Technokraten
11. November 2009
Meine E-Mail vom 31.10. an das Eisenbahnbundesamt, das u.a. für die Sicherheit der Eisenbahnen zuständig ist:
Sehr geehrte Damen und Herren,
in großer Sorge wende ich mich an Sie. Im Bahnhof von Lingen(Ems) ist in den letzten Monaten ein „Mittelbahnsteig“ errichtet worden. Dieser ist allerdings so schmal, dass seine Benutzung lebensgefährlich ist. Der jetzige „Mittelbahnsteig“ ist nicht nur kundenfreundlich; er ist nicht betriebssicher. Offenbar gilt der Mittelbahnsteig eisenbahntechnisch als Außenbahnsteig. Er hat lediglich eine Breite von 2,50m. Jährlich nutzen mehr als 1 Mio Fahrgäste den Lingener Bahnhof. Einzelheiten des Problems werden hier und hier und hier geschildert.
Ich bitte Sie sehr dringend, sich umgehend des Problems anzunehmen. Die verantwortlichen Mitarbeiter der DB lehnen eine Planänderung ab. Damit nehmen sie Gefahren für Leib und Leben in Kauf. Dem sollten Sie sofort Einhalt gebieten.
Mit freundlichen Grüßen
Robert Koop
Die heutige Antwort der Technokraten des Eisenbahnbundesamtes:
Sehr geehrter Herr Koop,
vielen Dank für Ihre Eingabe.
Der Bahnsteig 2 ist nach Definition der Richtlinie (Ril.) 813 ein Außenbahnsteig, da er nur von einer Bahnsteigkante aus bedient wird. Zu den Überholungs- und Rangiergleisen hin ist der Bahnsteig 2 ordnungsgemäß mit einem Füllstabgeländer als Absturzsicherung versehen.
Die Breite des Bahnsteiges 2 von 2,50 m entspricht den Vorschriften der Ril. 813 für Außenbahnsteige. Im Bereich der Wetterschutzhäuser ist der Bahnsteig an keiner Stelle schmaler als das Standardmaß 2,50 m.
Die Vorgaben der Ril 813 sind erfüllt, der Bahnsteig entspricht den Regeln der Technik.Ich bedauere Ihnen keine anderslautende Antwort geben zu können.
Mit freundlichen Grüßen
Im Auftrag
Petra Söhngen
Eisenbahn-Bundesamt
Referat Controlling und Öffentlichkeitsarbeit
Heinemannstraße 6
53175 Bonn
Tel: (02 28) 98 26-1 28
Fax: (02 28) 98 26-91 28
E-Mail: SoehngenP@eba.bund.de
Besuchen Sie auch unsere WEB-SITE´shttp://www.eisenbahn-bundesamt.de
http://www.eisenbahn-cert.de
Noch Fragen?
(Foto: Normbahnsteig © Matthias Balzer, pixelio.de)
Seiters
21. Oktober 2009
Ex-Kanzleramtschef Rudolf Seiters (CDU) hat SPIEGEL-ONLINE ein Interview gegeben, wie es war vor 20 Jahren in Prag und Bonn und anderswo. Der CDU-Politiker aus Papenburg war unter CDU-Kanzler Helmut Kohl von 1989 bis 1991 Chef des Kanzleramtes und Bundesminister für besondere Aufgaben. Der gelernte Jurist führte in der Wendezeit die Verhandlungen mit der DDR-Regierung. Seiters ist seit November 2003 Präsident des Deutschen Rotes Kreuzes. Bei der Prager Balkon-Rede des damaligen Außenministers Hans-Dietrich Genscher am 30. September 2009 stand Kanzleramtsminister Seiters im Schatten der Scheinwerfer neben ihm.
Die Antworten des CDU-Mannes finde ich sehr informativ, abgewogen und weise – also allemal lesenswert. Beeindruckend seine Bewertung der Leistung Willy Brandts und das offene Eingeständnis: „Wir hatten auch Glück!“
(Foto oben links: Prager Botschaft Herbst 1989; © DRK, W. Schroeder)
Mitgeschnitten
17. September 2009
Schön gesagt: „Ich wäre Ihnen ganz dankbar. … „
Das Connemann-von-der-Leyen-Video kannte ich noch gar nicht. Es ist ja immer wieder interessant mitzuerleben, wie weit die Pressefreiheit wirklich geht. An Unter- wie Mittelems eben meist nur bis zu „den lokalen Medien“, die die gewünschten Bilder mit kleinen Kindern knipsen, die gegen diesen Missbrauch nichts tun können.
Wer (noch) mehr erfahren will: Donnerstag um 20 Uhr in Werlte auf dem Marktplatz im Festzelt kann man ja mal bei Gitta Connemann und Roland Koch, einem ausgewiesen engagierten CDU-Liberalen, nachfragen.
ps Dankeschon den Lingener Aktivisten der Piratrenpartei für den Hinweis.
Langsamer
11. September 2009
OK, der Niederländer war heftig schnell auf der A 31 bei Geeste unterwegs. Die Polizei jubelt deshalb:
Mit einer Geschwindigkeit von 201 Stundenkilometer raste ein 33-jähriger Niederländer am Mittwochabend in einer Baustelle auf der Autobahn A 31 bei Geeste an einem zivilen Polizeifahrzeug vorbei. Erlaubt sind dort wegen der Bauarbeiten und der Fahrbahnerneuerung nur 80 km/h….
Allerdings frage ich mich nach -zig Fahrten in den letzten Wochen über „die 31 bei Geeste“ , weshalb es von Geeste bis Meppen überhaupt noch die kilometerlange Geschwindigkeitsbegrenzung auf 80 km/h gibt. Die Baustelle ist weg. Die Fahrbahnerneuerung ist seit Wochen (!) abgeschlossen, der Splitt längst von der Strecke geflogen. Was also soll diese Geschwindigkeitsbegrenzung auf 80 bis zur AS Meppen? Anschließend macht sie ja angesichts des Splitts in der weiteren Baustelle durchaus Sinn.
Wohlmöglich ist der verbeamtete Sachbearbeiter ja insgesamt etwas langsamer als der Holländer am Mittwochabend und hat deshalb die überflüssigen Tempo-80-Schilder nicht abräumen lassen. Oder -ganz hässlicher Gedanke, den ich auch sofort bedauernd zurücknehme- es soll das polizeiliche Spezialfahrzeug etwas ausgelastet bleiben…
Schönes Wochenende.
Aufstand
13. August 2009
Zu den Phänomenen unserer Region zählt, dass es keinerlei Kontrolle politischer Entwicklungen und Entscheidungen durch -kritische- Medien gibt. Der NDR beispielsweise scheint sich nur mit Vorgängen zu befassen, die innerhalb einer Stunde mit dem Wagen von den Hamburger Redakteuren des Senders erreicht werden können. Für „Printmedien“ ist unsere Gegend traditionell ebenfalls uninteressant. Um so bemerkenswerter ist es, wenn dann doch einmal eine Reportage in einer der führenden deutschen Zeitungen erscheint. Wie jetzt in der Internet-Ausgabe der Wochenzeitschrift „DIE ZEIT“ zum Kohlekraftwerk Dörpen. „AUFSTAND GEGEN EIN KOHLEKRAFTWERK“ informiert über die Kreisgrenzen hinaus über den Kampf der Bürgerinitiative gegen und den Einsatz der politischen Regionalliga für das Kohlkraftwerk Dörpen, und das geht so:
„Die kleine Gemeinde Dörpen, gerade einmal 4200 Einwohner, gibt sich beschaulich: Der Touristikverein wirbt mit Radtouren entlang der Ems, Ausflügen zur Meyer-Werft nach Papenburg und Tretboot-Fahren auf dem Heeder See.
Doch die Idylle täuscht: Seit mehr als einem Jahr rasseln Gegner und Befürworter eines geplanten Steinkohlekraftwerks in Dörpen aneinander. Es wird mit harten Bandagen gekämpft, fast täglich liefern sie sich in der Lokalpresse ihre Scharmützel. Ende Juli goss Aloys Wobben, Chef von Enercon, einem der weltweit führenden Windrad-Hersteller aus Aurich in Ostfriesland, erneut Öl ins Feuer. Er werde in der Region nur dann investieren, wenn Dörpen kein Kohlekraftwerk baue.
Die Ankündigung Wobbens wirft ein Schlaglicht auf die Debatte über den zukünftigen Strommix in Deutschland. Was in Dörpen diskutiert wird, sind Grundsatzfragen, mit denen sich Deutschland in den nächsten Jahren ausführlich beschäftigen wird: Welcher Energieträger garantiert die meisten Arbeitsplätze? Welcher trägt am stärksten zum Klimaschutz bei?
Aloys Wobben ließ die Bombe, sein Junktim, am Rande einer Podiumsdiskussion platzen: Falls das Kraftwerk in Dörpen realisiert werde, verzichte er auf sein Rotorblattwerk in Haren, das etwa 20 Kilometer von Dörpen entfernt liegt. Bis zu 1000 Arbeitsplätze…Weiter auf der Seite der ZEIT….
Range
9. Juli 2009
SPIEGEL-online meldet eben:
+++ EILMELDUNG +++
Überraschende Entscheidung von Verteidigungsminister Jung: Die Bundesregierung stoppt ihre Pläne für das umstrittene Bombodrom in Brandenburg. Die Kyritz-Ruppiner Heide wird nicht zum größten Luft-Boden-Schießplatz in Deutschland ausgebaut – ein klarer Sieg für die Protestbewegung.
Berlin – Der Streit über das sogenannte Bombodrom dauerte viele Jahre – nun teilte Franz Josef Jung seine Entscheidung mit: Die Bundesregierung verzichtet auf das Übungsgelände. Zuletzt hatte das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg Ende März Urteile der Vorinstanz bestätigt und entschieden, dass auf dem Areal auch künftig keine Tiefflieger trainieren dürfen. Dagegen hätte der Verteidigungsminister bis zum 13. Juli Revision einlegen können.Mehr in Kürze auf SPIEGEL ONLINE
„Wat dem eenen sin Uhl, is dem annern sin Nachtigall.“ Meine Frage: Was bedeutet das für Nordhorn-Range? Mehr Verkehr auf dem Schießplatz vor den Toren Lingens? Mehr Lärm und Krach?
Foto: © Potzblitz, Pixelio