Zusammenarbeit
10. November 2009
PUR
6. November 2009
Eben gefunden. Interessant! Im Begleittext heißt es: „In Zusammenarbeit mit dem Christophorus-Werk Lingen e.V., Alten- und Krankenpflege – Haushaltshilfe Martina Lippert und dem Konrad Adenauer Tierheim Zollstock“.
Weiß jemand mehr über die Aktion?
kalt
27. Oktober 2009
Ich nehme an, dass Sie noch nicht in Haft waren. Aber stellen Sie sich einmal vor, sie wären unschuldig in (Untersuchungs-)Haft genommen worden. Das geht gegenwärtig übrigens besonders schnell, wenn sie irgendwo in Europa einen strafbaren Fehler gemacht haben und dort gegen Sie ein Haftbefehl ergeht, bloß weil sie hierzulande und nicht dazulande wohnen; der wird dann im Zweifel hier erst einmal gegen Sie ruckzuck vollstreckt, und sie können sich freuen, wenn Sie nicht in kurzer Zeit in einem Dreckloch in Ungarn, Polen oder sonstwo wach werden.
Die Grundentschädigung, die Sie, wenn sich Ihre Unschuld herausgestellt hat, irgendwann erhalten würden, liegt in Deutschland unter den Sätzen der meisten Nachbarländer. Z.B. gibt es in Österreich 100 Euro/Tag, in den Niederlanden ähnlich viel, in Spanien meist mehr. Bis zum Sommer waren es in Deutschland 22 Jahre unverändert ganze (20 DM=) 11 (!) Euro/Tag, jetzt sind es 25 Euro/Tag. Ein jämmerlicher Betrag!
Der Dörpener Schafzüchter (3088 Euro-EU-gefördert = 280 bzw. 123 Tage Haftentschädigung), CDU-Landtagsabgeordnete und gegenwärtige Niedersächsische Justizminister Bernd Busemann, der gern mal über Probesitzen palavert, hat sich jetzt in einer Pressemitteilung „seines“ Nds. Justizministerium ”befremdet über SPD-Vorstoß zur Anhebung der Haftentschädigung” gezeigt. In dem Pamphlet heißt es:
“Nach ausführlichen Beratungen der Justizministerkonferenz hat sich diese mit Ausnahme des Landes Berlin und im Einvernehmen mit der Bundesjustizministerin Zypries (SPD) auf den neuen Entschädigungssatz von 25 Euro pro Tag geeinigt. Dies ist auch in der Bundesratssitzung am 10. Juli 2009 einstimmig beschlossen und anschließend vom Bundestag verabschiedet worden. Somit ist nicht verständlich, dass die SPD die von ihr mitbeschlossene Änderung des Strafrechtsentschädigungsgesetzes nun ändern will”, so der Niedersächsische Justizminister Bernd Busemann.
Als falsch wies Busemann den Vorhalt zurück, er habe die Haftentschädigung mit “Lizenz zum Geldabholen” kommentiert. Richtig ist, dass zur Haftentschädigung auch der Ersatz des materiellen Schadens vom Verdienstausfall bis hin zu Rentenversicherungsbeiträgen gehört und dieser zu 100 Prozent zu ersetzen ist.
Angesichts einer Fragestellung in der ARD-Fernsehsendung Ratgeber Recht wies Busemann allerdings darauf hin, dass der materielle Schaden natürlich substantiiert dargelegt und bewiesen werden müsse, bevor er bezahlt werde. Dies sei geltendes und nicht nur deutsches Recht. In diesem Zusammenhang fiel die Bemerkung: “Es darf keine Lizenz zum Geldabholen geben.” Andererseits werde jedoch der immaterielle Schaden pauschal pro Hafttag ohne weiteren Nachweis ausgezahlt.”
„Na ja, der Ausdruck “Lizenz zum Geldabholen” ist dann ja doch gefallen. Bei 25 €/Tag zu Unrecht erlittener U-Haft…….“kommentiert Detlef Burhoff, Oberlandesrichter aD und Autor diverser strafrechtlicher Standardwerke. Blogger „Volker Ballmann“, Im Zivilberuf Richter, verleiht dem niedersächsischen Minister den Titel „Tor des Tages„.
Zur Erinnerung:
Tatsächlich wird Haftentschädigung nur gezahlt, wenn jemand zu Unrecht Haft erlitten und verbüßt hat. Die immateriellen Schäden wie Schmerzensgeld, psychische Belastungen usw. werden dabei mit 25 Euro/Tag abgegolten. Wer sich angesichts der Demütigung eines zu Unrecht in Haft genommenen Menschen so ausdrückt und verhält wie Herr Busemann, hat also eine kalte Seele. Denn er offenbart, dass ihm Menschen eher suspekt und allemal gleichgültig sind, die zu Unrecht eingesperrt wurden.
Betroffene werden auch für ihre materiellen Nachteile und Verluste entschädigt. Wie auch anders? Da allerdings wäre für Herrn Busemann viel zu tun. Es wird nämlich um jeden Cent durch die Generalstaatsanwaltschaften geradezu erbärmlich gefeilscht; z.B. müssen sich zu Unrecht Inhaftierte die „genossenen Vorteile“ anrechnen lassen wie etwa die regelmäßig nicht sonderlich gute Verpflegung innerhalb der Haft als „ersparte eigene Aufwendungen“. Und Entschädigungsverfahren dauern lange, bisweilen Jahre. Das könnte man ändern, mit mehr Sachbearbeitern und einem besseren Gesetz – ein gutes Betätigungsfeld für ministerielle Dampfplauderer á la Busemann, könnten sie hier doch zeigen, was sie außer zynischen Sprüchen und Stammtisch zulasten Unschuldiger wirklich drauf haben.
(Foto © Gabi Schönemann, pixelio)
Geburtstag III
25. Oktober 2009
Sie kennen das sicher: Hier in Lingen (Ems) oder im Emsland kann den Menschen der Himmel auf den Kopf fallen, es interessiert niemanden der bundesdeutschen Medienmeute. Interessant wird es offenbar erst unter der Voraussetzung, dass Medienschaffende das Ereignis binnen einer Stunde per Pkw aus Hamburg oder Hannover in Augenschein nehmen können; die Bremer kommen sowieso nur bis ins Weser-Stadion, wo es allerdings tatsächlich schön ist.
Also
wird auch Bernd Rosemeyer und sein 100. Geburtstag -Sie erinnern sich an dies und das?- nur wahrgenommen, wenn „sein“ Ereignis sich in Hamburg zuträgt. Wie jetzt in SPIEGEL-online, diesem reichlich sinnentleerten aber flott und trendig präsentierten Produkt des einstigen Sturmgeschützes der bundesdeutschen Demokratie, das längst -wie es einmal so schön hieß- zur Spritzpistole für Angela Merkel verkommen ist: Ein hingerotzter Jubel-Artikel über Lingens Aushängesportler der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts. Und das alles offenbar, weil im PROTOTYP Automuseum in Hamburgs Speicherstadt eine Ausstellung über den Autorennfahrer Bernd Rosemeyer präsentiert wird, die -folgt man dem Pressetext- nun gar nichts mehr über die problematische Rolle Rosemeyers als Propagandist für das NS-Regime zu berichten scheint. Das erledigt dann allerdings eine heftige Diskussion in SPIEGEL-online. Klicken Sie mal rein. Ich gestehe: Gefallen hat mit der beißende Sarkasmus von gardie45:
„Seit 60 Jahren lese ich immer wieder fasziniert, warum der oder der in der SS war: Der eine wegen der Pferdchen (Reiter-SS), der nächste wegen der schicken Uniform und „Rosemeyer war Mitglied der SS – offenbar war er beigetreten, um das Ziel des Berufsrennfahrers erreichen zu können„. Und immer wieder in mir die bange Frage, ob es denn in der SS auch richtige Nazis gab, die einzig und allein dieser Organisation „offenbar … beigetreten“ waren, um als überzeugte Nazis bei dem neuen Elite-Orden ihr Bestes zu geben. Darüber sollte viel mehr wissenschaftlich geforscht werden, vielleicht gipfelnd in einem Abschluss-Symposium ‘War Hitler Nazi?’ „
Obwohl gardie45 natürlich nicht wissen kann, was wir Emsländer wissen, dass nämlich Bernd Rosemeyer eigentlich wirklich…
Naja, wenn sich jemand in Hamburg die Ausstellung bei PROTOTYP (mehr…)angesehen hat, wäre es schön, würde er hier berichten, was ihm dabei aufgefallen ist, und natürlich, wie sie ihm gefallen hat.
Basel
23. Oktober 2009
Toptorwart Stefan Wessels, TuS Lingener von Eintracht Schepsdorf, Münchener, Kölner, Engländer und in Osnabrück reichlich schäbig Behandelter, spielt künftig im Tor des FC Basel 1893. Der Vertrag von Wessels endet am 30. Juni 2010 und ist zustande gekommen, weil sich der etatmäßige Stammtorwart der Basler nach einer Patellasehnenverletzung einer Operation unterziehen musste und längerfristig ausfällt. Die entstandene Lücke soll Stefan Wessels schließen, wobei klar ist, dass der FCB zunächst erst einmal weiterhin seiner „Nummer Zwei“, Massimo Colombo, das Vertrauen ausspricht.
Heute morgen hatte Stefan Wessels nach der obligatorischen sportärztlichen Untersuchung einen Vertrag beim schweizerischen Erstligisten unterschrieben. Der FC Basel belegt zur Zeit den dritten Platz in der Axpo Super League und nimmt an der UEFA Europe League teil. Nach drei Spieltagen in der Europe League und einem 0:2-Sieg in Sofia führt der FC Basel die Tabelle in der Gruppe E, in der neben dem FCB und Sofia auch AS Rom sowie der FC Fulham spielen, an. Trainer der Basler Mannschaft ist Thorsten Fink.
„Der FCB ist ein Traditionsverein und eine Topadresse in der Schweiz. Als die Verantwortlichen des FCB mit uns Kontakt aufgenommen haben und ich ein sehr gutes Gespräch mit Thorsten Fink geführt habe, den ich ja noch aus gemeinsamen Zeiten bei Bayern München kenne, war ich überzeugt, dass ich zum FCB passe und der Verein zu mir. In Basel finde ich absolut professionelle Strukturen vor und tolle Fans“, erklärte Stefan Wessels auf seiner Internetseite seine Entscheidung und ergänzte zur Torwartsituation bei seinem neuen Verein: „Ich komme nach Basel, um meine Erfahrung einzubringen und da zu sein, wenn ich gebraucht werde. Im Training werde ich mich einbringen und selbstverständlich alles geben, um zu spielen – diesen Ehrgeiz hat jeder Spieler.“
Seinem ersten Arbeitstag am Montag wird schon Mittwoch das erste Spiel folgen. Der FC Basel muss beim FC Zürich antreten. Das erste internationale Spiel steht am 5. November im Joggeli – so der „Spitzname“ des Basler St. Jakob Parks – gegen CSKA Sofia an. Durch die Verletzung von Constanzo und eine entsprechende Ausnahmeregelung für Torhüter in den UEFA-Statuten kann der FC Basel Stefan Wessels auch für die Europe League nachmelden. Beim FC Basel erhält er die Rückennummer 18 und nimmt damit Abschied von der „33″, die er bisher traditionell trug.
„Ich bin glücklich, nach der Zeit meiner Vertragslosigkeit nun einen passenden Verein gefunden zu haben. Bis zur heutigen Unterschrift musste ich einen langen Atem beweisen – der europäische Transfermarkt war für Torhüter in diesem Sommer quasi nicht existent. Auch wenn die letzten Wochen für mich nicht die einfachsten in meiner Karriere gewesen sind, zeigt mir die aktuelle Entwicklung, dass es richtig war, auf das richtige Angebot zu warten und nicht in Panik zu verfallen und das erstbeste anzunehmen“, resümiert Stefan Wessels, der sich in den letzten Monaten im Trainings-Camp der Vereinigung der Vertragsfußballspieler (VdV) fit gehalten hatte.
Wessels soll schon am kommenden Mittwoch in der Super League gegen den FC Zürich zum Einsatz kommen. „Ich bin froh und fühle mich sehr geehrt. Der FC Basel ist ein Top-Verein mit vielen Erfolgen und einer langen Tradition. Ich werde mich sofort voll und ganz auf meine neue Aufgabe konzentrieren und freue mich, wieder täglich im regulären Mannschaftstraining zu sein“, sagte der Schepsdorfer.
1992 wechselte Stefan Wessels von Eintracht Schepsdorf zum TuS Lingen, von dort 1998/99 zum FC Bayern München, wo er in fünf Jahren allerdings nur selten an Stammtorhüter Oliver Kahn vorbeikam und es auf lediglich sechs Bundesligaspiele brachte. Immerhin zehn Mal durfte er in der UEFA Champions League ran, wo er durchgehend starke Leistungen zeigte. Bis heute ist Wessels der jüngste deutsche Keeper, der je in der Champions League zum Einsatz kam (1999). Nach seinem Abschied von den Bayern im Jahr 2003 wechselte er zum 1. FC Köln, wo er sich auf Anhieb einen Stammplatz erkämpfte. Nach einem kurzen Intermezzo bei Everton FC in der englischen Premier League nahm er womöglich übereilt ein Angebot von Zweitligist VfL Osnabrück an, wo man ihn nicht so doll behandelte. Sein Kontrakt galt jedoch nicht für die dritte Liga. Also musste der Verein ihm nach dem Abstieg nicht mal kündigen. Bundesweit bekannt wurde er auch als Bergwanderer in einem Werbefilm der US-Bekleidungsmarke „Jack Wolfskin“:
Nachtrag: Viel Erfolg dem erfolgreichen Trainer der F-Jugend 1995 des TuS Lingen in Basel!
(Quelle: www.stefan-wessels.de)
Fair
17. Oktober 2009
„Ein Unentschieden ist im Handball ein besonderes Ergebnis. Es ist deswegen so besonders, weil eine Menge Tore fallen und sich am Ende selten alles ausgleicht. Es ist wie ein Kubus, der auf der Kante stehen geblieben ist: Eine Kleinigkeit genügt, um das Spiel zu entscheiden.
Hätte Wiebke Kethorn (Foto lks) an jenem Mittwochabend im März den Ball ins leere Tor geworfen, dann hätte ihre Mannschaft, der VfL Oldenburg, die Partie gegen den HC Leipzig vielleicht gewonnen. Der VfL hätte am Ende der Saison vielleicht einen Punkt mehr gehabt und damit zum ersten Mal die Bundesliga-Playoffs erreicht. Aber Kethorn entschied sich gegen das Tor. Sie brach den Angriff ab und legte den Ball zu Boden. Das Spiel endete 24 : 24, und zum Saisonende reichte es nicht für die Runde der besten vier.
Warum warf Kethorn nicht? Aus Fairness: Die gegnerische Torfrau war zuvor vom Ball im Gesicht getroffen worden und am Boden liegen geblieben. „Es wäre kein faires Tor gewesen“, sagt Kethorn. Die Mitspielerinnen meckerten, aber die Deutsche Sporthilfe wusste die Geste zu schätzen: Sie hat der 24-Jährigen aus Nordhorn gestern in Hamburg den „Preis für Toleranz und Fair Play“ verliehen.
Sie sei sich damals sofort sicher gewesen, die richtige Entscheidung zu treffen, sagt Kethorn. Bereut habe sie das nie. „Ich glaube fest daran, dass man auch mit fairen Mitteln seinen Weg gehen kann.“
In diesem März wurde Kethorn in die Nationalmannschaft berufen, nun hofft sie auf einen Platz im Kader, wenn es im Dezember dieses Jahres zur Weltmeisterschaft nach China geht. „Ich bin sehr ehrgeizig“, sagt sie. Ein Ehrgeiz, der nie zwanghaft wurde. Wenn sie über ihren Sport spricht, gerät Kethorn schnell ins Schwärmen. Sie plappert und lacht und klingt rasch ein bisschen atemlos. In ihrer Jugend spielte sie auch in der niedersächsischen Fußballauswahl, hat sich aber dann für Handball entschieden: Weil mehr Tore fallen, mehr passiert. „Ich kann nie stillsitzen“, sagt Kethorn.
Sie mag den Kampf, will gewinnen, aber sie will am Ende auch wissen, dass sie wirklich die Bessere war. „Ein Sieg macht nur Spaß, wenn man fair gespielt hat.“ Und das ist keine bloße Floskel, sondern eine Überzeugung Kethorns jenseits von Erfolgsdruck und Geld.
Sie weiß aber auch, dass andere da anders denken. Als sie nach jener Partie im März vom Spielfeld lief, war sie auf Vorwürfe gefasst. „Mensch, macht mich jetzt nicht fertig wegen der Szene“, raunte sie den wartenden Journalisten zu, noch ehe diese den Mund aufmachten. Es ist letztlich anders gekommen. Viele Mitspielerinnen, die sie zum Wurf gedrängt hatten, entschuldigten sich im Nachhinein. Auch Trainer Leszek Krowicki stellte sich hinter sie: „So eine faire Geste. Ich wette, 99 Prozent aller Handballer hätten geworfen“, sagt er. Die verpassten Playoffs hat Kethorn niemand zum Vorwurf gemacht. Im Fußball wäre das vielleicht anders gewesen.“
Das schreibt heute CARINA BRAUN in der taz (Nordausgabe). Unsere Lokalpresse hat offenbar die Auszeichnung der Nordhorner Handballnationalspielerin übersehen. Denn nichts über die faire Sportlerin und ihre hoch verdiente Ehrung lese ich in der – von mir bekanntlich bisweilen gescholtenen – Lingener Lokalpresse. Die palavert statt dessen breit über eine wenig souverän wirkende Presseerklärung des taumelnden, 100jährigen TuS Lingen. Immerhin gab es für den aber gestern einen wichtigen 3:0 Erfolg. Doch Wiebke Kethorn hat mir deutlich mehr imponiert…
(Foto: © VfL Oldenburg)
Abi ‘99
10. September 2009
Was hat der Spielfilm „Must Love Death“ – mit Lingen zu tun?
Der Film feierte im Juli in Kanada Premiere, und ich lese über ihn:
„Nur wenigen deutschen Filmemachern gelingt mit ihrem Debütwerk direkt der Sprung über den großen Teich. Auch wenn Andreas Schaap das ersehnte Ziel (Hollywood) noch um einige tausend Meilen verfehlt, feiert sein Regiedebüt doch beim FanTasia Film Festival in Montreal Weltpremiere, das vom 09. bis zum 27. Juli 2009 abgehalten wird. Must Love Death, so der Titel dieser Horror-Komödie, entstand in Zusammenarbeit mit Anna Wendt Filmproduktion und der HFF Hochschule für Film und Fernsehen ‘Konrad Wolf’ in Potsdam-Babelsberg und erzählt folgende Handlung:
Enttäuscht von der Liebe, sieht Norman den einzigen Ausweg in seinem Selbstmord. Zu diesem Zweck verabredet er sich mit einer Gruppe Gleichgesinnter, die sich jedoch schnell als skrupellose Killer entpuppen, die nur auf ein williges Opfer gewartet haben. Es folgt ein komödiantischer und makabrer Kampf gegen den Tod.“
Für mich ist das, was ich da sehe, gewöhnungsbedürftig, und auch ich habe nicht die geringste Ahnung, was ich hiervon halten soll. Aber der Produzent des Filmes, Fabian Winkelmann, muss hier erwähnt werden; die Film-Idee stammt nämlich von ihm und dem aus Oldenburg stammenden Regisseur Andreas Schaab. Beide sind Absolventen der Hochschule für Film und Fernsehen Potsdam-Babelsberg, haben das Drehbuch zusammen geschrieben und das gesamte Projekt gewuppt. Der 89-Minuten-Spielfilm ist ungewöhnlich für den Abschlussfilm einer deutschen Filmhochschule; denn er wurde komplett auf englisch mit Muttersprachlern gedreht, und er wurde nicht hauptsächlich durch die Hochschule, sondern extern finanziert. „Must Love Death“ ist beileibe kein typisch deutscher Kunstfilm, sondern eine „romantic horror comedy“ – Popcornkino statt schwerer Kost!
Zurück zur Eingangsfrage, deren Antwort Sie längst ahnen:
Produzent Fabian Winkelmann ist Lingener. Anfang 1980 hier geboren hat er ‘99 ‘00 (wenn Steffen Haas recht hat) am Lingener Gymnasium Johanneum sein Abi gemacht. Dort war er zuvor Koordinator und Gründungsmitglied des RadiJOHs, das gerade schwer um’s Überleben kämpft, wie ich höre.
Chapeau, Fabian!
Nachtrag:
Ein paar Fotos:
http://www.flickr.com/photos/mustlovedeath/
Bei Facebook bekommt man einen guten Überblick, wie und wo der Film bisher gelaufen ist:
http://www.facebook.com/pages/Must-Love-Death/124035578974?ref=nf
Twitter:
twitter.com/mustlovedeath
Deutschlandpremiere von „Must Love Death“ ist beim 16. Filmfest in Oldenburg am Donnerstag, 17. September um 22.45 im Oldenburger CinemaxX, Stau 79-85, 26122 Oldenburg. Eintrittskarten gibt es hier.
stolz
25. August 2009
Da bin ich dann mal ein bisschen stolz auf die Dame ganz vorn. Allerdings war ich in Finnland nur der Fahrer…
Bild © des britischen Fotografen Tom Philipps vom 1500m-Finale bei der Leichtathletik-Senioren-WM in Lahti (Finnland) auf dem Septembertitel des Sportmagazins SENIOREN LEICHTATHLETIK.
zuhause-2
10. August 2009
Nach ein paar Tagen Urlaub bin ich nach Lingen zurück. War schon mal so. Die Säulen am Kreisverkehr Lindenstraße sind wassergefüllt und werden gerade, als ich vorbei fahre, von Katalanen umlagert, die den Schriftzug Salt bewundern. Ich frage mich, was ich denken würde, stellte man mir bei einem Besuch in der katalanischen Partnerstadt Salt einen Kreisverkehr mit Schriftzug Lingen vor. Hier wird derlei offenbar als touristisch-partnerstädtisches Highlight empfunden, dessen etwas zwanghafte Gestaltung sich mir weiterhin nicht erschließt.
Unser Stadtbild hat mich also wieder: Die Drecktankstelle ein paar Meter weiter ist noch da, aber das behutsam in das Stadtbild eingepasste „Haus Johannigmann“ am Ende der Großen Straße ist weg und wird durch ein vierstöckiges „Heute-baut-man-eben-so“-Glashaus ersetzt. Ich ärgere mich, dass auch an dieser Innenstadtbaustelle keine Bodendenkmalpflege stattfindet. Das „Hotel zur Post“ in der Marienstraße verfällt trotz bindenden Vertrags mit dem Eigentümer weiter vor sich hin. So ändern sich die Zeiten. Vor 20 Jahren ist man viel bewusster mit der Lokalgeschichte umgegangen. Selbst die CDU, für die es längst ausreicht, dass heute irgendwer „Geld in die Hand nimmt“ und alles ist gut.
413 E-Mails grüßen mich, als ich nächtens nicht mehr schlafen kann. Eben um 6.15 Uhr beginnt der Mann mit dem Rüttler in der Lookenstraße seine Tätigkeit, mit der auf diese Weise die Anwohner seit Wochen morgendlich frisch hochgerüttelt werden. „Die Baustelle muss ja auch fertig werden!“ - angeblich irgendwann vor Weihnachten. Mittendrin lese ich, dass der Marktplatz nicht umgepflastert wird, jedenfalls „nicht vor 2011″, weil man „Rücksicht auf das Kivelingsfest“ nehmen wolle. Die Marktanwohner müssen also auf das Aufgerütteltwerden noch etwas verzichten.
Mein Blick aus dem Fenster bestätigt, was ich schon weiß: Keine Birken und Kiefern mehr davor und kein blaues Wasser. Der Himmel ist arbeitstäglich grau. Also, der Urlaub 2009 ist vorbei und überhaupt:
Warum soll es mir anders gehen als Ihnen?


