Rücksicht
22. Februar 2009
Auf der Internetseite der Stadt Lingen (Ems) finde ich diese Aufforderung:
Boßelspaß ja – aber bitte mit Rücksicht auf Natur und Umwelt! Diesen Hinweis richtet die Stadt Lingen an alle, die in der aktuellen Boßelsaison zu dem geselligen Vergnügen durch die Landschaft ziehen. Ob Alt oder Jung, für alle sollte es selbstverständlich sein, auf den Strecken keinen Müll zu hinterlassen sowie Pflanzen und Tiere zu schonen.
Am Sonntagabend war ich zusammen mit mehr als 300 betroffenen Bürgerinnen und Bürger bei einem Waldspaziergang unterwegs im Abholzungsgebiet im Altenlingener Forst, und wir haben gesehen, wie es die Stadt Lingen selbst mit der Rücksicht auf Natur und Umwelt hält, ohne zu boßeln übrigens.
Der Spaziergang erinnerte mich trotz allen Mutes und Einsatzes der Frauen und Männer der Initiative an eine Trauerfeier. Wir gingen und nahmen Abschied von einem einzigartigen Stück Natur.
Ich habe die Wette abgeschlossen, dass kein einziger der Ja-Sager zu diesem Bebauungsplan Nr. 20, der mehr als 30 Hektar hochwertigen Wald vernichtet, diesen Forst jemals gesehen hat. Die Wette kann ich nicht verlieren, weil niemand für diesen Frevel sein kann, der den Wald erlebt hat und an seine Kinder denkt. Obwohl es bis heute keine Betriebe gibt, die vom Abholzen profitieren und sich im künftigen Gewerbe- und Industriebetrieb ansiedeln wollen, werden Montag früh ab 7 Uhr vollendete Tatsachen geschaffen. Rücksichtslos.
Wer mehr wissen möchte, kann sich auf der Internetseite der Altenlingener Bürgerinitiative pro-Altenlingener Forst informieren oder einfach vorbeischauen.

Heute wurde dann abgeholzt, aber nicht gerodet. Den kleinen, aber feinen Unterschied haben wir heute morgen im Rathaus gelernt: Solange nichtgerodet wird, ist es noch Wald.
By the way: Heute im Rathaus habe ich gelernt, dass man im Falle eines Falles (falls wir vor Gericht gewinnen sollten) immer wieder abstimmen lassen koennte.
Der Bürgerinitiative “Herzlichen Dank”, für Ihren erfolgreichen Einsatz. Neuster Stand aus dem Rathaus: Es werden erstmal nur 7 ha Wald vernichtet, Bilanz: 28 ha Wald gerettet. Bleibt abzuwarten, wie lange die restlichen 28 ha Wald , stehen bleiben dürfen.