Gerücht

17. Mai 2009

368433_R_K_B_by_Hans-Peter-Häge_pixelio.deTrifft es zu, dass der Kaufmann Bernhard van Lengerich den Neubau der Emslandarena im Bereich der Emslandhallen verhindert?

Informationen, die mich erreichen, sagen das: Die Stadt habe  noch zu Karl-Heinz Vehrings Zeiten -nach dem Ende des legendären Jugendtreffs Rockfabrik- die Eröffnung einer Diskothek durch van Lengerich untersagt. Diesen Jugendtreff hätte  Bernhard van Lengerich in einer ehemaligen Verkaufshalle neben dem zuckerhütigen Betonbunker südlich der Kurt-Schumacher-Brücke fertig gestellt. Das anschließende städtische Nein habe der Kaufmann bis heute nicht vergessen. Jetzt halte er dagegen. Die Ausweisung seines ganzen Grundstücks als profitables Sondergebiet im Sinne der Baunutzungsverordnung reiche ihm ebenso wenig wie die Bereitschaft der Stadt, die vorhandenen 150 Jahre alten Linden auf dem sog. Eiskeller und den auch wegräumen zu lassen. Weshalb er die Arenapläne verhindern könne? In erster Linie van Lengerich betreffe die Überschreitung von Lärmgrenzwerten, weshalb er die Emsland-Arena stoppen könne und dies bisher auch wolle.

Tatsache ist: Van Lengerichs Diskothekpläne hat es vor 20 Jahren gegeben. Und das Nein der Stadt ebenso. Und das Verhältnis van Lengerichs zur lokalen Obrigkeit ist -sagen wir mal- traditionell belastet…

Anstatt nun aber den Kopf unter den Arm zu nehmen, lieber Heiner Pott, und mit dem Kaufmann über eine Lösung des Problems zu sprechen, wird eine typisch Lingener Lösung voran getrieben: Losspringen als Tiger und landen als Bettvorleger. Oder anders: Der Bau eines Arenaleins an der B 214 in Laxten. Für 3500 Besucher, also nur unwesentlich mehr als in die Emslandhallen passen. Weil -nu‘ kommt’s- eine Arena mit 5000 Plätzen sich nur lohne, falls man ein „Hometeam“ habe, soll die Kleinlösung kommen, eben das Laxtener Arenalein für flockige 25 Mio. Denn -so Heiner Pott im LT-Interview- „Der Gutachter hat uns eine Sitzplatzkapazität von 3500 empfohlen und nur dann 5000, wenn wir ein sogenanntes Hometeam hätten. Das haben wir zurzeit nicht.“

Gab es da nicht diesen vorfinanzierten Handballplan mit der HSG Nordhorn-…? 

Egal, Leute lasst es sein. Für das jetzige Vorhaben sind die aufzuwendenden 25, 30 oder 35 Millionen Euro rausgeschmissenes Geld. Lieber solltet ihr jedem Lingener 500 Euro in die Hand drücken und das Vorhaben abwracken.

Übrigens zeigt das pixelio-Foto von Hans-Peter.Haege (@-online.de) die Arena in Pula (Istrien). Als ich das Bild sah, fand ich, es passt bestens zu dem Lingener Vorhaben in seiner aktuellen Ausgestaltung…

8 Antworten zu “Gerücht”

  1. Reinhard Rauscher said

    Hallo,
    herzlichen Glückwunsch zu der gelungen Formulierung „…. Bettvorleger“. Leider hat meine Holde gewuenscht, dass wir auf der Seite der BN keien Kuriositätenecke / Kalauerecke einpflegen duerfen.
    Trotzdem empfehle ich einen kurzen Besuch, wir haben auch einiges zu bieten zur Thematik „Emslandarena“.

    Gruss RR

  2. Moin,

    tja… nun also Emslandarena in Laxten. Gute Idee. Sehr gute Idee. Mega Clever! Zum einen wird damit die Grundidee des „Wohnparks“ Gauerbach endgültig zerstört (Herzliche Grüße hiermit an die Kasernenfläche, das neue Ziel für ruhiges Wohnen, wartet mal 30 Jahre ab, dann kommt da auch irgendwas großes, lautes hin, welches das gesamte Konzept zerstört) und dem örtlichen Bauern, der sich die letzten Jahre ein neues Reiterdomizil neben der Reithalle des Reit- und Fahrvereins geschaffen hat, in seine Vier Buchstaben getreten (mit der Ruhe, die da noch relativ herrscht ist es dann vorbei, die armen Pferde), zum anderen sollte man meinen, dass die Hedon-Klinik davon nicht sehr überzeugt sein dürfte. Aber weit gefehlt, die Hedon ist anscheinend begeistert, ich bin es nicht!
    Anstatt das Geld mal sinnvoll anzulegen (wie wäre es mal mit Jugendförderung? -> an dieser Stelle kann ich nur angefügten Link empfehlen, Thema: Politikverdrossenheit der Jugendlichen) wird es hier herausgeschmissen.
    Wir leisten uns also ab 2011 zwei Hallen mit ähnlicher Kapazität, die wir beide unterhalten müssen. Und das, obwohl der Hauptgrund für eine größere Halle doch schon weggefallen ist: DIE HSG Nordhorn-Lingen GmbH. Den Emslandhallen brechen schon heute Märkte weg, da den Standbetreibern die Miete zu hoch ist und es für sie nicht lohnt. Auch wir standen schon vor den Emslandhallen bei bestimmten Ausstellungen und mussten uns als Familie über die Eintrittspreise wundern, die uns letztendlich dazu brachten, umzukehren und lieber für alle ein Eis auszugeben. Und das soll jetzt bei zwei Hallen passieren?
    Zudem nervt die Argumentation auf den zukünftigen Bedarf, denn wenn man schon damit argumentiert, dann sollte man gleichzeitig auch eine Zukünftige Nutzung durch die HSG bedenken, wenn diese es schaffen sollten, zu alter Stärke zurückzufinden.

    Zunächst sollte man jedoch erstmal darauf achten, örtliche Vereine zu unterstützen und Jugendarbeit zu fördern. Ein Schritt ist getan, indem man die Hallengebühr – endlich – wieder abgeschafft worden ist. Es wäre auch ein Witz gewesen, die HSG zu unterstützen und die hiesigen Vereine zu melken.
    Ein Beispiel für fehlentschiedene Jugendarbeit ist auch das Entfernen der Holzbauten auf der Skateranlage. Osnabrück (oder war’s Münster?) hat sich über 500 Euro günstige Bauten gefreut, mit denen die Jugendlichen etwas anfangen können, und Lingen baut teure Betonklötze dahin, die für Anfänger toll, für etwas Fortgeschrittene aber langweilig sind. Vorstößen der örtlichen Biker, sich etwas selbstständig aufzubauen, werden ein Riegel vorgeschoben mit Verweis auf die Umwelt (aber ein ganzer Wald darf abgeholzt werden, ja?), die aber den Motorcrossern weniger interessiert.
    Na herzlichen Dank, Lingen.
    Macht weiter so, dann werden wir das erste Altersheim, dass ein Städterecht hat!

  3. Iris Oldekamp said

    Vielen Dank für diesen schönen Kommentar. Er hätte auch von mir sein können.Trifft den Nagel genau auf den Kopf. Aber noch ist nicht alles verloren. Am 26.05.09 ist ein Treffen ( offene Gesprächsrunde ) im Bürgerzentrum Gauerbach geplant.
    Herzlichst dazu eingeladen. Beginn 20 Uhr. Auch ich werde nicht stillsitzen und tatenlos zusehen.

  4. Conny Spielmanns said

    Hallo Iris!
    Freue mich, dich auf dieser Seite zu finden. – Hoffentlich wird das Bürgerzentrum zum Bersten voll. – Erscheinen müßte ja für jeden Gauerbacher, dem seine Ruhe und jetztige Wohnqualität wichtig ist, selbstverständlich sein. Ich bin dabei und hoffentlich noch viele, viele andere auch. Schließlich wollen wir weiterhin im „Wohnpark“ und nicht im Vergnügungspark wohnen. –

  5. […] wie schon einmal geschrieben: OB Heiner Pott soll mit Kaufmann Bernhard van Lengerich sprechen und ihn mit einem […]

  6. Thomas said

    Hallo,

    erst einmal lobende Worte zum Blog. Ich freue mich immmer wieder eine alternative Ansicht vorzufinden oder – zumindest nicht immmer die „Alles-ist-super-Ansicht“ der Stadt teilen zu müssen.

    Bei diesem Thema muss aber sogar ich mich mal zu Wort melden. Es gab ja schon so einige Entscheidungen der letzen Tage, bei denen ich mich frage, welch „verrückte“ Ansichten die städtische Obrigkeit an den Tag legt (nur kurz: HSG, Waldrodung, Kasernengelände….), aber dieses Thema – da klappen mir die Fußnägel hoch!

    Es ist wirklich kein Geheimnis, dass so manche Stadt an solchen Projekten pleite gegangen sind, aber wir Lingener (in unserer Großkotzigkeit) können soetwas ja trotzdem. Emslandhallen, die eh nicht ausgelastet sind, zu erweitern, schlicht mit der Antwort zu entgegnen, „geht nicht“, halte ich für äußerst fraglich. „Die Parkplätze“ hieß es dann – na klar! Übrigens, das Parkhaus (oder Palette, wie sie bereits auf der anderen Seite der Schiene geplant ist) wurde bereits erfunden. Warum nicht auf Erfindungen und Erfahrungen aus vergangener Tage zurückgreifen? (Gilt übrigens auch für das Pleite-gehen-Thema.)

    Dass der Standort B214 keine Lösung ist, wurde hier bereits genug erörtert. Diese Ansichten teile ich ebenfalls. Hinzu kommt meiner Meinung nach auch noch das Verhalten der Besucher entsprechender Veranstaltungen vor und nach dem Event: Viele ziehen zu Fuß von den Emslandhallen direkt in die Stadt, und fördern nicht zuletzt auch die lokale Gastronomie; und wenn nicht gerade Sonntag ist, auch die Wirtschaft an sich. Wie wird es sein, wenn die Emslandarena „vor“ der Stadt liegt? Die Antwort kann sich jeder geben: Niemand wird – ob zu Fuß oder mit dem Auto – in die Stadt fahren, wenn es nicht sowieso geplant war.

    Ich persönlich finde das Verhalten der Stadt absolut kurzfristig gedacht, wenn nicht sogar unverantwortlich. Nur, weil gerade viele Firmen in ihre lokalen Standorte investieren (z.B. Kraftwerk) heißt das noch nicht, dass es ewig so bleibt. So kann es dennoch passieren, dass in 10 Jahren weniger Einnahmen in die Stadtkasse fließen – die Fixkosten für diese Bauwerke bleiben. Nein, sie steigen sogar, weil sie DANN alt werden. Vermutlich DANN, wenn sie wirklich gebraucht werden! Anders formuliert: Wir nehmen uns JETZT das Kapital, welches wir in Zukunft benötigen.

    Es ist eine vergeben Investition, egal wie man es dreht. Irgendjemand muss es mal Herrn Pott sagen, auch wenn er es immer denkt: Wir sind kein „Oberzentrum“.

  7. Conny Spielmanns said

    Hallo Thomas,
    wer und wo immer du auch sein magst.

    Komm´am 26.05.09 ins Bürgerzentrum zu uns in den Gauerbach und melde dich zu Wort. 20.00 Uhr! – Du sprichst ganz vielen Familien hier aus der Seele.
    Danke für deinen Kommentar und hoffentlich bis Dienstag.

  8. […] Einspruch des direkten Nachbarn und Kaufmanns Bernhard van Lengerich auszuräumen. Der hat nicht vergessen, welche Schwierigkeiten ihm die Stadt Lingen (Ems) in den 80er und 90er Jahren gemacht hat und […]

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