PUR

6. November 2009

Eben gefunden. Interessant! Im Begleittext heißt es: „In Zusammenarbeit mit dem Christophorus-Werk Lingen e.V., Alten- und Krankenpflege – Haushaltshilfe Martina Lippert und dem Konrad Adenauer Tierheim Zollstock“.
Weiß jemand mehr über die Aktion?

Schreiten

6. November 2009

Heute teilt die Lingener FDP Verblüffendes mit:

Die ursprünglich am Thema Lärmschutz festgemachte Standortfrage für den Bau der Emslandarena in Lingen ist nach Auffassung der FDP-Stadtratsfraktion zwischenzeitlich viel weiter fortgeschritten.

Da frage ich: Wie schreitet eine Frage fort?

Über die missglückte Metapher darf man ja schmunzeln. Doch bemerkenswert ist, dass auch sonst der Beitrag einmal mehr und weiterhin deutlich neben dem Thema liegt. Synergieeffekte beispielsweise betrafen stets den Betrieb (und nicht den Bau einer Emsland-Arena), die auch stets auf der umzäunten Freifläche nördlich der Emslandhallen entstehen sollte.

Dann heißt es:

Die sachlichen Prüfungen des Vorhabens hätten schon jetzt ergeben, dass die richtige und zukunftweisende Lösung an der Lindenstraße nicht realisiert werden könne. Dies gelte unabhängig von Fragen des Lärmschutzes und der Verkehrsführung.

Hallo!? Welche sachlichen Prüfungen? Diese finden seit dem übereilten Marsch an die B 214 im Osten der Stadt überhaupt nicht mehr statt, und gäbe es nicht die BI Arenawahn, würde niemand mehr über den zentralen Standort Emslandhallen ein Wort verlieren.

Die FDP lässt Blasen sprechen, die vor allem Eines nicht beachten und thematisieren: Die Finanzfrage. Eine Partei, die die Altenwohnungen der Stadt verkaufen wollte, weil sie Geld kosten, und die Wilhelmshöhe sowieso und überhaupt alles, was Steuergeld kostet, verliert kein Wort über die 35-Mio, die für die Emslandarena aufzuwenden sind und die 2,5 Mio, die das Projekt künftig im Jahr kostet. Weil das gleichermaßen beachtlich wie irrational ist, schenke ich heute der Freien Demokratischen Partei und ihrem Lingener Frontmann Jens Beeck kollegialiter zum Wochenende sowie zu „60 Jahren Bundesrepublik – meist mit der FDP“  diesen 60 Jahre alten Beitrag von Jupp Schmitz zum Thema:

… und in der Ausschuss-Sitzung am 11.11. (!) erwarte ich nicht nur hierfür textsichere Aufgeschlossenheit, lieber Jens Beeck.

Spezial

6. November 2009

MDB67904-mauerfall_dummy2_224x103Die Bahn ist wieder ganz vorn dabei und wirbt:  „Das Mauerfall-Spezial. Reisen zum Einheitspreis. Nur 20,- Euro.“ Erhältlich nur am 9.11.09 von 18:57 Uhr bis 3:00 Uhr online auf bahn.de und in einzelnen Reisezentren (nicht in Lingen, das örtliche Reisezentrum ist dann schon längst geschlossen). Die 20-Euro-Fahrkarte gilt für die einfache Fahrt und -zu viel Einheit is‘ nich- nur  in der 2. Klasse, allerdings auch im ICE. (Interessiert, dann hier klicken)
Irgendwie finde ich den Fahrkartenpreis zwar in Ordnung. Aber muss denn das einzigartige historische Ereignis „Mauerfall“ so platt kommerzialisiert werden, frage ich und denke im selben Moment daran, dass zum dauerhaften Gedenken an dasselbe Datum auf einer Lingener Baustelle ein beeindruckendes Straßenschild enthüllt wird. Diese lokale Benennung ist übrigens (auch) nicht so ganz meine Sache, ist doch die Maueröffnung bekanntlich erst mal Folge eines Schabowski-Fehlers auf einer Pressekonferenz. Leipzig am  9. Oktober 1989 war für die friedliche Revolution womöglich wichtiger und ein Herr im Moskauer Kreml sowieso. Die deutsche Einheit, die ich gern feiere, ist viel mehr als der 9. November 1989, mag dieses Datum auch das emotionalste sein. „Platz der deutschen Einheit“ wäre daher ein zutreffenderer Name gewesen, sagte die SPD vor Wochenfrist im Stadtrat und lag damit richtig,  gibt es doch auch noch Anderes, Wichtiges, Elementares an jedem deutschen 9. November.

Über all dies habe ich heute morgen um 7 Uhr auf einem der zugigsten Bahnsteigversuche der Republik reichlich frierend nachgedacht. Das hätte ich bestimmt noch ein bisschen intensiver getan, wenn ich da schon die dröhnende Kommerzaktion der Bahn gekannt hätte.