Osnabrücker

1. Mai 2012

“Ist Deutschlands unfreundlichster Elektrohändler” ein Osnabrücker?

Ein regionaler Shitstorm, mit aktuell mehr als 100 Kommentaren bei Facebook und bereits 54 Kommentaren auf den Seiten der NOZ (Tendenz weiter steigend), lässt sich gerade im “lokalen Internet” (in unserer großen größeren Nachbarstadt) beobachten. Vermutlich eher unfreiwillig hat die NOZ, mit einem am Sonntag kurz nach 16:00 Uhr veröffentlichten Artikel, den Stein ins Rollen gebracht und dabei bewiesen: Social Media funktioniert auch lokal!

Ob und wie sehr der betreffende Elektrohändler tatsächlich ein schwarzes Schaf seiner Branche ist, lassen wir mal außen vor. Auch die NOZ hat sich nicht getraut “Ross und Reiter” beim Namen zu nennen, was allerdings gleich zu falschen Verdächtigungen führte, da in Osnabrück mehr als ein Elektrohändler sein Geschäft an einer Ausfallstraße betreibt.
Die “Netzgemeinde” einigte sich jedoch sehr schnell darauf, dass es sich nur um den “Holländer” an der Pagenstecherstraße handeln könne, der bei Google mit 6 Bewertungen und einem Durchschnitt von nur einem Stern (bei fünf möglichen) ebenso schlechte Kritiken einfuhr wie bei Qype, wo 59 Bewertungen den Score ebenfalls nur auf einen einsamen von fünf möglichen Sternen “hochtreiben”.

Was wir augenblicklich auf Facebook und den Seiten der NOZ erleben, ist jedenfalls für unser beschauliches Osnabrück eine Novität: ein lokaler Shitstorm, der erst durch soziale Netzwerke an Fahrt gewinnen konnte. Hätte die NOZ sich dagegen entschieden den Artikel online zu stellen – mit der für online verfügbare Artikel obligatorischen Kommentarfunktion und der optionalen Facebook-Verbreitung – wäre das Thema sicher nicht so heiß gelaufen, wie man es nun beobachten kann.

Dabei hat die NOZ das seltsame Geschäftsgebahren des niederländischen Elektro-Hökers schon einmal aufs Korn genommen. In der etwas altbackenen Kommentarspalte “Till” wurde bereits im Februar 2011 über einen Kunden berichtet, der bei einer berechtigten Reklamation die ganze Unfreundlichkeit eines Mitarbeiters (oder war es auch hier der Geschäftsführer?) abbekommen hatte.

Passend zum “konservativen” Till (den es nicht in der Online-Ausgabe der NOZ gibt) wurde das Thema dann auch “nur” in der Haus-Community der NOZ “os-nachbarn” aufgegriffen, wo aber immerhin auch 21 Diskussionsbeiträge zum Thema anfielen. Einen Flashmob, wie er nun in Facebook diskutiert wird, wurde von den os-nachbarn jedoch nicht angeregt; die “Generation Facebook” ist da wohl etwas drastischer, wenn es darum geht Unmut auch in die Offline-Welt zu tragen.

Mal sehen wie es weitergeht, wir bleiben am Ball und beobachten mit Interesse den ersten Shitstorm an der Hase!

Beachtenswert ist übrigens auch, dass dieses Thema von unserem lokalen “Medienhaus” aufbereitet und veröffentlicht wurde – trotz möglicher interner Konflikte mit der Anzeigenabteilung. Gerade die im gleichen Verlag erscheinende ON dürfte sehr auf das Wohlwollen von Elektrohändlern (freundliche wie unfreundliche) angewiesen sein. Für soviele journalistische “Cojones” ein ganz großes “Respekt”!

PS: der Titel “Deutschlands unfreundlichster…” zitiert ein Facebook-Posting auf der NOZ-Pinnwand (Link siehe oben), das offenbar inzwischen von seinem Verfasser oder der NOZ wieder entfernt wurde; I-love-OS macht sich ausdrücklich nicht die auf Facebook oder anderen verlinkten Seiten hinterlassenen Kommentare der jeweiligen Verfasser zu eigen, sondern zitiert bzw. verlinkt diese nur.”

(übernommen von I-love-Os.de)

Widerstand

1. Mai 2012

Heute am 1. Maientag strahlt die Sonne in ganz Deutschland. 60 Minuten pro Stunde. Atonsolar-Stunden – schreibt werbewirksam Jörg Kachelmann. Ganz Deutschland? Nein! Ein von unbeugsamem, nieselndem Hochnebel  bewölkerter Landstrich hört bislang nicht auf, der Sonne Widerstand zu leisten. Guckst Du:

Nachtrag gegen 14 Uhr:
Nun lugt sie ja doch noch, die Sonne…

Urheberrecht

1. Mai 2012

Die Debatte über das Urheberrecht – die wichtigsten Beiträge:

Die Position  der Piratenpartei
Der uralte Traum, alles Wissen und alle Kultur der Menschheit zusammenzutragen, zu speichern und heute und in der Zukunft verfügbar zu machen, ist durch die rasante technische Entwicklung der vergangenen Jahrzehnte in greifbare Nähe gerückt.  mehr

Der Beitrag von Sven Regener vom 21.3.2012
hier

Der offene Brief von 51 Tatort-Autoren vom 29.3.2012
Liebe Grüne, liebe Piraten, liebe Linke, liebe Netzgemeinde!
Wir Unterzeichner erkennen an, dass Sie alle sich eines veritablen Problems annehmen wollen, das die zwei großen, am Internet hängenden „Parteien“ betrifft: Die schlechte Lage der Urheber… mehr

Die Antwort des CCC vom 29.3.2012
Liebe Tatort-Drehbuchschreiber,
mit Freude nehmen wir – ganz kess als Vertreter der von Euch angeprangerten “Netzgemeinde” – Euer Interesse [1] an unseren Gedanken zu einer Versachlichung der Diskussion über Urheber- und Urheberverwertungsrechte im digitalen Zeitalter wahr.  mehr

Der Beitrag von Dietrich Brüggemann vom 2.4.2012
SvenRegenerschimpft und wirdbeschimpft. 51 Tatort-Drehbuchautoren sind sauer und werden gescholten. Der Chaos Computer Club antwortet und kriegt eins auf die Mütze. Alle kloppen sich. mehr

Der Beitrag von Sascha Lobo vom 3.4.2012
Was für eine verlogene Debatte! Der Streit über Urheberrecht und Netzkontrollen ist hoffnungslos verfahren. Es geht schon lange nicht mehr um Kunst und Künstler, sondern nur noch um Stars. mehr

Der Beitrag von Johnny Häusler vom 14.4.2012
Es ist offenbar nicht mehr möglich, PRO Urheberrecht zu sein (was ich bin), ohne sich mit Artikeln gemein zu machen, die entweder pure Propaganda oder Panikmache vor einer Partei sind. Oder beides. mehr

Eine Ergänzung der Piratenpartei vom 15.4.2012
Da immer wieder Missverständnisse zu unseren Positionen in der Urheberrechtsdebatte auftreten, möchten wir an dieser Stelle im Detail darauf eingehen. mehr

Der Beitrag von Oliver Nagel vom 15.4.2012
Lange habe ich gezögert, mich von der grassierenden Stellungnahme-Epidemie anstecken zu lassen, die offenbar gerade viele Menschen zwingt, sich zur Debatte um Urheberrecht, Handelsblatt, Piratenpartei, “Gratiskultur” und verlorenen Köpfen zu äußern. mehr

Der Beitrag von Malte Welding vom 17.4.2012
Bei Kunst denken wir immer noch an Spitzwegs „Armen Poeten“ und nicht an Lady Gaga. Was alles falsch läuft in der Urheberrechtsdebatte – ein Erfahrungsbericht. mehr

gefunden bei und zusammengestellt von tvwritingcoffee

Nachtrag vom 09/10.05.12
a) Einen lesenswerten Kommentar zur Urheberrechtsdebatte liefert der Hamburger Sozialwissenschaftler Janosch Schobin in der TAZ unter dem Titel “Der Sharer ist die Zukunft”.

b) Nach der Handelsblattkampagne “Mein Kopf gehört mir” verwendet heute auch DIE ZEIT die Titelseite ihres Feuilletons für Kampagnenjournalismus zum Thema Urheberrecht. Und wieder werden 100 prominente Erstunterzeichner, unter denen sich Leute wie Sven Regener, Charlotte Roche und Roger Willemsen befinden, aufgelistet.

Folgen

Erhalte jeden neuen Beitrag in deinen Posteingang.

Schließe dich 1.073 Followern an