Griffigkeit
26. Dezember 2009
Unter meinen nicht im Blog präsentierten Entwürfen habe ich eben diesen gefunden. Er stammt vom 30. Oktober, und wer hätte gedacht, dass er bis heute aktuell ist. Lesen Sie mal:
“Meine Arbeitgeber von der Polizei haben vor zwei Monaten dies der Lokalzeitung gesteckt:
Mit Tempo 221 ist ein 47-jähriger Autofahrer in einer 80er-Zone auf der Autobahn 31 bei Meppen (Landkreis Emsland) erwischt worden. Die Autobahnpolizei verfolgte den niederländischen Geschäftsmann anschließend über längere Zeit und musste dabei zwischenzeitlich selbst bis zu 250 km/h fahren.Die Autobahnpolizei verfolgten den Mann in einem Fahrzeug mit Videoüberwachung. Als die Beamten den Schnellfahrer endlich eingeholt und gestoppt hatten, musste er sofort 1225 Euro zahlen. Außerdem droht im ein Fahrverbot von mindestens drei Monaten sowie vier Punkte in der Flensburger Verkehrssünderkartei. Wie die Polizei am Donnerstag mitteilte, hat der 47-Jährige die Geschwindigkeitsbegrenzung auf eine Länge von sieben Kilometern wegen einer Baustelle komplett missachtet. Die 80er-Zone ist dort eingerichtet, weil auf dem kürzlich ausgebesserten Straßenasphalt noch die Griffigkeit fehlt.
Kürzlich? Über die 22o km/h brauchen wir nicht zu diskutieren. Aber die 7-km-Baustelle ist seit Anfang Juli aufgehoben (mehr…). Nach Monaten dürfte die Griffigkeit des Asphalts allemal gegeben sein. Also scheint mir eine andere Art von Griffigkeit im Mittelpunkt zu stehen.
“
Damals, Ende Oktober, war dies schon längst ein Thema. Bemerkenswert heute ist dies:
Bis jetzt, Mitte/Ende Dezember hat sich meines Wissens an dem 80-km/h-Zustand nichts geändert, und ich glaube längst, dass dieses seltsame Autobahnverwaltung die Tempo-80-Schilder nördlich der Abfahrt Twist in Richtung Emden schlicht vergessen hat. Oder es ist der falsche Asphalt eingebaut worden. Jedenfalls schlage ich vor, dass aus den inzwischen eingespielten Bußgeldern zum Jahresbeginn eine kleine Feier “vor Ort” – da gibts doch ‘ne schöne Kneipe an der Abfahrt Twist!- finanziert wird – Motto: “6-Monate-Tempo-80-und-so-viele-griffige-Bußgelder!” Natürlich dürfen die Verantwortlichen dann im Chor Deichkind nachsingen!

Update:
Bis heute immer noch Tempo 80 auf der A31-Strecke und dies 8 Monate nach dem Ende der Baustelle. Welche Arroganz oder welche Unfähigkeit gehört eigentlich zu dieser Arbeitsauffassung der zuständigen Beamten?
Vor einigen Wochen wurde die Unwahrheit in der Lokalzeitung gedruckt, man habe “wegen der Witterungsverhältnisse” nicht eher handeln können. Bloß traten die (winterlichen) “Witterungsverhältnisse” erst fünf Monate nach dem Ende der Baustelle auf. Die Erklärung war also eine reine Ablenkung von der fehlenden eigenen Griffigkeit.