Suchmeldung

1. Mai 2008

Beschlossen wurde in einer Sitzung diverser städtischer Gremien im letzten Herbst, den Bolzplatz an der Straße Am Pulverturm an der Rückseite der AOK jedenfalls insoweit zu erhalten, dass dort weiterhin gebolzt werden kann. Jetzt aber gehen dort Parkwege auseinander und werden wieder zusammen geführt. Großeltern können sich hinsetzen und zuschauen, wie ihre Kindergartenenkel auf einem Hügel herumkrabbeln und spielen. Für Kinder, die Bolzen wollen, ist nichts mehr da.  Gestern kamen meinem Sohn ein paar enttäuschte Jungs entgegen, mit ‘nem Ball unter dem Arm. Wo denn der Bolzplatz sei, lautete ihre Suchmeldung.

Tja, Jungs, er ist weg. Jetzt könnt ihr nicht mehr bolzen; ihr könnt überhaupt nirgendwo mehr im Stadtkern bolzen; aber ihr könnt den kinderfreundlichen Drehstein auf dem Marktplatz drehen, stundenlang. Und Ihr dürfte zuschauen, wenn das neueste Produkt kommunaler Fragwürdigkeiten mit allem Brimborium und Tralala eingeweiht wird und einmal mehr einem Super-wie-ist-es toll-Kommentar in … -na, man weiß schon, wo- bejubelt wird. Die Beseitigung des Bolzplatzes ist das diesjährige Geschenk der Kivelinge an die Stadt zu ihrem traditionellen Fest. Ein erstaunlicher Vorgang; genauso erstaunlich wie die Finanzierung dieses „Geschenkes“.

Politisch mehr als ärgerlich: Die nach heftiger Diskussion im Ausschuss erzielte Übereinkunft, den Bolzplatz möglichst zu erhalten, war nur heiße Luft. Vorgeschlagen hatte sie CDU-Fraktionsvorsitzender Werner Schlarmann. Sein Vorschlag und die hieran anknüpfende Zusage – nüscht interessiert sie. Gemacht wird, was gemacht wird. Auch wenn etwas anderes beschlossen wurde. Ich habe den Beschluss im vergangenen Oktober so formuliert:

Der Bolzplatz wird nicht schwuppdiwupp bepflanzt, sondern es wird erst noch einmal darüber nachgedacht. Neben dem Bolzplatz wird auf der jetzigen Parkplatzfläche ein Spielbereich eingerichtet. Mit der katholischen Kirchengemeinde St. Bonifatius wird darüber verhandelt, ein Betreuungsangebot für Kinder einzurichten, die mit ihren Eltern die Innenstadt besuchen. 

Was stattdessen jetzt gebaut worden ist, hat mit dieser Übereinkunft nichts zu tun und ist daher reichlich frech. 

 

ps Es passt ins Bild, dass die Stadt Lingen das Angebot des DFB abgelehnt hat, den Bau von zwei Mini-Spielfeldern (vulgo: Bolzplätze) in Lingen zu finanzieren. Zwei Lingener Schulen hatten sich beim DFB dafür beworben und eine Zusage erhalten. Die nachfolgenden Unterhaltungskosten seien zu hoch, begründete die Verwaltungsspitze das Nein. 

Eine Antwort zu “Suchmeldung”

  1. Arnddieter Falke sagte

    Hallo!!
    Ich war gestern da und was ist? Der neue Kinderspielplatz ist gesperrt! Peinlich-peinlich. :-(

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