Kulturausschuss

7. Januar 2010

Diesen Beitrag der führenden Vordenker aus dem Stadtteil Schepsdorf veröffentliche ich (fast) ohne Worte. Beraten wird die Vorlage 447/2009  im Kultur-!-Ausschuss am 14. Januar:

Vorlage als pdf: Panzerstraße

20 Antworten zu “Kulturausschuss”

  1. Ex-Bürger said

    „vorlage.gif“ nicht gefunden… 😉

  2. Ernst said

    oh man. nicht wirklich, oder?

  3. Klausbärbel10 said

    Ein Mensch ohne Fantasie
    ist wie ein Vogel ohne Flügel. ( Wilhelm Raabe)

  4. Robert Weemeyer said

    Wozu einen neuen Namen erfinden, wenn es bereits einen gibt, der allgemein bekannt ist (und zudem daran erinnert, dass Lingen einmal ein bedeutender Bundeswehrstandort war)? Auch die Lingener SPD verwendet doch diesen Namen.

    http://spd-lingen.de/aktuell/nachrichten/2007/45963.php
    http://www.lingen-ems.de/output/index.php?id=1&lang=de&nid=218

    • Robert Koop said

      Lieber Herr Weemeyer,

      Ihre Zitat-Anmerkung ist nicht vollständig. Vor fünf (!) Jahren, als die Straße noch namenlose Privatstraße der Bundeswehr war, hat die Lingener SPD von „so genannter Panzerstraße“ gesprochen. Die Vorlage lautet aber nicht, dass die Straße künftig „Sogenanntepanzerstraße“ heißen soll, sondern -im wahrsten Sinne des Wortes schlicht- „Panzerstraße“. Vor drei (!) Jahren sprachen dann zwei Ortsratsmitglieder der SPD in Schepsdorf tatsächlich öffentlich von Panzerstraße und lokalisierten mit dieser Wortwahl den Tennenplatz, den sie erhalten wollten. Panzerstraße ohne „so genannt“. Dies war auf dem Hintergrund der heutigen Debatte nicht in Ordnung. Merke: Auch Sozialdemokraten machen bisweilen nicht alles richtig. Ich schätze Sie so ein, sehr geehrter Herr Weemeyer, dass Sie mir da zustimmen.

      Eine Straße nach einem Mordwerkzeug zu benennen, erscheint mir jedenfalls – sagen wir – untunlich. Was also tun?

      Ich schlage vor, die Straße „Scharnhorststraße“ zu nennen. Immerhin führte sie von der Reuschberger Scharnhorstkaserne zum Truppenübungsplatz. Persönlich erinnere ich mich dabei an einen SPD-Parteitag vor gefühlt 25 Jahren, auf dem meine Lingener Freunde und ich den Antrag stellten, das (Meppener) Hindenburgstadion umzubenennen. Aus gutem Grund, wie ich bis heute meine; denn Hindenburg taugt nicht als Vorbild. Wie der werte Leser sicherlich weiß, war und ist das Verhältnis der Meppener zu „ihrem“ Stadion ein besonderes, und so ergab es sich, dass ein erzürnter Sozialdemokrat aus der Kreisstadt gegen den Antrag das Wort ergriff und die Lingener Sozis mit bebender Stimme aufforderte: „Fangt doch erst mal bei Euch an! Ihr Lingener, mit Eurem Scharnhorst!“ Daran denke ich bis heute, weil ich seinerzeit nicht sofort erwiderte, dass Scharnhorst ein guter Name ist. Guckst Du hier.

      Scharnhorst ist eine gute Adresse. Panzer, Hindenburg, Kalaschnikow und Co sind das nicht. Und wenn das nicht verstanden wird, überlege ich mir, eigenhändig den Namen Paul vor das Wort Panzer zu schrauben! Oder ich lade gleich Paul Panzer ein, wenn das Panzerstraße-Schild von Schepsdorfs Ortsbürgermeister Peter Scholz enthüllt wird. Dann wird wenigstens gelacht. Bundesweit.

      • Robert Weemeyer said

        Meines Erachtens ist es im Allgemeinen nicht Aufgabe der Politik, sich einen neuen Namen auszudenken, wenn es bereits einen geläufigen gibt. Aber wenn man den Namen „Panzerstraße“ nicht mag, ist „Scharnhorststraße“ wirklich eine gute Alternative.

        Wenn’s allerdings um Straßen geht, die nach Kriegsmaterial benannt sind: Lingen hat ja auch noch „Am Pulverturm“. An Krieg erinnern auch „Schwedenschanze“ und „Am Bunker“. Auch „Adolfstraße“, „Am Galgenesch“ und – ein noch recht neuer Straßenname – „Am Buchenwald“ wecken bei mir unangenehme Assoziationen …

      • Thomas said

        „Ich schlage vor, die Straße „Scharnhorststraße“ zu nennen. Immerhin führte sie von der Reuschberger Scharnhorstkaserne zum Truppenübungsplatz.“

        Nicht Truppenübungsplatz Herr Koop, Standortübungsplatz… . Also vielleicht doch lieber „Zum Standortübungsplatz“

        • @Thomas
          Naja, ob Sie da recht haben? Geübt hat doch dort die Truppe und nicht der Standort. Oder?
          Schönes Wochenende noch!

          • Thomas said

            Die Bundeswehr betreibt Truppenübungsplätze als auch Standortübungsplätze. Der Unterschied liegt lediglich in der Größe und damit dem Umfang der möglich zu beübenden Truppe. Bei einem Standortübungsplatz handelt es sich üblicherweise um einen recht kleinen/ überschaubaren Platz, welcher in räumlicher Nähe zu einer Kaserne liegt. Ein Truppenübungsplatz ist von der Fläche her größer und erlaubt auch größeren Verbänden einen geschlossenen Übungsbetrieb.

      • jonas said

        Wie wäre es also mit
        „ZBV u.a. für KvD zum St und StOÜbPl nicht mehr N.f.D. der Trp – Straße“?

        Obwohl, wenn ich jetzt drüber nachdenke, wäre eine Mischung ja am Ehesten geeignet:
        „Zum StOÜbPl“

  5. bn_Sabine Stüting said

    Herr Weemeyer, hiermit plädiere ich gemäß Ihrer Argumentation für die Umbenennung des Rupingorter Kirchwegs in Schepsdorf in die vulgo bekanntere Variante „Promillestraße“ – das Schild könnte dann ein bekannter Getränkegroßhandel sponsern.

    Aber wirklich: wenn die Stadt die Straßennamen wie wohl allgemein üblich über den Kulturausschuß festlegen lässt, sollte es den Ausschußmitgliedern ein Anliegen sein, eine bessere Variante zu finden!

  6. Iris Oldekamp said

    Wozu die Aufregung! Ich bin 23 Jahre bei der Bundeswehr tätig gewesen und so lange kenne ich die Straße nur unter den Namen „Panzerstraße „

    • Conny Spielmanns said

      Hi Iris!
      23 Jahre BW; – da reichen doch Panzer, Panzer, Panzer, Panzer…

      Ernsthaft, vom KULTURausschuß erwarte ich etwas mehr Kreativität. Stimme Robert zu,- Scharnhorst ist ein guter Name. Gerhard-Scharnhorst-Straße paßt m.E.

      Die gedankliche Verbindung von Emsauen-Park und Panzerstraße ist nicht wirklich easy.

  7. Thomas said

    In Anlehnung an das letzte parteipolitische Kulturgezänk würde ich die Straße

    „Nordlohner Straße zum ehemaligen Kasernengelände – Panzerstraße“

    nennen.

  8. Karl Adler said

    @ Robert Koop – die Idee mit Paul Panzer find ich gut. Klappt es denn, die Straße bis zum 23. Januar zu benennen? Dann ist Paul Panzer schließlich in den Lingener Emslandhallen. Das könnte er doch gleich mit erledigen. 😀

    Die Einzelheiten:
    Paul Panzer 23.01.2010 (Sa.) 20:00 Uhr
    Lingen(Ems) – Emslandhallen (−)
    Lindenstrasse 24a in 49808 Lingen(Ems)
    Einlass: 19.00 Uhr
    Beginn: 20.00 Uhr …
    ps Leider schon ausverkauft…

  9. Iris Oldekamp said

    Warum sollte man nicht der Kaserne gedenken! Hat diese nicht der Stadt Lingen ordentlich Geld eingebracht. Die Angestellten sowie die Soldalten haben gut verdient und dies auch hier wieder ausgegeben. Viele sind sogar hier geblieben, haben sich ein Hausgebaut etc. Auch viele Firmen haben davon profitiert. Ich denke an Bäckereien, Handwerksbetriebe und so weiter…
    Dann vielleicht doch Scharnhorst-Straße.

  10. Ines Heimberg said

    Die Lingener Stadtmütter und -väter haben ohnehn kein gutes Händchen, was die Benennung von Straßen angeht (vielleicht sogar bei noch wichtigeren Dingen). Ich denke da nur an die Straße „Am Buchenwald“ in Laxten. Oder „Platz des 9. November 1989“. Oder „Bernd- Rosemeyer-Straße“. Ich fand vor drei Jahren die Geburtsanzeige für meine ältere Schwester. Meine und die meiner jüngeren Schwester war immer vorhanden. Jene nicht. Die Adresse lautete „Straße der SS Nr.26“
    Ich bin dagegen, dass irgendjemand in Deutschland noch Gewaltverherrlichung betreiben sollte und sei es nur durch die Benennung einer Straße mit einem preußischen Heeresreformer, einer gefährlichen Angriffswaffe oder einem militärischen Bündnispartner. Aber in einem Land, in der eine Bischöfin massiv angegriffen wird, wenn sie an Weihnachten mehr Frieden, Abrüstung und schnellen Abzug von Soldaten aus einem Kriegsgebiet auf der anderen Seite des Globus fordert, wird man wohl weiterhin die Minen legen, über die unsere Kindeskinder eines Tages stolpern und zerfetzt Boden liegen bleiben.
    Wer Wind säht, wird Sturm ernten …
    Ines Heimberg, Lingen-Reuschberge

  11. […] Kulturausschuss « Roberts Blog […]

  12. Bernd Koop said

    (via http://twitter.com/EVW_Lingen)

    „#Lingen – Straße auf ehemaligem Kasernengelände in Lingen heißt „Am Schwalbenufer“. http://bit.ly/b0KrNr

    Aber ohne „Am“ wäre es natürlich nicht gegangen….. Wie wäre es denn, wenn wir alle Straßen Lingens unter dem Buchstaben „A“ zusammenfassen: „An der Schwedenschanze“, „An der Lookenstraße“, „An der Georg-, Rheiner, Haselünner Straße“? Oh man……

  13. […] rollten, wird auf diese Weise richtig  ökologisch-friedlich. Der olle Scharnhorst (Foto re), von mir als Namensgeber vorgeschlagen, würde glatt Zivildienstleistender, wenn er das noch erfahren […]

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