zuhause-2

10. August 2009

sivu_majoitusNach ein paar Tagen Urlaub bin ich nach Lingen zurück. War schon mal so. Die Säulen am Kreisverkehr Lindenstraße sind wassergefüllt und werden gerade, als ich vorbei fahre, von Katalanen umlagert, die den Schriftzug Salt bewundern. Ich frage mich, was ich denken würde, stellte man mir bei einem Besuch in der  katalanischen Partnerstadt Salt einen Kreisverkehr mit Schriftzug Lingen vor. Hier wird derlei offenbar als touristisch-partnerstädtisches Highlight empfunden, dessen etwas zwanghafte Gestaltung sich mir weiterhin nicht erschließt.
Unser Stadtbild hat mich also wieder: Die Drecktankstelle ein paar Meter weiter ist noch da, aber das behutsam in das Stadtbild eingepasste „Haus Johannigmann“ am Ende der Großen Straße ist weg und wird durch ein vierstöckiges „Heute-baut-man-eben-so“-Glashaus ersetzt. Ich ärgere mich, dass auch an dieser Innenstadtbaustelle keine Bodendenkmalpflege stattfindet. Das „Hotel zur Post“ in der Marienstraße verfällt trotz bindenden Vertrags mit dem Eigentümer  weiter vor sich hin. So ändern sich die Zeiten. Vor 20 Jahren ist man viel bewusster mit der Lokalgeschichte umgegangen. Selbst die CDU, für die es längst ausreicht, dass heute irgendwer „Geld in die Hand nimmt“ und alles ist gut.

413 E-Mails grüßen mich, als ich nächtens nicht mehr schlafen kann. Eben um 6.15 Uhr beginnt der Mann mit dem Rüttler in der Lookenstraße seine Tätigkeit, mit der auf diese Weise die Anwohner seit Wochen morgendlich frisch hochgerüttelt werden. „Die Baustelle muss ja auch fertig werden!“  – angeblich irgendwann vor Weihnachten. Mittendrin lese ich, dass der Marktplatz nicht umgepflastert wird, jedenfalls „nicht vor 2011“, weil man „Rücksicht auf das Kivelingsfest“ nehmen wolle. Die Marktanwohner müssen also auf das Aufgerütteltwerden noch etwas verzichten.

Mein Blick aus dem Fenster bestätigt, was ich schon weiß: Keine Birken und Kiefern mehr davor und kein blaues Wasser. Der Himmel ist arbeitstäglich grau. Also, der Urlaub 2009 ist vorbei und überhaupt:
Warum soll es mir anders gehen als Ihnen?