Zwischenmeldung

24. November 2009

Heute, einen Monat vor Heiligabend, sendet die Ems-Vechte-Welle diese Zwischenmeldung

24.11.09 / 07:35
CDU im Lingener Stadtrat will Emslandarena nun doch an Lindenstraße bauen

Lingen. Die CDU im Lingener Stadtrat will nun doch, dass die Emslandarena am Standort der jetzigen Emslandhallen gebaut wird. Das geht aus einer Pressemitteilung der Union hervor. Wichtig sei allerdings, dass alle planerischen, juristischen und finanziellen Voraussetzungen erfüllt werden könnten. Der Standort an der Frerener Straße sei damit noch nicht vom Tisch. Priorität genieße jetzt aber wieder die Lindenstraße. Zudem will die CDU-Stadtratsfraktion offenbar auch noch einmal über die Größe der Veranstaltungshalle diskutieren. „Bei Sitzplätzen, Hallengröße und dem Parkplatzangebot wollen wir noch einmal neu nachdenken und diese anpassen“, erklärte die Fraktionsvorsitzende Swenna Vennegerts. Die ursprünglichen Planungen für die Emslandarena sehen fünf Tausend Plätze vor.

In der entsprechenden CDU- Presseerklärung wird dann noch heftig mit Worten gelingelt (einstimmig, Bekenntnis, nach vorn preschen…); doch das ist eher amüsant und ich erwähne es  nur am Rande. „Einstimmig“ ist dabei besonders charmant.

Nun, offenbar ist in Lingen so alle  fünfzehn, zwanzig Jahre eine Bürgerinitiative tatsächlich erfolgreich: Anfang der 1970er Jahre die Initiative für ein unabhängiges Jugendzentrum, um 1990 die Initiative für eine Gesamtschule in Lingen und jetzt 2009 die BI „Arenawahn“. Das Arenabauwerk gegenüber der Hedonklinik ist offenbar vom Tisch und das ist gut so.

Was aber  ist jetzt zu tun? Die „Arenawahn“-Fragen sind längst nicht beantwortet.

Vielmehr ist jetzt erst einmal  zu untersuchen, ob die Emslandarena überhaupt bezahlbar ist. Sie wissen, die „Delle“ ist ein ernstes Thema und die notwendige Frage dazu lautet:  Wie entwickeln sich die kommunalen Finanzen in Zeiten der Wirtschaftskrise?  Ich kenne die Antwort nicht, aber ich verlange eine ehrliche und keine populistische Antwort. Es ist die bei weitem wichtigste Frage für dieses Projekt.

Daneben muss das Konzept der Emslandarena klar sein. „Bei Sitzplätzen, Hallengröße und dem Parkplatzangebot wollen wir …  diese anpassen“, sagt die CDU. Also will sie eine (um wieviel?) kleinere Halle. Macht das Sinn? Dies kann man nur beantworten, wenn die Konzeption auf dem Tisch liegt.

Dann muss der Lärmschutz geklärt sein. Jenseits aller Definitionsprozesse haben alle Anwohner, insbesondere die im Wohngebiet am Pumpenkolk einen Anspruch auf Schutz vor Lärm.  Dies beinhaltet auch passiven Lärmschutz, z.B. den Einbau entsprechender Fenster. Ob der südliche Pumpenkolk aber ein „Reines Wohngebiet“ nach der Defintion des Bauplanungsrechts bleiben muss oder nicht, muss diskutiert werden.

Parkraum ist ausreichend vorhanden. Die Tiefgarage unter der Lookentorpassage und der P-Platz an der  Berufsakademie und der Halle I/II bieten zusammen mit den Parkhäusern am Rathaus, am Medicus-Wesken-Gesundheitszentrum, am Emslandstadion und auf dem Festplatz selbst allemal genügend freien Parkraum in den Zeiten, in denen die Emslandarena betrieben würde, so dass auf dem Kirmesplatz kein Parkhaus benötigt wird.  Parkraum nur für einen Nutzer vorzuhalten, ist eine Verschwendung von Raum und Geld. Das kann man sich wirklich sparen!

Also Freunde, jetzt geht’s zwar nicht erst los mit den ernsthaften Diskussionen. Aber zu Ende sind sie keinesfalls.

Noch dies: Die lokale  FDP schweigt seit zwei Wochen auf ihrer Internetseite. Was soll sie auch sagen? Die Truppe um Jens Beeck steht im Abseits auf einem Acker an der B 214 und ist ganz allein. Da landet man im Regen, wenn man sich aus demokratsichen Diskussionen zugunsten vermeintlicher Standhaftigkeit ausklinkt.  Sie ist einer der Verlierer der Entwicklung. Ein anderer heißt mit Vornamen Georg.

6 Antworten zu “Zwischenmeldung”

  1. bn_ReinhardRauscher said

    Wegen des beachtlichen Parkplatzangebots bei den Hallen I/II sollten wir vielleicht auch noch einmal zurückrudern.
    Meines Wissens sind hier schlappe 250 Parkplätze insgesamt geplant. Dies entspricht 1/6 der geplanten Studienplätze,d.h., da unsere Studierenden leider nicht – wie anderswo – mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen können, dass hier wirklich keine nennenswerte Parkplatzreserve besteht.

    Gruss R.Rauscher

  2. Johanna said

    @R. Rauscher
    Warum das? Abends, wenn der Bär in der Emslandarena steppt oder steppen soll, ist Platz genug. Auf der Internetseite der Wirtschaftsbetriebe Lingen heißt es:
    „So stehen gemeinsam mit den städtischen Flächen insgesamt etwa 2.700 Parkplätze in der Innenstadt zur Verfügung.“ Da sind die 350 Parkplätze an den Hallen I/II und IV noch gar nicht mitgezählt. Guckst Du hier.
    Und man kann auch Rad fahren, vielleicht sogar zu Fuß gehen…

  3. hannes said

    @reinhard Ich kenne eigentlich keine Uni in einem Stadtkern, die für Studenten Parkplätze bietet*.
    Gerade die hervorragende Bahnhofsanbinung schreit ja geradezu danach, als das 250 oder 350 Parkplätze genügen werden. Ansonsten nimmt der sparsame Student sicherlich einen kleinen Umweg vom Parkplatz zur Uni in kauf.

    *Davon ab kenne ich auch kaum einen Studenten mit Auto. 🙂

  4. bn_ReinhardRauscher said

    Sollte es mir wirklich entgangen sein, dass ein Bahnhof in der nähe der Hallen liegt ? Könnte es sogar sein, dass noch eine Bushaltestelle vorhanden ist ? Jawohl, es lebe der ÖPNV !

    Mea culpa, mea maxima culpa! Also flugs dieses geballte Wissen den Planenden mitgeteilt und ca. 2.5 Mio € (bei ca. 10.000 € pro Parkplatz) gespart.

    Ja, stimmt, wenn wir uns anschauen, wie voll die Parkplätze an der Kokenmühle oder am Wall Süd sind, dann ist da auch gar kein Platz für Studenten und ihre Autos. Nicht auszudenken, wenn die dann da auch noch parken würden.

    Leider kann ich Ihrer Argumentation nicht so ganz zustimmen, ich habe da eine ganz andere Vision von der nahen (Parksituations-) Zukunft.
    Wir werde ja sehen, wer wie recht hatte.

    R.Rauscher

    P.S.: Ich kenne sogar 2 (oder mehr) Studierende mit Auto.

  5. Hendrik said

    Einen PKW „besitzen“ oder ihn schlichtweg nur „nutzen“ sind hier sicherlich zwei unterschiedliche Ansätze. Klar sollte aber sein, dass auch Lingener Nachwuchs an der FH studieren wird. Und in den Garagen rund um Lingen stehen dann doch meist drei oder mehr PKW, die die lieben Kleinen wie selbstverständlich nutzen (dürfen).

    Aber auch jetzt schon herrscht ein Unmut im IT-Zentrum, denn der Code für die Schranke ist natürlich – Überraschung! – schnellstens in Umlauf gekommen, und so sind dort viele für das IT-Zentrum vorgesehene Parkplätze schon jetzt von anderen besetzt.

    Das Studenten in Lingen den ÖPNV nutzen werden halte ich für einen schlechten Scherz. Über den ÖPNV informiert man sich doch vor der Wohungssuche und plant doch dann nur das ein, was stets nutzbar ist, also auch um nachts/frühmorgens noch nach Hause zu kommen….
    Gilt das Ticket der FH-Studenten denn überhaupt in den Bussen die durch Lingen fahren? Wenn dem nicht so ist, ist das Thema ja gleich vom Tisch…. Bzw hoffentlich bald auf dem Tisch des AStA!

    @hannes Sicherlich unterschiedlich, die FH Oldenburg tut dies an einigen FBen!

    • @ Hendrik
      Gute Frage und schlechte Fakten. Das öPNV-Ticket, das die Studenten mit ihrem Semesterbeitrag bezahlen, berechtigt nicht zur Nutzung des Lingener öffentlichen Personennahverkehr, von dem gestern in der Ratssitzung Grünen-Ratsherr Michael Fuest sagte, er sei allenfalls „ein Mäuschen“. er verwies auf die Studenten, die mit ihrem Semesterticket in Lingen nicht fahren können.
      Merke: Auf Neujahrsempfängen über eine Studentenstadt zu reden, ist eine Sache. Grundlegendes wie bezahlbaren Wohnraum oder auch einen anständigen öPNV bereit zu halten, gerät da offenbar aus dem Blick. Der Eindruck entsteht, dass dies letztlich nicht so wichtig ist.

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