weiter geht
29. November 2010
Der Energiekonzern RWE und die Stadt Lingen (Ems) wollen eine Vereinbarung schließen, mit der eine jährliche Zahlung von 680.000 Euro von RWE an die Stadt verbunden ist. Der Stadtrat ermächtigte in seiner letzten Sitzung am Donnerstag Oberbürgermeister Dieter Krone, einen 10-Jahres-Vertrag mit RWE zu schließen. “Dagegen stimmten Birgit Kemmer und Michael Fuest von Bündnis 90/Die Grünen sowie Robert Koop (Die BürgerNahen)”, berichtet heute die Lingener Tagespost.
Diskutiert wurde über den Beschlussvorschlag nicht. Trotzdem liegt auf der Hand, dass die Vereinbarung in direktem Zusammenhang mit den Verhandlungen der Stadt mit RWE über die Zukunft der Stadtwerke Lingen steht. RWE hält 40 Prozent, die Stadt 60 Prozent an den SWL. Der derzeitige Gesellschaftervertrag endet zum 31. Dezember. Am 7. Dezember berät der Stadtrat darüber, dass es so weiter geht. Erst in 20 Jahren kann sich etwas ändern. Dann bin ich schon längst nicht mehr dabei.

und wofür bekommen wir die 680.000 € “offiziell”?
ohne den inhalt des beschlusses zu nennen kann man leicht behaupten, dass es sich hierbei um ein “entgegenkommen” handelt.
ich bin gespannt auf die entlarvende antwort.
oder dürfen sie über den inhalt nicht sprechen?
Lesen Sie doch bitte selbst nach, bevor Sie hier mit Unterstellungen arbeiten:
http://www.lingen.de / politik / Ratsinformationssystem /Sitzungskalender usw.
Ratssitzung am 25.11., Tagesordnungspunkt 15
oder bei der LT
aha, gabs schon immer
wie hoch wäre denn die Entschädigung im Falle einer Vertragsaufhebung? Können wir uns das überhaupt leisten?
Die Höhe der an RWE zu zahlenden Summe steht nicht genau fest. Die Schätzungen reichen von 25 bis 40 Mio €. Die genaue Höhe würde durch einen Sachverständigen ermittelt, wenn sich die Gesellschafter nicht einigen.
Der Gewinn der Stadtwerke lag in den letzten Jahren zwischen 6 Mio und 7 Mio €; davon gingen 40% an die RWE als 40% Gesellschafterin. 40 % von 6-7 Mio lassen sich leicht ausrechnen. Sie blieben künftig bei der Stadt.
Bei Zinsen für Kommunalkredite von rund 3% rechnet sich also auch die (unwahrscheinliche) Zahlung von 40 Mio € (=Forderung RWE). Beträgt der Betrag 25 Mio €, wäre der RWE-Anteil schon in wenigen Jahren bezahlt.
Weitere Informationen und Fragen finden sich hier:
http://bnlingen.wordpress.com/2010/11/21/stadtwerke/
Angesichts der Miiliardengewinne der RWE erscheinen mir Vergandlungsergebnis und Alternativen ziemlich unausgegoren und die Stadt hat sich von der RWE ,wie erwartet, über den Tisch ziehen lassen. Die zugrundeliegende Beschlussvorlage der Stadtverwaltung (Krone) ist sehr dürftig und laienhaft erstellt. Das kenn´ich ganz anders….
Ja, so ist es. Heiner Pott hätte sich so nicht über den Tisch ziehen lassen, ODER?
Jetzt wissen wir, wie hoch die Preis ist, mit der sich die Stadt Lingen die unbefristete Beteiligungssicherung der RWE an unseren Stadtwerken abkaufen läßt.