Gemein

29. Januar 2008

Hanns Joachim Friedrichs, der vor zwölf Jahren verstorbene ARD-Journalist und Tagesthemen-Moderator, hat einmal gesagt: „Einen guten Journalisten erkennt man daran, dass er sich nicht gemein macht mit einer Sache.“  

Heute erkennen wir wieder einmal, dass es in unserer Stadt andere gibt.  Unsere Tageszeitung berichtet über die gestrige Baumfällaktion. Allerdings wird kräftig geschummelt: So fielen die Bäume nicht um 9 Uhr sondern im morgendlichen Dunkel um 6.30 Uhr, und nicht sechs Platanen in der Burgstraße, sondern 10 dieser schönen großen Bäume wurden gefällt – vier vor dem Gebäude der früheren Kreissparkasse. Und noch einmal in eigener Sache: Ich habe der Fällaktion nicht zugestimmt, weil ich mit meinem Grundmandat im Ausschuss kein Stimmrecht habe. Ganz Lingen diskutiert heute Kopf schüttelnd über den Kahlschlag. Die Lingener Tagespost aber schreibt:

Anmerk. d. Red.: Hiermit beenden wir die öffentliche Diskussion um das Fällen der Bäume in der Burgstraße. 


Ich nehme mal an, Heiner Pott oder sonst jemand hat sich direkt bei LT-Chef Thomas Pertz, der in der heutigen Berichterstattung den bisher tätigen Redakteur Müller ersetzt, oder bei der Osnabrücker LT-Zentrale beschwert, weil ihm die Kritik zu viel wurde. Und dann wird eben par ordre de Mufti „die öffentliche Diskussion“ beendet. Die aber geht natürlich in Wirklichkeit weiter. Nur die LT berichtet nicht mehr über sie. Merke: Das ist ein Unterschied!  

„Einen guten Journalisten erkennt man daran, dass er sich nicht gemein macht mit einer Sache.“   

ps Ach ja: Leserzuschriften kann man auch hierhin schicken…