Mittelbahnsteig 3

18. Oktober 2009

mittelbahnsteig1mittelbahnsteig2ittelbahnsteig3Es ist ja alles noch viel schlimmer, als ich bisher berichtet habe. Heute Nachmittag habe ich mir dieses seltsame Bauwerk am Lingener Bahnhof (bitte anklicken und  die offizielle Beschreibung genießen!) angesehen, das sich „Mittelbahnsteig“ nennt. Den älteren Herrn, der sein Hollandrad auf den Bahnsteig gewuchtet hatte, habe ich bewundert. Der versprochene Servicemitarbeiter der Deutsche Bahn AG war nicht zu sehen; war ja auch Sonntag. Ebenfalls nicht zu sehen, war ein Fahrkartenautomat, weshalb ich mich gefragt habe, weshalb Johannes Krieger in der  Lingener Volkshochschule überhaupt einen Kurs veranstaltet, wie derartige Apparaturen besonderer Kundenfreundlichkeit zu bedienen sind; denn es gibt sie nicht da, wo sie gebraucht werden – also am neuen „Mittelbahnsteig“, wo nur ein Pappschild hängt, dass die Fahrkarten am Automaten am gesperrten Gleis 1 erhältlich sind -mit handschriftlich nachgetragenem Zusatz- „und im Bahnhof“ (Mo-Fr 8.30 -18.00; Sa 8.30 -13.00; So nix) – d.h. 100-150m entfernt, sozusagen zur Abrundung der Kundenfreundlichkeit.

Niedlich auch diese kleinen Mülltonnen neben den beiden Kleinstunterständen gegen Witterungseinflüsse. Außerdem Aber vor allem frage ich mich, weshalb so viel Platz zum östlichen Gleis verblieben ist. Schauen Sie sich bitte die drei nach Nord (lks) und Süd aufgenommenen Fotos an. Den Mittelbahnsteig selbst konnte ich nicht fotografieren; er war zu schmal. Also habe ich die Freiräume an der Ostseite aufgenommen. Haben Sie etwa eine Erklärung dafür, weshalb der Bahnsteig so schmal ist und unten nebendran im Gleisbett  offenbar so etwas wie ein Flachwasser-Biotop angelegt wird? Ich nicht.

Was wir in Lingen haben, ist ein Behelfs-SB-Bahn-Bahnsteig a la  Hamburg-Wilhelmsburg oder Berlin-Marzahn, kein Bahnsteig auf dem Reisende sicher auf einen Zug warten und z.B. trocken bleiben, wenn es regnet. Mit Kindern geht ein Aufenthalt gar nicht, jede Mutter mit zwei Kindern wird einen Herzinfarkt bekommen, falls sie die Kleinen nicht ankettet. Der Mittelbahnsteig im Lingener Bahnhof ist einfach ein einziger, mit viel Steuergeld gebauter  Baumangel.

Mein Vorschlag:
Gebt den Leuten, die das zu verantworten haben, einen Spaten in die Hand. Sie sollen die Deiche an Unterems, Unterweser und Unterelbe um 50 cm erhöhen. Dann machen die jedenfalls etwas Sinnvolles. Und den Bauleuten im Rathaus schenken Sie am besten ein Kissen, damit sie in ihrer argumentativen Unzuständigkeitsnische bequem weiterschlafen.

 

Nachtrag: LT-Bericht vom 30.10.

14 Antworten zu “Mittelbahnsteig 3”

  1. Eva said

    Es ist eigentlich kaum zu glauben. Wenn es nicht für manche Menschen ein wirliches Ärgernis ist dann wäre das ja schon fast komisch. Manchmal habe ich das Gefühl Lingen ist Schilda und die DB ist die Schilda-Firma. Man fragt sich wirklich wer so etwas plant. Wahrscheinlich schlicht und einfach niemand. Einfach drauf los.

  2. Nachtrag:
    Hajo Wiedorn Heute morgen um 7.15 habe ich in einer E-Mail darum gebeten, dass Thema „Bahnhof“ -nach einem Ortstermin- möglichst in der nächsten Sitzung des Lingener Planungs- und Bauausschusses zu behandeln. Eine Kopie meiner E-Mail habe ich an die Vorsitzenden der vier im Rat vertretenen Fraktionen geschickt. Um 9.43 Uhr erhielt ich diese Antwort von Hajo Wiedorn, Vorsitzender der Sozialdemokraten im Lingener Stadtrat. Er schreibt:
    Hallo Robert,
    den anhängenden Antrag habe ich für die morgen stattfindende Sitzung des VA schon letzte Woche gestellt. Trotzdem sollte Dein Anliegen in öffentlicher Sitzung im Planungs- und Bauausschuss behandelt werden. Werde das morgen vorbringen.
    Mit freundlichen Grüßen
    Hans-Joachim Wiedorn

    —–Ursprüngliche Nachricht—–
    Von: Hajo Wiedorn [mailto:hajo.wiedorn(at)t-online.de]
    Gesendet: Mittwoch, 14. Oktober 2009 10:48
    An: Pott Heiner (H.Pott(at)Lingen.de)
    Betreff: Anfrage gem. § 12 der GO (Geschäftsordnung des Rates)
    Wichtigkeit: Hoch

    Sehr geehrter Herr Pott!

    Im Namen der SPD-Fraktion bitte ich in der nächsten Sitzung des
    Verwaltungsausschusses zu folgenden Fragen Stellung zu nehmen:
    1. Hat die Stadt Lingen (Ems) versucht, Einfluss auf den Ablauf der Bauarbeiten am Bahnhof Lingen zu nehmen und es nicht zu den unhaltbaren Zustände am Bahnhof kommen zu lassen?
    2. Wenn ja, mit welchem Erfolg?
    3. Wenn nein, warum nicht?
    4. Hat die Stadt Lingen (Ems) finanzielle Mittel für den Bau des
    Mittelbahnsteiges zur Verfügung gestellt bzw. sollen diese noch zur
    Verfügung gestellt werden?
    5. Wenn ja, in welcher Höhe und für welchen Zweck?

    Sofern die Stadt Lingen (Ems) bisher nicht aktiv geworden ist fordern wir die Verwaltung auf, unverzüglich auf die Deutsche Bahn einzuwirken, dass es auch für behinderte Mitbürgerinnen und Mitbürger möglich wird, die Züge zu erreichen. Die Benutzer der Deutschen Bahn dürfen in Lingen nicht als Fahrgäste 3. Klasse behandelt werden.

    Mit freundlichen Grüßen
    Hans-Joachim Wiedorn
    Vorsitzender der SPD-Fraktion im Rat der Stadt Lingen (Ems)
    Binsenweg 1 – 49808 Lingen-Biene
    05907/370 u. 0171 532 44 97
    05907/94 03 99
    Hajo.Wiedorn(at)spd-online.de

  3. Anton said

    Heute morgen um 8:04 Uhr war er auch nicht da. So eine Überraschung!

    Dafür aber in Rheine, weil ja im Moment kein einziger RE zwischen Rheine und Osnabrück fährt. Allerdings hat er sich schnellstmöglich aus dem Staub gemacht, als er merkte, dass da 30 Leute standen, die nicht wussten, was los war.

    Achja, der nette Mann hinterm Schalter hat mir übrigens nicht gesagt, dass ich den IC bis Osnabrück hätte nutzen dürfen. € 35,00,- umsonst, Klasse!

    Die DB ist echt nicht zu toppen.

  4. Wolfgang said

    Hallo Robert,
    ich setze noch einen drauf. Erstens: Befinden sich Personen auf dem neuen Mittelbahnsteig und es braust ein Güterzug durch, so sehe ich schon heute jemanden zwischen den Gleisen liegen (Luftwirbel). Außerdem habe ich mir den künftigen Fahrstuhl angesehen. Also, wenn da zwei Leute reinpassen, sollte das schon an ein Wunder grenzen. Von einem Rollstuhlfahrer oder Fahrradfahrern ganz zu schweigen.
    Bitte mach weiter so.

  5. Peter said

    genau!

    – kein Automat. 2009 ist das LÄCHERLICH!!
    – der Bahnsteig ist gefühlte 2km lang, aber 30cm schmal! Warum?
    – der Fahrstuhl ist für Fahrräder nicht geeignet. Ich tippe, dass er zu kurz ist!!
    – Warum gibt es kein Dach, das komplett abdeckt?
    – zu wenig Bänke

    NACHBESSERN, NACHBESSERN, NACHBESSERN!!! Man Lingen!

    p.s. Was macht der Busbahnhof????? Soll man als Rollstuhlfahrer sich und seinen Rolli erst die Treppe hoch bzw. runterschleppen und dann bis zum Ersatz-ZOB??????????

    WER MACHT SOWAS? WER PLANT SOWAS? Kann man nicht einmal die Leute zur Rechenschaft ziehen? Nur einmal???

  6. Peter said

    http://tinyurl.com/yhlcmwf

    ob wir die Breite haben???

  7. Lutz said

    Sie verkennen die baulichen Gegebenheiten.
    Das von ihnen titulierte Flachwasserbiotop ist doch wohl eher die ausreichend groß dimensionierte Müllsammelrinne, in der der gemeine mülleimer-verachtende Emsländer sich flott jeglichen Unrats entledigen kann, ohne auch nur 2cm von seinem eroberten Standplatz auf dem Bahnsteig weichen zu müssen. 😉
    scnr,
    Lutz

  8. Eva said

    übrigens geht es auch anders 😉

    500000 EUR investiert und es gibt:
    Blindenleitstreifen, Bahnsteigbeleuchtung, neue Bänke und Papierkörbe sowie eine beleuchtete Fahrplanvitrine…

    tja… wieder mal gefuscht in Lingen. Wie so oft.Busbahnhof, Linus, TuS, HSG Handball, Klohaus, Studentenwohnheim, _neue_ Bäume in der Innenstadt (nicht die alten!), AKW, EL Arena usw. usw. usw.

  9. Eva said

    @Peter:

    hab mal heute grob gemessen; es sind 2,50m. Gerade so…

  10. Frank said

    Mensch… die JU ist ja auch schon darauf gekommen, dass der Bahnsteig eine Fehlplanung ist. Schön inszeniert vom CDU-Propagandablatt!!!

  11. Eva said

    Heute steht in der Zeitung, dass ein Jugendlicher auf die Gleise gestürzt ist. Zum Glück kam gerade kein Zug. Was hätte da passieren können! Ich hoffe, nun bewegt sich da was.

    Entgegen meinen Gewohnheiten bin ich letztes Wochenende mit dem Zug nach Lingen gefahren. Wenn ein Haufen Leute aus dem Zug steigen und aussteigen wollen, ist es wirklich sehr eng. Vor allem mit den ganzen Rollis noch. Ich kann mir ebenfalls nicht vorstellen, wie ein Mitarbeiter den behinderten Menschen helfen kann. Es gibt allerdings noch eine Reihe vieler anderer Bahnhöfe, die alles andere als behindertenfreundlich sind. Auch der Bahnhof in Osnabrück lässt da noch zu wünschen übrig. Das die Treppe steiler ist, als auf anderen Bahnhöfen kann ich aber nicht behaupten.

    Gruß in die Heimat
    Eva

  12. […] nutzen mehr als 1  Mio Fahrgäste den Lingener Bahnhof. Einzelheiten des Problems werden hier und hier und hier […]

  13. […] nutzen mehr als 1 Mio Fahrgäste den Lingener Bahnhof. Einzelheiten des Problems werden hier und hier und hier […]

  14. […] 2500 Millimeter breit sei. Solcherlei Nein spornt Gerhard Kastein besonders an, allemal in Zeiten schmaler Fußgängerbereiche. Er hat also nachgemessen und fährt in seiner E-Mail fort: „ Nun habe ich die Breite des […]

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