Freiheit statt Angst

28. August 2014

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U.a. unter dem Twitter-Hashtag #ZeitfürFreiheit sammelt das Bündnis Freiheit-statt-Angst Stimmen gegen Überwachung. Sie wollen wissen: Warum lohnt es sich, auf die Straße zu gehen und gemeinsam die Stimme zu erheben? Hier 10 Antworten:

Roger Willemsen

Roger Willemsen, Publizist
Es hat Jahrhunderte gedauert, um Freiheitsrechte zu erkämpfen, die wir nun in wenigen Jahren kampflos aufgeben sollen? Zum Glück gibt’s Widerstand! Zum Glück gibt’s Demonstranten! Nicht auszudenken, wir ließen das alles bloß noch geschehen! Spende folgt!

Isabel Cole

Isabel Fargo Cole, Writers Against Mass Surveillance
Pauschale, verdachtsunabhängige Überwachung verstößt gegen die Menschenwürde und rüttelt an den Grundlagen der freiheitlichen Gesellschaft. Ein Staat, der seine Bürger als prinzipiell suspekt behandelt, der ihre Privatsphäre nicht respektiert und schützt, sondern willkürlich verletzt, der Ängste instrumentalisiert, um diese Haltung zu rechtfertigen, ist nicht demokratisch, sondern autoritär.

hu-koep kerstinWerner Koep-Kerstin, Humanistische Union
Edward Snowden erklärte vor einem Jahr: Mehr als Gefahren für Leib und Leben fürchte er, dass die Aufdeckung des Überwachungs-Skandals tagespolitisch im Sande verläuft. Zeigen wir am 30. August, dass Tausende in Berlin für ihr Recht auf den Schutz privater Kommunikation eintreten. Bürgerrechte sind nicht allein durch technische Verschlüsselungs-Finessen zu erlangen – wir müssen sie politisch einfordern.

FDP_Sabine_Leutheusser_SchnarrenbergerSabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP), Bundesjustizministerin a.D.:
Jeder Mensch will selbstbestimmt leben und seine Freiheit genießen. Anlasslose Überwachung der elektronischen Kommunikation und massenhafte Datenspeicherung machen den Menschen zum Objekt von Staat und Großkonzernen, schaffen Misstrauen und verletzen die Privatsphäre vollkommen unangemessen. Deshalb gegen Überwachung und für Freiheit statt Angst!”

Rolf GössnerRolf Gössner (Internationale Liga für Menschenrechte):
Edward Snowden hat mit seiner Gewissensentscheidung seine persönliche Freiheit riskiert, um die unsere zu schützen. Lasst ihn uns in praktischer Solidarität unterstützen; lasst uns gemeinsam für eine Kultur des Whistleblowing streiten, die es hierzulande nicht ansatzweise gibt. Dieses Land braucht dringend eine starke Bürgerrechtsbewegung und widerständige Menschen, die sich staatlicher Überwachung und Kontrolle tatkräftig und mit  Phantasie widersetzen – Menschen, die Bürger- und Menschenrechte, auch für das digitale Zeitalter, neu erkämpfen. ‘Freiheit statt Angst’ bietet eine gute Gelegenheit dazu.

Dr. André Hahn PorträtAndré Hahn, MdB (DIE LINKE)
Als Mitglied im Parlamentarischen Kontrollgremium des Bundestages, jenem Ausschuss, der die Tätigkeit der deutschen Geheimdienste überprüfen soll, sowie durch meine Mitarbeit im NSA-Untersuchungsausschuss weiß ich um die Gefahren einer immer weiter ausufernden Überwachung. Um dem Einhalt zu gebieten, ist auch starker außerparlamentarischer Druck nötig. Deshalb hoffe ich auf viele Teilnehmer an der Demo. Ich bin dabei!

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Wolfgang Kubicki, MdL (FDP) Der Überwachungsstaat ist Ausdruck der Angst. Freiheit verlangt nach Offenheit und Mut. Wer Freiheit will, muss seinen Mut gegen die Angst setzen. Deshalb ist “Freiheit statt Überwachung” das Motto der Zukunft.

Johanna_Uekermann_Foto_by_Tobias-PietschJohanna Uekermann (Jusos)
Freiheit ist eines der wichtigsten Grundrechte. Die Ausspähung der Geheimdienste zeigt jedoch, dass unsere individuelle Freiheit mehr als je zuvor auf dem Spiel steht. In diesem Überwachungsskandal, der ein unheimliches Ausmaß bekommen hat, ist vollständige Aufklärung mehr als überfällig. Doch es passiert nichts. Deswegen ist es wichtig, dass wir am Samstag auf die Straße gehen und zeigen, dass wir das Schweigen und die vorgespielte Ahnungslosigkeit der Bundesregierung nichts länger hinnehmen.

Oezcan-Mutlu-MdB

Mutlu Özcan, MdB (B90/Die Grünen)
1989 habe ich mich im Eindruck der friedlichen Revolution in Ostdeutschland entschieden, die deutsche Staatsangehörigkeit anzunehmen und politisch aktiv zu werden. Auch die seit vielen Jahren stattfindende Digitalisierung revolutioniert die Welt und stellt uns vor viele neue Herausforderungen in allen Lebensbereichen. Und hier gilt es dem Staat Grenzen zu setzen. Ich bin nicht bereit, meine Freiheit auf dem Altar der Sicherheit zu opfern. Deshalb gehe ich am 30.08.2014 für Freiheit statt Angst demonstrieren.

Notz_Konstantin-vonKonstantin v. Notz, MdB (B90/Die Grünen)
Die Snowden-Enthüllungen belegen: Geheimdienste und Unternehmen treten unser Recht auf informationelle Selbstbestimmung mit Füßen. Sie dringen in die letzten und intimsten Winkel unserer Privatsphäre vor. Wir wissen: Wer überwacht wird, ist nicht frei! Demokratie lebt durch angstfreie Meinungsäußerung und überwachungsfreie Räume. Diese zu verteidigen liegt in der Verantwortung von uns allen! Deswegen gehen wir auch in diesem Jahr wieder bei der „Freiheit statt Angst“ auf die Straße und sagen klipp und klar in Richtung Bundesregierung „Aufstehen statt Aussitzen“!

 

Hier alles zur Großdemonstration am kommenden Samstag in Berlin, 14 Uhr, Brandenburger Tor.

 

Wieder da

17. Mai 2014

Es liegt nicht an den englischen Untertiteln, dass Tobi und Bonne zu den wenigen in Lingen zählen, die mit diesem Video nicht viel anfangen können. Ich dafür umso mehr. Wieder da. Und wieder hier.

außer

8. Mai 2014

außer

via Notes of Berlin

re:publica

5. Mai 2014

rp14Ab morgen und bis zum 8. Mai findet in Berlin die achte, von Netzpolitik.org mitveranstaltete re:publica unter dem Motto “Into the wild” statt. Auf bis zu 18 Bühnen parallel gibt es rund 350 verschiedene Sessions zu allen möglichen kulturellen, politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Aspekten einer digitalen Gesellschaft. 3-Tages Tickets gab es Ende letzter Woche noch im Vorverkauf, ermäßigt kosten diese 90 Euro, normaler Preis ist 180 Euro. Hier ist eine Übersicht aller Sessionshier die Liste aller Sprecherinnen und Sprecher und hier der Zeitplan.

Auch in diesem Jahr gibt es wieder eine Vielzahl an netzpolitischen Themen. Unten findet sich eine Übersicht durch das Programm. Es könnte sein, dass es zusätzliche Überraschungen geben wird. Leider laufen oftmals interessante Sachen parallel, aber aufgrund der großen Anzahl der Einzelveranstaltungen war das leider nicht anders möglich.

Dienstag, 6. Mai 2014

11.00 – 12:00 Uhr auf Stage 1:

The Yes MEN – Opening Keynote for re:publica & MEDIA CONVENTION

Andy Bichlbaum, Mike Bonanno

11:15 – 12:00 auf Stage 2:
Geheimdienste vs Demokratie?
Markus Löning, Katja Gloger, Christian Flisek

12:30 bis 13:30 auf Stage 2
Defending Human Rights worldwide – learning from the best – what’s working & why
Sanjay Goel, Rafael Vilela, Bianca Jagger

12:30 bis 13:00 auf Stage 3
Heroes, es geht um Whistleblower.
Elmar Geese

13:00 bis 13:30 auf Stage 3
Black to Grey to Black: Lessons From Two Decades of Online Activism 
Parker Higgins von der EFF blickt auf erfolgreiche Online-Kampagnen (vor allem in den USA) zurück.

12:30 bis 13:30 auf Stage 4
Überwachung macht impotent!“ – Neue Narrative gegen Überwachung
Friedemann Karig
(mehr …)

(Quelle)

QR-Code

25. April 2014

Das Kraftfuttermischwerk informiert aus der Hauptstadt:

“In Berlin haben Unbekannte den QR-Code eines Wahlplakates von Alexandra Thein, FDP, überklebt. Dieser Code sollte eigentlich zu einem Wahlwerbespot der Politikerin führen. Wer sich allerdings über den QR-Code verbinden ließ, landete im Zweifelsfall bei einem Sexfilm mit dem Titel “Liebe kennt keine Grenzen”, dem Motto auf Alexandra Theins Plakat. Irgendwer hat einen eigens dafür neu generierten Code über den originalen geklebt und die Nutzer des selbigen quasi umgeleitet.

22 Minuten ist der Film lang, er trägt ebenfalls den Titel „Liebe kennt keine Grenzen“, geht aber in eine etwas andere Richtung: Der Streifen zeigt Frauen und Männer beim Gruppensex.
(NOZ)

Warum das nun auf einem personalisierten, und nicht auf einem allgemeinen Partei-Plakat geklebt wurde, ist nicht ganz klar, würde die Aktion aber um einiges geiler machen, auch wenn der Slogan dann womöglich nicht ganz einem Filmtitel entspräche. Für mehr falsche QR-Codes auf allen Partei-Plakaten.

Hier das Theins Plakat im Original.”

 

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Großes Thema

6. April 2014

Berlin1966Gefunden bei DRadio Kultur:

Es geschah in Berlin (386)

Gammler will Rauschgift absetzen. Von Werner Brink / RIAS 1966

Vorgestellt von Olaf Kosert und Horst Bosetzky

Michael, 17 Jahre alt, haut von zu Hause ab, um in der Großstadt etwas zu erleben. Am Bahnhof Zoo findet er Kontakt zu einem “Gammler” und hilft ihm dabei, ein Kilo Marihuana zu verkaufen.

Bevor er endgültig auf die berühmte schiefe Bahn gerät, wird er von Kommissar Zett verhaftet … Gammler waren ein großes Thema des Jahres 1966 in Berlin.

(Foto: Berlin (West) 1966, CC Kailos via flickr)

 

Nymrod

31. März 2014

BNDZentraleBerlinKein Aprilscherz; denn es ist ja noch März. Aber sechseinhalb Jahre nach Baubeginn haben heute die ersten 170 BND-Bediensteten ihre Arbeit in der neuen Geheimdienstzentrale in Berlin aufgenommen. Der Grünen-Abgeordnete Hans-Christian Ströbele kritisiert den Neubau als “mächtig, riesig, hässlich und ungeheuer teuer”. Es kostet nämlich mehr als 910 Millionen  Euro. Mit den Umzugskosten sind es 1,3 Milliarden Euro.

Und Hal Faber schrieb gestern in seiner wöchentlich WWWW-Botschaft: “[Heute] ziehen die ersten 170 Schlapphüte in die neue BND-Zentrale ein. Der undemokratische Sektor Berlins wird vom Kanzleramtsminister eröffnet, auf dass der Umzug der 7000 Experten für Staubsaugertechnik beginnen kann. Viele freuen sich schon über die neue Aufgabe, in Gedenken an Richard Gehlen wieder eine Sonderkartei der Politiker anlegen zu können, so als nettes Gegenstück für die besondere Datenbank “Nymrod” der Staats- und Regierungschefs, die die NSA angelegt hat.”

7000! Sie haben richtig gelesen.  SPON schreibt 4000!. So oder so – mir wird schlecht.

(Foto: BND-Zentrale in Berlin-Mitte. Baustelle im Jahr 2012. CC euroluftbild.de/Grahn)

 

Menno Aden

31. März 2014

Der im ostfriesischen Weener geborene Fotokünstler Menno Aden zeigt Räume und öffentliche Plätze aus der Vogelperspektive. Die Bilder sehen aus, als wäre die Decken abgenommen worden. Menno Aden stellt seine Werke aus bis zu 100 Einzelaufnahmen zusammen, dabei fotografiert er unter der Decke mit einem Stabstativ. Am Computer setzt er die verschiedenen Aufnahmen aufwändig zusammen – eine Arbeit, die mehrere Wochen dauern kann. Der 1972 geborene Fotograf lebt längst in Berlin. In seinen Arbeiten verschafft intime Einblicke in Berliner Wohnungen, Zimmer, Küchen, aber auch Geschäftsräume, Arztpraxen oder Aufzüge. Durch den Blick von oben und die extrem weitwinkelige Perspektive verschwimmen die Räume, so dass eigentümliche Muster entstehen und die Räume wie kleine Modelle erscheinen.

Menno Aden bildet intime, mitunter existenzialistische Berliner Wohnungen genauso ab wie öffentliche Räume. Private Zimmer, Fahrstühle, S-Bahnen oder Zahnarztpraxen wirken geöffnet wie in einem architektonischen Modell, dem durch die unbegrenzte Öffnung nach oben jegliche Privatsphäre abhanden gekommen ist. In Menno Adens Arbeiten treten Menschen kaum in Erscheinung. 2009 wurde er mit dem European Award of Architectural Photography in Frankfurt ausgezeichnet.

mehr hier

Berlinale ’14

6. Februar 2014

Berlinale2014Heute beginnt die Berlinale. Immer schon sind die Internationale Filmfestspiele Berlin – so der offizielle Name – eines der politischeren Filmfestivals. Dabei gab es internetspezifische Anliegen in den letzten Jahren eher weniger. Filme und Beiträge, die entweder vom Inhalt, der Produktion oder der Lizensierung die das Internets zum Gegenstand hatten, standen nicht im Mittelpunkt. Auch auf dieser Berlinale findet die Thematisierung von NSA, digitaler Überwachung und ungeschminkter Homespionage (noch) nicht wirklich statt. Doch die Aktivisten von netzpolitik.org haben zum Thema  eine kleine Auswahl an Berlinale-Filmen aus diesem und aus vergangenen Jahrgängen zusammengestellt.
Guckst Du hier. Und noch ein Beispiel aus diesem Jahr:

House of Cards erzählt die Machtspiele des fiktiven US-Demokraten Frank Underwood und ist ähnlich wie die dänische Serie Borgen unter PolitikerInnen ausgesprochen beliebt. Es ist explizit keine inhaltlich netzpolitische Serie aber dafür ist der Vertriebsweg, der eingeschlagen wurde, fortschrittlich. Es ist eine der ersten TV-Serien, die ausschließlich per Online-Streaming verfügbar sind und aus dieser Reihe die erste, die mit haufenweise Preisen überschüttet wurde (und das zu Recht!). House of Cards hat gezeigt, dass Formate die nur noch das Internet als Vertriebsweg benutzen keine inhaltliche und kommerzielle Nullnummer sein müssen. Am 14. Februar wird die gesamte zweite Staffel online gestellt und am 16. Februar zeigt die Berlinale die beiden ersten Folgen im Haus der Berliner Festspiele als “Berlinale Special TV Event”. “[von Netzpolitik.org]

ausgestrahlt

2. Dezember 2013

“16.000 Menschen forderten am vergangenen Samstag in Berlin von der künftigen Bundesregierung, die Energiewende mit Sonne und Wind zu gestalten und Fracking, Kohle und Atom aufs Abstellgleis zu stellen. Der Film zeigt einige davon im Bus nach Berlin und die Demonstration. Die Empörung über die geplante Energiepolitik ist groß. Die Bevölkerung will deutlich schneller raus aus der Atomkraft und nicht länger auf Kohle setzen. Gehen CDU/CSU und SPD einen anderen Weg, dann wird dieser Tag nur der Auftakt für weitaus größere Proteste gewesen sein.”  [mehr…]

(Quelle)

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