Artgerecht

22. Oktober 2010

In Deutschland werden jährlich mehr als 500 Millionen Nutztiere geschlachtet. Der allergrößte Teil dieser Tiere stammt aus der industriellen Intensivmast, deren Protagonisten unbeirrt auf Expansion drängen, obwohl bei uns bereits viel zu viel Fleisch produziert wird. Das Emsland nimmt bei der Massentierhaltung bundesweit eine Spitzenstellung ein.  Andernorts wehren sich deshalb die Menschen längst gegen diese  Entwicklung, die sie als “Emslandisierung” ihrer Umwelt bezeichnen und als bedrohend empfinden.
Im Emsland gibt es aber auch anderes. Beispielsweise die Internetseite von emsland-artgerecht.de (Logo lks). Emsland-artgerecht.de möchte emsländische Fleischerzeuger, den Fleischhandel sowie die emsländischen Verbraucher zusammenführen, denen die artgerechte Haltung von Tieren am Herzen liegt. Die Internetseite richtet sich also an alle, die Fleisch bewusst konsumieren wollen und auch bereit sind, hierfür einen angemessenen Preis zu zahlen. Sie ist also nichts für Vegetarier oder Veganer. Man erfährt folglich, in welchen Restaurants des Landkreises Emsland artgerecht erzeugtes Fleisch serviert wird. Wo artgerevht erzeugtes Fleisch verkauft wird und schließlich nennen die Initiatoren auch Bäcker und Konditoren im Emsland, die ihre Waren ohne Ei aus der Käfighennenhaltung herstellen.

»Artgerecht« soll dabei einfach heißen, dass Tiere nicht in qualvoller Enge gehalten werden, dass sie Auslauf haben und angeborenen Verhaltensweisen nachgehen können. Und dass sie nicht mit Futter ernährt werden, das ihrer Art fremd ist. Der Begriff »artgerecht« ist nicht geschützt. Auch die Massentierhaltung wird daher frech und dreist von ihren Betreibern mit dem Attribut »artgerecht« versehen. Artgerecht sind die Massentierställe aber nicht, weil sie die Mindestanforderungen missachten, die sich an den Kriterien der Naturverbände orientieren.

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