Glühweintreff

6. Dezember 2009

Nicht einmal die Überschrift „Vorne hui, hinten pfui“ hätte gepasst. Der auch in diesem Jahr reichlich zusammengestoppelte Lingener „Weihnachtsmarkt“ ist eigentlich vorn wie hinten eher pfui und sowieso zum Glühweintreff verkommen. Es fehlt die Bereitschaft der Verantwortlichen, ihn kritisch zu sehen. Das sollte zwar kein Selbstzweck sein, aber doch dazu beitragen, dass Lingens Weihnachtsmarkt einfach besser wird. Genau vor einem Jahr habe ich den Budenzauber schon einmal aufs Korn genommen.
Es hat sich nichts geändert. Im Gegenteil. Es ist auch dieses Jahr ein gedankenloser Budenzauber entstanden.

Also ein zweiter Anlauf:
Die grundlegende Erkenntnis: Der Lingener Weihnachtsmarkt hat mit Weihnachten weniger zu tun als mit Glühwein. Inzwischen kann man sich gar noch in einer Großhütte nahe der CDU-Zentrale „warm und mollig“ betrinken. Auf dem Weihnachtsmarkt kann -sofern die Anlage funktioniert- Schlittschuh gelaufen werden. Wer daran Spaß hat, soll es tun. Aber warum soll das alles ein Weihnachtsmarkt sein?

Auf meinen heutigen Fotos können Sie sehen, wie weihnachtlich er tatsächlich ist – unser Lingener Weihnachtsmarkt. Es gibt nicht einmal Grün auf der Rückseite der Buden.

Inhaltlich ist sowieso tote Hose, jedenfalls seitdem es keine Bühne mehr gibt; da soll es einen Verantwortlichen  gegeben haben, der die Bühne als „dunkles Loch“ bezeichnet hat. Ob er dabei nüchtern war? Man kann es bezweifeln. Stattdessen gibt es die Eisbahn, die gefühlte zehn Tage brauchte, um Eisvergnügen zu vermitteln. Vorher war es -wieder mal- zu warm und/oder  die georderten Eismaschine zu schwachbrüstig.

Also: Was tun? Hier ein paar Möglichkeiten:
a) Alles so lassen und weitertrinken. Merke: Ist der Mensch erst mal alkoholisiert, merkt er eh nichts.
b) Jenseits der Stadtgrenzen andere Weihnachtsmärkte anschauen und strikte Gestaltungsregeln einführen.
Merke: Auch anderorts gibt es Menschen, die gute Ideen haben; und es sind immer die kleinen, feinen Ideen, die den notwendigen Charme vermitteln.
c) Ein tägliches Kulturprogramm bieten. Merke: Ein dunkles Loch ist nicht die Bühne sondern nur im Kopf desjenigen, der es beklagt.
d) Die Eisbahn in den kalten Februar  verschieben, wenn -außer dem Wochenmarkt- reinweg gar nichts auf unserem Markt los ist.

Haben Sie weitere Vorschläge und Ideen?

4 Antworten to “Glühweintreff”

  1. Eva said

    Hallo Herr Koop,
    Sie sprechen genau an was ich auch denke. Ich hab schon so viele Weihnachtsmärkte besucht und es gibt so viel schöne die dazu einladen neben Glühweinbuden auch andere zu entdecken. So lange ich denken kann, finde ich den Lingener Weihnachtsmarkt grässlich. Jedes Jahr gehe ich einmal hin, um wenigstens einmal da gewesen zu sein. Nach drei Minuten ist man einmal drüber geschritten und hat eigentlich nichts neues entdeckt. Das einzig Lohnende, sind die Künste der Brögberner Frauen. Ich frage mich, woran es scheitert. An herzloser Planung? Man könnte doch im Sommer schon alle möglichen Händler abklappern und fragen, ob man sich hier nicht präsentieren möchte. Vernünftig Werbung müsste dann auch sein. Eine Eisbahn hat heute jede Stadt mindestens einmal. Das ist ja längst nicht mehr der Renner.

    Aber Lingen soll getröstet sein. Es gibt viele schöne Weihnachtsmärkte aber längst nicht so viele wie hässliche, die unserem entsprechen. Ach übrigens, falls die Lingener es schon gemerkt haben. Es gibt einen zweiten kleinen Weihnachtsmarkt am Pulverturm. Da kann zwar auch nur Glühwein getrunken und etwas gegessen werden aber immerhin steht man dort trocken und warm in einer etwas gemütlicheren Atmosphäre als auf dem Markt.

  2. Dierke said

    Mein Vorschlag wäre „diesen häßlichen Weihnachtsmarkt“ samt Eisbahn 2010 in Lingen ganz abzuschaffen. Er kommt mir in diesem Jahr besonders „lieblos“ vor, was evt. auch an dem regnerischen, trüben Wetter liegt. Stattdessen sollte man in den verkehrsberuhigten Straßen einzelne Buden aufzustellen, vielleicht auch ein Karussell für die Kinder.

  3. Hans said

    oder die Eisbahn knallhart durchziehen (größer und garantiert(!) und einige Buden daneben… der Rest kann bleiben, wo er will.

  4. […] Maria Riedel geschrieben, wobei die Quelle für diese Info nicht ganz seriös ist. Der Glühwein (mehr…) war’s, der alles richten sollte. Rieke ergeht sich in einer Eloge an das […]

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