November

1. November 2009

s_w165183_r_by_gerhard_giebener_pixelio.deDer November ist für die Deutschen der Monat der Besinnung und des Gedenkens: An Allerheiligen (1.11.) gedenkt die römisch-katholische Kirche aller ihrer Heiligen. Darauf folgt am 2. November Allerseelen, an dem die römisch-katholische Kirche der Verstorbenen gedenkt. Am 9. November wird der Novemberpogrome 1938 gedacht. Der Volkstrauertag wird immer zwei Sonntage vor dem 1. Advent begangen und ist der Gedenktag für die gefallenen deutschen Soldaten der beiden Weltkriege. Am Mittwoch zwischen Volkstrauertag und Totensonntag liegt der Buß- und Bettag, ein Feiertag der evangelischen Kirche, an welchem man sich wieder mehr Gott zuwenden soll. Einen Sonntag vor dem 1. Advent liegt der Totensonntag, an dem die evangelische Kirche der Verstorbenen gedenkt.

Längst gibt es neue Rituale der Bestattung und Erinnerung Es gibt längst die Seebestattung, inzwischen den Friedwald in Bramsche, gar die Diamantbestattung. Die Bestattung folgt in allen Kulturen bestimmten Ritualen. Sie dienen in erster Linie  der Trauerbewältigung der Angehörigen, die eines Raumes des Abschiednehmens bedürfen, selbst wenn  SPIEGEL-online jetzt über andere, aktuelle Formen des Gedenkens berichtet:

Es ist nur eine Frage der Zeit, bis die mit dem Internet aufgewachsene Generation auch den Ausdruck der Trauer im Web zum Normalfall machen wird. Noch sind Gedenk-Portale die Ausnahme, exotische Adressen. Erste Dienstleister stehen bereit… (weiter auf der Seite von SPIEGEL-online)

Derweil  streitet man sich in Lingen über den Plan, ein Krematorium zu bauen. Die Verbrennung des Körpers eines Verstorbenen ist in vielen Kulturen bekannt und gebräuchlich. Das Christentum allerdings lehnte die Feuerbestattung jahrhundertelang ab. Wenn nämlich der Körper des Verstorbenen bei der Auferstehung von Gott wieder zum Leben erweckt werde, bedeute es eine Missachtung Gottes, den Körper durch Feuer zu zerstören, hieß es. Demgegenüber orientiert sich die christliche Erdbestattung an der Grablegung Jesu Christi. Das alles oder jedenfalls das meiste habe ich bei Wikipedia nachgelesen und mir dabei die Frage gestellt, wie viel davon auch heute noch in Köpfen mancher lokaler Entscheidungsträger herumspukt.

Etwa in dem des Darmer Ortsbürgermeisters Werner Hartke (CDU). Er lehnte nämlich brüsk die Idee ab, südlich des Darmer Waldfriedhofs ein Krematorium zu errichten. Warum, weiß ich nicht. Es wurde auch nie groß diskutiert. Mit Hartkes Nein sollte die Sache erledigt sein. Ist sie aber nicht, obwohl ihm auch der Verwaltungsausschuss der Stadt beigesprungen ist. Der Bereich des Darmer Waldfriedhofs ist nämlich ein guter Platz für ein Krematorium. Ein Gewerbegebiet ist dies nicht. Trotzdem soll  das Lingener Krematorium nach dem Willen von OB Heiner Pott und seiner Mannen  genau in das Gewerbegebiet „Schüttelsand“ in Holthausen-Biene direkt südlich der Umgehungsstraße B70. „Zweifellos ist der jetzt gewählte Standort für dieses Vorhaben geeignet.“ sagt die Lingener SPD beiläufig, obwohl sie sich unbehaglich fühlt, wenn man die Stellungnahme liest.

„Nein, ist er nicht“, sage ich, ohne mich damit den Bedenken der Anlieger aus Holthausen-Biene anzuschließen, die ganz andere Sorgen und persönliche Bedenken als ich haben.

Mein Standpunkt:  In ein Gewerbegebiet  gehört kein Krematorium, in dem Angehörige und Freunde von Verstorbenen Abschied nehmen. Sagt auch das Bundesverwaltungsgericht und zwar mit guten und überzeugenden Gründen:

Der traditionelle Standort eines Krematoriums ist …  das Friedhofsgelände … . Friedhöfe sind üblicherweise Orte der Ruhe, des Friedens und des Gedenkens an die Verstorbenen. Sie bieten das kontemplative Umfeld, in das eine pietätvolle Totenbestattung nach herkömmlicher Anschauung und Erwartungshaltung einzubetten ist. Im Gegensatz zu Friedhöfen sind Gewerbegebiete nicht durch Stille und Beschaulichkeit, sondern durch werktägliche Geschäftigkeit geprägt. Deshalb sind Krematorien jedenfalls dann, wenn sie mit Räumlichkeiten für Trauerfeierlichkeiten ausgestattet sind, für Gewerbegebiete nicht charakteristisch.

Jedes Krematorium ist ein Ort für Ruhe, Besinnung, Trauer und innere Einkehr.  Daher ist auch sein Standort  Ausdruck, mit welcher Würde wir mit unseren Verstorbenen und unserer Trauer umgehen. Nicht nur im November.

(Foto: © Gerhard Giebener, pixelio.de)

Japan

1. November 2009

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Links sieht man den ganz normalen aktuellen Wahnsinn auf dem Lingener Bahnhof  am vergangenen Freitag nachmittag. Mich erinnert das mehr an eine U-Bahn in Japan.

Natürlich trifft auch die Bauleute in der Stadtverwaltung Mitverantwortung für den völlig missglückten „Mittelbahnsteig“ und die dramatische Situation im Lingener Bahnhof. Sie haben es nämlich versäumt, sofort Alarm zu schlagen, als sie die lebensgefährliche „Breite“ der technischen Meisterleistung deutscher Bahningenieure erkannten. Sie wussten auch, dass die Bauarbeiten nicht fertiggestellt waren, als der „Hausbahnsteig“ vor dem Bahnhofsgebäude weggerissen wurde und seither Gehbehinderte den Bahnhof Lingen nicht mehr benutzen können.
Wegen der unhaltbaren Zustände und der arroganten und ignoranten Reaktion der Bahntechnokraten habe ich vor ein paar Wochen an die Behindertenbeauftragte der Bundesregierung geschrieben. Offensichtlich prüft sie meine Eingabe sehr genau; denn bisher habe ich nicht einmal eine Eingangsbestätigung erhalten. Allerdings wäre es sicherlich einfacher, wenn sich auch andere massiv beschwerten, zum Beispiel der mitgliederstarke SoVD, der VCD oder der Fahrgastverband proBahn. Sie schweigen bisher aus Gründen, die ich nicht kenne.
Nachdem am Samstag in der LT berichtete wurde, die Bahntechnokraten wollten nichts ändern, habe ich das Eisenbahnbundesamt angeschrieben:

Sehr geehrte Damen und Herren,

in großer Sorge wende ich mich an Sie. Im Bahnhof von Lingen(Ems) ist in den letzten Monaten ein „Mittelbahnsteig“ errichtet worden. Dieser ist allerdings so schmal, dass seine Benutzung lebensgefährlich ist. Der jetzige „Mittelbahnsteig“ ist nicht nur kundenfreundlich; er ist nicht betriebssicher. Offenbar gilt der Mittelbahnsteig eisenbahntechnisch als Außenbahnsteig. Er hat lediglich eine Breite von 2,50m. Jährlich nutzen mehr als 1  Mio Fahrgäste den Lingener Bahnhof. Einzelheiten des Problems werden hier und hier und hier geschildert.

Ich bitte Sie sehr dringend, sich umgehend des Problems anzunehmen. Die verantwortlichen Mitarbeiter der DB lehnen eine Planänderung ab. Damit nehmen sie Gefahren für Leib und Leben in Kauf. Dem sollten Sie sofort  Einhalt gebieten.

Mit freundlichen Grüßen

Robert KoopIMAG0010

Übrigens soll es ja einen Bereitschaftsdienst für Gehbehinderte am Bahnhof geben. Diese müssen dazu ein Mobiltelefon haben und bei der Bahn in Osnabrück anrufen. Von dort wird dann der Bereitschaftsdienst alarmiert, der sich im Bahnhofsbereich aufhalten soll. Der kommt dann angeblich.
Schlecht ist es allerdings, wenn Sie im Rollstuhl sitzen. Der beige-gelbe Zettel mit dem Hinweis und der Osnabrücker Rufnummer ist nämlich in etwa 1,60m Höhe angebracht (Foto re.). Um ihn zu lesen, müssten Sie  mal eben aufstehen…

Meine Meinung zu den Verantwortlichen bei Bahn und Stadtverwaltung habe ich schon in diesem Beitrag formuliert. Ich will sie nicht wiederholen. Aber eines weiß ich sicher: Wenn hier an diesem Mittelbahnsteig ein Mensch zu schaden kommt, ist dies auf die Ignoranz der Bahntechnokraten zurückzuführen und dafür werden Sie zur Rechenschaft gezogen werden. Jeder einzelne ganz persönlich.


10288

1. November 2009

DSCN2377-1Guten Morgen!
Meine Blogstatistik sagt, dass ich im Oktober 10288 Besucher hatte. Erstmals mehr als 10000 in einem Monat! Verglichen mit den 104 Besuchern im ersten Blog-Monat November 2006 kann sich das sehen lassen. Ein Dankeschön an meine Leser!
Die meisten gab es mit 639 am 22. Oktober 2009 und irritiert hat mich besonders, dass jemand über den Suchbegriff „Eskortservice Dalum“ meinen Blog gefunden hat. Denn Eskortservice schreibt man(n) nicht mit „k“! 😉
Ich freue mich auf die kommenden zwei Jahre bis zum Ende der Wahlperiode 2006-2011 und da vor allem auf viele spannende Kommentare zu Lingen (Ems) im besonderen und manchmal „ganz was anderes“ im allgemeinen.

(Foto: S. Hofschläger, pixelio – Bei dieser Gelegenheit möchte ich auch der kostenlosen Bilddatenbank pixelio Dank sagen für die vielen Themenfotos, auf die ich zurückgreifen konnte, und auch allen anderen, die einer Veröffentlichung ihrer Fotos zugestimmt haben)