Unterstützung
14. Dezember 2010
Heute Abend trifft sich die Union, um ihre unklare Emsland-Arena-zweifeln-wir-oder-wollen-wir-den-Leuchtturm-doch-Haltung zu diskutieren. Schon traditionell bin ich bekanntlich unserer Ratsmehrheit gern dabei behilflich, schwierige Projekte zu lösen. Wenn sie unverständlicherweise auch oft nicht auf mich hört, soll sich das nicht ändern. Also gibt es hier die Antwort des Oberbürgermeisters bzw. der Stadtverwaltung zu den Emsland-Arena-Fragen, die in der letzten Ratssitzung gestellt aber aus Zeitgründen nicht mehr beantwortet wurden. Dann weiß man schon mehr.
Guckst Du hier, lädst runter und druckst aus, wenn Du willst.
Optimiert
8. Dezember 2010
In der gestrigen Ratssitzung sind auf meine Bitte die aktualisierten Pläne und Vorschläge zur Emslandarena-Pläne vorgestellt worden. Die Ratskollegen und ich sahen eine Powerpoint-”Präsentation” (warum das so heißt, weiß ich nicht) der inzwischen wieder hinzu gezogenen Planer von Contech Real Estate Management und VJC (Volker Jauch Consulting). Danach hat die Stadtführung sich offenbar für die “emsland-Arena optimiert” entschieden und offenbar Abstand genommen von dem seltsam wirkenden Gedanken, zwischen die bisherigen EL-Hallen und die Fa BvL ein zusätzlich Emslaand-Arena-Parkhaus für bis zu 10 Mio Euro (brutto) zu bauen. Alsdann könne man mit 15 Mio Euro auskommen – Nettobaukosten; brutto kostet es natürlich 19 % Umsatzsteuer mehr. Die jährlichen Zuschusskosten für eine solche Arena, die gegenüber der jetzigen Hallen entstehen soll, belaufen sich den Prognosen zufolge auf rund 1 Mio Euro (alte + neue Hallen + Kreditzinsen). Es ist das Verdienst von Dipl.-Ing. Joachim Reul (Foto links mit Besucher), dies mit seinen präzisen Anmerkungen in der abendlichen Bürgerversammlung herausgearbeitet zu haben, die der
Ratssitzung folgte. Die war zuvor etwas überstürzt zu Ende gegangen, als OB Dieter Krone mitteilte, er müsse jetzt weg – nämlich zur Bürgerversammlung in das IT-Zentrum an der Kaiserstraße. Mir schien dabei das Zeitmanagement der Stadt ausbaufähig.
Besonders bemerkenswert waren zuvor und nach der Powerpoint-Stunde die rund 30 demonstrativen Fragen, die CDU-Fraktionsvorsitzender Uwe Hilling und seine neue Stellvertreterin Irene Vehring im Rat stellten. Die Mehrheitsfraktionsfunktionäre quollen also geradezu über von beflissenem Ausforschungsinteresse. Allerdings war klar, dass die CDU alle ihre Fragen schon vor zweieinhalb Jahren hätte stellen müssen. Und nebenbei: 90% davon müsste die CDU selbst beantworten können. Folglich wirkte das Szenario “CDUfragt, Verwaltung soll antworten” auf mich nicht sonderlich aufrichtig.
Denn es gibt doch nur eine alles entscheidende Frage. Sie lautet:
Kann und will sich unsere Stadt die Emsland-”Arena optimiert” (so der Arbeitstitel) leisten?
Dazu muss man sich über Chancen und Risiken informieren. 200 Besucher machten dies -wie erwähnt- gestern im IT-Zentrum. Dabei wurde zu Beginn von Beratern wie schon nachmittäglich ein “Powerpoint-Vortrag” präsentiert. Sie können ihn hier komplett nachlesen (Achtung: 4,6 MB). Und dann freue ich mich auf Ihre Stellungnahmen und Kommentare. Hier und anderswo.
(Fotos: CC-BY-NC robertsblog)
Nicht-öffentlich
16. November 2010
1.) Die Vorlage
2.) Mein Antrag:
Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
die Diskussion um die “Emsland-Arena” bewegt die Stadt seit mehreren Jahren. Zu meiner Überraschung lese ich jetzt die Vorlage Nr. 396/10, wonach aktuelle Varianten einer “Multifunktionshalle” im Verwaltungsausschuss, im Werksausschuss Emsland-Hallen und im baubegleitenden Ausschuss Emsland-Arena vorgestellt und diskutiert werden sollen – sämtlich nicht-öffentlich.
Für eine nicht-öffentliche Beratung des Thema gibt es weder einen Anlass noch eine rechtlich tragfähige Grundlage. Ich beantrage daher, das Thema und die Vorstellung der “Multifunktionshalle” auf die Tagesordnung der nächsten öffentlichen Ratssitzung zu setzen.
Mit freundlichen Grüßen
Robert Koop
Fehlersuche
5. Oktober 2010
Die “schwarzen” Brüder und Schwestern im Lingener Stadtrat, kommentiert Hajo Wiedorn (SPD) heute in einer Rundmail, “müssen wohl noch lernen, wie man Anträge schreibt”. Denn sie haben am 01. Oktober den nachfolgenden Antrag an den Oberbürgermeister der Stadt Lingen (Ems) gerichtet. Hajo Wiedorn hat -wie meistens- recht, und ich rufe dazu auf, den Mehrheitskollegen zu helfen, in ihrem Schreiben alle Fehler zu entdecken und mit Hilfe der Kommentarfunktion dieses kleinen Blogs kenntlich zu machen. Bitte schön:
Lächeln
27. September 2010
Ich möchte Hans-Josef Leinweber mit diesem Vergleich nicht persönlich verletzen: Die Strippenzieher der CDU um Bröring, Rolfes und Kues haben den Mann verheizt. Sie meinten, man könne den sprichwörtlichen Besenstil den traditionell konservativen Lingenern präsentieren und dann werde man es schon richten. Sie haben sich geirrt. Gründlich. Der Mann Hans-Josef Leinweber ist dabei auf der Strecke geblieben Ich fürchte, dass war den CDU-Granden letztlich egal.
Der neue Lingener Oberbürgermeister heißt seit Sonntag 18 Uhr Dieter Krone; wenn Sie es nicht glauben wollen, schauen Sie nach bei wikipedia und zwar hier (Bildausriss re.) und hier . Der 47-jährige parteilose Oberstudienrat setzte sich deutlich gegen den Parteigänger Hans-Josef Leinweber durch. Auf Krone, unterstützt von SPD und Bündnis 90/Die Grünen, entfielen 56,6 Prozent der Stimmen, (insgesamt 10539). Damit verdoppelte Dieter Krone sein Wahlergebnis der Ausscheidungswahl vom 12. September. Hans-Josef Leinweber, der nun weiter in Geeste Bürgermeister bleibt, bekam 43,4 Prozent der Stimmen (8075). Ein Desaster für die Union. Die Wahlbeteiligung lag noch etwas niedriger als bei der ersten Wahl vor zwei Wochen. Nur 43,8 Prozent der rund 43000 Wahlberechtigten gingen am Sonntag zur Wahl. Ein Desaster für jeden Demokraten.
Lingen debattiert heute über die Gründe der Abwahl des CDU-Kandidaten. Ich sehe eine Handvoll:
- Bundesweit befindet sich die CDU in einer schweren Krise. Die von ihr geführte schwarz-gelbe Bundesregierung macht keinen guten Job. Sie präsentiert sich von den Hoteliers bis zu den Stromkonzernen als bloße Lobbyisten-Regierung und schröpft die kleinen Leute. Zuletzt an diesem Wahlsonntag die HartzIV-Empfänger mit einer arrogant-läppischen Neubemessung der monatlichen Sozialleistung. Dafür erteilt der Wähler die Quittung.
- In Lingen hat die CDU die Wähler durch haarsträubende inhaltliche Fehler vor der Kopf gestoßen. Während in Schepsdorf die Bürgerinitiative -dank Lohnes Bürgermeister Eling- gerade noch eingefangen werden konnte, wurden die Gutsherren-Entscheidungen gegen den Altenlingener Forst oder für Klientelpolitik in Baccum zum Desaster. Die CDU hat die Menschen von oben herab erleben lassen, was sie von ihnen und ihren Sorgen hält: Nicht viel, meinen die Menschen, etwa die in Damaschke, die unter dem Verkehrslärm leiden.
- Nach einer desaströsen Kandidatenkür präsentierte die Lingener CDU mit Hans-Josef Leinweber einen überforderten Kandidaten. Seine Arbeit, so der Eindruck der Wähler, mochte für Geeste ausreichen. Ihm Lingen anzuvertrauen, wollten sie nicht. Zuletzt offenbarte er dann noch in der Diskussion um den Standort für das Güterverkehrszentrum, dass er es auch mit der Wahrheit nicht so genau nahm.
- Die CDU und folgerichtig ihr Kandidat konnten den Wählerinnen und Wählern nicht aufzeigen, wohin die Reise für Lingen und seine Menschen gehen soll. Ein Musterbeispiel ist das Projekt Emsland-Arena. Es ist nicht nur finanziell gescheitert, sondern vor allem weil die Bauverwaltung unter dem Dezernenten L. grottenschlechte Arbeit abgeliefert hat. So etwas hätte es unter der Lingener CDU mit Karl-Heinz Vehring, Nikolaus Neumann, Bernhard Neuhaus oder Hans Klukkert niemals gegeben. Die CDU hat ihre inhaltliche Seriosität -für jeden, nur nicht sie selbst erkennbar- verloren. Und das trotz einer stets beflissen wirkenden Lokalpresse. Deutlich werden konnte der Verlust an Zuverlässigkeit für viele Lingener durch neue Medien, d.h. das Internet und so freundliche Einrichtungen wie diesen Blog, Twitter, Facebook usw.
- Verloren hat die CDU auch, weil ihre moralische Überinstanz, die katholische Kirche, in diesem Frühsommer an sich selbst zerbrochen ist. Auch in Lingen lassen sich die Menschen nicht mehr von Moralwächtern und Strukturen gängeln und beeinflussen, die sich als amoralisch entlarvt haben. Die Kehrseite derselben Medaille: Auch in Lingen erkennen und stört es viele, dass einige gleicher sind als andere, wenn sie z.B. Baudenkmale zerstören oder Gestaltungssatzungen missachten dürfen, wenn sie überdimensionierte Biogasereien bauen und die CDU all dies billigt und wenn nicht einmal 800 Protestunterschriften in einem Stadtteil mit 3000 Einwohnern angemessen behandelt sondern sie dem Anlagenbetreiber zugänglich macht, der dann Druck gegen Unterzeichner und ihre Familien aufbaut.
Der Musiklehrer Dieter Krone war in dieser Situation sozusagen der Gegenentwurf. Er war ein glaubwürdiger Kandidat, dem die vielfach diskreditierte CDU nichts entgegenzusetzen vermochte, obwohl Dieter Krone inhaltlich eher unscharf blieb. Daher hat er diese OB-Wahl überzeugend und zu recht gewonnen. Trotz der (zu) niedrigen Wahlbeteiligung. Hoffen wir, dass er das hält, was sich die Lingener vom neuen Ehrenmitglied der Kivelinge versprechen. Das Schwerste, Dieter Krone, ist Glaubwürdigkeit. Sie gibt es nicht, wenn man nur in das Objektiv der Lokalzeitung lächelt. Aber ich glaube, das wissen Sie.
Delle III
13. Juni 2010
„Wir dürfen jetzt nicht kopflos werden. Natürlich geht der laufende Betrieb weiter. Doch geplante Investitionen müssen erst einmal auf den Prüfstand gestellt werden. Dann werden wir mit allen Verantwortlichen und mit der nötigen Sorgfalt schauen, wie wir weiter vorgehen. Selbstverständlich informieren wir die Öffentlichkeit auch weiterhin.“
Mit diesen Worten zitiert die Internetseite der Stadt ihren “Hauptverwaltungsbeamten” Dr. Ralf Büring. Nach dem jetzt noch überstürzter wirkenden Abgang von Ex-Kapitän Heiner hat Ralf Büring als aktueller Steuermann im Rathaus angesichts einer unerwartet (?) dramatischen Finanzlage der Stadt eine allgemeine Haushaltssperre erlassen. Er will also im Einzelfall darüber entscheiden, ob geplante Ausgaben tatsächlich getätigt bzw. Verpflichtungen eingegangen werden. Dieses Haushaltsinstrument betrifft in Lingen den Gesamthaushalt und nicht nur bestimmte Teile des städtischen Etats. Ausgenommen hiervon sind vertragliche Verpflichtungen und unabweisbare Ausgaben (Pflichtaufgaben). § 30 der niedersächsischen Gemeindehaushalts- und -kassenverordnung – GemHKVO- sagt dazu:
1Wenn die Entwicklung der Erträge und Einzahlungen oder Aufwendungen und Auszahlungen oder die Erhaltung der Liquidität es erfordern, kann die Hauptverwaltungsbeamtin oder der Hauptverwaltungsbeamte die Inanspruchnahme der Haushaltsermächtigungen ganz oder teilweise sperren. 2Eine haushaltswirtschaftliche Sperre darf nur nach einer Verbesserung der Entwicklung aufgehoben werden. 3Der Rat wird über eine hauswirtschaftliche Sperre und deren Aufhebung unterrichtet.
Die Ursachen für die Lingener Haushaltsmisere liegen auf der Einnahmeseite mindestens in zwei Punkten: Der Weltwirtschaftskrise, die voll auf die städtischen Finanzen durchschlägt sowie zweitens strukturellen Änderungen (“Umstrukturierung”) bei GdF/Suez, die die Stadt jährlich Millionen kosten sollen. Jetzt muss gespart werden. Vorschläge werden gern entgegen genommen: Direkt per E-Mail an r.buering(at)lingen.de oder hier in diesem kleinen Blog mit Hilfe der Kommentarfunktion.
Die Verwaltung hält sich (noch) bedeckt. Bürings Satz, man dürfe nicht kopflos werden, ist ähnlich nichts sagend, wie das Floskeln der SPD **. Beides ist schade und kein Ausdruck sonderlichen Muts. Die CDU wird da schon konkreter und kündigt eine Haushaltsklausur an, bei der -zwar nicht der Personaletat- aber sonst “wirklich alle Projekte” zur Diskussion stehen sollen. Die lokale FDP schweigt und gibt nur Artikel aus der LT zu anderen Themen wieder. Dasselbe gönnt sich auch Bündnis90/Grüne. Nur die Bürgernahen diskutieren in ihrem Blog das Thema intensiv, werden aber auch wenig konkret – mit Ausnahme der Ulanenstraße, auf die verzichtet werden soll.
Um die Finanzsituation klar zu stellen. Die Stadt hatte bisher rd. 30 Mio Euro zur (eigenen) Verfügung. Mehr als Zweidrittel davon kostet das eigene Personal. Das ist die Ausgangslage, und schon das kann sich niemand leisten. Meine Gedanken: An erster Stelle steht die Reduzierung unangemessener Personalkosten, dann zweitens und zeitgleich der Abschied von nicht mehr Bezahlbarem. Dass dazu die Emsland-Arena gehören wird, liegt nahe. Sie gehört allemal dann auf die Streichliste, wenn sie weiterhin mit überflüssigem Technokraten-Schnickschnack belastet wird – wie beispielsweise einem 10-Mio-Euro Parkhaus, das niemand braucht.
** Nachtrag: Die SPD wird inzwischen vorsichtig konkreter.
(Foto: Prüfstand – © C. Gommel, creative commons)
Arena
18. Mai 2010
Gerade erhalte ich eine E-Mail mit diesem ganz aktuellen Hinweis
Der Wunsch der Fans und des Klubs wurde erhört. Ab der Saison 2012/13 wird der VfL Gummersbach aller Voraussicht nach seine Heimspiele in einer neuen Halle austragen. Die neue multifunktionelle Arena soll etwa 4000 Besuchern Platz bieten. Bei einem Stadtratbeschluss fiel die Wahl mit 35:6 Stimmen klar für den Neubau aus. Die Halle soll rund neun Millionen Euro kosten. Baubeginn ist allerdings erst im kommenden Jahr.
Warum, frage Sie mich, muss so etwas in Lingen fast das Vierfache kosten? Ich kann es Ihnen sagen. Es gibt zwei Hauptgründe: Zum einen einen wenig kompetenten Stadtbaurat L., der schon den zeitweisen Planungsumzug des Projektes nach Laxten zu vertreten hatte und den eine überfordert wirkende CDU-Ratsmehrheit gewähren lässt. Zum andern ein total überflüssiges 10-Mio-Euro-Parkhaus.
Souverän
28. Oktober 2009
…ist anders. Am 11.11. will sich der Planungs- und Bauausschuss der Stadt treffen und das neue, von der BI Arenawahn eingeholte Gutachten zur geplanten 35-Mio-Projekt Emslandarena diskutieren. Offiziell dann mit dabei, ein Rechtsanwalt und der Lärmgutachter Dipl.-Ing. Christoph Blasius der lokalen Ingenieurgesellschaft Zech Gmbh; sie hatte errechnet, dass eine Emsland-Arena an den bisherigen Emslandhallen zu laut sei. Die von der BI Arenawahn beauftragte Berliner Ingenieurgesellschaft Hoffmann-Leichter kommt auf der Grundlage derselben Zahlen zu einem ganz anderen Ergebnis. Nach ihrem Gutachten ist eine Emsland-Arena an den bisherigen Emsland-Hallen nicht zu laut.
Als wir im Planungs- und Bauausschuss der Stadt dazu heute diskutierten, meinte Stadtbaurat Georg Lisiecki ernstlich, man könne ja die Sitzung am 11.11. unterbrechen, und in der Sitzungspause der BI Arenawahn und, wenn sie wolle, auch ihrem Gutachter Gelegenheit zur Stellungnahme geben. Daraufhin habe ich vorgeschlagen, die BI Arenawahn und ihren Gutachter offiziell einzuladen und anzuhören und den Berliner Gutachter auch zu bezahlen. Schließlich würde es im Interesse der Sache sein, eine optimale und richtige Entscheidungsgrundlage zu erreichen.
Da hättet Ihr sie mal sehen sollen – die Bedenkenträger aus der CDU-Mehrheit! Das gehe ja gar nicht. Den Gutachter habe man nicht beauftragt und müsse ihn auch nicht bezahlen. Das könne doch die BI tun. Es reiche, in einer Sitzungspause… Zur Erinnerung: Die CDU/FDP-Pläne, eine Emsland-Arena nahe der Hedonklinik zu bauen, verursachen gegenüber dem Standort an den Emslandhallen jährliche Mehrkosten von mehreren Hunderttausend Euro. Das Geld ist also da. Aber einige Hundert Euro für einen renommierten Gutachter aus Berlin? Wo kommen wir denn da hin!
Ganz seltsam schien mir die Ablehnung von FDP-Ratsherr Jens Beeck, das genaue Gutachten im Ausschuss auszuwerten. Er hielt jede Diskussion für überflüssig, weil alles entschieden sei. Dis Diskussion, so Beeck, sei in die Vergangenheit gerichtet. Es gebe doch bereits einen Beschluss, einen Baubegleitenden Ausschuss und außerdem den Werksausschuss des Eigenbetriebs Emslandhallen. In wie vielen städtischen Ausschüssen man das Projekt denn besprechen wolle, fragte der FDP-Mann. Meine Gegenposition war simpel: Die Stadt wolle einen Bebauungsplan aufstellen. Diese Planung habe im zuständigen Planungs- und Bauausschusses, erst danach der anschließende Bau im baubegleitenden Ausschuss und der sich anschließende Betrieb im Werksausschuss “Emslandhallen” behandelt zu werden. Außerdem gebe es auch den Beschluss, für die Emsland-Arena den Bebauungsplan der Emslandhallen zu ändern. Man solle doch alles tun, die beste Lösung zu erreichen. Dafür müsse der Ausschuss alle Informationen haben und auswerten.
Merke: Manchmal gibt es auch Ratskollegen, die sich standhaft weigern, schlauer zu werden. Die wissen dann auch nicht, dass der Landkreis Emsland zwar einen Zuschuss von 5 Mio Euro für das umstrittene Projekt zahlen will, dies aber nur in fünf jährlichen Raten a 1 Mio. Bei 5 %iger Verzinsung entsteht durch die Ratenzahlung und die notwendige Zwischenfinanzierung ein Zuschussverlust von bis zu 600.000 Euro. Die 5 Mio Euro sind also bei ehrlicher Rechnung allenfalls rund 4,5 Mio Euro. Dieselben Kollegen hoffen auch tapfer, dass man über die wegbrechenden Gewerbesteuereinnahmen (“Delle“) hinwegsehen möge, um das Prestigeprojekt doch noch zu realisieren.
Und das alles für eine Sitzung am 11.11.. Narhallamarsch!
Nachtrag und Korrektur: Es ist natürlich nicht ein Rechtsanwalt am 11.11. dabei, den die Stadt bestellt und bezahlt hat (Wer hat das eigentlich wo beschlossen?) . Nein, nicht einer – es werden voraussichtlich gleich drei sein. Und wie das gekommen sein dürfte, erzähl ich später.
(Foto: © S. Hainz, pixelio)
Geht doch!
21. Oktober 2009
Conny Spielmanns schickt mir heute diese Presseerklärung der BI Arenawahn. Die zentrale Aussage: Es geht doch! Die Emslandarena kann am Standort der Emslandhallen an der Lindenstraße gebaut werden, haben renommierte Lärm-Sachverständige auf der Grundlage der vorgelegten Zahlen errechnet. Ich sage voraus, dass jetzt die Lärm-Gutachter der Fa Zech alles daran setzen, ihre “Geht-nicht-Zahlen” zu rechtfertigen.
Die neue Stellungnahme bringt eine spannende Entwicklung, die nur von der noch spannenderen Frage überboten wird, wieviel Geld die Stadt Lingen (Ems) eigentlich im kommenden Jahr und 2011 (nicht) hat, um sich die Arena zu leisten. Aber vielleicht gibt es ja auch einen Schattenhaushalt wie anderswo. Der müsste aber bis 2014 eingerichtet werden. Denn die angekündigten 5 Mio Euro Zuschuss des Landkreises Emsland werden nur in jährlichen Raten von je 1 Mio Euro fließen. Das hat auch kaum jemand gewusst, oder Sie etwa?
“Gutachten belegt: Emslandarena kann am Standort Lindenstraße gebaut werden!
Der Bürgerinitiative ARENAWAHN Lingen liegt seit Freitag der vergangenen Woche das von ihr in Auftrag gegebene Gutachten der renommierten Ingenieurgesellschaft Hoffmann-Leichter aus Berlin vor. Basierend auf dem Zahlenmaterial der Firma Zech, Lingen, und der von der Verwaltung bereits im Jahre 2008 durch die Wenzel Consulting AG, Hamburg, angefertigten Machbarkeitsanalysen I + II, erarbeitete das Büro Hoffmann-Leichter mehrere Alternativkonzepte, die zweifelsfrei beweisen, dass dem Bau der neuen Emslandarena an der Lindenstraße nichts im Wege steht.
Die BI und deren Unterstützer sind froh darüber, dieses Gutachten präsentieren zu können. Den Mitgliedern der BI, interessierten Bürgerinnen und Bürgern sowie Vertretern aus SPD und Bündnis90/die Grünen wurden bereits in einer ersten öffentlichen Versammlung am 20.10.2009 das Gutachten und die dazugehörenden Erklärungen im Rahmen einer Powerpoint–Präsentation vorgestellt.
Einhellig wurde von allen Teilnehmern begrüßt, dass bei der Erstellung der Alternativkonzepte die vorgeschriebenen lärmtechnischen Grenzwerte bei der umliegenden Wohnbevölkerung nicht nur eingehalten, sondern zum Teil sogar deutlich unterschritten wurden. Darüber hinaus fand die besondere Akzentuierung des Gutachtens auf die städtebauliche Entwicklung dieses innerstädtischen Areals viel Beifall, da so z.B. ein „Wohnen am Wasser“ am Alten Hafen sowie die Ansiedlung eines gehobenen Tagungs- und Business-Hotels ermöglicht werden kann.
Die bei der gleichzeitigen Nutzung der jetzigen Emslandhallen und der neuen Emslandarena entstehenden Synergieeffekte lassen damit auf einer Fläche von über 7.000 m2 ein Veranstaltungs- und Multifunktionszentrum entstehen, das selbst von größeren Städten wie Osnabrück und Münster nicht geboten werden kann. Damit hätte die Stadt Lingen auf diesem wichtigen Sektor einen Alleinstellungsanspruch in der Region.
Möglich wurden diese umfangreichen Planungen, da die gewonnene Ingenieursgesellschaft Hoffmann-Leichter sich als Spezialist auf den Gebieten der Verkehrsplanung, der Straßenverkehrstechnik sowie des Immissionsschutzes und der Projektsteuerung betätigt und als absolutes Schwergewicht der Branche gilt (www.hoffmann-leichter.de). Unter anderem war Hoffmann-Leichter an der Konzipierung der größten deutschen Arena, der O2-Arena in Berlin, beteiligt und war bei der Entwicklung des Verkehrskonzeptes federführend.
Wir werden weiterhin umfassend berichten. Unsere Versammlungen finden jeweils dienstags um 20.00Uhr im Bürgerzentrum Gauerbach statt. Nähere Informationen gibt es auf unserer Homepage unter www.emslandarena.info oder www.bi-arenawahn.de
(Foto: Emslandhallen; © Stadt Lingen)
JUbler
19. August 2009
OB Heiner Pott hatte zur heutigen Bürgerversammlung zur Emsland-Arena im Lokal Klaas-Schaper seine eigenen JUbler mit an Deck. Eine Handvoll aus den Reihen der JU genannten Jungen Union und eine ganze Anzahl von CDU-Mitgliedern, die stets in begeisterten Applaus ausbrachen, wenn Heiner Pott engagiert für sich und sein Lingen-Bild im allgemeinen und pro Emsland-Arena im besonderen sprach. Nun, ich fand beides gleichermaßen eher inszeniert-bemüht. Und als Laxtens Ortsbürgermeister Gerd Hoffschroer mit seiner Frage über die Peinlichkeitslatte floppte, wann der OB Pott endlich auch diejenigen Bürger zum Gespräch empfange, die nicht in der BI Arena-Wahn aktiv seiem, war das Niveau endgültig nicht ganz so, wie ich es mir gewünscht hatte.
Vor etwa 300 Interessierten hatte die Verwaltung zuvor routiniert ihr Programm abgespult. Begrüßung Pott, Darstellung seines Lärmgutachtens durch den Gutachter, Darstellung des Bebauungsplanverfahrens durch den Leiter des Planungsamtes, Darstellung eines Verkehrskonzepts. Erst nach 75 Minuten, in denen eigentlich nur sattsam Bekanntes von den Offiziellen vorgetragen wurde, durften die Bürger fragen und taten dies dann auch reichlich. Niemand fragte aber nach dem Erlebnis von OB Pott und von Stadtrat Büring bei ihren beiden Besuchen bei Bernhard van Lengerich, dem Nachbarn der Emslandhallen an der Lindenstraße. Das wäre wirklich eine neue Information gewesen.
Die Vertreter der BI Arena-Wahn kündigten an, die Lärmgutachten durch einen eigenen Sachverständigen überprüfen zu lassen. Das ist gut so, obwohl ich grundsätzlich nichts von diesen Grenzwert-, Milligramm- und Dezibeldiskussionen mit Fachleuten halte. Meine Erfahrung ist, dass politischer Streit nicht mit Technokraten gelöst wird, und ich empfinde diese Nivelliererei auf der Grundlage bestehender wissenschaftlicher Rechenmodelle als unsäglich. Nach diesen Rechenmodellen wird es zB auch im Gauerbach oder in Ramsel nicht lauter, wenn Abends um 23 Uhr 1000 Kraftfahrzeuge vorbeifahren. Diesen Unfug haben die Experten mit ihren Modellen so errechnet. Die errechnen mit ihren Modellen auch, dass die Erde eine Scheibe ist. Da fällt mir dieses Beispiel ein: Die 10 Sekunden auf eine glühenden Elektroherdplatte gedrückte Hand wird keine Brandblasen werfen, weil sich nach den einschlägigen Rechenmodellen der Experten im Tagesschnitt die Handtemperatur nur geringfügig erhöht.
Bürgerzitat des Abends durch Peter Blauert: “Die Emsland-Arena ist wirklich ein Leuchtturmprojekt, weil uns in ein paar Jahren das Wasser bis zum Hals steht!”
OB-Zitat des Abends auf Frage zur Verbindlichkeit der 25-Mio-Euro-Grenze: ”Wir werden in einem Jahr sehen, wo wir stehen, und dann werden wir entscheiden.”
In einem Jahr - hat er tatsächlich gesagt. Eigentlich sollten die Gelder aus dem Konjunkturprogramm II nur in Projekte fließen, für die in diesem Jahr die Hälfte ausgegeben wird. Das scheint nicht ganz zu klappen.
(Grafik: © pix2art, pixelio)



