Spezial
6. November 2009
Die Bahn ist wieder ganz vorn dabei und wirbt: “Das Mauerfall-Spezial. Reisen zum Einheitspreis. Nur 20,- Euro.“ Erhältlich nur am 9.11.09 von 18:57 Uhr bis 3:00 Uhr online auf bahn.de und in einzelnen Reisezentren (nicht in Lingen, das örtliche Reisezentrum ist dann schon längst geschlossen). Die 20-Euro-Fahrkarte gilt für die einfache Fahrt und -zu viel Einheit is’ nich- nur in der 2. Klasse, allerdings auch im ICE. (Interessiert, dann hier klicken)
Irgendwie finde ich den Fahrkartenpreis zwar in Ordnung. Aber muss denn das einzigartige historische Ereignis „Mauerfall“ so platt kommerzialisiert werden, frage ich und denke im selben Moment daran, dass zum dauerhaften Gedenken an dasselbe Datum auf einer Lingener Baustelle ein beeindruckendes Straßenschild enthüllt wird. Diese lokale Benennung ist übrigens (auch) nicht so ganz meine Sache, ist doch die Maueröffnung bekanntlich erst mal Folge eines Schabowski-Fehlers auf einer Pressekonferenz. Leipzig am 9. Oktober 1989 war für die friedliche Revolution womöglich wichtiger und ein Herr im Moskauer Kreml sowieso. Die deutsche Einheit, die ich gern feiere, ist viel mehr als der 9. November 1989, mag dieses Datum auch das emotionalste sein. „Platz der deutschen Einheit“ wäre daher ein zutreffenderer Name gewesen, sagte die SPD vor Wochenfrist im Stadtrat und lag damit richtig, gibt es doch auch noch anderes, wichtiges, elementares an jedem deutschen 9. November.
Über all dies habe ich heute morgen um 7 Uhr auf einem der zugigsten Bahnsteigversuche der Republik reichlich frierend nachgedacht. Das hätte ich bestimmt noch ein bisschen intensiver getan, wenn ich da schon die dröhnende Kommerzaktion der Bahn gekannt hätte.
Japan
1. November 2009
Links sieht man den ganz normalen aktuellen Wahnsinn auf dem Lingener Bahnhof am vergangenen Freitag nachmittag. Mich erinnert das mehr an eine U-Bahn in Japan.
Natürlich trifft auch die Bauleute in der Stadtverwaltung Mitverantwortung für den völlig missglückten „Mittelbahnsteig“ und die dramatische Situation im Lingener Bahnhof. Sie haben es nämlich versäumt, sofort Alarm zu schlagen, als sie die lebensgefährliche „Breite“ der technischen Meisterleistung deutscher Bahningenieure erkannten. Sie wussten auch, dass die Bauarbeiten nicht fertiggestellt waren, als der „Hausbahnsteig“ vor dem Bahnhofsgebäude weggerissen wurde und seither Gehbehinderte den Bahnhof Lingen nicht mehr benutzen können.
Wegen der unhaltbaren Zustände und der arroganten und ignoranten Reaktion der Bahntechnokraten habe ich vor ein paar Wochen an die Behindertenbeauftragte der Bundesregierung geschrieben. Offensichtlich prüft sie meine Eingabe sehr genau; denn bisher habe ich nicht einmal eine Eingangsbestätigung erhalten. Allerdings wäre es sicherlich einfacher, wenn sich auch andere massiv beschwerten, zum Beispiel der mitgliederstarke SoVD, der VCD oder der Fahrgastverband proBahn. Sie schweigen bisher aus Gründen, die ich nicht kenne.
Nachdem am Samstag in der LT berichtete wurde, die Bahntechnokraten wollten nichts ändern, habe ich das Eisenbahnbundesamt angeschrieben:
Sehr geehrte Damen und Herren,
in großer Sorge wende ich mich an Sie. Im Bahnhof von Lingen(Ems) ist in den letzten Monaten ein „Mittelbahnsteig“ errichtet worden. Dieser ist allerdings so schmal, dass seine Benutzung lebensgefährlich ist. Der jetzige „Mittelbahnsteig“ ist nicht nur kundenfreundlich; er ist nicht betriebssicher. Offenbar gilt der Mittelbahnsteig eisenbahntechnisch als Außenbahnsteig. Er hat lediglich eine Breite von 2,50m. Jährlich nutzen mehr als 1 Mio Fahrgäste den Lingener Bahnhof. Einzelheiten des Problems werden hier und hier und hier geschildert.
Ich bitte Sie sehr dringend, sich umgehend des Problems anzunehmen. Die verantwortlichen Mitarbeiter der DB lehnen eine Planänderung ab. Damit nehmen sie Gefahren für Leib und Leben in Kauf. Dem sollten Sie sofort Einhalt gebieten.
Mit freundlichen Grüßen
Übrigens soll es ja einen Bereitschaftsdienst für Gehbehinderte am Bahnhof geben. Diese müssen dazu ein Mobiltelefon haben und bei der Bahn in Osnabrück anrufen. Von dort wird dann der Bereitschaftsdienst alarmiert, der sich im Bahnhofsbereich aufhalten soll. Der kommt dann angeblich.
Schlecht ist es allerdings, wenn Sie im Rollstuhl sitzen. Der beige-gelbe Zettel mit dem Hinweis und der Osnabrücker Rufnummer ist nämlich in etwa 1,60m Höhe angebracht (Foto re.). Um ihn zu lesen, müssten Sie mal eben aufstehen…
Meine Meinung zu den Verantwortlichen bei Bahn und Stadtverwaltung habe ich schon in diesem Beitrag formuliert. Ich will sie nicht wiederholen. Aber eines weiß ich sicher: Wenn hier an diesem Mittelbahnsteig ein Mensch zu schaden kommt, ist dies auf die Ignoranz der Bahntechnokraten zurückzuführen und dafür werden Sie zur Rechenschaft gezogen werden. Jeder einzelne ganz persönlich.
Mittelbahnsteig 3
18. Oktober 2009


Es ist ja alles noch viel schlimmer, als ich bisher berichtet habe. Heute Nachmittag habe ich mir dieses seltsame Bauwerk am Lingener Bahnhof (bitte anklicken und die offizielle Beschreibung genießen!) angesehen, das sich „Mittelbahnsteig“ nennt. Den älteren Herrn, der sein Hollandrad auf den Bahnsteig gewuchtet hatte, habe ich bewundert. Der versprochene Servicemitarbeiter der Deutsche Bahn AG war nicht zu sehen; war ja auch Sonntag. Ebenfalls nicht zu sehen, war ein Fahrkartenautomat, weshalb ich mich gefragt habe, weshalb Johannes Krieger in der Lingener Volkshochschule überhaupt einen Kurs veranstaltet, wie derartige Apparaturen besonderer Kundenfreundlichkeit zu bedienen sind; denn es gibt sie nicht da, wo sie gebraucht werden – also am neuen „Mittelbahnsteig“, wo nur ein Pappschild hängt, dass die Fahrkarten am Automaten am gesperrten Gleis 1 erhältlich sind -mit handschriftlich nachgetragenem Zusatz- „und im Bahnhof“ (Mo-Fr 8.30 -18.00; Sa 8.30 -13.00; So nix) – d.h. 100-150m entfernt, sozusagen zur Abrundung der Kundenfreundlichkeit.
Niedlich auch diese kleinen Mülltonnen neben den beiden Kleinstunterständen gegen Witterungseinflüsse. Außerdem Aber vor allem frage ich mich, weshalb so viel Platz zum östlichen Gleis verblieben ist. Schauen Sie sich bitte die drei nach Nord (lks) und Süd aufgenommenen Fotos an. Den Mittelbahnsteig selbst konnte ich nicht fotografieren; er war zu schmal. Also habe ich die Freiräume an der Ostseite aufgenommen. Haben Sie etwa eine Erklärung dafür, weshalb der Bahnsteig so schmal ist und unten nebendran im Gleisbett offenbar so etwas wie ein Flachwasser-Biotop angelegt wird? Ich nicht.
Was wir in Lingen haben, ist ein Behelfs-SB-Bahn-Bahnsteig a la Hamburg-Wilhelmsburg oder Berlin-Marzahn, kein Bahnsteig auf dem Reisende sicher auf einen Zug warten und z.B. trocken bleiben, wenn es regnet. Mit Kindern geht ein Aufenthalt gar nicht, jede Mutter mit zwei Kindern wird einen Herzinfarkt bekommen, falls sie die Kleinen nicht ankettet. Der Mittelbahnsteig im Lingener Bahnhof ist einfach ein einziger, mit viel Steuergeld gebauter Baumangel.
Mein Vorschlag:
Gebt den Leuten, die das zu verantworten haben, einen Spaten in die Hand. Sie sollen die Deiche an Unterems, Unterweser und Unterelbe um 50 cm erhöhen. Dann machen die jedenfalls etwas Sinnvolles. Und den Bauleuten im Rathaus schenken Sie am besten ein Kissen, damit sie in ihrer argumentativen Unzuständigkeitsnische bequem weiterschlafen.
Nachtrag: LT-Bericht vom 30.10.
Mittelbahnsteig 2
9. Oktober 2009
Jetzt teilt die Deutsche Bahn AG mit:
Presseinformation
Neuer Bahnsteig in Lingen (Ems) in Betrieb
Arbeiten am Aufzug und dem Hausbahnsteig(Hannover, 5. Oktober 2009) Im Bahnhof Lingen (Ems) wird am Freitag, 9. Oktober, der neue Bahnsteig am Gleis 2 in Betrieb genommen. Mit den Arbeiten am Hausbahnsteig Gleis 1 und dem Einbau eines neuen Aufzuges vom Personentunnel zum Bahnsteig 2 wird zeitgleich begonnen. Bis zum Abschuss der Arbeiten, voraussichtlich Mitte Dezember, halten alle Züge (IC und Regionalzüge) im Gleis 2.
Bis zur Inbetriebnahme des Aufzuges ist ein barrierefreies Erreichen des Bahnsteiges 2 in Lingen (Ems) nicht möglich.
Herausgeber: DB Mobility Logistics AG
Potsdamer Platz 2, 10785 Berlin, Deutschland
Verantwortlich für den Inhalt:
Leiter Kommunikation Oliver Schumacher
Lingen ist also für Menschen im Rollstuhl und Gehbehinderte gegenwärtig mit dem Zug zwar erreichbar. Aber Aussteigen können Sie nicht; denn vom Mittelbahnsteig kommen sie nicht weiter. Ich nenne das behindertenfeindlich und werde zornig. Wie durchgeknallt rücksichtslos und behindertenfeindlich muss man eigentlich sein, wenn man einen Bauablauf so plant, organisiert und zulässt?
Da hilft auch nicht der Griff zu semantischen Tricks, dass ein „barrierefreies Erreichen“ des Bahnsteigs zurzeit nicht möglich ist. Helfen würde wohl nur, wenn die Personen, die dieses schäbige Unterfangen zu verantworten haben, die Gehbehinderten persönlich die Treppen rauf und runtertragen müssten.
Zum Mittelbahnsteig selbst, eine bulimistische Betonplanke, will ich mich noch extra äußern. Heute nur dies: Typisch Lingen. Verbal losgesprungen als Tiger und gelandet als profillose Fototapete.
Option
26. August 2009
Meldung aus dem Rathaus:
Vollsperrung der Klasingstraße
Die Stadt Lingen (Ems) teilt mit, dass für die Asphaltarbeiten in der Klasingstraße eine Vollsperrung von Mittwoch bis Samstag erforderlich wird. Für Radfahrer bleibt der neu angelegte Weg in Richtung Marktplatz befahrbar. Die direkt betroffenen Anlieger werden durch die Bau ausführende Firma Lüttmann über die Einzelheiten der Sperrungen unterrichtet. Für den Anliegerverkehr besteht die Möglichkeit, ihre Grundstücke über Henriette Flatow-Straße/Baccumer Straße/Am Wall-Nord zu erreichen.
Die Stadt Lingen (Ems) bittet um Verständnis für die unvermeidlichen Behinderungen.
Mit Verlaub: Ich habe für diese Sperrung kein Verständnis. Die Klasingtraße wird seit Anfang April umgebaut, zunächst die Kanalisation, seit Anfang Juni die Straße selbst. Die Klasingstraße hat die beeindruckende Länge von rund 170m. Die Frage: Warum müssen 170m Asphaltarbeiten 4 Tage dauern? Warum der simple Straßenumbau fünf Monate?
Wenn tagsüber 8 Stunden zwei bis drei Arbeiter anwesend sind, ist dies und die damit verbundene Belastung der Anwohner wie Verkehrsteilnehmer kein Wunder. Als ich die jüngste Klasingstraßensperrung-Meldung der Stadtverwaltung las, erinnerte ich mich, wie es auch anders geht. Jüngst war ich ein paar Tage in Finnland und erlebte dort, wie mit einem massiven Einsatz von Gerät und Arbeitern binnen einer Nacht (!) erst die eine Seite und dann binnen einer weiteren Nacht die zweite Fahrbahn einer 4-spurigen Hauptstadtbrücke abgefräst und neu asphaltiert wurde. Und die war ja auch nur 400 Meter lang…
Gestern nun diskutierte ich mit einem meiner Jungs: Warum werden Straßenbaumaßnahmen in Deutschland immer so zäh abgewickelt und dauern so unglaublich lange. Als wir darüber sprachen, standen wir in unserem Wagen vor der unverhofft wieder eingerichteten Doppel-Baustelle B 213 Ortsumgehung Löningen, die uns diesmal 30 Minuten Zeitverlust bescherte. Ich meinte, es sei ein Strukturproblem des öffentlichen Dienstes in Deutschland. Den betreffenden (handelnden möchte ich nicht sagen) öffentlich Beschäftigten ist es einfach gleichgültig, dass es auch schnell geht. Sie haben nichts davon. Also geht es langsam. Reichlich genervt von der ganzen Warterei und unter Hinweis auf die unsägliche aktuelle 14 km-B402-Baustelle bei Wettrup plus B 402-Sperrung in Meppen sowie die jahrelange A30-Imkopetenz, sprach ich wohl auch von „sch…-egal“ und erwähnte meine jüngsten ausländischen Erkenntnisse und dass ich wegen der Klasingstraße im Stadtrat nachfragen wolle, auch wenn man mich da wieder zuzuschwätzen versuchen und mit Ausreden überhäufen werde, weil der öffentliche Dienst einfach nichts falsch macht. „Da hast Du doch noch eine Option: Kannst nach Finnland auswandern und es von Vox übertragen lassen.“ war Juniors Antwort. Na, Kiistos!
Pinus nigra
24. August 2009
Jaja, Lingen und die Bäume. Es gibt Neuigkeiten aus Darme. Da war einmal mehr das Architekturbüro Nagel, Schonhoff und Partner tätig, das auch schon an anderer Stelle in Lingen aktiv war. Die Aufgabe: Gestaltung des Kreisverkehrs „Rheiner Straße/Am Heidhof“ – kurz: der Kreisverkehr bei McDonalds. Es trat eigens ein Gremium zusammen, das den Architektenentwurf auswählte, wonach sieben beleuchtete, auf Schotter gesetzte „Schwarzkiefern“ (pinus nigra, heimisch in Süd- und Südosteuropa) einen „der größten Kreisverkehre in der Stadt Lingen (Ortsbürgermeister Werner Hartke)“ zieren sollten. Das Protokoll der Sitzung des Planungs- und Bauausschusses vom 17.09.2008 weiß zu berichten:
Herr Hartke machte deutlich, dass der Kreisverkehrsplatz an der Rheiner Straße / Zum Heidhof einer der größten Kreisverkehre in der Stadt Lingen sei und sich die vorgesehene Gestaltung gut in die Rheiner Straße einfüge. …. Die Maßnahme sollte schnell umgesetzt werden…
Auf Frage von Herrn Beeck erklärte Herr Hartke, dass sich die Verwendung von Kiefern angrenzend an die Rheiner Straße im Lingener Wald fortsetze.
Also wurden dann im März sieben Schwarzkiefern auf Schotter auf dem McDonalds-Kreisverkehr an der Rheiner Straße gepflanzt und anschließend mit Brimborium eingeweiht. Jetzt, ein paar Monate später, sind es nur noch zwei Bäume der Gattung pinus nigra. Fünf sind von uns gegangen. Der Schotter blieb (Foto). Angesichts dessen, so meine ich, gewinnt die Aussage von Ortsbürgermeister Hartke, der Entwurf füge sich in die Rheiner Straße ein, zwanglos an Überzeugungskraft. Was das für den angrenzenden Lingener Wald bedeutet, mag ich mir gar nicht vorstellen…
Schilda
17. Mai 2009
Zu den autofahrerunfreundlichsten Autobahnauf- und Autobahnabfahrten im Westen zählt diejenige mit dem Namen „Rheine-Nord“ an der A 30. Aus allen Richtungen Staus und stinkend-tuckernde Pkw vor drei hintereinander gepflanzten Ampeln, die durch zwei Kreisverkehre und eine andere Nordzufahrt überflüssig würden, falls man an zuständiger Stelle nachdächte. Das zeigt bereits, dass die Intelligenz der verantwortlichen Beamten deutlich ausbaufähig ist.
Jetzt gibt es dies:
Man nähert sich als A30-Autofahrer aus dem Osten und erreicht die Abfahrt Rheine-Kanalhafen, dann die Abfahrt Rheine und dann als dritte Abfahrt Rheinebindestrichnord. Drei Mal Rheine, also man kann es wirklich nicht übersehen und nicht daran vorbeifahren.
Allerdings haben nun unverhofft die beamteten Herrschaften den einzigen Schilda-Hinweis auf Lingen verschwinden lassen. Schon beim Aufstellen der Abfahrtschilder hatten die Experten einst „Lingen“ vergessen und mussten es später nachkleben. Und jetzt ist Lingen wieder weg. Die Folge: Menschen ohne Navi bzw. Ortsfremde, die nicht wissen, dass man nur von hier aus Lingen direkt über die Bundesstraße 70 erreicht, finden sich orientierungslos irgendwo westlich der Ems wieder. Um dies zu unterstützen, ist das einst Hinzugeklebte blau überklebt. Es darf gerätselt werden, warum.
Immerhin erfahren alle, dass es hier neben Rheinebindestrichnord ab nach Steinfurt und Spelle und Holsterfeld geht. Auf Lingen wird erst wieder am Ende der Autobahnausfahrt an der Straßenampel hingewiesen, weil ja nun doch die Schilder an der Bundesstraße 70 den Knotenpunkt Lingen nicht weglassen können.
Das ist noch ignoranter als die peinliche Ausschilderung durch die A31-Verantwortlichen. Dort gibt es bekanntlich für Nord-Süd-Fahrer die Autobahnabfahrt Wietmarschen, die in Schwartenpohl liegt. An ihr fehlt -nur 10km vor der Lingener Stadtgrenze- jeder Hinweis auf unsere Emsmetropole, weil ja, so einst der besorgte Altenlingener Ortsrat, aufgrund eines solchen Schildes immer mehr Autofahrer über den malträtierten Altenlingener Forstweg fahren würden – so die Begründung. Autofahrer, die sich nicht auskennen, werden deshalb doppelt soweit über die A31-Abfahrt Lingen, die in Lohne liegt, geleitet. Die anderen und die mit Navi fahren trotzdem ab und -geschätzt- zwei bis vier am Tag anschließend auch über den Altenlingener Forstweg. Dort können sie dann bekanntlich weitere Beiträge umweltgerechter Lokalpolitik in Augenschein nehmen.
Verschiebungen
21. März 2009
Ich habe mich gerade geärgert!
Denn heute meldet sich die „Verkehrsgemeinschaft Emsland-Süd“ zu Wort und teilt diese „Informationen“ mit:
Neubau des zentralen Omnibusbahnhofes (ZOB) in Lingen
Aufgrund des Neubaus wird der zentrale Omnibusbahnhof in Lingen mit Beginn der Osterferien zum „Alten Hafen“ verlegt. Alle Stadt- und Regionallinien treffen sich hier zum Umstieg
Statt der Haltestellen „Lingen, Bahnhof“ und „Lingen, Burgstraße“ benutzen Fahrgäste der Linien 101, 111, 121, 131, 132, 133 die Haltestelle „Kaiserstraße“ (in Höhe Halle 1/2). Durchgang in die Innenstadt durch die Unterführung
Die Linien 171 und 174 benutzen die Haltestelle „Konrad-Adenauer-Ring“
Die Linien 141, 151, 160, 161, 162, 165 benutzen den Ausweich – ZOB am „Alten Hafen“. Die Haltestelle „Kurt-Schumacher-Brücke“ wird nicht mehr bedient
Die Linien der NachtEulen treffen sich am „Alten Hafen“ zu den gewohnten Zeiten um den Umstieg sicher zu stellen. Die Fahrgäste der Linien N2, N3, N7 haben die Möglichkeit an der Haltestelle „Kaiserstraße“ ein- bzw. auszusteigen.
Durch diese Maßnahmen kann es zu zeitlichen Verschiebungen im gesamten Busverkehr kommen
Wir sind für Sie da!VGE – Süd
Alles klar?!
Zur Erinnerung: Erst wird auf Kosten der Allgemeinheit der Lingener Busbahnhof nur deshalb völlig überdimensioniert gebaut, weil eine zeitgemäße Informationstechnik in den Bussen den Busunternehmen zu teuer ist. Und dann nimmt sich der quasi-öffentliche Dienst VGE des dadurch hervorgerufenen Problems an, verteilt munter den Busbahnhof an vier entgegen gesetzt gelegene Ausweichplätze und krönt seine völlig unverständliche (Des-)Information mit diesem klebrig-abgedroschenen „Wir sind für Sie da!“-Hinweis.
Seid Ihr nicht! Sonst würdet Ihr nämlich merken, was Ihr an Chaos anrichtet, lesen, was Ihr an Kauderwelsch schreibt, und erkennen, dass nur ein kompletter VHS-Kurs geeignet ist, Eure Technokraten-Meldung zu verstehen.
Fahrschüler und andere Fahrgäste werden viel Vergnügen beim bevor stehenden Durcheinander haben.
Hermann hilf!
27. November 2006
Empörend finde ich die Trantütigkeit, mit der in unserem Land die Straßen repariert und umgebaut werden. Die A30 beispielsweise, auf der ich mehrfach die Woche Osnabrück ansteuern muss, ist seit Jahren ein Musterbeispiel für gelangweilte Inkompetenz der Verantwortlichen in den Straßenbaubehörden. Gerade wird dort seit einer Woche die Baustelle zwischen den AS Gaste-Hasbergen und Sutthausen abgebaut. Mehr als ein halbes Dutzend Bauarbeiter habe ich dabei dort noch nicht gesehen – pro Staukilometer also einen.
In Lingen geht es ähnlich geruhsam zu. Der Umbau der Neuen Straße in einen verkehrsberuhigten Bereich dauerte beispielsweise in diesem Herbst geschätzt drei Mal solange wie notwendig. Der Neubau eines Kreisverkehrs an der Einmündung Kurt-Schumacher-Brücke/Lindenstraße ist das aktuellste Beispiel.
Heute ist nämlich die provisorische Baustellendurchfahrt von der einen zur anderen Seite verlegt worden. Damit ist jetzt die ampelgesicherte einspurige Strecke doppelt so lang wie zuvor, entsprechend länger ist die Ampelphase. Die Folge: Der Verkehr aus der Innenstadt staut sich zurück bis in den Kreisverkehr am Jakob-Wolff-Platz . Daher können die in die Innenstadt hinein fahrenden Kfz nicht mehr durch den blockierten Kreisverkehr Jakob-Wolff-Platz hindurchfahren, weil dort die ampelbedingt wartenden Stadtauswärtsfahrer stehen. Ein Chaos ohne Gleichen ist die Folge, und dieses Chaos soll offenbar der besondere Beitrag der Stadtverwaltung zum diesjährigen Weihnachtsgeschäft für die Innenstadtkaufleute sein.
Dies alles könnte anders sein, wenn durch straffe Verträge und Vorgaben mehr als nur sechs Arbeiter auf der Baustelle tätig sind, wenn die mehr als 40 Stunden pro Woche eingesetzt und hierauf auch durch die Bauaufsicht geachtet würde. Denn -ich hab noch einmal nachgesehen- die Woche hat 168 Stunden, so dass genügend Zeit und Raum für mehr Arbeit ist.
Der neue Kreisverkehr soll nach dem 40-Stunden-sind-auch-genug-Prinzip erst am 18.12. fertig sein. Ich fürchte schlimmstes, nachdem der erste Bauabschnitt 3 1/2 Wochen dauern sollte, tatsächlich aber erst nach 4 1/2 Wochen fertig war. Man stelle sich nur vor, es friert oder schneit. Dann liegt alles still.
Offenbar interessiert dies in den Verwaltungsetagen nicht wirklich. Deshalb sollte am besten Hermann Klaas als Baustellenchef einspringen, auf dessen Baustelle der Lookenpassage im Zweifel von morgens Sechs bis abends 23 Uhr gearbeitet wird…
Foto: © stihl 24, pixelio

