DIE HAPPY
13. Dezember 2009
DIE HAPPY spec. Guest: MODERN DAY HEROES
Donnerstag, 17. Dezember 2009, 20:00 Uhr, Alter Schlachthof, Lingen (Ems)
Masuren
10. Dezember 2009
Lassen Sie mich bitte eine etwas holprige Metapher wählen: Das wunderschöne Masuren ist bekanntlich die größte Seenlandschaft Polens und die Marienstraße ist die größte Pfützenlandschaft Lingens. Da es hierzulande bekanntlich bisweilen regnet und die Baustellen rund um die Marienstraße das Ihrige hinzu tun und taten,kam ich mir heute wiederum in dieser Straße vom Markt zum Bahnhof vor wie bei einer masurischen Springprozession. Der Straßenzustand ist nicht erst seit der Fertigstellung der Lookentorpassage unverändert schlecht.
In unserem Städtchen Lingen begegnet man derlei Ungemach angesichts (ehemals) voller Kassen dann so: Es wird nichts instand gesetzt, es wird neu gepflastert. Die Neupflasterpläne für die Marienstraße sind unverändert, werden aber nicht verwirklicht, weil die Anlieger nicht die Hälfte der Kosten tragen wollen. Also Untätigkeit mit Pfützen: Flache, tiefe und vor allem große. Die Passanten freuen sich eher nicht über so viel Nässe.
Vielleicht haben Sie ja eine Idee, wie unser öffentliche Dienst auf das Problem aufmerksam gemacht werden kann?
Dann kann er sich auch noch einmal zum Erhalt des vor sich hin gammelnden Baudenkmals Marienstraße 16 (ehemals „Hotel zur Post“) äußern. Aber ich sehe seit Jahren nur einen zunehmend trostlosen Eindruck des Gebäudes. Daraus ist zwanglos zu schlussfolgern, dass das Baudenkmal den Verantwortlichen egal ist; ihnen ist der Eigentümer Josef Berning wichtig. Dabei hat die Stadt bekanntlich mit dem Eigentümer sogar einen Vertrag geschlossen, in dem sie sich einerseits bereit erklärte, den rückwärtigen Parkplatz zur Straße Am Pulverturm vollständig bebauen zu lassen und sich Josef Berning im Gegenzug verpflichtete, das Baudenkmal zu erhalten. Seit Jahren verfällt trotz dieses Vertrag das mehr als 100 Jahre alte Backsteingebäude. Die CDU-Ratsmehrheit duldet wohlwollend, dass Josef Berning den geschlossenen Vertrag bricht. Es wird offenbar so kommen, dass die Unzumutbarkeit des Erhalts erklärt wird und dann nur ein „Gedankenstrich“ (eine Lieblingsvokabel des noch amtierenden Baurats Georg Lisiecki) verbleibt, aber der Eigentümer Josef Berning durch den „Gedankenstrich“ die steuerlichen Vorteile eines Baudenkmals für sich nutzen wird. Eigentum verpflichtet vernichtet.
(Foto Masurische Seenplatte:© Tim Caspary, pixelio.de)
Dörpen II
9. Dezember 2009
NDR vom 09.12:2009:
„Investor zieht sich zurück – Kohlekraftwerk in Dörpen steht vor dem Aus
Weil der Investor abgesprungen ist, steht das umstrittene Kohlekraftwerksprojekt im emsländischen Dörpen vor dem Aus. Der baden-württembergische Energiekonzern EnBW teilte am Mittwoch mit, wegen fehlender Möglichkeit zur Kraft-Wärme-Kopplung die Projektarbeiten nicht mehr fortsetzen zu wollen. Weil der am Ort ansässige Papierhersteller UPM Nordland bekannt gegeben hatte, keine Wärme von dem Kohlekraftwerk zu beziehen, sondern ein eigenes Gaskraftwerk bauen zu wollen, gebe es für ein Steinkohlekraftwerk in Dörpen keine Basis mehr.
Für die Bürgerinitiative „Saubere Energie“ sagte Vorsitzende Inge Stemmer, die Nachricht sei „ganz hervorragend“. Man müsse nun achtgeben, dass nicht ein anderer Investor einspringe. Der Hauptgeschäftsführer der IHK Osnabrück-Emsland, Marco Graf, zeigte sich dagegen am Mittwochabend enttäuscht. „Die Entscheidung von EnBW gegen den Bau eines Steinkohlekraftwerks am Standort Dörpen ist sowohl energiepolitisch als auch regionalwirtschaftlich bedauerlich.“
Das Kraftwerksvorhaben war in der Region heftig umstritten. Bereits bei den Vorbereitungen für den Bau hatte es Verzögerungen gegeben. Gegen den im Sommer ausgelegten Bebauungsplan wurden mehr als 8.000 Einwendungen erhoben. Auch Umweltverbände kritisierten das Kraftwerksvorhaben und drohten mit Klagen.“
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Landrat Hermann Bröring, der Dörpener Gemeindedirektor Hans Hansen sowie Bürgermeister Hartmut Schneider bedauern das „Aus“ für das umstrittene Milliardenprojekt, schreibt die EMSZEITUNG. Die Herren reden eben vom Klimaschutz nur Sonntags nach dem Hochamt. Die Bürgerinitiative Saubere Energie Dörpen freut sich jedenfalls zu Recht. Und das Weltklima auch. Chapeau, ihr erfolgreichen Bürger in Dörpen und umzu!
(Grafik: © BI Saubere Energie Dörpen)
was fehlt
8. Dezember 2009
Lingen hat die Chance, raumordnerisch ein Oberzentrum zu werden, längst nicht mehr. Auch sonst gibt es Dellen und Defizite. Es fehlt
a) seit neuestem wieder ein Fischgeschäft, nachdem das „Fischparadies“ aus der Lookenstraße nach Lohne verzogen ist,
b) ein Bussystem, das den Namen öffentlicher Personennahverkehr auch verdient
c) ein Käseladen, wie das wunderbare Käsegeschäft von De Goey in der Leeraner Mühlenstraße,
d) ein Hutgeschäft,
e) ein „Platten“laden jenseits von Mediamarkt,
f) ein Sozialgericht
g) preiswerte Studentenzimmer,
h) ein Museum für jüdische Regionalgeschichte,
i) mehr gute Hotelzimmer im Zentrum,
j) eine wirklich gute Kaffeebar (guckst Du hier und hier; das wär doch was für die verkommene Denkmalschutztankstelle an der Bernd-Rosemeyer-Straße),
k) ein ordentlicher Mittelbahnsteig
l) ein Restaurant oder Lokal in der Innenstadt, in dem man Freitagabends um 23.00 Uhr noch essen kann,
m) eine kleine Hausbrauerei, wie sie z.B. gaaaanz früher im Hellmann’schen Haus in der Burgstraße die Studis erfreute,
m) der ZONE-Laden mit trendiger Mode für junge Leute,
o) öffentlicher kostenloser freier Internet-Zugang im Stadtgebiet,
p) der Anschluss an das NRW-Ticket,
q) der Grüner Jäger unter alter Leitung erl. 8.12.
r) die alten Platanen im Stadtkern
Die Liste ist natürlich willkürlich und unvollständig. Sie enthält bloß meine unsortierten Ideen der letzten zehn Minuten und soll anregen. Wer ergänzt sie?
Chuzpe
8. Dezember 2009
Chuzpe ist -so wikipedia – “ eine Mischung aus zielgerichteter, intelligenter Unverschämtheit, charmanter Penetranz und unwiderstehlicher Dreistigkeit.“ Man spricht von ihr, wenn jemand in einer eigentlich verlorenen Situation mit Dreistigkeit noch etwas für sich herauszuschlagen versucht. Intelligent, charmant und unwiderstehlich ist hier eigentlich nichts. Trotzdem: Mit Chuzpe präsentiert die CDU diesen Antrag für die nächste Ratssitzung am 17.12. :
Frech und dreist ist dieser Antrag und zwar deshalb, weil die CDU selbst mit ihrem Ja zum Abriss der Scharnhorstkasernen das Problem erst geschaffen hat. Jetzt will sie also kommunale Steuergelder in die Schaffung von gerade von ihr vernichteten Wohnungen für Studenten stecken. So verschwendet man schamlos die Einnahmen der Stadt. Die CDU will mit Ihrem Geld ein Problem lösen, das die CDU selbst sehenden Auges und ganz bewusst erst geschaffen hat.
Sie merken: Mir bleibt angesichts des CDU-Vorstoßes gerade die Spucke weg. Denn hätte die CDU nur ein paar Kasernengebäude an der Gelgöskenstiege erhalten, hätte es für Hunderte von Studenten wirklich günstigen Wohnraum gegeben. Die Kasernen waren bekanntlich tiptop in Schuss, und boten Raum – längst nicht nur für studentisches Wohnen. Sie erinnern sich? Bis heute weiß ich nicht, weshalb die CDU diesen intakte Wohnraum und diese Gebäude zerstören musste. Sie hat dabei Millionenwerte vernichtet und alle anderen Chancen gleich mit – bekanntlich nicht nur für preiswerten Wohnraum.
Dörpen
7. Dezember 2009
SPIEGEL-ONLINE berichtet heute -passend zum ersten Tag der Weltklimaschutzkonferenz in Kopenhagen- über den Kampf der Bürgerinitiaitive Saubere Energie in Dörpen gegen ein Kohlekraftwerk.
Windkraft oder Kohle? Das Emsland streitet über die Energie der Zukunft – stellvertretend für den Rest der Republik. Im Örtchen Dörpen bekämpfen sich Ökolobbyisten und Anhänger eines geplanten Großkraftwerks: Es geht um Arbeitsplätze, Eitelkeiten und sicheren Strom.
Es ist ein Kampf Klein gegen Groß, Windkraft gegen Kohle, vermeintlich Gut gegen vermeintlich Böse: Im niedersächsischen Dörpen, einem Dorf mit rund 4000 Einwohnern, streiten sich die Anhänger erneuerbarer Energien mit jenen der herkömmlichen Kraftwerkstechnik – quasi stellvertretend für den Rest der Republik. Die einen planen einen neuen Steinkohlemeiler, der 900 Megawatt Strom erzeugen soll. Die anderen wollen im Nachbarort Haren, nur 20 Kilometer entfernt, eine Fabrik für Rotorblätter errichten. Geplante Mitarbeiterzahl: 1000….
Weiter auf der Seite von SPIEGEL-ONLINE
(Foto: © BI Saubere Energie Dörpen)
Glühweintreff
6. Dezember 2009
Nicht einmal die Überschrift „Vorne hui, hinten pfui“ hätte gepasst. Der auch in diesem Jahr reichlich zusammengestoppelte Lingener „Weihnachtsmarkt“ ist eigentlich vorn wie hinten eher pfui und sowieso zum Glühweintreff verkommen. Es fehlt die Bereitschaft der Verantwortlichen, ihn kritisch zu sehen. Das sollte zwar kein Selbstzweck sein, aber doch dazu beitragen, dass Lingens Weihnachtsmarkt einfach besser wird. Genau vor einem Jahr habe ich den Budenzauber schon einmal aufs Korn genommen.
Es hat sich nichts geändert. Im Gegenteil. Es ist auch dieses Jahr ein gedankenloser Budenzauber entstanden.

Also ein zweiter Anlauf:
Die grundlegende Erkenntnis: Der Lingener Weihnachtsmarkt hat mit Weihnachten weniger zu tun als mit Glühwein. Inzwischen kann man sich gar noch in einer Großhütte nahe der CDU-Zentrale „warm und mollig“ betrinken. Auf dem Weihnachtsmarkt kann -sofern die Anlage funktioniert- Schlittschuh gelaufen werden. Wer daran Spaß hat, soll es tun. Aber warum soll das alles ein Weihnachtsmarkt sein?
Auf meinen heutigen Fotos können Sie sehen, wie weihnachtlich er tatsächlich ist – unser Lingener Weihnachtsmarkt. Es gibt nicht einmal Grün auf der Rückseite der Buden.
Inhaltlich ist sowieso tote Hose, jedenfalls seitdem es keine Bühne mehr gibt; da soll es einen Verantwortlichen gegeben haben, der die Bühne als „dunkles Loch“ bezeichnet hat. Ob er dabei nüchtern war? Man kann es bezweifeln. Stattdessen gibt es die Eisbahn, die gefühlte zehn Tage brauchte, um Eisvergnügen zu vermitteln. Vorher war es -wieder mal- zu warm und/oder die georderten Eismaschine zu schwachbrüstig.
Also: Was tun? Hier ein paar Möglichkeiten:
a) Alles so lassen und weitertrinken. Merke: Ist der Mensch erst mal alkoholisiert, merkt er eh nichts.
b) Jenseits der Stadtgrenzen andere Weihnachtsmärkte anschauen und strikte Gestaltungsregeln einführen.
Merke: Auch anderorts gibt es Menschen, die gute Ideen haben; und es sind immer die kleinen, feinen Ideen, die den notwendigen Charme vermitteln.
c) Ein tägliches Kulturprogramm bieten. Merke: Ein dunkles Loch ist nicht die Bühne sondern nur im Kopf desjenigen, der es beklagt.
d) Die Eisbahn in den kalten Februar verschieben, wenn -außer dem Wochenmarkt- reinweg gar nichts auf unserem Markt los ist.
Haben Sie weitere Vorschläge und Ideen?
Weihnachtsrätsel
6. Dezember 2009
Zum Adventskalender hat es auch in diesem Jahr nicht gereicht. Der Arbeitsstress hält mich ebenso in Trab wie vom Blog etwas fern. Aber ich gönne meiner Leserschaft ein Weihnachtsrätsel. Lingen im Dezember 2009. Und meine Rätselfrage lautet:
Unsere neu gepflasterte Lookenstraße. Was fehlt hier?
Als ersten bis dritten Preis gibt es je eine Robertsblog-Tasse und die E-Mailadresse des Lingener Stadtbaurats, damit Sie es ihm schreiben und er es dann auch merkt. Also bitte eine E-Mail an meine Adresse. Einsendeschluss ist der 20.12.09, 12.00 Uhr.
Balve
29. November 2009
http://twitter.com/pegamo/statuses/6120585770
:-/ Ich habs 3x gelesen und versteh es immer noch nicht.
Nachgegoogelt fand ich schnell diese Information:
Die Deutschen Meisterschaften Springen und Dressur werden im kommenden Jahr an getrennten Orten, aber einheitlich vom 4. bis 6. Juni stattfinden. Die Dressur-DM soll in Lingen im Rahmen des Internationalen Dressurfestivals stattfinden, in Balve treten die Springreiter an. Hintergrund dieser Aufteilung ist ein Kompromiss. Um der Fussball-WM in Afrika und den damit verbundenen TV-Übertragungen bei ARD/ZDF auszuweichen, bemühte sich Balves Turnierchef Dieter Graf Landsberg-Velen um einen früheren Termin.
Ursprünglich war die DM in Balve für den 10. bis 13. Juni 2010 terminiert worden. Das Dressurfestival in Lingen vom 4. bis 6. Juni wird nun neuer DM-Standort Dressur, dafür rückt Balve auf das gleiche Wochenende und verzichtet auch auf Dressur-Rahmenprüfungen. Stattdessen wird die Springreiter-DM aber erneut in ein CSI eingebettet
Quelle: www.pferdenachrichten.de
Merke, lieber E-Mailschreiber:
Balve ist ein Städtchen in Südwestfalen. Lingen sind wir.
Grafik: Stadtwappen Balve







