China

12. April 2009

denkerclubWikileaks ist ein Ende 2006 u.a. von chinesischen Dissidenten und westlichen Journalisten ins Leben gerufenes Projekt, das nach dem uns allen von Wikipedia bekannten Prinzip aufgebaut ist. Wikileaks – mit Hauptsitz in Schweden – hat es sich zur Aufgabe gemacht, interne Papiere von Regierungen und Geheimdiensten anonym zu veröffentlichen.

Nach einer Durchsuchungsaktion Ende März gegen den deutschen wikileaks-Domaininhaber -gestattet von einer offenbar reichlich ahnungslosen Bereitschaftsrichterin in Dresden- ist jetzt die deutsche Internetseite von wikileaks nicht mehr erreichbar. Am 9. April 2009 wurde die Wikileaks.de Domain ankündigungslos durch die deutsche Registrierungsstelle DENIC gesperrt.  

Die Internetgemeinde ist empört. Zu Recht: Nur China – und nun Deutschland – sind die einzigen Länder, die versuchen eine ganze Wikileaks Domain zu zensieren. Zensur wie im 19. Jahrhundert. 

Mehr und noch mehr zum Thema.
Und nachgetragen ein besonders informativer Beitrag aus c’t 

2 Antworten zu “China”

  1. Patrick sagte

    Es ist sehr bedenklich was zur Zeit hier – und überall auf der Welt geschieht.
    Ob Netzzensur, Netzfilter (falsches Mittel für einen richtige Zweck), Three-Strikes Gesetze oder ähnliches.
    Ein Beweis mehr was die Regierungen dieser Welt wirklich von einer so freien Meinungsäußerung wie sie im Internet – noch – größtenteils möglich ist halten.

  2. Robert Koop sagte

    Nachtrag anderer Anlass, gleiches Thema:
    wwww vom 19.04.2009:

    “…Der schwarze Freitag liegt hinter uns. Die Firmen Deutsche Telekom, Vodafone/Arcor, Hansenet/Alice, Telefonica/O2 und Kabel Deutschland haben den Vertrag zum Einstieg in die Internet-Zensur in Deutschland unterzeichnet. Sie werden mithelfen, ein Stoppschild im Internet aufzustellen, dessen Text gute Chancen hat, als Beginn einer neuen Unfreiheit im Haus der Geschichte ausgestellt zu werden, komplett mit allen Varianten. Komplett mit den entlarvenden politischen Hasstiraden über pseudo-bürgerrechtsengagierte Hysterie von Pseudo-Computerexperten von Politikern, die die Funktionsweise des Netzwerkes von Netzwerken nicht verstehen wollen. Komplett mit den deutlichen Kommentaren der zensurgeilen Presse, die vom “Pfuhl Internet” schwadroniert und hofft, dass die Entscheidungen nur der Anfang sind und dieser schmutzige Teich bald trockengelegt wird, damit das internetteste Bürgerleben wohlzensiert und gesittet ist.

    …. Natürlich werden Pseudo-Computerexperten sich einen ordentlichen DNS-Server suchen, der die staatlich verordnete Sicht auf das Internet umgeht. Es geht eben nicht um “die Angst der Internetgötter, ihr angebliches digitales Paradies könne eines Tages verloren gehen”, wie der FAZ-Journalist meint. Es geht schlicht um Zensurfreiheit. Sowohl die norwegische wie die australische Sperrliste enthalten Imageboard-URLs mit manchmal abgeschmackten Fotos, auf denen der Pedobear tanzt oder Obamas Gesicht entstellt ist. Entsprechend wird auch unser BKA zensieren. Das eine “Vertreibung aus dem selbsternannten Paradies” zu nennen, kann nur der Nachrichenchef und Pfuhl-Experte der FAZ. Gegen den Müll der rechten Denkungsart muss man Mitten am Rand lesen, den besten Zeitungstext zu diesem Thema, der das Wahlkampf-Tool der Ursula von der Leyen entlarvt. Wenn der delirierende CSU-Politiker Uhl ankündigt, dass seine Fraktion all die vor sich hertreiben werde, die dem künftigen zusätzlich angeleierten Gesetz nicht folgten. “Wenn dieses Gesetz in Kraft tritt, wird es nicht Kinder vor Missbrauch schützen, nicht Täter vor sich selbst schützen oder dingfest machen, nicht Neugierige davor schützen, straffällig zu werden. Es wird nicht einmal etwas werden, mit dem die CSU irgendwen vor sich hertreiben kann.”

    So läuft ins Leere, was ins Leere laufen muss, sich aber prächtig für den Wahlkampf gebrauchen lässt…”

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