […] Geld. Der Kirmesplatz wird dauerhaft entwertet und gerät in eine Hinterhoflage. Dabei ist die Alternative so viel einfacher als der neuerliche Krampf, der vorgestellt wird und der 40 Mio kosten wird, […]

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