Dynamik
20. Februar 2012
Noch ein vorderer Platz für das Emsland in einer bundesweiten Statistik. Ganz so dynamisch wie der andere Platz 4 ist der aber nicht. Eher schlimm. Denn “niedersachsenweit werden im Emsland die meisten Antibiotika für Kinder und Jugendliche verschrieben. Das geht aus einer Studie der Universität Bremen für die Bertelsmann-Stiftung hervor. Demnach haben im Jahr 2010 mehr als die Hälfte aller Emsländer bis 17 Jahre Antibiotika bekommen. Bei den Kindern bis sechs Jahre sind es sogar 67 Prozent. Das Emsland rangiert damit bundesweit unter 412 untersuchten Landkreisen auf Platz fünf, bei den Babys und den Kindern bis sechs Jahre sogar auf dem vierten Platz.
Der Landkreis Emsland äußerte sich zurückhaltend zu den Ergebnissen. Man habe die Studie zur Kenntnis genommen. Das Gesundheitsamt des Kreises wolle sich ab heute mit Ärzten und Experten in Verbindung setzen, um über mögliche Reaktionen zu beraten. Auch die Landesärztekammer will sich erst nach intensiver Lektüre der Studie äußern.
Die Studie der Bertelsmann-Stiftung liefert keine inhaltliche Begründung für die großen regionalen Unterschiede. “Die Erklärung scheint zu sein, dass Antibiotika häufiger Kindern verordnet werden, wo weniger Kinderärzte niedergelassen sind”, …
Hier geht es zur Bertelsmann-Studie. Weitere Medieninformationen über den negativen emsländischen Zustand gibt es bislang (19.2.12, 2.00 Uhr) nicht. Auch das ist bezeichnend für unseren Landkreis. Kritisches stört eben; denn die Verantwortlichen empfinden es erst einmal nicht als hilfreich, auf Defizite hingewiesen zu werden.
(Quelle: NDR, Foto © CitroenAZU flickr CC)

Dazu passt doch sehr schön der heutige Artikel in der Lingener Tagespost: “Antibiotika schufen multiresistente Erreger”.
Darin wird beschrieben, dass die Keime munter zwischen Mensch und Tier hin und her hüpfen und jetzt nachgewiesen werden konnte, daß die Massentierhaltung einer der Hauptverursacher der Resistenzen ist.
Ein Schelm, wer Böses dabei denkt, daß die massenhafte Verwendung von Antibiotika bei Menschen im Emsland irgendetwas mit der zunehmenden Verkeimung unserer Umgebung zu tun haben könnte.
Ob unsere Landwirte überhaupt wissen, daß sie in den Krankenhäusern alle auf Verkeimung untersucht werden?
eine Konstruktion, die ins Leere läuft. Vielleicht springt Frau Stüting ein, ansonsten versuche ich es morgen, wenn ich wieder etwas fitter bin…