Lücke

5. März 2008

Der hier bereits mehrfach erwähnte ehemalige Stadtbaurat Nikolaus Neumann sprach immer von einer städtebaulichen  Zahnlücke und meinte den Bereich um den Gedenkort jüdische Schule am Konrad-Adenauer-Ring, wo städtebaulich eine Lücke in der Straßenrandbebauung vorhanden ist, die stadthistorisch aber auch da hingehört und sein muss.

Jetzt gibt es in der Burgstraße im Lingener Zentrum ganz aktuell auch eine Magnolien-Lücke.  
 
Sie erinnern sich an die Kahlschlag-Aktion der Aktivisten im Rathaus: Platanen weg, Magnolien hin. Sie erinnern sich an die krampfhaften Begründungen für die sinnlose Baumfällaktion und an die lobhudelnden Erklärungen dazu aus dem Rathaus. War nicht auch die Rede von dem vielen Platanen-Schmutz, den die Passanten in die Geschäfte tragen und der Beschattung der Geschäftsschaufenster, die störe? 
 
Heute sehen wir wiederum, welch ein übereiltes und undurchdachtes Konzept hier durchgesetzt wird. Zunächst musste abgespeckt werden, weil das Geld nicht reichte. Der Brunnen wurde gestrichen. Von der durch den Kahlschlag freigelegten, störenden Sicht auf das unschöne 60er-Jahre-Eckgebäude Marienstraße/Lookenstraße hatte ich schon berichtet. Die Bauarbeiten selbst, die wir ja alle mit unseren Steuergeldern zahlen,  zeichneten sich dadurch aus, dass wochenlang in kurzen Abständen immer wieder Löcher für neue Leitungen gegraben und wieder zugeschüttet wurden, bevor dann wieder aufgegraben wurde usw.; nach Koordination sah dies für die Anlieger nicht aus.
 
Hinzu kommt jetzt aktuell die Magnolien-Lücke. Zwei schon gepflanzte Magnolien sind wieder ausgegraben worden. Sie standen bereits vor dem Modegeschäft Löning in Reih und Glied mit fünf weiteren Exemplaren der Gattung Magnolia. Aber nach wenigen Stunden wurden sie flugs wieder entfernt. Denn sie waren so nah vor dem Löning’schen Gebäude platziert, dass dessen Sonnen-und Regenschutz-Markise nicht mehr ausgefahren werden konnte. Und die ist offenbar allemal wichtiger als ein Gestaltungskonzept…
 
Ärgerlich, ärgerlich – diese neue entpflanzte Magnolien-Lücke. Und spontan stellt man einmal mehr die Frage nach der Qualität der Entscheidung, der Ausführungsplanung und der örtlichen Bauleitung; denn die eingesetzten Arbeiter sollen auf das Problem frühzeitig hingewiesen haben, wurden aber mit den Worten bedacht, den nahen Pflanzstandort sehe das Planungskonzept ausdrücklich vor.
 
Richtig gespannt bin ich jetzt auf die Ausrede die Bauverwaltung unter Stadtbaurat Georg Lisiecki für den Fauxpas. Ich nehme dazu  noch Wetten an, ob es
1. die ausführenden Werktätigen,
2. die heftige öffentliche Kritik an der Platanen-Fällaktion,
3. die übereilte und falsche Standortentscheidung Lönings für
    a) das Haus an dieser Stelle im Jahr 1949 oder 
    b) seine Sonnen- und Regenschutzmarkise vor 25 Jahren
oder -deutlich nahe liegender- 
4. das Schaltjahr und die Kontinentaldrift waren, die die Magnolien-Lücke entstehen ließen. 
 
Weitere Vorschläge werden entgegen genommen! 
  

Eine Antwort zu “Lücke”

  1. Wolfgang H. sagte

    5. Robert Koop
    6. die SPD
    7. die Holländer

    Ein war ein Fehler, es bleibt ein Fehler und es wird auch immer ein Fehler sein. Wie -leider- so vieles in Lingen… :(

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