Konvertiten

30. August 2009

spon_001Der SPIEGELFECHTER, einer der angesagten Blogs in Deutschland, kommentiert die Entwicklung des deutschen Nachrichtenmagazins hin zu beeindruckender konservativer Beliebigkeit so:

„Wenn man den Niedergang des SPIEGELs an Personen festmachen will, so fallen immer wieder die Namen Claus Christian Malzahn, Henryk M. Broder, Gabor Steingart und Reinhard Mohr. Die Genannten haben vieles gemeinsam – sie waren früher einmal überzeugte Linke. Im Laufe der Zeit wurden sie jedoch zu Konvertiten, und nicht nur Innenminister Schäuble weiß, dass Konvertiten sich sehr häufig durch einen überbordenden Fanatismus auszeichnen. Die vier apokalyptischen Reiter des SPIEGELS gerieren sich heute als schärfste Kritiker der 68er-Bewegung, sozialdemokratischer Politik und allem, was auch nur ansatzweise im Ruf steht, irgendwie „links“ zu sein. Auch wenn sie die publizistische Speerspitze neokonservativer und neoliberaler Politik im deutschen Blätterwald sind, so haftet ihnen auch das Stigma des Versagens an…“

Irgendwann vor ein paar Jahren, hab ich das Magazin abbestellt und mich für DIE ZEIT entschieden. Was sonst noch zu den vier SPIEGEL-Machern pointiert gesagt werden muss, lesen Sie hier. Applaus, Jens Berger!

Einzig

30. August 2009

theolingenBisweilen erreichen Beiträge im Lingener Stadtrat zwanglos und (un)freiwillig kabarettistisches Niveau:

Protokollierte „Frage an die Verwaltung“ des Ratskollegen Michael Fuest (Bündnis ’90/Die Grünen) in der vorletzten Ratssitzung:

Herr Fuest bat um Auskunft, ob die Verwaltung mehrere Theo-Lingen-Bilder als Ersatz vorhalte, um dann, sollte es zu Beschädigungen an dem Bild an der Unterführung kommen, zeitnah eine Auswechselung vornehmen zu können.

Antwort durch OB  Heiner Pott (CDU) in der letzten Ratssitzung:

„Zur Frage, ob von Theo Lingen eine Zweitausfertigung vorhanden ist: Das ist nicht der Fall.“

kostenlos

30. August 2009

Der Nachteil kostenloser Internetseiten ist die Werbung. Manchmal ist sie ein richtiger Hammer, wie heute auf der Internetseite der BI Pro Altenlingener Forst:

pro_altenlingenerforst

Rahmen

30. August 2009

09_06_plakat_sommeringenWohl anlässlich der Feiern zum 100. Geburtstag  unseres Rennfahrers Bernd Rosemeyer ist Lingen offenbar auf einem zügigen Weg in die Riege berühmter internationaler Motorsport-Orte. Denn wir lesen hier dies:

Am 29. und 30. August 2009 ist es wieder soweit: Dann kommen die „Rennboliden” wieder nach Sommeringen. Lauter Motorensound, spannende Positionskämpfe, atemberaubende Überholmanöver, spektakuläre Geschwindigkeiten, ölverschmierte Schrauber in der Boxengasse und jubelnde Gewinner wird man an dem Rennwochenende bestaunen können. Gemeint ist nicht der Große Preis von Belgien in der Formel 1! Gemeint ist die zweite offene Niedersachsenmeisterschaft der Renntrecker!
Die Renntrecker sind jedoch keinesfalls handelsüblich: Es handelt sich hierbei um Aufsitzrasenmäher, die zu wahren Rennmaschinen umgebaut wurden und nun Höchstgeschwindigkeiten von 100km/h erreiche
n…. Weiter

Ich erfahre außerdem, Endurofahren sei „das letzte Abenteuer„, und lese zugleich diese Ankündigung des lokalen Enduro-Clubs:

„Im September ist es nun wieder so weit: Das alljährliche Clubrennen findet plakat_rennen_2009zum zwölften Mal, unter dem Namen “2 Std. Race” am 5. September in Brögbern statt. Der Start ist für 15.00 Uhr festgelegt. Für Besucher, die sich in Lingen nicht so gut auskennen: Das Gelände befindet sich in einem Waldstück in 49811 Lingen-Brögbern, an der Duisenburger Straße. Zuschauer sind natürlich herzlich eingeladen! Wer schon mal einen Vorgeschmack auf die Veranstaltung sehen möchte, kann sich die Bilder vom letzten Rennen auf der Homepage des Clubs ansehen: http://enduroclub-lingen.magix.net. Die Atmosphäre kommt dort schon ganz gut rüber und die Vorfreude auf das Spektakel wächst.

Erwartet werden 150 Fahrer vom Anfänger bis zum Profi. Sie können ihre Fahrkünste auf einer drei Kilometer langen Strecke beweisen, die die Veranstalter für dieses Rennen mit diversen Schikanen ausrüsten. Auch Quads oder Beiwagen sind zugelassen, soweit die Teilnahme den Rahmen nicht sprengt.

Die beiden, im wahrsten Sinne des Wortes fundamentalen Beiträge zum motorisierten Schutz von Natur und Umwelt „in einem Waldstück“ nahe des „Forellenhofs“ bzw. im beschaulichen „Sommeringen“ (altsächsisch für Sommerweide)  überraschen mich etwas.

Hat Karin Schreiner, eine der wenigen im Rathaus, für die Umweltschutz nicht nur ein Lippenbekenntnis ist, etwa Urlaub? Oder reicht es auch hier aus, dass jemand für sein Vorhaben „Geld in die Hand nimmt“ (Lieblingszitat und inhaltliche Leitschnur  von CDU-Ratsfrau Renate Seiler)? Kann eigentlich nicht, denn für den Rasentreckerwettbewerb im ländlich-ruhigen Sommeringen hat erst einmal der Ortsrat Bramsche Geld in die Hand genommen, dem Renate Seiler angehört. Einstimmig beschloss das Gremium, 500 Euro als Zuschuss bereit zu stellen. Jaja, ölverschmierte Schrauber in der Boxengasse. Solch‘ bäuerlich-ökologisches Ambiente in der freien Natur lässt man sich in Bramsche eben einen Anerkennungsbetrag kosten. Ob auch der Ortsrat Brögbern einen Zuschuss für diese spezielle Art motorisierter Landschaftspflege zahlt, will ich gar nicht wissen.

Gut jedenfalls, dass niemand auf 10 Hektar frisch abgeholzten Wald hier hingewiesen hat, sonst käme unser OB vielleicht noch auf die Idee, dort eine für Lingen so wichtige (Standortfaktor!) Rennstrecke anzulegen…