100000

25. Oktober 2009

robs97Dann wollen wir noch einmal an diesem 25-Stunden-Tag ein bisschen lästern – sozusagen zusammen mit dem holländischen Journalisten Rob Savelberg. Aktuell kann ich mir keinen deutschen Journalisten vorstellen, der so fragen würde wie Rob Savelberg gestern in der Bundespressekonferenz in Berlin. Allenfalls Frank Plasberg und der nur im Schutze seines Studios. Gulli-Board schreibt: „Rob Scharfenberg Savelberg von der (holländischen) Zeitung de Telegraaf stellte Angela Merkel in der Pressekonferenz zur Vorstellung des Kabinetts eine einfache Frage (Video): „Sie reden heute ziemlich viel über Geld, über Finanzen auch der Bundesrepublik Deutschland. Nun wollen Sie das Finanzministerium besetzen mit einer Person, der öffentlich beteuert hat im Deutschen Bundestag, dass er einen Waffenhändler nur einmal getroffen hat und dabei vergessen hat, dass er auch noch 100.000 D-Mark von dem angenommen hat. Also, wie können Sie so eine Person als sehr kompetent schätzen und sozusagen die Finanzen dieses Landes ihm [an]vertrauen in der Krise?“
Schauen Sie selbst, wie Angela Merkel reagierte:

(Mehr…) und noch mehr in niederländisch und ein Interview mit dem niederländischen Journalisten
Rob, die nächste Frage, bitte!

Geburtstag III

25. Oktober 2009

Rosemeyer2_9531_bigSie kennen das sicher: Hier in Lingen (Ems) oder im Emsland kann den Menschen der Himmel auf den Kopf fallen, es interessiert niemanden der bundesdeutschen Medienmeute. Interessant wird es offenbar erst unter der Voraussetzung, dass Medienschaffende das Ereignis binnen einer Stunde per Pkw aus Hamburg oder Hannover in Augenschein nehmen können; die Bremer kommen sowieso nur bis ins Weser-Stadion, wo es allerdings tatsächlich schön ist.
Also wird auch Bernd Rosemeyer und sein 100. Geburtstag -Sie erinnern sich an dies und das?- nur wahrgenommen, wenn „sein“  Ereignis sich in Hamburg zuträgt. Wie jetzt in SPIEGEL-online, diesem reichlich sinnentleerten aber flott und trendig präsentierten Produkt des einstigen Sturmgeschützes der bundesdeutschen Demokratie, das längst -wie es einmal so schön hieß– zur Spritzpistole für Angela Merkel verkommen ist:  Ein hingerotzter Jubel-Artikel über Lingens Aushängesportler der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts. Und das alles offenbar, weil im PROTOTYP Automuseum in Hamburgs Speicherstadt eine Ausstellung über den Autorennfahrer Bernd Rosemeyer präsentiert wird, die -folgt man dem Pressetext– nun gar nichts mehr über die problematische Rolle Rosemeyers als Propagandist für das NS-Regime zu berichten scheint. Das erledigt dann allerdings eine heftige Diskussion in SPIEGEL-online. Klicken Sie mal rein. Ich gestehe: Gefallen hat mit der beißende Sarkasmus von gardie45:

Seit 60 Jahren lese ich immer wieder fasziniert, warum der oder der in der SS war: Der eine wegen der Pferdchen (Reiter-SS), der nächste wegen der schicken Uniform undRosemeyer war Mitglied der SS – offenbar war er beigetreten, um das Ziel des Berufsrennfahrers erreichen zu können„. Und immer wieder in mir die bange Frage, ob es denn in der SS auch richtige Nazis gab, die einzig und allein dieser Organisation „offenbar … beigetreten“ waren, um als überzeugte Nazis bei dem neuen Elite-Orden ihr Bestes zu geben. Darüber sollte viel mehr wissenschaftlich geforscht werden, vielleicht gipfelnd in einem Abschluss-Symposium ‚War Hitler Nazi?‘

Obwohl gardie45 natürlich nicht wissen kann, was wir Emsländer wissen, dass nämlich Bernd Rosemeyer eigentlich wirklich…

Naja, wenn sich jemand in Hamburg die Ausstellung bei PROTOTYP (mehr…)angesehen hat, wäre es schön, würde er hier berichten, was ihm dabei aufgefallen ist, und natürlich, wie sie ihm gefallen hat.

 

Nachtrag: Inzwischen habe ich auch diesen Beitrag gefunden.